Frage von DBKai, 26

Freiwilligkeit und Zwang - Freizeit und Beruf - der große Unterschied?

Es ist ein großer Unterschied, ob man sich in der Freizeit mit Leuten trifft, mit denen man sich treffen möchte... oder wenn man im Beruf nun einmal zusammen auskommen muss, um die Arbeit gut abzuliefern...

In der Freizeit kann man schon mal sagen: "Du musst nicht mit mir zusammen sein - wenn es dir bei mir nicht gefällt, dann kannst du dir ja andere Freunde suchen." In der Regel stimmt das dann auch... man kann viele kleine Freundschaften haben - mit dem einen spielt man Schach und mit dem anderen kann man gute Gespräche führen... aber es muss nicht ein Mensch immer alles so machen, wie man es sich von ihm erwartet... Was zusammen Spaß macht, kann man zusammen machen... wenn einer sagt, dass er etwas nicht will, muss man sich für diesen Bereich eben jemand anderen suchen bzw. darüber reden, warum er das nicht möchte - versuchen zu verstehen... Nicht dieses: "Du musst mir ein Glas Wasser anbieten - weil man das so macht" - es ist nett, wenn man es tut - aber kein MUSS... der Gast kann auch selber zuerst um ein Glas Wasser,etc. bitten... wenn man sieht, dass er völlig verdurstet ist, kann man ihm schon einmal von sich aus, etwas anbieten... bzw. manchmal will man auch zusammen essen und da bereitet man sich dann auch vor...

Im Beruf ist es anders - dort ist es gemein, wenn man sagt: "Du musst nicht hier arbeiten - du kannst dir auch etwas anderes suchen!" Wir befinden uns im Kapitalismus - ich würde am liebsten in gar keinem Unternehmen arbeiten -unter diesen Umständen! Aber was für eine Alternative habe ich? Entweder arbeitslos und obdachlos (was auch zu keiner Veränderung führt) ODER ich arbeite in einem kapitalistischen Unternehmen, bei dem ich versuche die Aufgaben möglichst gut zu erfüllen (wobei ich sehr gerne den SINN der Aufgabe verstehen würde und auch sehr gerne Ausbeutung und Unterdrückung nicht fördern würde) und in meiner Freizeit kann ich ja trotzdem noch über den Kapitalismus aufklären und mich für eine Veränderung einsetzen....

In der Freizeit sucht man sich die Leute aus, mit denen man zu tun haben möchte... Im Beruf ist das z. B. nicht so... da muss man eben zusammen sein... wenn man Glück hat, versteht man sich gut und kann auch gut zusammen arbeiten... wenn nicht, dann versteht man sich nicht so gut... aber sollte trotzdem so gut wie möglich zusammen arbeiten und damit das geht, muss man auch wieder miteinander reden können und etwas vereinbaren können... Wie soll das sonst klappen?

Antwort
von stertz, 20

Und was möchtest du jetzt hören? 

Kommentar von DBKai ,

Dass der Kapitalismus doof ist. :D - es ist keine gute Frage aber es ist etwas, was mir neulich passiert ist... man kann eine freiwillige Zusammenkunft in der Freizeit, nicht mit einem Arbeitsverhältnis im Kapitalismus vergleichen (um nicht auf der Straße zu enden, brauche ich eine Arbeit - dabei geht es auch um meine Existenz - in der Freizeit geht es um nichts)... zumindest sollte es mal faire Arbeitsbedingungen und Menschenrechte geben und zum Wohle aller sollte gewirtschaftet werden - reden sollten die Leute dort möglichst auch noch können... sonst ist jede Arbeit hier eine Tortur.

Kommentar von stertz ,

Der Kapitalismus hat so einige Schwächen, da hast du Recht. Allerdings ist es bisher die einzige Wirtschaftsform die einen ,wenn auch nicht gleich verteilten, noch nie dagewesenen Wohlstand für den weitaus größten Teil der Bevölkerung möglich macht. Das ist auch der Grund warum sich diese Wirtschaftsform weltweit durchsetzt. Natürlich ist das arbeiten manchmal hart und unangenehm, allerdings ist das heute kein vergleich mit den Zuständen noch vor 50 Jahren. Und wenn Kollegen nicht miteinander können liegt das nicht am bösen Kapitalismus sondern an den jeweiligen Menschen die nicht im Stande oder Willens sind sich vernünftig und sachlich mit anderen auseinander zu setzen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten