Frage von melaniella, 109

Frauen bei der Bundeswehr auch in Kampfeinsätzen?

Hallo,

ich habe einmal eine Frage zu Frauen bei der Bundeswehr. Im Artikel 12a GG heißt es ja: "Sie dürfen auf keinem Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden". Aber heißt das dann auch, dass sie nicht unbedingt gezwungen werden an Auslandseinsätzen teilzunehmen? Aber es gibt ja auch Frauen in Auslandeinsätzen, sind das dann alle Freiwillige?

Auf Wikipedia heißt es auch: "In der Bundeswehr gibt es inzwischen auch eine Zweiklassengesellschaft: Die mit Kampfeinsatz und die ohne Kampfeinsatz. Frauen können nicht in eine Gruppe mit Kampfeinsatz gezwungen werden." Aber Gruppen mit Kampfeinsatz sind doch genau die, die letztändlich im Ausland stationiert sind, oder nicht? Aber es gibt meines Wissens nach auch keine gefallenen Soldatinnen, das würde das ja eigentlich nur verstärken.

Wenn man jetzt zum Beispiel im Sanitätsdienst in Afghanistan dient, wird man dann auch manchmal mit rausgeschickt? Oder wäre man dann nur im Camp, weil man nicht in eine Gruppe mit Kampfeinsatz gezwungen werden darf?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

Antwort
von Apolon, 53

@Melaniella,

Du scheinst was zu verwechseln:

ich habe dir mal den Artikel 12 a GG hier her kopiert.

Lediglich im Absatz 4 wird Bezug genommen auf Frauen. Hier geht es aber um Zivilisten und nicht um Bundeswehr-Soldatinnen.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 12a 

(1) Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden.

(2) Wer aus Gewissensgründen den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert, kann zu einem Ersatzdienst verpflichtet werden. Die Dauer des Ersatzdienstes darf die Dauer des Wehrdienstes nicht übersteigen. Das Nähere regelt ein Gesetz, das die Freiheit der Gewissensentscheidung nicht beeinträchtigen darf und auch eine Möglichkeit des Ersatzdienstes vorsehen muß, die in keinem Zusammenhang mit den Verbänden der Streitkräfte und des Bundesgrenzschutzes steht.

(3) Wehrpflichtige, die nicht zu einem Dienst nach Absatz 1 oder 2 herangezogen sind, können im Verteidigungsfalle durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes zu zivilen Dienstleistungen für Zwecke der Verteidigung einschließlich des Schutzes der Zivilbevölkerung in Arbeitsverhältnisse verpflichtet werden; Verpflichtungen in öffentlich-rechtliche Dienstverhältnisse sind nur zur Wahrnehmung polizeilicher Aufgaben oder solcher hoheitlichen Aufgaben der öffentlichen Verwaltung, die nur in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis erfüllt werden können, zulässig. Arbeitsverhältnisse nach Satz 1 können bei den Streitkräften, im Bereich ihrer Versorgung sowie bei der öffentlichen Verwaltung begründet werden; Verpflichtungen in Arbeitsverhältnisse im Bereiche der Versorgung der Zivilbevölkerung sind nur zulässig, um ihren lebensnotwendigen Bedarf zu decken oder ihren Schutz sicherzustellen.

(4) Kann im Verteidigungsfalle der Bedarf an zivilen Dienstleistungen im zivilen Sanitäts- und Heilwesen sowie in der ortsfesten militärischen Lazarettorganisation nicht auf freiwilliger Grundlage gedeckt werden, so können Frauen vom vollendeten achtzehnten bis zum vollendeten fünfundfünfzigsten Lebensjahr durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes zu derartigen Dienstleistungen herangezogen werden. Sie dürfen auf keinen Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden.

(5) Für die Zeit vor dem Verteidigungsfalle können Verpflichtungen nach Absatz 3 nur nach Maßgabe des Artikels 80a Abs. 1 begründet werden. Zur Vorbereitung auf Dienstleistungen nach Absatz 3, für die besondere Kenntnisse oder Fertigkeiten erforderlich sind, kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes die Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen zur Pflicht gemacht werden. Satz 1 findet insoweit keine Anwendung.

(6) Kann im Verteidigungsfalle der Bedarf an Arbeitskräften für die in Absatz 3 Satz 2 genannten Bereiche auf freiwilliger Grundlage nicht gedeckt werden, so kann zur Sicherung dieses Bedarfs die Freiheit der Deutschen, die Ausübung eines Berufs oder den Arbeitsplatz aufzugeben, durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes eingeschränkt werden. Vor Eintritt des Verteidigungsfalles gilt Absatz 5 Satz 1 entsprechend.

Antwort
von Anita1211, 64

Moin Moin, du hast hier etwas missverstanden. Bin selbst Soldatin und war auch schon im Auslandseinsatz. Der Teil im Grundgesetz meint, dass Frauen sich erstmal grundsätzlich bei der Bundeswehr bewerben müssen, wenn sie Soldat werden möchten. Die Männer wurden ja früher alle eingezogen und hatten kaum Möglichkeit das abzugebenlehnen. Aber die Wehrpflicht gibt es ja nicht mehr. Und mit der freiwilligen Bewerbung bei der Bundeswehr, kann man ja rechtlich nicht von Zwang sprechen. Nach der Bewerbung und der Einstellung müssen Frauen jedoch die gleichen Pflichten erfüllen wie andere Soldaten auch. Das heißt, wenn wieder Personal für einen Auslandseinsatz benötigt wird, kann den Soldaten dies auch befohlen werden.... es sei denn es sprechen wichtige Gründe dagegen: Kind, Schwangerschaft, Gesundheit. Im Auslandseinsatz haben Frauen auch die gleichen Aufgaben wie Männer. Wie on jeder Firma gibt es verschiedene Tätigkeitsfelder bei der Bundeswehr: Sanitäter, Mechaniker, Köche, PC-Fachleute, Kraftfahrer, etc. Je nachdem, wo für man ausgebildet ist, kommt man dann auch dazu sich außerhalb vom Camp zu bewegen. Ein Kraftfahrer sicherlich öfter. Ein Koch wahrscheinlich gar nicht. Und Wikipedia meint mit den beiden Gruppen folgende: Soldaten die schon einmal im Auslandseinsatz waren und die anderen Soldaten, die das bislang noch nicht gemacht haben.

Antwort
von tryanswer, 58

Art 12a GG bezieht sich auf Zivilisten, die nicht der Bundeswehr angehören sondern zum Dienst verpflichtet werden können. Entscheidet sich eine Frau der Bundeswehr beizutreten, geschied dies freiwillig - d.h. sie versieht ihren Dienst im gleichen Umfang wie ihre männlichen Kameraden.

PS: Patrouillen sind kein Kampfeinsatz!

Antwort
von WosIsLos, 50

ZIVILISTINNEN dürfen im Kriegsfall eingezogen werden, aber nicht zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden.

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