Frage von Adamadam123, 74

Französischer Satz Bedeutung, tu tires ou tu pointes?

"Wörtlich" übersetzt heißt es ja "du schießt oder du zeigst". Habe es auf einem Tshirt mit einem Bild aus dem Film "Hass" von 1995 (la haine). Ist das ein Zitat?

Expertenantwort
von achwiegutdass, Community-Experte für franzoesisch, 46

Das ist hier ganz schön kompliziert und nicht gerade "politisch korrekt" :

1. Ursprünglich eine Redewendung aus dem Vokabular des Pétanquespiels

tirer: schießen

pointer: legen, die Kugel platzieren

2. Jetzt im Kontext des Films La haine

Diese Verben nehmen eine sexuelle Bedeutung an, wenn sie salopp bzw. im Gefänfnisslang gebraucht werden:

tirer (salopp) : b.msen

pointer (nur im Gefängnisslang): mit Kindern f.cken

in dieser Sprache ist "un pointeur" synonym mit "Pädophile" 


Kommentar von ymarc ,

L'explication est en l'occurrence hors sujet, car dans le film "la haine", il s'agit bien d'un revolver.


Kommentar von achwiegutdass ,

Na und ? Mehrdeutigkeit ist ein bekanntes Sprachphänomen (nur nicht von denen, die alles vereinfachen wollen, weil sie sonst nicht mitkommen), und die phallische Bedeutung eines Revolvers sollte sogar dir nicht entgehen. "hors sujet" (= daneben) ist hier lediglich dein Kommentar.

Der Revolver ist also eine Bestätigung, auch wenn du unfähig bist, Untertöne im Kontext zu verstehen.

Wer "tu pointes" durch "zielst du (nur)?" zu übersetzen meint,  sollte demütig schweigen, statt sein Unwissen und seine Sprachinkompetenz schon wieder zur Schau zu stellen.

Antwort
von Accountowner08, 7

das sind zwei arten von Schüssen bei Pétanque: die Kugel über den Boden rollen lassen oder durch die Luft schiessen...

Expertenantwort
von ymarc, Community-Experte für franzoesisch, 44

Schießt Du oder zielst Du (nur)?

PS:

Anderer Satz mit "tirer" und "pointer"/"viser":

So wie du zielstschießt du auch.

Kommentar von ymarc ,

Im Film "la Haine" geht es um einen Revolver!

Es hat mit sexuell überhaupt nicht zu tun!.

s. Wikipedia

"Der Film beginnt mit folgenden Worten: „Dies ist die Geschichte von einem Mann, der aus dem 50. Stock von ’nem Hochhaus fällt. Während er fällt, wiederholt er, um sich zu beruhigen, immer wieder: ‚Bis hierher lief’s noch ganz gut, bis hierher lief’s noch ganz gut, bis hierher lief’s noch ganz gut...‘. Aber wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung!“

Der Film erzählt 24 Stunden im tristen Leben des Arabers Saïd, des Juden Vinz und des Schwarzen Hubert, drei Jugendliche, die in Chanteloup-les-Vignes leben. Der Film setzt zu einem Zeitpunkt in das Geschehen ein, als es in dem Viertel nur ein Thema gibt: die Krawalle zwischen Einwohnern des Viertels und der Polizei in der letzten Nacht. Ausgelöst wurden diese, nachdem während einer Routinekontrolle der Polizei Abdel, „ein Junge aus ihrem Viertel“, lebensgefährlich verletzt wurde und nun im Koma liegt. Vinz findet während der Krawalle den verlorengegangenen Revolver eines Polizisten und nimmt sich vor, einen Beamten zu töten, sollte Abdel sterben. Die Tatsache, dass ein Beamter seine Waffe verloren hat, spricht sich im Viertel und den Medien schnell herum, nur wer der Finder ist, bleibt Geheimnis der drei Hauptfiguren.

Vinz trägt die Waffe, nachdem er sie anfänglich versteckt hatte, fortan immer bei sich, was zu mehreren gefährlichen Situationen sowohl zwischen den dreien und der Polizei als auch mit anderen Personen führt. Dieser Umstand führt zu einem Konflikt in der Gruppe, welcher vor allem zwischen Hubert und Vinz durch mehrere Diskussionen und zeitweilige Trennungen ausgetragen wird. Bei einem gemeinsamen Besuch in Paris werden Saïd und Hubert von der Polizei wegen Ruhestörung festgenommen, Vinz kann flüchten. Die Beamten misshandeln und schikanieren Saïd und Hubert und sorgen dafür, dass sie ihren letzten Zug in ihr Viertel verpassen. Im Bahnhof treffen sie auch Vinz wieder, der auf sie gewartet hat.

Sie gehen dann gemeinsam auf Entdeckungstour durch die Stadt, stören eine Vernissage, versuchen ein Auto zu knacken, was ihnen nach Anlaufschwierigkeiten auch gelingt – um dann allerdings festzustellen, dass keiner von ihnen fahren kann. ImForum des Halles erfahren sie dann, dass Abdel im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen ist. Vinz’ Rachegelüste führen daraufhin zu einem Streit über die Waffe. Hubert und Saïd trennen sich fürs Erste von Vinz. Später treffen sie auf eine GruppeNeonazis und werden nur durch den Einsatz von Vinz’ Waffe gerettet. Die Situation spitzt sich damit weiter zu.

Am Morgen kommen die drei zurück in ihr Viertel und verabschieden sich von Hubert, dabei übergibt Vinz die Waffe an diesen. Hubert entfernt sich in entgegengesetzter Richtung von Vinz und Saïd. Vor den beiden hält ein Polizeiauto und Vinz wird von einem Polizisten, der schon mehrmals vorher im Film als kompromisslos und provozierend in Erscheinung trat, mit einer Waffe bedroht. Der Polizist hält die Waffe an Vinz’ Kopf und beschimpft ihn, dass er ohne seine Gang, seine Kollegen, nichts sei. Unbeabsichtigt drückt der Polizist den Abzug seiner Waffe: Vinz wird durch einen Kopfschuss getötet. Hubert, der Träger der Waffe, war schon beim Anhalten des Polizeiautos misstrauisch geworden und zurück in ihre Richtung gelaufen. Entsetzt beobachtet er den Tathergang und hält dem Polizisten, nach einiger Zeit des Begreifens, die Waffe an den Kopf. Der Polizist richtet die Waffe auch auf Hubert. Die Kamera zoomt auf Saïd, der auf der anderen Seite des Streifenwagens steht und die Augen schließt. Man hört einen Schuss. Wer geschossen hat, erfährt der Zuschauer nicht."

PS:

Auf dem Gebiet der Kriminalität bin ich aber nicht spezializiert..

s. "tirer un coup" und "pointeur"

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