Frage von Ricky1896, 64

Freiwillig in die gesetzlichRentenversicherung?

Hallo,

habe Fragen zur deutschen Rentenversicherung. Meine Frau hat 9 Jahre in ihrem Beruf gearbeitet. Seit 2009 ist sie Zuhause. Bis Mai letzten Jahres war sie noch in ihrer Firma angestellt und im Erziehungsurlaub. Sie hat den Vertrag gekündigt, da sie dort nur hätte Vollzeit arbeiten müssen. Wir haben 2 Kinder die 2009 und 2012 geboren sind. Seit 2011 hat meine Frau einen kleinen Onlineshop, der unter die Kleinunternehmerregelung fällt. Da sie bis 2014 unter der MiniJob Grenze lag, wurden ihr alle Zeiten angerechnet. Seit 2015 (lt. Lohnsteuerbeischeid) liegt sie über den 450 Euro monatlich. 2015 hat sie bereits jetzt eine Lücke hierdurch. Nun hat sie nur noch diesen Monat Zeit, sich freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung zu versichern. Die Berücksichtigungszeiten die wir eigentlich bis 2022 bekommen könnten, fallen hierdurch weg.Die einkommensgerechte Variante käme für sie in Frage, d.h. 18,7%. Nun ist die Frage: Lohnt sich das überhaupt? Sagen wir mal, sie zahlt 200 Euro monatlich ein, würde sich dies dann überhaupt auf die Rente später groß auswirken? Aktuell würde sie 330 Euro Rente bekommen. Habt Ihr einen Tipp für mich/uns?

Danke

Antwort
von DolphinPB, 23

Guck mal hier:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/0...

Wenn es um die Erwerbsminderungsrente (EMR) geht, muss die Pflichtversicherugn auf Antrag innerhalb von 24 Monaten nach Ausscheiden aus einer versicherten Beschäftigung erfolgen. Ich bin überfragt wie da jetzt die Zeit bis 2014 angerechnet wird.

Bei der Frage ob sie ggf. EMR bekommt, ist es aber völlig unerheblich ob sie ihre selbständige Tätigkeit noch ausüben kann. Hierbei wird nur geprüft ob sie dem Arbeitsmarkt noch zur Verfügung steht (= irgendeine Tätigkeit ausführen kann) und wie viele Stunden das max. pro Tag noch geht. Außerdem wird die Höhe der EMR nach dem durchschnittlichen Einkommen der letzten 5 Jahre berechnet und selbst eine volle EMR beträgt selten mehr als 35 % des letzten Netto-Einkommens.

Insofern würde ich mir, nur wegen der EMR, eine Pflichtversicherung auf Antrag überlegen.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 47

Sie kann sich freiwillig "pflichtversichern" lassen. Dieser Schritt ist aber nicht zu revidieren.

Freiwillige Beiträge kann sie aber jederzeit zahlen oder aber auch einstellen.

Dabei gilt als Mindestbeitrag 10 % des jeweiligen Höchstbetrages.

Sofern keine "Scheinselbständigkeit" vorliegt, kann sie das frei entscheiden.

Kommentar von Ricky1896 ,

Genau, von der Rentenversicherung wurde uns die freiwille Pflichtversicherung genannt. Wie sieht es hierbei mit einer Erwerbminderungsrente aus? Angenommen meine Frau hat mit 50 eine Krankheit und kann ihre Selbstständigkeit nicht mehr ausführen.

Kommentar von DerHans ,

Aus der "freiwilligen" Pflicht kommt sie dann aber nicht mehr raus.

Um einen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente zu behalten muss sie dann eine nahtlose Versicherungszeit nachweisen.

Kommentar von DolphinPB ,

Ein Beginn der Pflichtversicherung auf Antrag Innerhalb von 24 Monaten nach Ausscheiden aus einer versicherten Beschäftigung reicht

Kommentar von DerHans ,

Von da an, muss eine nahtlose Beitragszahlung nachgewiesen werden.

Kommentar von DolphinPB ,

Was ja bei einer Pflichtversicherung auf Antrag per se gegeben ist weil diese nicht beendet werden kann, außer die selbständige Tätigkeit wird aufgegeben.

Antwort
von turnmami, 39

Da ich nicht davon ausgehe, dass deine Frau schon vor 1984 die Wartezeit von 5 Jahren erfüllt hatte und seitdem jeden Monat lückenlos mit Versicherungszeiten belegt hat, ist eine freiwillige Beitragszahlung  rentensteigernd möglich. Allerdings kann sie hierdurch ihren Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente nicht erhalten. Hier würde nur eine Antragspflichtversicherung helfen. Diese muss sie jedoch bis zum Ende ihrer Selbständigkeit "behalten". Hier kann der Beitrag nicht frei gewählt werden, sondern wird nach ihrem Einkommen berechnet.

Ob sich das rentiert kommt auf eure restliche Vorsorge für Krankheiten und Alter an. Das kann euch pauschal keiner sagen.

Antwort
von kevin1905, 36

Freiwllige Beiträge sind keine besonders sinnvolle Idee.

Freiwillige Beiträge erhalten einem u.a. keinen Anspruch auf EM-Rente oder berufliche Reha.

Habt Ihr einen Tipp für mich/uns?

Wie viel Kapital ist vorhanden und wie alt ist sie? Möglicherweise ist eine private Anlage sinnvoller.

Kommentar von Ricky1896 ,

Habe mich oben etwas unglücklich/falsch ausgedrückt. Es handelt sich um freiwillie Pflichtversicherung.

Kommentar von DolphinPB ,

Ich glaube es geht um eine Pflichtversicherugn auf Antrag, und wenn das innerhalb von 24 Monaten nach Ausscheiden aus einer versicherten Beschäftigung passiert, gibt es weiter EMR.

Antwort
von Konrad Huber, 14

Hallo Ricky1896,

Sie schreiben:

Freiwillig in die gesetzlichRentenversicherung?

Antwort:

So wie Sie den Sachverhalt darstellen, hat Ihre werte Frau bereits einige Zeiten in der DRV zurückgelegt, somit diverse Wartezeiten erfüllt und Ansprüche erworben!

Des weiteren kommen noch die Kindererziehungszeiten hinzu!

Unterschätzen Sie dies in Ihrem eigenen Interesse bitte nicht!

Eine gründliche Kontenklärung wäre sicherlich nicht falsch, um Ihre genauen, derzeitigen Ansprüche zu ermitteln!

Dann lassen Sie sich von der zuständigen DRV-Rentenanstalt individuell beraten, im Zweifelsfall als zweite Meinung vom VDK beraten lassen!

Zum Beispiel Ansprüche auf Erwerbsminderungsrente, denn hier besagen die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen, daß für eine Bewilligung eine Mindestwartezeit 60 Beitragsmonate (5 Jahre) und in den letzten 5 Jahren mindestens 36 Monate Pflichtbeiträge auf dem Rentenkonto nachgewiesen werden müßen! 

Schielen Sie also nicht nur allein auf die fiktive Höhe der Altersrente, sondern übersehen Sie auch die nahe Zukunft nicht!

Gesundheit ist ein sehr zerbrechliches Gut!

Der gesunde Mensch hat tausende an Wunschvorstellungen!

Der kranke Mensch hat nur einen Wunsch!

Wenn Sie nun keine weiteren Beiträge mehr auf das Rentenkonto abführen, wird es irgendwann mit den 36 Beitragsmonaten eng!

Jeder Einzelfall ist grundsätzlich anders!

Habt Ihr einen Tipp für mich/uns?

Antwort:

Mehrere, unabhängige Meinungen einholen, die Situation kann sich jeden Tag anders darstellen!

Die Deutsche Rentenversicherung ist sicherlich verbesserungsbedürftig, aber die bisher erworbenen Ansprüche sichern zumindest lebenslang eine gewisse Absicherung!

Wenn keine private Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit existiert, sollte ggf. auch parallel an dieser Stellschraube gedreht werden!

http://www.finanztip.de/altersvorsorge/

http://www.finanztip.de/altersvorsorge-ratgeber/

http://www.finanztip.de/suchergebnisse?q=erwerbsminderungsrente

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von constein, 48

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232638/public...

Hallo, um alles selber zu verstehen musst du dich mit den Rentenpunkte beschäftigen. Ein Rentenpunkt sind 21€ wert. um den vollen Rentenpunkt zu bekommen musst für Bruttolohn 36.000€ 18,7% eingezahlt werden. Grob überrechnert sind das 10€ Rente. bei 200€ Beitrag.

Ich halte eine flexible modere Rentenversicherung für den besseren Weg. Hier kann immer auf das Geld zugeriffen werden und das bis zum 80-85. Lebensjahr, je nach Anbieter. Auch kann verrentet werden, alles bleibt offen. Das wichtigste ist die flexible Geldanlage. Alle Anlageformen in einem Vertrag und alles kann jeder Zeit angepasst werden. Mit 200 € Beitrag sollte dabei mehr Geld im Alter zur Verfügung stehen. Gruss constein

Kommentar von Ricky1896 ,

Schon mal vielen Dank,

mein Gedanke ist nur, was ist wenn meine Frau vor dem Renteneintrittsalter nicht mehr arbeiten kann?

Kommentar von constein ,

Auch in der private Av kann jeder Zeit ausgesetzt , auf Mindestbeitrag 40-50 € heruntergesetzt werden. Zuzahlungen Entnahme von Geld und freie Verfügbarkeit bis ins hohe Alter.

Kommentar von Ricky1896 ,

Hatte mich oben leider verschrieben. Sollte heißen freiwillige Pflichtversicherung. Gibt es dabei eine Erwerbsminderungsrente?

Kommentar von constein ,

In den privaten Produkten kann natürlich Bu eingebaut werden, was aber extra abgeschlossen besser wäre. Die staatl. Erwerbminderungsrente bezieht sich genauso auf das Einkommen und  Höhe der Zahlung. Lass die das mal berechnen, dann hast du den Überblick! Davon kann man nicht exestieren.

Kommentar von Konrad Huber ,

Ein Rentenpunkt sind 21€ wert!

Hm,

die DRv sieht das aber anders:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/1_Lebenslagen/05_K...

Auszug:

Das ist der Rentenwert, der einem Entgeltpunkt entspricht. 

Dieser wird immer wieder der wirtschaftlichen Situation angepasst.

Aktuell beträgt er 29,21 Euro für Westdeutschland, 

27,05 Euro für Ostdeutschland.

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Kommentar von constein ,

Hallo Konrad, ja richtig, oben im Link steht es ja auch richtig! Da fehlt die29 und ein , schöne Ostern!

Antwort
von Samy795, 37

Die gesetzliche Rentenversicherung ist so ziemlich die unrentabelste Anlageform, die man überhaupt wählen kann.  
Lieber privat sparen (aber bitte keine Lebensversicherung!!)

Antwort
von DolphinPB, 37

Ich habe das nicht weiter geprüft, vielleicht hilft es weiter (man kann zumindest die Entgeltpunkte ersehen):

https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=1380

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