Frage von kreativername7, 171

freier wille im Christentum?

Im Christentum sagt man ja, dass jeder einen freien Willen hat. Doch dann wird gleichzeitig gesagt, dass Gott einen Plan für jeden hat. Widerspricht sich das nicht?

Antwort
von RevatiKKS, 45

Das ist interessant, wir sind im täglichen Leben so vielen Zwängen unterworfen, über die sich niemand beschwert Sobald es aber um Religion geht und um die paar Regeln, die Gott uns gegeben hat, dann beschwert man sich und fühlt sich in seiner Freiheit eingeschränkt.

Tatsächlich haben wir viel weniger Freiheit, als wir uns einbilden. Wir müssen essen, trinken, schlafen und andere Dinge tun, ob wir wollen oder nicht. Um zu überleben müssen wir arbeiten, uns jemandem unterordnen (dem Chef oder falls wir selbständig sind dem Kundenwunsch). Soll eine Partnerschaft wirklich funktionieren, dann müssen wir unsere eigenen Wünsche immer wieder zurückstellen... Wir sind vom Wetter abhängig, von den Jahreszeiten, von der allgemeinen Schulpflicht und den Geschäftsbedingungen unserer Bank,  von gesellschaftlichen Normen und Regeln...

All dies können wir, ganz nach Belieben, freiwillig akzeptieren, oder auch nicht. Aber wenn wir dies nicht tun, dann werden wir mit den Folgen konfrontiert. 

Mit Gottes Regeln, mit Seinem Plan für uns ist das ganz genau so. Akzeptieren wir unsere Abhängigkeit von Ihm, dann geht es "bergauf" mit uns und andernfalls bleiben wir irgendwo in der "Warteschleife" hängen, bis wir uns eines besseren besinnen. Und wenn wir es zu sehr übertreiben, dann werden wir halt mit den Konsequenzen konfrontiert. 

Daran kann ich persönlich nichts finden, was mich irgendwie stören könnte, denn es ist absolut gerecht und jeder kann ja versuchen, auf seine eigene Art glücklich zu werden und damit Erfahrungen machen.

Schau dir unter diesem Aspekt doch einmal an, was in der Welt so los ist. Gesellschaftlich, ökologisch, kulturell - je "fortschrittlicher" die Menschheit wird, um so mehr ufert alles aus, nimmt Formen an, die man sich als halbwegs vernünftiger Mensch kaum wünschen kann. 

Homosexualität wird zum Teil unserer "Leitkultur" erhoben und allgemein akzeptiert, während Menschen, die an ihrem Glauben an Gott festhalten, immer mehr ins Abseits gedrängt werden. Unsere Umwelt wird aus Profitgier systematisch zerstört, Religionen werden benutzt um egoistische Ziele zu verfolgen.... Man lebt nach dem Motto "erlaubt ist, was Spaß macht" (oder Gewinn bringt) und kümmert sich nicht um die Folgen.

Jeder hat für sich selbst zu entscheiden, welchen Weg er einschlagen möchte, darin besteht unser freier Wille.

Kommentar von Giustolisi ,

Akzeptieren wir unsere Abhängigkeit von Ihm, dann geht es "bergauf" mit unsDas Gegenteil ist der Fall. Bergauf ging es so richtig erst ab der Aufklärung, als Gott seine Bedeutung und Rechtfertigung langsam verlor.

Kommentar von RevatiKKS ,

Erstens hat Gott Seine Bedeutung niemals verloren, die Frage ist vielmehr, ob man diese akzeptiert.

Und zweitens: Ob es mit uns bergauf oder bergab geht das ist doch wohl eine Frage des Standpunktes und die Beantwortung dieser Frage hängt davon ab, welche Werte man hat.

Kommentar von Ente222 ,

Eine ganz hervorragende Antwort, revatiKKS, die Hand und Fuß hat: DH!

Antwort
von SchlunzSchmidt, 14

nein, das widerspricht sich ganz und gar nicht Ich bin davon überzeugt, dass beides zu 100% zutrifft. Bei dieser ganzen Überlegung vergessen wir Menschen nur oftmals ein ganz wichtiges Detail. Wir Menschen denken IMMER in Zeit. Gott ist aber vollkommen unabhängig von Zeit.

Wir haben den freien Willen uns zu entscheiden in allen möglichen Lebensbereichen. Was ziehe ich an? In welchem Beruf will ich arbeiten? Welchen Partner wähle ich? Will ich mein Leben mit oder ohne Gott leben? Diese und viele andere Sachen können wir FREI entscheiden. Da Gott ja aber unabhängig von der Zeit ist, weiß er ja schon, wie wir uns in der Zukunft entscheiden werden. Deswegen kann er ganz ungestört seinen Plan mit uns machen und ihn auch umsetzen und trotzdem dürfen wir selbst entscheiden.

Antwort
von RudolfFischer, 20

Der freie Wille ist schon im Alltag zum Teil durch die Gegebenheiten sehr eingeschränkt. Außerdem wissen wir nicht, was genau (in unserem Körper) uns steuert.

Insofern ist "freier Wille" und "Gottes Plan" auch kein Widerspruch: Gottes guter Plan besteht darin, dass es mit der Schöpfung- und damit mit jedem von uns - ein gutes Ende nehmen wird, aber:

Weder ist der Weg dahin genau festgelegt noch ist damit gesagt, dass der Einzelne mit seinem bewussten Willen diesen Plan für sich nicht durchkreuzen kann.

Aus der Annahme, dass Gott alles weiß, auch die Zukunft, wird fälschlicherweise gefolgert, dass das, was wir Zukunft nennen, dadurch festgelegt ist. Für Gott gibt es aber keinen gerichteten Zeitablauf (deshalb ist er schlicht der "Seiende" und alles in ihm), sondern alles ist "gleichzeitig", kann sich jederzeit verändern, auch das, was wir als Vergangenheit empfinden! 

Vor diesem Hintergrund sind alle logischen Kniffeleien, mit Fragen und Problemen wie die hier gestellte, müßig. Wir sind mit unseren menschlichen Logik, die auf dem gerichteten Ablauf von zeitlichen Zuständen basiert, einfach nicht in der Lage, etwas Gültiges abzuleiten.

Bleibt also der Glaube, dass es für jeden von uns - DER WILL - ein gutes Ende nehmen wird. Wer mitmacht, setzt in dieser Welt alles daran, sie in die Richtung von Gottes gutem Plan weiterzuentwickeln, wobei die Liebe der übergeordnete Bewertungsmaßstab ist. Das ist unsere Aufgabe.

Unser freier Wille äußert sich zum einen in der Zustimmung (sowie der möglichen Ablehnung), zum anderen in dem konkreten Weg, den wir auswählen, um an der positiven Entwicklung mitzuwirken. Dieser Rahmen ist so weit, dass praktisch der freie Wille nicht beeinträchtigt wird.

Kommentar von RobinsonCruesoe ,

Schön, vor allem der 4. Abschnitt ...

Antwort
von Giustolisi, 33

Ja, das ist ein Widerspruch. 
man könnte auch nicht Schach spielen mit Figuren, die einen freien Willen haben. Deswegen sind Pläne die Menschen beinhalten nie hundertprozentig sicher.
Die Christen glauben trotzdem daran, dass ihr Gott den menschen den freien willen gegeben hat, aber er will nicht, dass sie von ihm Gebrauch machen, denn sobald sie etwas Anderes wollen als er, werden sie dafür bestraft.

Der freie Wille ist aber auch eine willkommene Ausrede für das Leid auf der Erde und dafür, dass Gott nicht eingreift. Die Ausrede ist aber lahm, denn zu leiden dürfte der Wille der wenigsten Menschen sein.

Kommentar von danhof ,

Wenn das eine Ausrede von Christen wäre, welche hätten denn dann die Atheisten?

Kommentar von Giustolisi ,

Atheisten brauchen keine Ausrede. ohne Gott gibt es auch keinen Gott, der Leid verhindern könnte. Die Welt ist einfach ungerecht. Rohstoffe und viele andere Dinge sind ungerecht verteilt und wenn man Glück hat, kommt man in einer Gegend und zu einer Zeit zur welt, wo man es gut aushalten kann. Da gibt es keinen Anspruch auf Glück, Gerechtigkeit oder ein Happy End. Kein Gott, der die Ungerechten strafen könnte, schlimme Naturkatastrophen verhindern könnte oder Krankheiten heilen könnte und dies nicht tut, sollte es ihn geben.

Wozu Ausreden?
Als gläubiger braucht man jedoch Ausreden warum ein gütiger, allmächtiger Gott all das zulässt.

Kommentar von Ente222 ,

Giustolisi, dein Vergleich hinkt aber sehr. Das Leben und die Welt im allgemeinen sind kein Schachspiel.

Es geht unserem liebevollen Schöpfer auch nicht darum, dominant auf Kosten seiner Geschöpfe seinen Willen durchzusetzen. Wer nach seinem Willen lebt bzw. gelebt hat, kann bestätigen, daß ihn das vor viel Frust, Kummer und Leid bewahrt hat. Beispiel: ein junges Mädchen, das ein anständiges, sittlich reines Leben führt, läuft viel weniger Gefahr von einem angeberischen Großkotz, der nur an selbstsüchtiger Triebbefriediung interessiert ist und dabei die Liebesfähigkeit und die Psyche des Mädchens achtlos zerstört, in die Hände zu fallen. 

Das Mädchen meint vielleicht in jungen Jahren, es entgehe ihm etwas, in Wirklichkeit ist es ein großer Schutz. In späteren Jahren hat es die Chance, unbeschadet eine harmonische Ehe zu führen.

Das gilt selbstverständlich auch für Jungen. Natürlich ist es dabei sehr wichtig, sorgfältig vorzugehen bei der Partnerwahl.

Kommentar von Giustolisi ,

Es geht unserem liebevollen Schöpfer auch nicht darum, dominant auf Kosten seiner Geschöpfe seinen Willen durchzusetzen.

Ich habe da einen anderen Eindruck. Lies zum Beispiel mal die heilige Schrift der Christen. Darin stehen einige Geschichten, in denen dieser Gott seine Geschöpfe quält oder tötet, weil sie nicht tun was er will.
Die ganze Enthaltsamkeitsnummer und Entsagerei, Todsünden, Höllenqualen sprechen auch eine andere Sprache. Dieses System aus Drohung und Strafe wäre nicht nötig, wenn es nicht darum ginge, seinen Willen durchzusetzen.

Beispiel: ein junges Mädchen, das ein anständiges, sittlich reines Leben führt, läuft viel weniger Gefahr von einem angeberischen Großkotz, der nur an selbstsüchtiger Triebbefriediung interessiert ist und dabei die Liebesfähigkeit und die Psyche des Mädchens achtlos zerstört, in die Hände zu fallen. 

Ein anderes Beispiel:
Ein Gläubiger, der den Freuden des Lebens wie Sex, Lust und Selbstbefriedigung entsagt und seineTriebe unterdrückt, weil er glaubt, ein Gott hätte was dagegen, hat ein deutlich höheres Risiko, eine psychische Störung zu bekommen.
Viele Gläubige leiden auch an Verfolgungswahn und glauben, ihr Gott würde alles sehen.
Was du als Schutz bezeichnest ist ein guter Weg, psychische Probleme zu bekommen.

Natürlich ist es dabei sehr wichtig, sorgfältig vorzugehen bei der Partnerwahl.

Dafür braucht man aber keinen Gott. Ich würde immer eine geistig gesunde Partnerin bevorzugen, die sich nicht von Fantasiewesen beobachtet fühlt und ständig darauf achtet den Ansprüchen dieses Fantasiewesens zu entsprechen.
Dazu brauche ich keinen Gott, der wäre dabei auch nicht hilfreich.

Kommentar von Ente222 ,

betrachte dir die Patienten einer Psychiatrie. Fast 100 % Atheisten.

Aber ich lasse dir selbstverständlich deine Meinung. Mein Gott, dessen geoffenbarter Name JHWH ("ich werde mich erweisen") ist, wird REcht sprechen unter allen Völkern, und das bald.

Kommentar von Giustolisi ,

betrachte dir die Patienten einer Psychiatrie. Da bin ich so selten. Betrachte aber mal Gefängnisinsassen. Der Anteil an religiösen menschen ist dort viel höher, fast keine Atheisten.
Nur sagt das eben nicht besonders viel aus.

Mein Gott, dessen geoffenbarter Name JHWH ("ich werde mich erweisen") ist, wird REcht sprechen unter allen Völkern, und das bald.
Das wird der Weihnachtsmann schon verhindern

Antwort
von gromio, 22

Nein, das widerspricht sich nicht.

GOTTES PLAN betrifft im Wesentlichen die Rahmenbedingungen für die Ausübung des freien Willens.
Dies sind a) ewiges Leben für Menschen, b) schadfreie Erde und Universum c) intaktes persönliches Verhältnis zu GOTT.

b) erfordert eine gewisse Orientierung des freien Willens an von GOTT gesetzten Grenzen, Beispiele:

Menschen können nicht fliegen
Menschen sollen mit der Umwelt richtig umgehen
Menschen sollen die Würde und die Rechte des einzelnen beachten

Diese Kette an "Regeln" ist noch länger.

Vor allem sieht man daran aber eines, und dies gilt auch, wenn man NICHT an GOTT glaubt:

Freiheit (im Willen) ist relativ, niemals absolut.

Zurück zu Gottes Plan: O. g. Eckpunkte des Planes Gottes zeigen, dass dadurch unser relativ freier Wille durchaus "Leitplanken" bekommt, aber letztlich nicht zu unserem Nachteil. 

Genaueres dazu findet man in der BIBEL.

Viel Freude beim Lesen und Augen auf im Willensverkehr, cheerio.

Kommentar von Mark1616 ,

Die Gehirnakrobatik, die von einigen Gläubigen betrieben wird, um sich ihre Religion schönzureden, ist unglaublich.

Du schreibst doch bereits selbst, dass Gott die Rahmenbedingungen für die Ausübung des freien Willens geschaffen hat.

Wie soll ich mich also frei entscheiden, wenn irgendein allwissendes Wesen bereits die Rahmenbedingungen für mein Leben geschaffen hat und somit bereits bei der Entstehung des Universums gewusst hat wie mich diese Rahmenbedingungen beeinflussen?

Wenn ich einen freien Willen habe, so muss ich auch dazu in der Lage sein die angeblichen Prophezeiungen der Bibel zu verhindern. Entweder stimmt also das mit dem freien Willen, oder die Prophezeiungen. Beides ist jedoch nicht möglich.

Um es einmal mit einem Beispiel zu erklären:

Wenn ich einen Kolafoten in ein Haus (unsere Erde) einsperre und dieses Haus anzünde (die Rahmenbedingungen), so kann der Kolafot doch immer noch sein Leben leben (frei entscheiden) bis er stirbt, nicht wahr?

Du begehst hier den Fehler, dass du den freien Willen von der Position eines anderen Menschen betrachtest. Dein freier Wille wird dir jedoch von keinem anderen Menschen, sondern nur von Gott gewährt. Wenn du also deinen freien Willen gegenüber einem allwissenden Gott betrachtest, so ist dieser freie Wille schlicht nicht-existent. Dieser Gott wusste wie du dich in jeder Sekunde deines Lebens verhältst als er dieses Universum vor (mind.) 14 Mrd. Jahren geschaffen hat. Er wusste von jeder Sünde, von jeder Beichte und von jeder guten Tat Milliarden Jahre bevor diese passierten.

Es steht also alles bereits fest, wie kann ich mich da selbst und frei entscheiden?

Kommentar von gromio ,

Sag mal, bist Du einfältig oder tust Du nur so?

Der freie Wille ist immer relativ, niemals absolut.

Menschen können - bisher - z.B. nicht fliegen! Klar kannst Du entscheiden, zu fliegen, aber WIR BEIDE WISSEN WIE DAS AUSGEHEN WIRD: Ohne entsprechende Hilfsmittel bist Du letztlich tot.

Aber ich bin sicher, DU glaubst, das Menschen eines Tages auch fliegen können, durch Makro-evolutionäre Entwicklung. Nun, dann sieh zu, das Du nicht so hoch fliegst, wie Du über Dich denkst. 

Wenn Du den Kolafoten einsperrst, kann er seinen freien Willen nicht ausüben, aber er hat diesen, oder nicht?

O spiritus simplicus!

cheerio

Kommentar von Mark1616 ,

Sag mal, bist Du einfältig oder tust Du nur so?

Wenn man nicht mehr weiter weis kommen die Beleidigungen? Anscheinend bist du es, der hier einfältig ist, denn du kennst noch nicht einmal dein eigenes Gottesbild und bist nicht dazu in der Lage vernünftige Beispiele zu liefern. "Fliegen zu können" ist keine Entscheidung deines freien Willens.

Makro-evolution

Nur weil du es gerne so hättest wird ein bestimmter, nur in deiner Phantasie existierender Vorgang, nicht plötzlich Realität. Makroevolution gibt es genausowenig wie den Mann hinterm Mond.

Wenn Du den Kolafoten einsperrst, kann er seinen freien Willen nicht ausüben, aber er hat diesen, oder nicht?

Wir sind doch schließlich auch in diesem Universum gefangen, das angeblich von Gott geschaffen wurde, oder nicht? Wie unterscheidet sich das?

Um es noch einmal in einfacheren Worten zu sagen, vielleicht verstehst du es ja dann: Wenn ich dein Leben plane, mit dem Wissen wie dich jede einzelne Aktion von Personen oder Dingen in deiner Umgebung beeinflussen wird, hast du dann einen freien Willen oder machst du nur das was ich will?

Der freie Wille ist immer relativ, niemals absolut.

Klar, nur verstehst du diesen Satz anscheinend genausowenig. Die einzige Person, der gegenüber der freie Wille eines Menschen wichtig wäre, ist Gott. Da wir, von der Position dieses Wesen betrachtet, aber keinen freien Willen haben, ist die Sache mit der "Prüfung Gottes" kompletter Schwachsinn.

Und abschließend: Wenn ich einen freien Willen besitze, so müsste es auch möglich sein Entscheidungen zu treffen die "göttliche" Prophezeiungen nichtig machen. 

Antwort
von Kuno33, 45

Es gibt - wie in allen Religionen - unterschiedliche Strömungen. Eher strenge Richtungen legen Wert darauf, dass Gott alles bestimmt. Andere Richtungen geben dem Menschen durachaus Verantwortung für sein Tun. Wenn beide Verstehensweisen streng betrachtet werden, ergibt sich daraus ein Widerspruch.

Antwort
von DerSchopenhauer, 41

Grundsätzlich widerspricht sich das.

Aber der Humanist Picco della Mirandola hatte Ende des 15. Jhd. die entsprechende Lösung "Rede über die Würde des Menschen"

Den Menschen hat Gott zuletzt geschaffen, nachdem er den niederen Lebewesen (Tieren und Pflanzen) und den höheren (Engeln und himmlischen Geistern) ihre jeweiligen unveränderlichen Bestimmungen und Orte zugeteilt hatte.

Dem Menschen als einzigem Wesen hat der Schöpfer die Eigenschaft verliehen, nicht festgelegt zu sein. Daher ist der Mensch „ein Werk von unbestimmter Gestalt“. Alle übrigen Geschöpfe sind von Natur aus mit Eigenschaften ausgestattet, die ihr mögliches Verhalten auf einen bestimmten Rahmen begrenzen, und demgemäß sind ihnen feste Wohnsitze zugewiesen.

Der Mensch hingegen ist frei in die Mitte der Welt gestellt, damit er sich dort umschauen, alles Vorhandene erkunden und dann seine Wahl treffen kann.

Damit wird er zu seinem eigenen Gestalter, der nach seinem freien Willen selbst entscheidet, wie und wo er sein will. Hierin liegt das Wunderbare seiner Natur und seine besondere Würde, und insofern ist er Abbild Gottes. Er ist weder himmlisch noch irdisch.

Daher kann er gemäß seiner Entscheidung zum Tier entarten oder
pflanzenartig vegetieren oder auch seine Vernunftanlage so entwickeln, dass er engelartig wird.

Schließlich kann er sich sogar, „mit keiner Rolle der Geschöpfe zufrieden, in den Mittelpunkt seiner Einheit zurückziehen“, wo er sich „in der abgeschiedenen Finsternis des Vaters“ mit der Gottheit vereinigt.

Dem "Freien Willen" muß ich aber, im Sinne Schopenhauers, widersprechen.

Kommentar von Ente222 ,

der Schopenhauer, in gewissem Sinne hast du Recht. Wir leben in einer Welt, die seit Beginn an die Handschrift Satans, des Gottes dieser Welt, trägt. (2. Kor. 4:4) Daher ist wahre Freiheit nicht möglich, für Niemanden.

Bei den meisten wirtschaftlich armen Menschen kommt zu der allgemeinen Unfreiheit, der auch wohlhabende Menschen unterworfen sind, noch dazu, daß sie sklavisch einem unvollkommenen Menschen dienen müssen, sei es Arbeitgeber, Familienangehöriger oder was weiß ich. 

Wirkliche Freiheit  gibt es in der Welt Satans nicht.

Das wird erst viel später der Fall sein. Lies nach: Römer 8:21

Das ist wahrhaftig geistige Speise vom feinsten, etwas, was der Geist dieser Welt nicht verstehen kann.

Kommentar von nowka20 ,

@Ente!

sehr schöner kommentar!

Antwort
von mittelschrauber, 13

Nö. Der Plan den Gott uns zugedacht hat, ob der erfüllt wird, das hängt von dem einzelnen Menschen ab, ob er mit macht. Die Pläne Gottes für einen Menschen erfüllen sich dann, wenn derjenige sich nach Gott richtet. Andernfalls verwirft der Mensch Gottes Pläne. Des Menschen freie Entscheidung, wobei ich keinem empfehlen würde, Gottes Plan zu verwerfen.

Antwort
von nowka20, 3

der fisch schwimmt frei im wasser. DA ist er frei, obwohl er im luftelement nicht leben kann.

Antwort
von Anthropos, 6

Nein, das kann sich nicht widersprechen, denn der Mensch soll diesen Plan, den Gott hat, selbst herausfinden. Dies kann er nur durch seinen freien Willen. Aber natürlich kann man sich auch gegen Gott wenden.

Antwort
von Raubkatze45, 18

Da musst du unterscheiden zwischen dem Wissen Gottes und dem Willen (ewigen Plan) Gottes.

Gott will natürlich seinen Willen, d.h. Seinen Plan am Menschen auch verwirklichen. Das geschieht auch mit jenen, die sich Seiner Führung täglich anvertrauen.

Aber er drängt ihn nicht derart auf, dass der Mensch nichts mehr machen könnte. Gott lässt sich aufgrund der Freiheit des Menschen sehr wohl seine Pläne durcheinander bringen. Ansonsten gäbe es keine Atheisten, keine bösen Taten von Menschen. Gott will auch sie zum Heil führen, aber nicht ohne ihren Willen.

Auch der freie Wille des Menschen ist im Plan Gottes inbegriffen - ebenso wie unsere Gebete. Sein Allwissen um alle unsere Entscheidungen hebt unsere persönliche Entscheidung nicht auf.

Antwort
von joergbauer, 5

Das ist ein schwierig zu verstehendes Thema. Das liegt einfach daran, daß wir Gottes ewige Gedanken nicht nachvollziehen und ergründen können (Jesaja 55, 8-9: "Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken"). Das zum einen.

Was nun, zum anderen, unseren Willen betrifft, so hängt das damit zusammen. Der Mensch ist wegen der Sünde nicht frei, sondern das Gegenteil. Dies schließt auch seinen Willen ein. Wir können sicherlich einen eigenen Willen unser Eigen nennen, aber frei ist der eben nicht. Überlege nur einmal was du wirklich entschieden hast bisher? Von daher müssen wir unterscheiden zwischen einem freien Willen und einem eigenen Willen.

Gott ist größer als alles uns sprengt in jeder Weise unsere Vorstellungen. Für IHN gibt es keine Zeit, keine Beschränkungen und keine Geheimnisse. ER kann gleichzeitig in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schauen - bei jedem Menschen. Das bedeutet sicherlich daß Gott weiß, wer an ihn glauben wird und wer nicht. Die Bibel spricht auch von Erwählungen. Das können wir nicht verstehen. Aber grundsätzlich sollten wir akzeptieren, daß Gott uns gegenüber zu nichts verpflichtet ist.

Wenn ER etwas bewirkt, schenkt, offenbart und vorgibt, dann ist absoluter Souveränität und Freiheit und seiner Gerechtigkeit. Frei sind wir (um auf das Thema zurück zu kommen) solange nicht, wie wir unsere Sünde noch mit uns herumschleppen und darin leben. Darum steht folgerichtig in Johannes 8, 31-32: "Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen". Und mit "Bleiben" ist einfach gemeint, daß man an das Evangelium von Jesus Christus glaubt und es annimmt und bekennt - zur Vergebung der Sünden.

Johannes 3, 16-18: "Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes". Alles Gute!

Antwort
von hummel3, 3

Nein, das widerspricht sich nicht. Schließlich hat jeder Mensch auch die Entscheidungsfreiheit, sich dem Plan Gottes zu widersetzen.

Laut Bibel zwingt der Gott der Christenheit niemanden ihm zu folgen. Er lädt nur dazu ein. Ob du die Einladung annimmst, ist deine ganz alleinige Entscheidung.  

Antwort
von Tilgung, 41

Du musst zwischen dem unterscheiden was manche Gläubige sagen und dem was in den heiligen Schriften niedergeschrieben ist.

Allerdings sehe ich keinen Widerspruch. Wenn Gott einen Plan für dich hat und der freie Willen existent ist, dann kannst du entscheiden ob du den Plan befolgst oder nicht.

Kommentar von Giustolisi ,

Dazu müsste er einem seinen Plan mitteilen, aber von diesem Gott hört man nichts.

Kommentar von Tilgung ,

Tut mir leid für dich :(

Kommentar von Ente222 ,

oh doch Giostoisi, du könntest davon hören, wenn du wolltest. 

Jesja 30:21

Und deine Ohren, sie werden hinter dir her ein Wort sagen hören: "Dies ist der Weg, den gehet, sonst weder zur Rechten oder zur Linken"-

Heute führt das wahre Volk JHWHs ein öffentliches, weltweites Predigtwerk durch, um allen Menschen die Worte ihres Schöpfers nahe zu bringen. Du mußt nur wollen....

Es kostet noch nicht einmal etwas. Idealisten wenden ihre Freizeit auf, um ihren Mitmenschen geistig zu helfen.

google: JW.org

Antwort
von Ente222, 5

Was verstehst du  unter der Aussage "Gott hat einen Plan für jeden?" JHWH, der Schöpfer des Menschen, hat uns unverdient großzügig mit einem freien Willen ausgestattet, obwohl die Mehrheit diesen selbstsüchtig zum Schaden der Mitmenschen und der Umwelt einsetzt und daher eigentlich gar nicht verdient. JHWH (Jehova)  zwingt niemanden, ihm zu folgen. Er möchte, daß wir freiwillig und aus dankbarer LIebe zu ihm gemäß seinen gerechten Grundsätzen agieren.

Hätte er einen "Plan" wären wir fremdgesteuerte Roboter. Das kann niemand wollen. 

Allerdings hat er insofern einen "Plan", indem er einen Tag gesetzt hat, an dem er die bewohnte Erde richten wird. (Apostelgeschichte 17:31) Der vor Jahrtausenden durch ein rebellisches Geistwesen und seine Anhänger, Adam und Eva, angerichtete Schaden wird wieder gut gemacht und die Harmonie zwischen dem Schöpfer JHWH und seiner genialen Schöpfung wieder hergestellt werden.

Gemäß Offenbarung 11:18 wird der auferstandene Jesus Christus im Auftrag JHWHs die verderben, die die Erde verderben.

Das Ergebnis wird eine friedliche Neue Welt, eine Neue Erde, ein neues System sein, in dem ausschließlich die wahre Anbetung gemäß dem Willen unseres Schöpfers, des einzigen und allein wahren Gottes, praktiziert wird.

JHWH hat nicht im Einzelnen vorherbestimmt, wer in den Genuß dieser Segnungen kommen wird. 

Jeder Einzelne hat das Recht, gemäß seinem freien Willen sich für oder gegen JHWH - oder eben auch für den Gott dieser Welt, Satan den Teufel (2. Kor. 4:4) zu entscheiden und mit diesem aus dem Dasein ausgelöscht zu werden. Oder eben auch unter der Führung des Königs der Ewigkeit, Jesus Christus, auf einer gereinigten,, paradiesischen Erde ewig zu leben. Dort wird es endlich keine Ungerechtigkeiten und keine Kriege, keine Hungersnöte, keine Naturkatastrophen und keine Krankheiten mehr geben.





r

Antwort
von fricktorel, 10

In Gottes Kirche ist "jeder" frei, der Jesu glaubt (Joh.8,36), aber gleichsam sind auch "tot", die "Ihn" in sich wirken lassen wollen  (Röm.7,4-6).

So können wir uns von Gottes Geist  "führen" lassen, jeder, wie es für "ihn" richtig" ist (Röm.8,14; 2.Tim.2,21).

Antwort
von DerBuddha, 5

fast alles widerspricht sich in den märchenreligionen........... schon alleine die behauptung eines allwissenden und allmächtigen gottes widerspricht sich mit den darstellungen und beschreibungen der märchenschriften..........

die gebote und gesetze, die anwendung und die ganzen drohungen und bestrafungen sind der beweis dafür, dass es NIE einen echten freien wille gibt............. schon die bestrafung und vertreibung aus dem paradies beweist, was für ein gott dieses wesen wäre, denn er bestraft die menschen dafür, dass sie nun erkennen konnten und ERST mit dem essen des apfels kam die erkenntnis, denn VORHER warne sie einfach nur dumme wesen die nichts wussten...........:)

es gibt in allen bereichen keinen freien wille, weil man sich immer den gegebenheiten anpassen muss, was übrigens der mensch am besten kann.......... zudem zeigen ALLE opfer dieser welt, egal in welchem bereich sie opfer wurden, ob durch krankheiten, unfälle, naturgewalten, straftaten usw. dass der freie wille nicht existiert, denn niemand will opfer sein/werden, wird es aber trotzdem...............:)

Kommentar von Tilgung ,

Einiges an deinem Beitrag ist so nicht in sich konsistent.

Die Bedeutung des freien Willens impliziert nicht die Fähigkeit alles zu tun, was man möchte, sondern innerhalb einer gegebenen Umwelt frei Entscheidungen treffen zu können.

Freier Wille bedeutet nicht Macht über die Natur zu erhalten. Ich möchte leben, also Sturm verschwinde.

Das Konzept des freien Willens würde auch nicht funktionieren, wenn ein Mensch unter jedem Umstand jedes Bedürfnis erfüllt zu bekommen. Ein Beispiel hierfür:

Der Täter hat einen freien Willen und kann sich dafür entscheiden - zu versuchen - ein Verbrechen zu verüben oder nicht. Das Opfer hat einen freien Willen und kann sich entscheiden wie es reagieren möchte, z.B. Verteidigung oder Flucht.

Mag sein, dass du deine Probleme mit dem Glauben und der Religion hast, aber die Frage nach einem freien Willen ist unabhängig dessen zu beantworten. Es gibt ihn nun einmal.

Das Problem was hier gerade entsteht ist genau der selbe logische Denkfehler wie derjenigen, die Glauben die Meinungsfreiheit würde sie davor schützen auf Grund ihrer Meinung kritisiert zu werden. Nein, nein, nein, dass ist ganz falsch, denn sonst gäbe es ja keine Meinungsfreiheit, wenn jemand seine Meinung äußern dürfte, aber ein anderer nicht seine Meinung zu der Meinung des einen.

Kommentar von DerBuddha ,

Der Täter hat einen freien Willen und kann sich dafür entscheiden - zu versuchen - ein Verbrechen zu verüben oder nicht. Das Opfer hat einen freien Willen und kann sich entscheiden wie es reagieren möchte, z.B. Verteidigung oder Flucht.

du denkst selbst falsch.............. wenn ein autofahrer mit seinem auto einen unfall verursacht, er nicht mal schuld hat, weil es vielleicht ein technischer defekt war, viele mesnchen dann für immer behindert sind oder es sogar tote gibt, dann hat NIEMAND von den opfern und den angehörigen wirklich einen freien wille, weder für diesen moment, noch für die zukunft........... die angehörigen müssen ihr leben komplett umstellen, um die betroffenen dann zu pflegen..........im todesfall gehen ganze familien kaputt, kinder verhauen ihr leben usw....... und ALLES nur, weil dann der autofahrer keinen einfluss auf den unfall hatte und die betroffenen mit angehörigen auch keinen einfluss auf die daraus resultierenden ergebnisse haben..........

und zur antwort:

"Das Opfer hat einen freien Willen und kann sich entscheiden wie es reagieren möchte, z.B. Verteidigung oder Flucht."

das ist ja wohl echt frech und völlig inakzeptabel..........glaubst du wirklich diesen mist?.......... WAS ist mit kleinkindern, die nie eine chance haben sich zu wehren, z.b. wenn sie missbraucht werden......... WAS ist mit opfern, die mit vorgehaltener waffe oder völlig unbeweglich opfer werden?............oder WAs ist mit denen, wie oben beschrieben bei unfällen?

NICHT jeder täter ist wirklich ein täter und kann somit auch nicht über seine tat entscheiden............ zudem, selbst täter sind oft opfer und werden zu bestimmten taten selbst gezwungen...........gerade im bereich der kinderkriminalität gibt es unzählige beweise und fakten dafür.............

DU solltest mal deine eigene denkweise überarbeiten.................*g*

es gibt KEINEN freien wille, das ist ein mythus, genauso wie die religionen mit allen märchenfiguren darin......und JA, ich habe ein problem mit religionen, denn sie sind nur dazu da, um macht auszuüben, menschen zu beeinflussen und zu kontrollieren........

die geschichte der religionen beweist knallhart, dass der mensch sich seine götter selbst erschaffen hat..........

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