Freier Wille vorhanden oder sind wir nur passive Bebachter?

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7 Antworten

Die Vorstellung, der Mensch habe einen freien Willen, entspringt der philosophischen Psychologie, und die schöpft ihre Weisheit aus der Selbstbeobachtung und Selbsterkenntnis. Ich halte diese Methode für durchaus legitim, es ist aber notwendig, sich der Einschränkungen bewusst zu sein, denen Selbsterkenntnis unterliegt. Die wichtigste Einschränkung ist die Existenz des Unbewussten, und zwar sowohl des individuellen wie des kollektiven Unbewussten (Vgl. C.G.Jung). Viele Entscheidungen, die wir für "freie Willensentscheidungen" halten, treffen wir tatsächlich im Unbewussten. Auch die können wir "frei" nennen, sie sind ja noch immer unsere eigenen Entscheidungen, aber sie sind doch in einem anderen Sinne "frei", als wir es prima vistu vermuten. Nach allgemeinem Verständnis kommt ihnen die Bezeichnung "frei" aber dann nicht mehr zu, wenn ihnen eine Persönlichkeitsstörung zugrunde liegt, und die sind ja leider keineswegs selten. Dazu kommt, dass auch die Freiheit von Entscheidungen, die wir bewusst und vernünftig getroffen haben, ja vielerlei Beschränkungen unterliegt. Ein alter lateinischer Spruch lautet, "wo kein Können ist, ist keine Verantwortung". Ich kann nicht fliegen wollen, weil ich eben nicht fliegen kann; und darum kann ich auch nicht nicht fliegen wollen. Der Bereich des freien Willens ist immer nur ein Teilbereich unseres Könnens. Es gibt sicher noch mehr Einschränkungen. Aber unter Berücksichtigung aller notwendigen Einschränkungen können wir zu Recht sagen, dass wir einen freien Willen haben.

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Kommentar von Ottavio
29.11.2016, 17:39

Hier ein Kommentar, mit dem ich meine Antwort auf eine andere Frage ergänzt habe, in dem es darum ging, ob es Dämonen gibt und ich vermutet habe, dass man de Vaterkomplex unabhängig vom real existierenden Vater auf einen Archtypus zurückführen kann:

Es ist ganz bestimmt ein Archetypus, der erste sogar, den Carl Gustav Jung beschrieben hat in seinem Frühwerk von 1908, Die Bedeutung des Vaters für das Schicksal des Einzelnen. Ich zitiere aus der Ausgabe von 1949 (Zürich), S.38:

"Die Möglichkeiten des Archetypus, im Guten wie im Bösen, übersteigen die menschliche Reichweite um ein Vielfaches, und ein Mensch kann solche Spannweite nur dadurch erreichen, daß er sich von diesem ergreifen läßt, wobei aber der Mensch verloren geht. Die schicksalsdeterminierende Kraft des Vaterkomplexes entstammt dem Archetypus, und dies ist der wirkliche Grund, warum der consensus gentium anstelle des Vaters eine göttliche oder dämonische Kraft setzt, denn der individuelle Vater verkörpert unvermeidlicherweise den Archetypus, der dessen Bild die faszinierende Kraft verleiht. Der Archetypus wirkt wie ein Resonator, der die vom Vater ausgehenden Wirkungen, insofern sie mit dem vererbten Typus übereinstimmen, ins Übermäßige steigert."

Ja, diesen Dämon gibt es, und Jung hat ihn trefflich beschrieben.

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Wenn die Leute darauf kommen, dass es den freien Willen nicht gibt, bekommen sie Angst, weil sie denken: "Oje, dann ist ja alles Schicksal, wenn ich nix entscheiden kann." Aber das stimmt nicht. Denn Schicksal gibt es auch nicht. Freier Wille und Schicksal sind ein Gegensatz-Konzept, das sich hauptsächlich auf die Identifikation mit einer Ich-Idee gründet. Aber ein echtes "Ich" ist eben nicht findbar. Du glaubst zwar ein Ich zu sein. Aber das ist mehr Glaube und nicht Realität.

Aber mach Dir keine Sorgen. Du kannst beruhigt so weiterleben wie bisher auch. Du kannst aber auch versuchen mehr heraus zubekommen. - Das macht kein Unterschied.

Wenn Du mehr in Erfahrung bringen möchtest, dann solltest Du dich mit dem Buddhismus beschäftigen. Es kommt aber auch (etwas versteckter) in anderen Religionen vor.

Karl Renz ist auch ein guter Tipp. Das fällt dann unter die Richtung Advaita, bzw Neo-Advaita.


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Freier Wille nach dem alltäglichen Verständnis ist wohl tatsächlich eine Illusion. Ein obskurer Versuch, einerseits zu behaupten, unser Wille sei nicht determiniert, andererseits zu behaupten, wir hätten Kontrolle über unseren Willen. Eine indeterministische Kontrolle scheint jedoch ein Widerspruch zu sein, weil das Ergebnis eines indeterminierten Prozesses nicht feststeht.

Eine philosophische Position namens Kompatibilismus umgeht das Problem, indem behauptet wird, Kontrolle und freier Wille seien kompatibel mit Determinismus. Es ist nicht so klar, wie das funktionieren soll.

Diese ganzen Vorstellungen bereiten mir ziemlich große Angst, da ich ja
denn theoretisch gar nicht existieren würde (zumindest nicht aktiv).

Fiele dir eine bessere Alternative ein?

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Der freie Wille stützt sich auf deine Entscheidungen im Leben...Bsp. du entscheidest Veganer zu werden oder die Welt zu umreisen.. bei dem einem wirst du vllt. keine Schwierigkeiten haben , bei dem anderen könnte es Probleme geben ... Die Probleme haben aber im Grunde nichts mit deiner Entscheidung des freien Willens zutun...

Unsere bewussten Gedanken, sind gewissermaßen Zeitlos,... du kannst sie in die Vergangenheit oder Zukunft schicken, doch alles existiert bereits in der Gegenwart, "dem Jetzt ", daher brauchen wir unser Bewusstsein nur bewusst zu werden , denn es war nie woanders...

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Kommentar von AlphaundOmega
22.11.2016, 17:13

Ja, lesen und verstehen sind zwei paar Schuhe , aber leider ist das auch gut so... ;)

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Hast du das jetz aus freiem willen geschrieben ? ;) Und sind deine Gedanken nich auch aus freiem willen entstanden man kann manipulieren ja aber du bist doch du die Gedanken die du hast kommen doch von der Person die du da im Spiegel siehst oder etwa nicht du kannst ja nicht in die Zukunft oder vergangenheit also musst du es wohl akzeptieren denn ändern kannst dus ja nicht wenn du das so sagts ? Und selbst wenn kannst dus ändern?

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Kommentar von tobiasderHerr
16.11.2016, 20:33

sry denn letzten Teil nach dem ? einfach nich lesen dachte das ich das noch nich geschrieben hab :P

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Kommentar von Paulschmitd
16.11.2016, 20:35

Ja, diese Frage kam vielleicht aus dem "Freien Willen", aber generelle, alltägliche Abläufe nicht

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Es kommt mir vor, als ob man nur zusehe, wie man das Leben lebt
(zumindest solmage man nicht im Monolog mit sich selber ist). Diese
ganzen Vorstellungen bereiten mir ziemlich große Angst, da ich ja denn
theoretisch gar nicht existieren würde (zumindest nicht aktiv).

Exakt so scheint es aber zu sein, ob es gefällt oder nicht.

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Kommentar von grubenhirn
16.11.2016, 20:32

Unter anderem auch deshalb denke ich, dass es nur ein universelles Ich gibt und dass man (ich) jedes Leben lebt, welches je existierte oder existieren wird.

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