Freiwillig in die DDR?

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5 Antworten

Die gab es durchaus. Manche kamen aus persönlichen Gründen - die große Liebe lebte in der DDR und konnte oder wollte diese z. B. wegen einer pflegebedürftigen Mutter nicht verlassen. Andere kamen aus Idealismus, weil in Westdeutschland viele alte Nazis weiterhin in Amt und Würden blieben und sie die DDR als den besseren deutschen Staat ansahen (nur wurden diese Idealisten oft im Laufe der Zeit schwer enttäuscht durch den ausufernden Stalinismus). Auch einige Kirchenleute kamen, ebenfalls aus Idealismus, weil sie es als ihre Aufgabe ansahen, der staatlichen Erziehung zum Atheismus etwas entgegenzusetzen. Dann wären noch Leute wie die RAF-Terroristen zu nennen, die in der DDR Schutz vor Strafverfolgung suchten.

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Gruppen gab es eigentlich nicht. Es waren einzelne Personen, evtl. auch mit Familie. Ich kenne zumindest einen Fall, wo der Vater bei Nacht und Nebel mit Frau und Tochter und Gepäck, was der Käfer an Platz hergab, sich in die DDR abgesetzt hat, weil er sonst wegen seiner Betrügereien ein paar Probleme mit der Gerichtsbarkeit in der BRD bekommen hätte. Es gibt bestimmt auch ein paar Einzelne, die alleine oder mit Familie aus Überzeugung für das dortige System die Seiten gewechselt haben. Es gibt sicherlich auch Menschen, die aus familieren Überlegungen in die DDR gegangen sind. Das sind so die drei hauptsächlichen Gründe, die einen Wechsel in die DDR verursacht haben. Oft mußte die Familie mit und war damit nicht immer einverstanden, dann aber gefangen im System.

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Ja die gab es. Das war aber keine allgemeine Bevölkerungsgruppe. Aus der BRD waren dieses Menschen die sozial vernachlässigt wurden und vom Kommunistischen wirtschaftssystem profitierten

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Ja sicher. Auch das gab es. Der Querulant Wolf Biermann und die spätere Bundeskanzlerin Angela Kasner sind die prominentesten Beispiele.

https://www.heise.de/tp/features/Auswanderung-in-die-DDR-3383309.html

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Kommentar von Lachlan
29.11.2016, 07:51

Hegeman. das kann man auch werteneutral schreiben, denn ob Rolf Biermann ein Querulant war/ist, liegt nicht in Deiner Bewertung. Und seine Ausbürgerung aus der DDR hatte damals große Wellen geschlagen, besonders in der DDR. Du hast auch vergessen, dass Honecker aus dem Saarland stammte und sich ab 1937 als Gefängnisinsasse in der späteren DDR aufhielt und als in Moskau geschulter KPD-Funktionär dann nach 1945 auch dort blieb. (absolute Kurzfassung)

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Kommentar von earnest
29.11.2016, 07:55

"Querulant Wolf Biermann"?

Sollen hier die alten Schlachten neu geschlagen werden?

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Der Schauspieler Wolfgang Kieling ging in die DDR, "um dort zu leben und zu arbeiten", wie er damals in den Fernsehnachrichten zitiert wurde. Er blieb dort aber nicht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang\_Kieling

In diesem Wikipedia-Artikel wird ein Fachbuch angegeben, das sich mit Deiner Frage befaßt:

Thomas Weißbach: Schwerer Weg, Übersiedlung aus der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin in die DDR 1961–1989. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2011, ISBN 978-3-8300-6029-1

Hier die Buchbeschreibung des Verlages:

http://www.verlagdrkovac.de/978-3-8300-6029-1.htm

Dort heißt es:

"Dennoch waren es rund 100000, die zwischen 1961 und 1989 diesen Weg
wählten. Die Motive waren vielfältig und reichten von persönlichen
Gründen (Eheschließung, Wunsch nach verwandtschaftlichen Kontakten und Pflege im Alter) bis zu politischen Sympathien für die DDR aufgrund von
einschlägigen Prägungen bzw. einschlägigen Engagements in der
Bundesrepublik. Auch die Ent­täuschung über die realen Verhältnisse in
der Bundesrepublik bzw. die wahr­genommene Unfähigkeit, mit diesen
klarzukommen spielten eine Rolle."

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