Frage von Gloomybear,

freiwillige Versicherung - Private Krankenkasse oder gesetzliche?

Hallo ihr! Ich habe mal gehört das man Geld sparen kann, wenn man sich bei einer privaten Krankenkasse freiwillig versichern lässt, anstatt bei einer gesetzlichen? Stimmt das? Wie viel spart man denn da etwa im Monat? Bei den gesetzlichen zahlt man ja 130 Euro oder so? Ich hoffe jemand kann mir helfen, oder mir ein paar Links als Tip geben? Danke! :D

Hilfreichste Antwort von RHWWW,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hallo,

jedes freiwillige Mitglied kann aus der GKV in die PKV wechseln. Die Kündigungsfrist beträgt 2 volle Kalendermonate. Voraussetzung ist aber, dass das PKV-Unternehmen einen aufnimmt! Das hängt vom Gesundheitszustand und der Zahlungsfähigkeit (z.B. Schufa) ab. Der Preis hängt vom Krankheitsrisiko und den gewählten Tarifen ab. Das Einkommen spielt bei Nichtarbeitnehmern keine Rolle.

In der GKV liegt der monatliche Mindestbeitrag für Kranken- und Pflegeversicherung zusammen bei 145 Euro monatlich (Einkommen unter 850 Euro). Für Studenten und Schüler gibt es teilweise günstigere Beiträge (78 Euro monatlich).

Der Vergleich GKV - PKV ist grds. ein lebenslanger Vergleich. Das heißt, es ist erforderlich alle späteren möglichen Veränderungen mit in den Vergleich einzubeziehen, z.B. "Vergrößerung der Familie" und Verringerung der Einnahmen

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

  • Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

  • Hilfsmittel: Katalog der GKV:

    db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS

    Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

  • Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

  • Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

    -> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

    In der PKV werden notwendige Leistungen im medizinisch notwendigen Maß erstattet. Was notwendig ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden nur anerkannte Methoden erstattet.

    §5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

    pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

    Auch bei folgenden Änderungen bleibt man in der PKV:

  • Kurzarbeit, Bezug von Arbeitslosengeld II, unbezahlter Urlaub/Sabbatjahr, späteres (Zweit)studium, Frührente wegen Erwerbsminderung, Altersrentner, Hausmann, Auszeit wegen Kindererziehung -> in diesen Fällen sind die PKV-Beiträge in unveränderter Höhe weiterzuzahlen.

    Ggf. sind zusätzliche Beiträge für Kinder oder den nichtberufstätigen Ehegatten zu zahlen. Welche Leistungen kann man für ein behindertes Kind versichern? In der PKV meist nur die Tarife, die ein Elternteil bereits hat.

    rehakids.de/phpBB2/forum21.html -> Suchbegriff PKV

    Die Beiträge für den nichtberufstätigen Ehegatten (ohne Arbeitslosengeld) werden in der GKV immer nach der Hälfte der Einnahmen des PKV-Ehegatten berechnet (§ 240 SGB V letzter Absatz). Wenn der Ehegatte chronisch krank ist, ist ein Beitritt zur PKV oft ausgeschlossen.

Auch wenn man die PKV nur für eine kurze Überbruckungszeit wählen möchte und eine Stelle als Arbeitnehmer bereits in Ausicht hat, kann es Probleme geben: Insolvenz des zukünftigen Arbeitgebers oder überraschende Erwerbsminderung mit Rentenbezug (ist beides manchmal öfter, als man denkt)

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkasse verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

Vielleicht interessant:

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

Die Entscheidung hat teilweise lebenslange Auswirkungen und sollte daher genauso gründlich wie z.B. ein Hauskauf angegangen werden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Gruß

RHW

Kommentar von RHWWW,

Danke für die Kennzeichnung als hilfreichste Antwort!

Antwort von kvrv11,

Man braucht aber gewisse Vorrausetzungen um in die private wechseln zu dürfen.

Pauschal kann man nicht sagen ob es billiger ist. In sehr jungen Jahren für gesunde Menschen ist das häufig so. Mit steigendem Alter steigen allerdings die Prämien bei der privaten Versicherung.

Bei der freiwilligen Versicherung in der Gesetzlichen kommt es auf das Einkommen des Versicherten an.

Also Pauschal kann man diese Frage nicht beantworten

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