Freiwilliger Wehrdienst Bundeswehr, muss ich irgendwann wieder zurück zur Bundeswehr falls krieg ausbricht?

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6 Antworten

Was Dir klar sein muss, auch wenn hier manche User anderes behaupten: Als gedienter (sprich: ehemaliger) Soldat bist Du automatisch Reservist. Dagegen kannst Du auch gar nichts machen, das ist so. Und zu behaupten, nach 10 Monaten Dienst seist Du nicht genug ausgebildet, um in einem Krieg eingesetzt zu werden, ist nach den Maßstäben bzw. Regelungen der Bundeswehr schlicht nicht zutreffend - Du hast Deine Grundausbildung absolviert und bist somit mit den Grundbegriffen des Feuerkampfes, des Lebens im Felde und allen übrigen militärischen Bereichen vertraut genug, um im Fall der Landesverteidigung eingesetzt zu werden.

Auslandseinsätze (nur um auszuschließen, dass wir aneinander vorbeireden) sind ein ganz anderes Kapitel, dafür kommst Du mit den 10 Monaten tatsächlich nicht in Frage. Aber Du hast ja von "Krieg in Deutschland" gesprochen.

Nun ist Reserve aber nicht Reserve - als gedienter Soldat bist Du zunächst einmal schlicht Teil der sog. "Allgemeinen Reserve". Diese umfasst alle ehemaligen Soldaten (v.a. die Wehrdienstleistenden) bis zu gewissen Altersstufen (Mannschaften bis 32 Jahre). Heißt: Bis zu Deinem 32. Lebensjahr kannst Du theoretisch im Bedarfsfall zu Reservedienstleistungen herangezogen werden. Dieser Bedarf ist auf absehbare Zeit nicht gegeben, in einem Spannungs- oder Verteidigungsfall könnte sich das jedoch durchaus ändern. Auch die Altersgrenze fällt dann weg.

Beim Ausscheiden aus dem Dienst wird man üblicherweise gefragt, ob man nicht Interesse an intensiveren Reserveeinstufungen hat (z.B. Verstärkungs- oder Personalreserve). Diese "aktiveren" Kategorien füllen z.B. Personallücken in Verbänden, haben eine Beorderung für teil- bzw. nichtaktive Einheiten oder fungieren z.B. als "Spiegeldienstposten", ersetzen also einen aktiven Soldaten im Grundbetrieb, wenn dieser ins Ausland geht.
Es gibt übrigens auch Reservisten, die (natürlich freiwillig) in Auslandseinsätze gehen.

Also: Als Teil der Allgemeinen Reserve, der Du automatisch nach Deinem Dienst sein wirst, musst Du bei der momentanen Lage kaum Befürchtungen haben, nach den 10 Monaten jemals wieder eine Kaserne von innen zu sehen. Sollte sich jedoch die Situation grundlegend und massiv ändern und ein Bedarf zur Landesverteidigung gegeben sein, ist theoretisch (die Wahrscheinlichkeit sinkt wiederum mit zunehmendem Alter) mit einem Einrücken zu Reserveübungen, im Kriegsfall auch mit erneuter Einberufung zum aktiven Dienst, zu rechnen. 


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Kommentar von X3030
31.08.2016, 12:19

Asche auf mein Haupt. 

Hast natürlich mit deinem Beitrag zu 100% Recht.  Habe mich in meinem Post nicht ganz korrekt ausgedrückt.., gemeint war das, was du im letzten Absatz erklärt hast. 

War selbst bei der Bundeswehr.., was Wehrdienstleistende in 10 Monaten beigebracht bekommen, reicht gegenüber Zeit / Berufssoldaten (respektive dieser Reservisten) m.E nicht mal ansatzweise aus. 

Aufgrund der nicht vorhandenen speziellen Kenntnisse reicht 'ein paarmal über die Rödelbahn scheuchen / Standardgewaltmärsche / 4 - 5x am Schießstand gewesen zu sein, ect,  pp' nicht aus um Krieg zu führen. 

..und die Anmerkung "..Kinder im Alter von zehn Jahren..", naja,  mehr als meinen, zugegeben provokanten Kommentar muss man dazu wohl nicht sagen. 

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Ja. Natürlich. Im Spannungs- oder Verteidigungsfall kannst du bis zum 65. Lebensjahr zum unbefristeten Wehrdienst einberufen werden.

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Ja, da du die Grundausbildung hast oder hättest würdest du mit als einer der eheren einberufen. Aber mach dir da mal nicht zu viel Sorgen.
Noch Fragen?

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Sollte ein ernsthafter Krieg ausbrechen und sich Deutschland verteidigen müssen wird die Wehrpflicht mit Sicherheit wieder eingesetzt. Somit kann jeder Mann eingezogen werden, auch die, die nie bei der Bundeswehr waren, wenn notwendig.

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Kommentar von Apfelkind86
31.08.2016, 09:34

Dafür muss nichtmal die Wehrpflicht wieder aktiviert werden.

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Entgegen der Antwort eines Users hier; natürlich würde man dich im Falle eines Krieges in Deutschland einziehen. Du hast durch den FWD eine Ausbildung an der Waffe erhalten. Somit kann man dich auch entsprechend  einsetzen. Ob und wie ausreichend die militärische Ausbildung im FWD war, ist in dem Moment nicht relevant. 

Du bist zudem Reservist, mögliche Reserveübungen nach Ableisten des FWD sind ebenfalls nie ganz auszuschließen. Das wäre sogar auf freiwilliger Basis möglich.

Allerdings käme im Falle der Landesverteidigung wohl Artikel 12a des Grundgesetzes zur Anwendung.

https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art\_12a.html

So müsste jeder seinen Beitrag zur Verteidigung leisten. Entweder an der Waffe oder in Form eines Ersatzdienstes.

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Kommentar von ponter
31.08.2016, 06:47

Mir haben viele erzählt das es so sein wird und ich ja dazu ausgebildet werde falls irgendwann krieg in Deutschland ausbricht das ich dann auch wieder dort hin gehen muss und ich war schon am überlegen ob ich mein Dienstantritt abbrechen sollte deswegen. 

Mal bezüglich deines Kommentars.

Die Bundeswehr bildet nicht aus Spaß und Vergnügen an der Waffe aus. 

So war Sinn und Zweck der 2011 ausgesetzten Wehrpflicht u.a., im Verteidigungsfall auf ausgebildete Soldaten zurückgreifen zu können. 

Im Bedarfsfall wird man also auch auf dich zurückkommen, wenn das notwendig werden sollte.

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Dann bist Du ein Mob-Reservist.Du hast Deine Ausrüstung zu Hause (keine Waffe) und wirst  über Medien wie Zeitung und radio usw per Kennwort einberufen.Ein Dem entsprechenden  Bescheid hast man da schon.

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Kommentar von Apfelkind86
31.08.2016, 09:36

Kommt dann im Radio:

"Der Blaufink ist in der Baumkrone."? xD

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