Frage von Protoxin, 55

Frauenministerium Verfassungswidrig?

Also kurz vorab: ich bin für die absolute Gleichberechtigung von Mann und Frau. Was ich allerdings nicht verstehe wenn ich in die österreichische Verfassung schaue:

Artikel 7. (1) Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich. Vorrechte der Geburt, des Geschlechtes, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisses sind ausgeschlossen.

Wie kann es dann sein das es ein Frauenministerium gibt, Frauenquoten und dass Männer 6 Monate Staatsdienst leisten müssen und Frauen nicht? Es handelt sich ganz eindeutig um Vorrechte des Geschlechts was ja eigentlich Verfassungswidrig wäre?

Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Recht, 25

Dies erklärt sich relativ einfach wenn Du einfach einmal einen Absatz weiter lesen würdest. Nach Art. 7 Abs. 2 der Verfassung bekennen sich Bund und Länder zur tatsächlichen Gleichstellung. Maßnahmen zur Förderung der faktischen Gleichstellung sind zulässig.

Die Errichtung eines Frauenministeriums dient gerade der Durchsetzung der faktischen Gleichstellung und ist damit nicht verfassungswidrig sondern setzt den unmittelbaren Auftrag aus der Verfassung zur Förderung der Gleichstellung um.

Kommentar von Protoxin ,

Warum müssen Frauen dann nicht in den Zwangs-Staats-Dienst und wieso gibt es eine Frauenquote die mich als Arbeitgeber zwingt eine weniger qualifizierte Frau einzustellen um meine Quote zu erfüllen? Das hat nichts mit tatsächlicher Gleichstellung zu tun sondern ist reine Bevorteiligung.

Kommentar von uni1234 ,

Faktische / Tatsächliche Gleichstellung heißt, dass Mann und Frau nicht nur auf dem Papier gleich sind, sondern auch im wirklichen Leben. Wenn man möchte, dass jede zweite Arbeitsstelle in einem Land mit einer Frau besetzt ist, dann ist eine derartige Frauenquote nun einmal die einzige Möglichkeit dieses Vorhaben umzusetzen.

Kommentar von Protoxin ,

Ja also ist es doch so dass Frauen durch zb aussetzen des Staatsdienstes einen Vorteil gegenüber Männern erhalten der Verfassungswidrig ist weil nicht zur faktischen Gleichstellung beiträgt?

Antwort
von Merlin19, 39

So ist das eben aber Gleichberechtigung soll ja erstmal für Frauen eingeführt werden bei positiven Dingen.

Antwort
von frax18, 33

Das wäre eindeutig verfassungswidrig, aber scheint keinen zu jucken... ^^

Es dürfte keine Frauenquote geben, sondern es müsste eine Quote für beide Geschlechter... mindens also 20% Frauen, aber auch mindestens 20% Männer. Ich kenne durchaus Firmen in denen nur Frauen (auch die Geschäftsführung) arbeiten, eine davon im Event-Management. Dürfte es so in der Form dann auch nicht geben. Ist nun mal so, dass als Hostess z.B. nun mal Frauen sehr viel populärer sind, da sie Blicke besser auf sich ziehen.

Kommentar von uni1234 ,

Das wäre eindeutig verfassungswidrig

Diese Antwort ist eindeutig Schwachsinn. Art. 7 Abs. 2 der Verfassung gibt dem Staat gerade die Aufgabe sich um die Förderung der Gleichstellung zu kümmern. Diese Aufgabe versucht er durch die Einführung eines Frauenministeriums zu erfüllen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community