Frage von Lara36, 205

Frauenquote = Gleichberechtigung?

Ist eurer Meinung nach die Frauenquote sinnvoll um die Gleichberechtigung zu fördern? Wenn Ja, warum? Wenn Nein, warum nicht? Ich bin etwas hin- und hergerissen, weil die Quote zwar die Chancen für Frauen fördert in Führungspositionen zu kommen aber Gleichberechtigung ist ja viel mehr als eine berufliche Chancengleichheit. Und im Gesetz steht zwar in Art. 3 Absatz 2, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau gefördert werden muss, aber in in Absatz 3 steht, dass keiner wegen seines Geschlechtes benachteiligt werden darf. Heißt das, die Frauenquote benachteiligt die Männer?

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 10

Ist eurer Meinung nach die Frauenquote sinnvoll um die Gleichberechtigung zu fördern?

"Bei gleicher Eignung werden Behinderte und Frauen bevorzugt eingestellt."

Dieser Satz stand einige Jahre unter zahlreichen Stellenausschreibungen im Öffentlichen Dienst. Und wäre ich eine Frau: Ich hätte gegen diese Form der Diskriminierung geklagt...

Ich bin etwas hin- und hergerissen, weil die Quote zwar die Chancen für Frauen fördert in Führungspositionen zu kommen

Nein, das tut es nicht. Auf diese Weise "zwangsgeförderte Frauen" sind Hasssubjekte und werden bei erstbester Gelegenheit fallengelassen. Es wird ihnen also doppelt schwer gemacht, Fuß fassen zu können.

aber Gleichberechtigung ist ja viel mehr als eine berufliche Chancengleichheit. 

Das ist einer der Pseudo-Spagate, die man mit dem Kapitalismus hinlegen will. Einerseits das "Besten-Prinzip", andererseits "Ausgleichs-Quote".

Die "berufliche Chancengleichheit" existiert bereits. Und wenn ein Unternehmen lieber einen Mann an der Stelle sieht, dann, weil dieser seiner Ansicht nach für den Job besser geeignet ist. Der Unternehmer wäre ja dumm, würde er nicht von den Vorteilen profitieren wollen...

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Wenn frau WIRKLICH Gleichberechtigung wollte, gäbe es einen ganzen Maßnahmen-Katalog, den man als Frau realisieren könnte. Nichts davon würde unmittelbar wirken, doch das ist ein Generalproblem von Gesellschaften: Tragfähige Dinge müssen sich immer "einschleichen".

  1. Gesellschaftliche Gleichstellung sozialer Berufe (die traditionell von Frauen bevorzugt werden). Warum soll die Arbeit einer Kindergärtnerin weniger wert sein, als die eines Fließband-Arbeiters?
  2. Gleiches Geld für gleiche Arbeit. Warum soll eine Frau, die in der gleichen Firma den gleichen Job macht, weniger Geld bekommen, als ein Mann?
  3. Gezielt nur Parteien wählen, die kein "klassisches Frauenbild" vertreten; und das auch aktiv nach außen kommunizieren. Warum sollte eine Frau die CDU oder die CSU wählen, wenn diese "Herdprämien" und andere summa summarum frauen- und vor allem gleichberechtigungsfeindliche Wertebilder vertreten? 
  4. Verabschiedung von Wertebildern, wie "Rabenmütter". Kinder brauchen keine "Elternzeit". Eltern, und vor allem Mütter, brauchen sie für ihren eigenen, egoistischen Seelenfrieden. Doch Kinder sind auf die Gesellschaft Gleichaltriger angewiesen. Frauen, die diesen Egoismus überwunden haben, damit zu bestrafen, wirkt regressiv auf die Gleichberechtigung.
  5. Verabschiedung von Egozentralismen & "Emanzentum". Viele Hindernisse für Frauen sind durch Frauen selbstgeschaffene Leiden. Ich denke dabei insbesondere an die Pseudo-Emanzen, wie Alice Schwarzer, die es regelmäßig schaffen, gewaltige Flurschäden anzurichten, indem sie sich an billigsten Nebensächlichkeiten, wie etwa der "Gender-Sprache", aufhalten. Das führt immer wieder in Absurditäten, die nur noch lächerlich wirken und damit den gesamten "Gleichberechtigungs-Kampf" der Frauen ins Absurde und Lächerliche ziehen...
  6. Strikte Ablehnung von "Quoten". Quotierungen erzeugen immer Unmut und Abwehr. Sie erschweren also mehr, als sie nutzen. Das gilt insbesondere für das Quoten-Gesetz "Frauen in Vorstands-Positionen von DAX-Unternehmen", das letztlich gerade einmal 8 - in Worten: A-C-H-T - Frauen nutzt.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Maßnahmen, doch die genannten zeigen schon einen wichtigen Punkt: Wirkliche Gleichberechtigung ist in diesem Werte-, Gesellschafts- und Wirtschaftssystem nicht durchsetzbar. 

Denn, und hier schließt sich der Kreis, entweder will man "funktionierenden Kapitalismus"; und dann muss man sich mit der Bewertung von Vor- und Nachteilen und der Abwertung gesellschaftlich gering geachteter Jobs oder eben der Bewertung des Ausfallrisikos von Frauen, um nur ein Beispiel zu nennen, abfinden. Oder man will ein Gesellschaftssystem, das die Gleichberechtigung möglich macht, weil es die vorgenannten Bewertungen (beispielsweise durch Generalverbote oder Nivellierungen, etwa durch Subventionierungen) ausschließt.

Und im Gesetz steht zwar in Art. 3 Absatz 2, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau gefördert werden muss, aber in in Absatz 3 steht, dass keiner wegen seines Geschlechtes benachteiligt werden darf. Heißt das, die Frauenquote benachteiligt die Männer?

Technisch gesehen: Ja. Überall dort, wo "Zwangs-Quoten" gelten, entsteht Benachteiligung, weil innerhalb der Quotenregelung nicht mehr Qualifikation oder Tauglichkeit als Bewertungsmaßstab gelten, sondern nur noch Quote zählt; ganz egal, wie gering oder falsch qualifiziert diese Quoten-Menschen sind.

Im krassen Fall kann das also bedeuten, dass ein Unternehmen auf einen hochqualifizierten Ingenieur verzichten muss, weil es wegen der Quote eine geringer qualifizierte Frau einstellen muss.

Nicht zuletzt deshalb hält man die Strafen für die Verletzung solcher Quotenregeln ja auch bewusst sehr niedrig: Diese Quoten dienen als Schlaftablette für die Frauen. Sie sollen sich mit Glasperlen abfinden und noch ein paar weitere Jahre von der "ganz sicher bald kommenden Gleichberechtigung" träumen. Und in der Zwischenzeit können sie sich schon mal ihren Mann nach dem passenden Doppel-Namen aussuchen, um so ihre "Gleichberechtigung" wenigstens im Namen zur Schau zu tragen...

Antwort
von Exisaur, 9

Puh, haarsträubende Antworten, die man hier zu lesen bekommt...

Wie so oft liegt das Problem meiner Meinung nach auf mehreren Ebenen.

Auf der ganz allgemeinen, abstrakten Ebene wäre Gleichberechtigung natürlich ein Zustand, indem Menschen bei einer Einstellung nur nach ihren beruflichen Qualifikationen beurteilt werden, wie hier x-mal zu lesen war. In einer solchen Welt leben wir aber leider nicht - das kann jede anständige Studie, die sich mit dem Thema beschäftigt hat, bestätigen.

Ein großes Problem, das die Einstellung von Frauen verhindert, ist die Tatsache, dass die Vorstellung, Frauen wären zu Führungspositionen weniger in der Lage (weil sie z.B. mehr emotional statt rational, fürsorglicher statt durchsetzungfähig oder eine Reihe anderer Klischees, seien) - und bei allen, die glauben, Menschen würden wirklich nur nach objektiven - also berufsbezogenen - Kriterien eingestellt, scheint die Wirklichkeit einem solchen Argument ja Recht zu geben: denn es gibt ja deutlich weniger Frauen in Führungspositionen als Männer - ergo scheinen sie dafür weniger qualifiziert zu sein. Ein Quote hätte die Chance, Frauen in Führungspositionen auf lange Perspektive zu einer Selbstverständlichkeit zu machen; und damit dem Argument, sie seien dazu nicht in der Lage, den Boden entziehen.

Allerdings stimmt es auch, dass eine Quote nur ein kleiner Teil ist, wenn man wirklich eine Gleichberechtigung der Geschlechter erreichen will. Denn die Vorurteile, die sexistischen Auswahlverfahren zu Grunde liegen, sind gesellschaftlich weit verbreitet (übrigens auch bei Frauen) - und die zu beseitigen, dazu reicht ein relativ einfaches Instument wie die Quote nicht aus.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Ein Quote hätte die Chance, Frauen in Führungspositionen auf lange Perspektive zu einer Selbstverständlichkeit zu machen; und damit dem Argument, sie seien dazu nicht in der Lage, den Boden entziehen.

Es ist nicht so, dass man es nicht immer wieder versuchen würde, Exisaur.

Doch - du kannst auch das "Klischee" nennen - Frauen liegt im Allgemeinen die laute, rülpsende und furzende Art, mit der Männer ihr Revier markieren, nicht. Sie bevorzugen die stillere, die subtilere Art. Und sie neigen auch - zumindest jenseits des Sommerschlussverkaufs ;) - nicht dazu, ihre Ellenbogen auszufahren und gewaltsam Erfolg haben zu wollen. Stattdessen ist ihre ganze Biologie darauf ausgerichtet, 1.001 Gedanken - oft gleichzeitig - im Kopf zu haben und meist mehrere Probleme gleichzeitig vor- und zurückzuwälzen.

Dummerweise wird aber in dieser Gesellschaft nicht nach "Leistung" bewertet, denn in diesem Fall hätten zahllose männliche "Leistungsträger" unseres Landes einen sicheren Platz im Knast oder zumindest im Schuldturm.  

Es wird in dieser "individuellen" Gesellschaft vielmehr nach Lautstärke der Selbstdarstellung und Kraft der Ellenbogen bewertet: Wer sich am lautesten und weitschweifigsten selbst loben, fremde Leistungen am glaubhaftesten als eigene verkaufen und dabei möglichst lange andere vom Rednerpult fernhalten kann, der wird "Spitzen-Mann" genannt. ... Und da sind wir wieder bei "Defiziten" der Frau: Ihr liegt es einfach nicht, sich rülpsend und furzend ans Rednerpult zu stellen und laut über ihre Scheinerfolge zu schwadronieren, während der Kopf völlig leer ist...

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Und deshalb werden Frauen auf diesem Weg auch weiterhin brachial scheitern. Nicht alle. Denn es gibt auch Frauen, die sich "integrieren" können, und die so ihren Weg gehen.

Doch das sind Ausnahmen; und nicht die Regel. Denn die Schwelle ist verdammt hoch. Und die gesamte Biologie stemmt sich dagegen.

Um nur ein einziges Beispiel zu nennen, an dem du selbst (falls du eine Frau bist, was ich vermute ;)) testen kannst: Wie schnell bist du auf "180", wenn du mit deinem Mann/Freund oder deiner Frau/Freundin bei "Wir müssen mal reden" bist? Bleibst du cool? Kannst du dich distanzieren? Bleibst du bei der Sache? Fokussierst du deine Ziele, die du dir vorgenommen hast; oder lässt du dich von der Situation tragen und kommst vom Hundertsten ins Tausendste; lässt dich ablenken und irritieren? 

... Und, mindestens genauso wichtig: Kannst du nach einer solchen Auseinandersetzung innerhalb von wenigen Minuten aufs nächste Thema umschwenken und dich nur noch darauf konzentrieren? Oder sagt dir dein ganzer Körper und allen voran der Kopf, dass du jetzt noch stundenlang schmollen und "darüber nachdenken" musst und gar nicht aufnahmefähig bist?

In der "höheren Geschäftswelt" musst du das können, denn anderenfalls wirst du von "cooleren Typen" nach Strich und Faden über den Tisch gezogen, weil eben auch immer die kleinen, subtilen emotionalen Elemente in Verhandlungen genutzt werden, um in eine vorteilhaftere Position zu kommen.

All das ist nicht "böse" gemeint, sondern soll dir einen Denkanstoß geben. Denn der erste Schritt in die richtige Richtung ist eine Analyse der tatsächlichen Stärken und Schwächen, und nicht etwa die - immer wieder versuchte - absolute Gleichmacherei auf Teufel komm raus.

Denn diese Welt wurde über Jahrtausende auf Männer ausgerichtet. Und es ist ein höchst fragwürdiges Zeichen, mit einem über Jahrtausende trainierten Gegner zu seinen Bedingungen kämpfen zu wollen; ... und dann auch noch zu glauben, dass das "clever" sei...

Kommentar von Exisaur ,

du kannst auch das "Klischee" nennen

Und das werde ich auch. Alles was dahinter kommt, ist eine Anhäufung widerlicher sexistischer Klischees und biologistischer Kurzschlüsse, mit denen du dich eigentlich schon disqualifiziert hast, zu dieser Diskussion etwas sachliches beizutragen.

Ich bin auch tatsächlich keine Frau, weswegen in deinem Mikrokosmos wahrscheinlich die Beantwortung deiner Fragen keinen Sinn hätte, ganz abgesehen davon, dass sie meiner Meinung nach - ganz unabhängig von meinem Geschlecht - keinen Sinn machen.

Antwort
von atzef, 27

Welche "Frauenquote" meinst du überhaupt?

Ansosnte sind Frauen seit jahrtausenden systematisch unterdrückte zweitklassige Menschen gewesen.

I Deutschlad sind sie gerade eimal knapp hundert Jahre den Männern formal gleichgestellt - und erst seit den sSiebziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden systematische gesetzliche Benachteiligugen beseitigt.

Da braucht es gelegentlich hier und da mal einer kleinen Starthilfe...

Antwort
von voayager, 54

Die Frauenquote hat rein garnichts mit Demokratie zu tun, entspricht haargenau dem was unter Stalin und dann später in den sozialistischen Ländern praktiziert wurde, nämlich eine vorgetäuschte Theaterposse, die demokratisch wirken sollte. wie kann es sein, dass in Parteiversammlungen sagen wir mal 80% Männer und nur 20% Frauen sind, - so was kommt recht oft vor - dann aber im Vorstand eine Parität vorherrscht. Es kommt so gar noch gespenstischer, 2 Frauen im Vorstand ja bitte, 2 Männer im Vorstand - nein Danke. Wo geschieht`s? Nun bei den Grünen. Diese Männer dort müssen wohl wahre Fiffis sein, sich so was bieten zu lassen, schlimmer noch diese Wasser,- als auch Schleppenträger der dortigen Radikalfeministinnen haben für all das auch noch die Bahn frei gemacht.

Da kann man mal sehen, dass zahlreiche Vertreter meines Geschlechts offensichtlich der Esel im Galopp verloren hat, diese nicht alle am Christbaum haben. Woran liegt`s, der Mann als Ritter und Frauenromantiker in einem. tz-tz-tz ("je cherche la femme", "ich brauch unbedingt ne Frau" ja warum eigentlich unverbesserlicher Knallkopp?) 

Kommentar von DreiGegengifts ,

Ich hätte gerne Argumente widerlegt. Aber ich konnte im Text keines finden. Bei den anderen wurde ich überall fündig. Oder hab ich was übersehen?


Kommentar von voayager ,

wer sie nicht finden will, der findet sie dann auch nicht, so einfach iss das, gell!

Kommentar von DreiGegengifts ,

Vielleicht sind sie auch einfach nur so gut hinter der Polemik versteckt. Tja wer weiß.

Antwort
von ThomasNiemt, 15

Wenn Gleichberechtigung darin bestehen soll, dass z.B. zwei Geschlechter dieselben Chancen haben, eine Position, sagen wir in einem Vorstand, zu erreichen, dann besteht Gleichberechtigung darin, dass beide Geschlechter die gleichen Zugangschancen haben. 

Eine Quote richtet sich auf eine Verteilung, meint also gerade nicht den Zugang zu einer Positionsverteilung, sondern die Besetzung der Position (also den Vorstandsposten). Entsprechend steht eine Quote nicht nur im Gegensatz zu Verteilungskriterien, die die Vergabe des Vorstandspostens an  z.B. Leistung, Qualifikation oder Motivation knüpfen, sie ist auch das Gegenteil von Gleichberechtigung, denn die Gleichberechtigung in der Chance, eine Position zu erreichen, wird durch eine Quote gerade beseitigt.

Antwort
von unddannkamessah, 85

"Heißt das, die Frauenquote benachteiligt die Männer?"
Nein tut sie nicht. Nicht im großen und ganzen.
Aber die Frauenquote löst trotzdem nicht das Problem in unserer Gesellschaft.
Frauen werden auf der Karriereleiter eben oft von Männern nicht so ernst genommen, eine Frauenquote ändert daran nichts.
Positionen sollten nach Leistung vergeben werden, nicht nach Geschlecht. Wenn es eine Frau besser macht dann sollte sie nicht benachteiligt werden, aber wenn es in einem Umfeld eben einen qulifizierteren Mann gibt sollte er aufgrund der Frauenquote nicht abgewiesen werden.
Das Problem lässt sich durch eine pauschale Regelung einfach nicht lösen.

Kommentar von Martinantwortet ,

Wahre Worte. Gesellschaftliche Veränderungen sind noch nie mit der Brechstange realisiert worden.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Gesellschaftliche Veränderungen sind noch nie mit der Brechstange realisiert worden.

Das ist keine Brechstange. Und gesellschaftliche Veränderungen wurden schon oft durch gesetzliche Bestimmungen forciert.

Kommentar von TaErAlSahfer ,

Gibt ja auch eine ganze Menge Frauen, welche diese Quote nicht gut finden, weil sie einfach keine Quotenfrau sein wollen, sondern es aufgrund ihrer Leistung schaffen wollen.

Kommentar von unddannkamessah ,

Inwiefern ist das keine Brechstange? Im übertragenen Sinne.
Eine Gesetzgebung die Leuten ein faires Denken und Handeln lehren soll, aber stattdessen lediglich Leuten durch die Kraft des Gestetzes die Machtverhältnisse aufzwingt.

"Und gesellschaftliche Veränderungen wurden schon oft durch gesetzliche Bestimmungen forciert."

Aber dieses Gesetz ändert doch nichts am Denken über Frauen als qualifizierte Führungskräfte? Klar gab es schon viele Veränderungen deswegen, keine Frage.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Guckst du meine Kommis unter S7donie Antwort.

Kommentar von unddannkamessah ,

Das ändert trotzdem nichts an der Einstellung Frauen gegenüber, nur weil Frauen im Aufsichtsrat sitzen schützt sie das doch nicht vor Verachtung und Diskriminierung?
Egal wie viel Mitbestimmungsrecht, kein Chef, egal welche Position in der Hierarchie hat Einfluss auf das Denken der Menschen.
Die Hoffnung besteht darin dass sich Frauen in Zukunft durch die geänderten Strukturen besser etablieren können, ja.

Das lässt sich allerdings nicht anhand einer Abstimmung bestätigen wie bei einem Wahlrecht, das durch eine Wahl beschlossen wird, sondern eben ob es sich im Denken der Männer durchsetzten kann. Das ist nicht zu vergleichen.

Und wie du selbst mehr oder weniger in den Kommentaren beschrieben hast, ist eine brachiale Gesetzesänderung zur Lösung eines Problems sehrwohl eine metaphorische Brechstange, was hast du daran auszusetzen? Das ist einfach ein Fakt.
Ohne einen radikalen Schritt wäre so etwas doch unmöglich.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Das ändert trotzdem nichts an der Einstellung Frauen gegenüber,

Doch natürlich.

Erst dürfen die Frauen wählen, dann werden keine frauenfeindliche Gesetze mehr verabschiedet, weil Frauen es blockieren und irgendwann ist die Frau in der Politik Teil der Kultur geworden und man fragt sich als Mann entgeistert, warum vor gerade mal 25 Jahren es Männer gab, die das Frauenwahlrecht blockierten.

Dasselbe in Unternehmen: Erst kommt die Frauenquote, dann verändert sich unter den vermehrt weiblichen Aufsichtsräten die Personalpolitik und in 25 Jahren werden Unternehmen verwundert fragen, warum um Himmels Willen man damals so viel Schiss hatte mit der Unternehmenskultur zu brechen und eine Frauen einzustellen.

Kommentar von unddannkamessah ,

Ich verstehe deinen Gedanken, ich glaube nur erstens nicht dass das unbedingt bei diesem Beispiel ebenso funktioniert und zweitens dass man das einfach pauschalisieren kann.
Das würde quasi aussagen:
Was im Gesetz steht wird früher oder später akzeptiert und als selbstverständlich angesehen, das trifft einfach nicht auf alles zu, nicht so allgemein.

Kommentar von atzef ,

Angesichts des immensen Ausmaßes der Frauenunterdrückung bis in die jüngste Vergangenheit, muss man schon sehr scheuklappig drauf sein, um die riesigen Fortschritte in der Gleichberechtigung der Frauen zu ignorieren, die entsprechend ausgerichtete Gesetze aber auch Quotierungen bewirkt haben. :-)

Antwort
von laralee01, 75

Frauenquote hängt kaum mit der Gleichberechtigung zusammen. Frauenquote erzwingt zu etwas, was gar keinen Sinn macht. Stattdessen müsste man die Gesetze nach dem Ansatz gestaltet werden, dass es gar nicht nach Frauen oder Männer unterschieden wird. Diese Frauenquote ist das genaue Gegenteil, denn es wird nach Geschlecht gerichtet und das fördert nicht im Geringsten die Gleichberechtigung.

Vielmehr sollte man es verbieten, dass irgendetwas überhaupt nach Geschlecht gerichtet wird. Es sollte nach Leistung und Qualität gerichtet werden.

Ein Gesetz, der eine offensichtliche Benachteiligung der Frauen - weil sie Frauen sind - verbietet, ist sinnvoller.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Vielmehr sollte man es verbieten, dass irgendetwas überhaupt nach Geschlecht gerichtet wird.

Genau das forciert man ja mit einer Quote. Da sich die Arbeitgeber nach Geschlecht richten, schreibt man ihnen vor, dass bei x% nicht das üblicherweise favorisierte Geschlecht genommen werden darf.

Kommentar von atzef ,

Sinnvoll ist, was die faktische Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen gegen letzte strukturelle Bastionen des patriarchats fördert.

Und da sind Frauenquoten ein absolutes Erfolgsmodell!

Kommentar von voayager ,

als Mann wirste davon natüüüürlich unerhört profitieren, du gute Mensch!

Kommentar von laralee01 ,

Wobei die Gefahr besteht, dass die Frauen sich hineinsteigern und anschließend gesetzliche Vorteile gegenüber Männer durchsetzen wollen. Frauenquote ist ein Ansatz zu diesem Gefahr, da Frauenquote per se auch unfähige Frauen (wie es bei Männer gibt) eingestellt werden MÜSSEN. Lieber mehr fähige Männer als unfähige Frauen. Dasselbe gilt es auch in typisch weibliche Berufe. Da will ich dort lieber mehr fähige Frauen als unfähige Männer. 

Im Endeffekt soll es aber keine Rolle spielen: Die Stellen sollen mit der fähigste Person besetzt werden - unabhängig davon ob weiblich oder männlich.

Und das muss erst die Gesellschaft beigebracht werden. Frauenquoten provoziert nur sinnlos und macht alles schwerer.

Antwort
von 1988Ritter, 38

Die Frauenquote benachteiligt nach meiner Ansicht in erster Linie die Intelligenz.

Eine Unternehmung gleich welcher Art sucht die Arbeitskräfte grundlegend nach Qualifikationen aus.

Wenn nun eine Frau bessere Qualifikationen als ein Mann hat, dann wird sie auch eingestellt.

Wenn aber jetzt die männlichen Bewerber bessere Qualifikationen haben, warum soll ich die jetzt wegen einer Quote benachteiligen ?

Kommentar von DreiGegengifts ,

Eine Unternehmung gleich welcher Art sucht die Arbeitskräfte grundlegend nach Qualifikationen aus.

Nein. Darauf basieren ja alle Überlegungen zur Frauenquoten. Eben weil sie das nicht tun. Einfach mal die Studien zur Debatte und der politischen Umsetzung lesen. Z.B. http://www.boardimpact.com/PDF/MariTeigenogVibekeHeidenreich.pdf

Kommentar von atzef ,

Keine Frauenquote fordert eine Benachteiligung besser qualifizierter Männer gegenüber Frauen, sondern die bevorzugung gleichqualifizierter Frauen gegenüber Männern, weil ansonsten die Frauen aufgrund ihres Geschlechts aussortiert werden würden.

Antwort
von Philippus1990, 58

Eine Frauenquote, die nicht auf Leistung sondern dem Geschlecht beruht, ist nichts anderes als eine Diskriminierung von Männern. Gleichberechtigung bedeutet nicht Gleichheit im Ergebnis, sondern Gleichheit in den Chancen. Daran ändert auch eine von Feministen imaginierte "gläserne Decke" etwas. Im Moment laufen gesetzliche Maßnahmen auch Gleichstellung hinaus, nicht auf Gleichberechtigung. Künstliche Gleichstellung von Ungleichem ist jedoch unzulässig.

Kommentar von DreiGegengifts ,

ist nichts anderes als eine Diskriminierung von Männern

Nö. Sie verkleinert lediglich die Diskriminierung der Frauen.

Gleichberechtigung bedeutet Gleichheit in den Chance

= Frauenquote

Kommentar von Philippus1990 ,

Was für eine "Diskriminierung der Frauen"? Frauen haben die gleichen Rechte wie Männer. Sie können zur Schule und Universitäten gehen und alle Arten von Verträgen abschließen. Wenn sie irgendwo trotzdem nicht genau so stark repräsentiert sind wie Männer ist das kein Grund für männerdiskriminierende Maßnahmen.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Was für eine "Diskriminierung der Frauen"?

Na die Nicht-Berücksichtigung von Frauen in Aufsichtsräten. Was sonst?

Kommentar von Philippus1990 ,

Was heißt hier "Nicht-Berücksichtigung"? Wenn sich zu wenig qualifizierte Frauen bewerben sind da halt mehr Männer. Punkt. Es muss nicht in allen Bereichen ein 50 / 50-Anteil erreicht werden.

Frauen interessieren sich für andere Dinge als Männer und Männer für andere Dinge als Frauen. Viele Frauen scheuen auch Konflikte, welche mit Führungspersonen unweigerlich verbunden sind oder wollen lieber nur Teilzeit arbeiten.

Diese egalitaristische Grundhaltung, dass alles überall gleich sein muss, ist eine Geisteskrankheit. Es geht um gleiche Startbedingungen, nicht um Gleichheit im Ergebnis.

Kommentar von atzef ,

Empörungsgeschwafel eines Mannes, der seine Privilegierungen davonschwimmen sieht. :-)

Jahrtausendelang wurden Frauen von solchen Gestalten wie dir systematisch unterdrückt. Für die "Idee", die "Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte" der Französischen Revolution würde auch für Frauen gelten, wurden Frauen noch geköpft. Das Eherecht des ersten Bürgerlichen Gesetzbuches, des Code Napoleon, bestiimmte als Hauptpflicht der Ehefrau, Gehorsam gegenüber ihrem Ehemann. In Deutschland war gesetzlich bis Ende des 19. Jahrhunderts festgeschrieben, dass dem Ehemann das Züchtigungsrecht gegenüber der Ehefrau zustand, wenn diese ihren Gehorsam verweigerte.

Es ist ein "Verdienst" der konservativen politischen Rechten in Deutschland, dass Frauen grundsätzlich der Zugang zu höherer Bildung und insbesondere zu den Universitäten verwehrt wurde - sicherlich auch wegen ungenügender Leistungen, was...?

Frauenquoten diskriminieren keine Männer, sondern verwirklichen die Gleichberechtigung der Frau gegen auch und gerade nicht durch Leistung zu rechtfertigende letzte Bastionen dümmlicher patriarchaler Herrschaft.

Kommentar von Philippus1990 ,

Da wähnt sich jemand offenbar noch im Mittelalter. Diese Selbstviktimisierung ohne Grund ist echt peinlich.

Antwort
von Messerset, 68

Frauenquote ist das Gegenteil von Gleichberechtigung.

Frauenquote heißt, dass immer eine Frau eingestellt wird, solange die Quote noch nicht erfüllt ist, egal wie unfähig sie im Vergleich zu den männlichen Mitbewerbern ist. Das beste aktuelle Beispiel ist Ursula von der Leihen. Die ist sowas von unfähig, die hätte den Posten als Verteidigungsminister niemals bekommen, wenn sie ein Mann wäre. Ein anderes schönes Beispiel ist das Professorinnenprogramm. Hier werden rechtswidrig Stellen de fakto nur für Frauen ausgeschrieben.

Frauenquote ist sexuelle Diskriminierung pur. Aber gegenüber Männern.

Kommentar von DreiGegengifts ,

egal wie unfähig sie im Vergleich zu den männlichen Mitbewerbern ist

Nö. Bzw. gilt das ja umgekehrt genauso:

"Keine Frauenquote heißt, keine Frau eingestellt wird, egal wie fähig und überlegen sie im Vergleich zu den männlichen Mitbewerbern ist."

Kommentar von Messerset ,

Falsch. Wenn ohne Frauenquote keine Frau eingestellt wird, liegt das daran, dass der qualifizierteste Mensch männlich war. So einfach ist das.

Mann kann aus einem Ungleichgewicht bei der Stellenverteilung nicht einfach schließen, Frauen würden benachteiligt. Das wird zwar immer wieder gemacht ist aber kompletter Unsinn.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Wenn ohne Frauenquote keine Frau eingestellt wird, liegt das daran, dass der qualifizierteste Mensch männlich war

Falsch - darauf basieren ja alle Überlegungen zu einer Frauenquote. Einfach mal die Studien dazu lesen. Dass männliche Bewerber bevorzugt werden liegt an der Unternehmenskultur - nicht an der Qualifikation.

Kommentar von Messerset ,

Das ist so ein typisches Feminstinnenargument. "Lies mal die Studien dazu", "die Bücher dazu sind geschrieben!" usw. Wenn Männer irgendwo bevorzugt eingestellt werden, kann das alles Mögliche heißen. Z.B. dass Männer um Durchschnitt qualifizierter sind. Auf jeden Fall heißt es nicht automatisch, dass sie aufgrund ihres Geschlechts bevorzugt werden.

Ich weiß, der Umstand, dass eine Korrelation noch keine Kausaltät bedeutet, ist schwer zu verstehen.

Hier hast du selbst was zu lesen. Vielleicht hilft das ja 

https://sciencefiles.org/2012/07/12/eine-frauenquote-ist-rational-nicht-begrundb...

Oder das hier

https://sciencefiles.org/2013/01/03/fiktion-und-fakt-einmal-mehr-erweist-sich-di...

Kommentar von DreiGegengifts ,

Auf jeden Fall heißt es nicht automatisch, dass sie aufgrund ihres Geschlechts bevorzugt werden.

Nö nicht automatisch. Das hat man erst herausgefunden, als man es untersucht hat.

Mit dem heutigen Wissenschaftsstand zu argumentieren ist kein "Feminstinnenargument" ;)

Da hilft es auch nicht mit pseudowissenschaftlichen Schmierblogs zu hantieren.

http://www.boardimpact.com/PDF/MariTeigenogVibekeHeidenreich.pdf

Kommentar von Messerset ,

Das hat man nicht heraus gefunden sondern herbeigefaselt. Das liegt daran, dass die betreffenden Autoren gar nicht wissen was Wissenschaft ist.

Aber es reicht jetzt auch. Lass uns einfach darin übereinstimmen, dass wir nicht übereinstimmen...

Kommentar von DreiGegengifts ,

Ach so eine Studie anerkannter Wissenschaftler ist "herbeigefasel". Und dein unwissenschaftlicher Schmierblog, der so seriös ist, dass er sich gleich das Impressum spart, weiß Bescheid.

Kommentar von ThomasNiemt ,

Warum wirst Du so ausfällig. Hast Du keine Argumente? Angesichts eines "Schmierblogs" sollte es doch einfach sein, Argumente zu nennen - oder?

Kommentar von atzef ,

Das ist eine ahnungslose und völlig falsche Tatsachenbehauptung. Nirgendwo werden schlechter qualifizierte Frauen besser qualifizierten Männern gegenüber bevorteilt.

Auch die Verteidigungsministerin, die einen beanstandungslosen Job macht, taugt da nicht als Gegenbeispiel.

Vielmehr solltest du dir klarmachen, dass die ganzen Materialunzulänglichkeiten, die Uschi nun auszubaden hat (Drohnen, G 36 etc.) von ihren männlichen Vorgängern zu verantworten sind!

Kommentar von voayager ,

an der Uni in Leipzig die neue Anredeform: Herr Professorin!

Antwort
von loema, 44

Gleichberechtigung ist mehr als die Frauenquote, ja.
Die Frauenquote betrifft ganz exakt Börsennotierte Unternehmen.
30% von ca. 100 Unternehmen müssen also 30 Frauen den Vorzug geben.
Es betrifft nur die Aufsichtsräte.
Wir reden also von 30 Frauen.
Wer sich da benachteiligt fühlt, wenn 70 Männer und 30 Frauen in Aufsichtsräten sitzten .....


http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-03/frauenquote-bundestag-gese...

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