Frage von evinstudent, 42

"Frauen in Führung - ein interkultureller Vergleich zwischen D und Norwegen" Was ist die theoretische Fundierung meiner Hausarbeit bzw. meines Themas?

Hallo liebe Leute, ich muss eine wissenschaftliche Arbeit in dem Fach „Führungs- und Motivationstheorien“ schreiben. Ausgesucht habe ich mir das Thema „Frauen in der Führung – ein interkultureller Vergleich zwischen Deutschland und Norwegen“. In der Hausarbeit soll es um die Analyse gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Aspekte. Hier eine grobe Gliederung:

  1. Frauenquote - ein Überblick (ein kurzer theoretischer Teil, gesellschaftspolitische und wirtschaftspolitische Gründe, europäischer Vergleich und etwaige Quotenhöhen)

  2. Frauenquote in Norwegen (kurzer Überblick, Ziele etc., wirtschaftliche und volkswirtschaftliche Auswirkungen)

  3. Frauenquote in Deutschland (")

  4. Was bringt die Frauenquote? (Vergleich der bereits seit einigen Jahren laufenden FQ in Norwegen zu dem Status quo in Deutschland; Klärung der Frage, ob die Frauenquote denn auch Frauen an sich nach sich zieht z.B. in einzelnen Berufsgruppen; etwaige volkswirtschaftliche Auswirkungen (Frauen in der Wirtschaft, Zahlenwachstum oder nicht); Firmenwertminderungen bei übereilter Frauenquote? ( wenn ja, wieso? Problem in Führungen? Vielleicht nur ein Vorurteilsblock oder ist das tatsächlich so? - Vergleichen)

Die Infos über FQ sind nur ein Beiwerk, also ein Einführen in das Thema. Der eigentliche wissenschaftliche Aspekt ist in Punkt 4 zu sehen. Hier geht es um Vergleichsanslysen und (hoffentlich) sich daraus ergebene Erkenntnisse, wieso (falls dem so ist) der norwegische Weg als Vorbild zu sehen ist. Oder eben, wieso er nicht als Vorbild gesehen werden kann (z.B. weil komplett andere gesellschaftliche, wirtschaftliche, auch volkswirtschaftliche Vorgaben oder weil die Basis noch mal ganz anders ist oder was einem sonst noch auffallen mag).

Allerdings antwortet der Dozent auf meine Email immer, dass die theoretische Fundierung fehlt bzw. was genau das theoretische Modell ist.

Daraufhin habe ich geantwortet, dass die Theorie folgendes ist: Norwegens Weg der Frauenquote samt Umsetzung ist der Richtige und somit Vorbild für Deutschland. - warum, stimmt das oder stimmt das nicht?

Anschließend hat er folgendes geschrieben: Das was Sie als Theorie beschreiben, "Die Theorie ist also: Norwegens Weg der Frauenquote samt Umsetzung ist der Richtige und somit Vorbild für Deutschland. - warum, stimmt das oder stimmt das nicht?" ist jedoch eine Hypothese und noch kein theoretisches Modell.

Nun brauche ich Hilfe und weiß nicht mehr weiter. Könntet ihr mir helfen?

Expertenantwort
von Ansegisel, Community-Experte für Studium, 20

Hi!

Eine theoretisches Modell muss immer übergeordnet sein und im Prinzip auf auch andere Fragenstellungen anwendbar sein und lässt sich vielleicht mit folgenden zwei Punkten grob zusamenfassen:

1. Wie erhebst du deine Daten?

Befragst du selbst Mitarbeiter von Unternehmen oder führst du Interviews?

Wenn du auf bestehende Daten zurückgreifst, welcher Art sind diese? Was für Texte untersuchst du zu diesem Thema, wie ist deine Herangehensweise?

2. Wie arbeitest du mit den gewonnen Daten?

Wie wertest du sie aus? Was sind deine Bezugs- und Vergleichsgrößen ?

Andersrum gefragt: Woran wird denn für dich nachher erkennbar ob Vorurteile vorliegen, wie sich das auf die Wirtschaftsleistung auswirkt, der Firmenwert sinkt oder steigt etc.pp.?

Leider bin ich kein Soziologe oder Wirtschaftswissenschaftler, so dass ich leider nicht sagen kann: Nimm die oder die Theorie.

Ich empfehle dir aber ganz dringend, dir ein paar Bücher zu soziologischen und wirtschaftswissenschaftlichen Theorien zu suchen und (noch wichtiger), dir mal andere wissenschaftliche (!) Arbeiten anzuschauen, die in die selbe Richtung gehen. Dort kannst du dir bestimmt ein bisschen Klarheit und ein paar Anregungen holen.

Viel Erfolg!

Kommentar von evinstudent ,



Hallo!

Danke für die schnelle und ausführliche Antwort. Das hat mir schon mal geholfen, um zu verstehen, was ein theoretisches Modell ist. Allerdings ist das eine kleine Hausarbeit (ca.4000 Wörter), so dass ich nicht empirisch vorangehen kann und das hatte ich auch nicht vor. 

Liebe Grüße



Kommentar von Ansegisel ,

Nee, das war schon (fast) klar, dass du das nicht selbst interviewen kannst. Für so eine Arbeit müsstest du Dutzende Interviews führen, ein paar davon wahrscheinlich auch auf Norwegisch.

Du bist dazu also auf Literatur angewiesen. Wenn du diese Literatur sichtest, dann schau einfach mal rein, wie das die Autoren da gemacht haben.

Wie gesagt, ich kann dir leider nicht sagen, was du nun genau wie machen musst, dafür fehlt mir der Hintergrund. Aber dieses Thema ist bestimmt schon in anderen Formen bearbeitet worden.

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