Frage von computerfan001, 119

Fragen zum Thema Buddhismus - kann mir jemand helfen?

Hallo,

ich muss ein Referat zum Theme Buddhismus halten und würde gerne folgendes wissen, da ich im Internet hierzu nichts spezifisches gefunden habe :

  1. Welchem Ursprung ist dafür zu folgen, dass die überhaupt Figuren nutzen bzw. bauen und anbeten?
  2. Was bringt die Buddhisten dazu, diese Figuren zu bauen ?
  3. Was hat die Figur eine Bedeutung für denen?
  4. Warum glauben die nicht an einen Gott im Himmel, wie andere Religionen?
  5. Wie ist diese Kultur entstanden?

Ich habe leider wenig Ahnung von dieser Kultur, wie man eventuell auch an meinen Fragen sieht, sofern sich jmd. von diesen Fragen aufgrund der Formulierung etc. angegriffen fühlt, bitte ich dies zu entschuldigen. Die Fragen dienen nur, damit ich Infos zu dieser Kultur bekomme und meine damit nichts böses.

MfG aus Stuttgart

Antwort
von ArbeitsFreude, 54

Keine Sorge, lieber Computerfan:

Buddhisten sind nicht so schnell beleidigt wie die meisten Muslime oder andere Fundamentalisten! (Ich wage sogar zu behaupten, dass ein Buddhist, der sich egal wegen welcher Äußerung zum Buddhismus auch immer - beleidigt fühlt, kein wirklicher Buddhist ist!)

1. - 3. Die Figuren stehen dafür, dass Buddha ein MENSCH war - kein Gott - Deshalb gibt es auch keine Vorschriften darüber, ob man einen Buddha als Figur verehrt oder überhaupt nicht (Ich bspw. bin Nichiren Buddhist - Wir lehnen Buddhafiguren zwar ab, stören uns aber nicht an ihnen) - Soweit ich weiß, haben auch die ZEN-Buddhisten keine Buddhafiguren. - Näheres sollte Dir einer erklären, der mehr Ahnung von Buddhastatuen hat - Ich habe aus o.e. Grund nur eine minimale Ahnung davon

4. ...weil sie die TRENNUNG zwischen Gott und Mensch ablehnen: Jedes Wesen (nicht nur Menschen) ist mit allen anderen verbunden - alles wirkt und hängt zusammen - nichts ist voneinander getrennt - Dazu passt nicht die Vorstellung eines Gottes, der außerhalb von uns existiert - Jedes Wesen hat potenziell die Buddhaschaft, d.h. ist potenziell ein Buddha.

5. Die Kultur entstand aus der Konfrontation des "Ur-Buddhas" Shakyamuni oder Guatama Siddhartha, der (als Fürstensohn ein sorgenfreies Leben hätte führen können) mit dem Leid der Menschen, das er überwinden helfen wollte - Er versuchte viele Dinge - unter anderem auch extreme Askese (bis fast hin zum Hungertod) - bis er merkte, dass das uncool ist.
Dann kam er zum Schluss, dass Leid von LEIDENschaft und Anhaftung an irdische Dinge kommt und dies zu überwinden ist - Wie genau das geschehen sollte, dazu machte er keine Vorschriften, weil die jeder Mensch selbst finden sollte...

Antwort
von suziesext06, 49

hi Computerfan -

also zu 1-3

Gautama Buddha hat den Bau von Stupas und Verwendung anderer Gegenstände ausdrücklich als heilsame Hilfsmittel bezeichnet, quasi als Erinnerungsstücke, die einen immer wieder zurückführen aus der Umnachtung, dem Nichtwissen und Nichtwissenwollen hin zu einem achtsamen, erwachenden Geist. Das steht so in den ältesten Pali-Suttas. Spätere buddhistische Traditionen haben die Zahl und Arten der Hilfsmittel nur weiter ausgebaut und entwickelt.

4. Der Buddha hat den und das Glauben ausdrücklich verworfen als "nicht heilsam, als nicht zum Ziel führend". Nur was du selber geprüft, erfahren und wahrgenommen hast, sollst du als Wahrheit für dich annehmen.

Allerdings hat Buddha nie den altindischen Götterglauben und so abgelehnt, er hat sich nur geweigert, über Religion, Philosophie und so ne abstrakten Sachen irgendwas zu reden. Er sagt also nur was über das Leiden, die Entstehung und Vergehen des Leiden, und den Weg zur Aufhebung des Leidens. "Aber ob es ne Seele gibt und ob sie ewig oder sterblich ist und was alles mit dem Himmel ist, das hat der Erhabene nicht besprochen" Sutta Pitaka

5. Entstanden ist es so: Siddharta Gautama hat nach vieljährigen Irrwegen unterm Feigenbaum den totalen spirituellen Durchbruch erlebt. Danach hat er Schüler angenommen, als Guru (Meditationsmeister), hat den Orden mit Regeln geordnet, und in 40 Jahren Wanderungen durch Nordindien viele Laienanhänger (Nichtmönche) und Mönche Nonnen um sich gesammelt. In der Zeit wurden auch feste Behausungen (Klöster, Andachtsstätten) für die ursprünglich nur wandernden Mönche gestiftet.

Kommentar von ChrisG3 ,

"Allerdings hat Buddha nie den altindischen Götterglauben und so abgelehnt, er hat sich nur geweigert, über Religion, Philosophie und so ne abstrakten Sachen irgendwas zu reden." Guatama Siddhartha Der auch als Buddha bezeichnet wird hat sehr wohl über Philosophie geredet.  Schließlich ist das was er über das Leiden gesagt hat höchst Philosophisch nicht um sonst wird der Buddhismus oft als Philosophie verstanden. 

Kommentar von suziesext06 ,

du kannst den Buddhismus als Religion, als Philosophie, als Hut oder als Kochtopf benutzen. DIE Buddha-Lehre, wie sie in den ältesten Pali-Suttas überliefert ist, IST aber weder Religion noch Philosophie. Es gab buddhistische Philosophen, wie zb Nagarjuna. Und es gibt Gemeinschaften, die den erlösenden Glauben an bestimmte Bodhisattvas praktizieren, wie im "Leinen Land". Die Buddha-Lehre ist eine Methode und kein Dogma.

Die Buddha-Lehre selbst enthält keinerlei Sätze ÜBER ontologische oder religiöse Fragen, und zwar bewusst, da derartige Themen als nicht heilsam, als nicht zum Ziele führend anzusehen sind. Dies ist die sog. Liste des Nicht-Mitgeteilten.

zB. mit allen diesen Beispielfragen, abschliessend:

"Darum also, Malunkyaputto, mögt ihr was ich nicht mitgeteilt habe als nicht mitgeteilt und was ich mitgeteilt als mitgeteilt halten." Palikanon, Mittlere Sammlung 63

Kommentar von suziesext06 ,

die Beispiel-Liste, der nicht zu beantwortenden Fragen

http://www.berzinarchives.com/web/de/archives/sutra/level4_deepening_understandi...

Kommentar von computerfan001 ,

Vielen Dank für die Antworten, jedoch habe ich immer noch nicht
verstanden, warum die Buddhisten Figuren bauen und was für ein Symbol
bzw. Bedeutung diese haben. MfG

Kommentar von suziesext06 ,

wie schon oben gesagt: es sind Hilfsmittel; wer die Buddha-Lehre praktiziert, lebt mitten im Alltag, und da kannst du dich tausendmal verirren und im Dreck versinken. Figuren sind idealisierte Buddhaformen, zb mit verschiedenen Handhaltungen (Mudra des Lehrens, der Erdbeschwörung usw), und die Figuren sollen dich einfach dran erinnern, dass du dich geistig nicht verläufst, sondern zur Achtsamkeit zurückfindest.

Wie zb ein Raucher, der ein Nichtrauchertalisman in der Tasche hat oder ein Alki, der sich ne Flasche mitn rot geschriebenen NEIN hinstellt. Solche Hilsmittel sind Buddhafiguren, Bodhisattva-Figuren, Stupas, Erdhügel, können auch Gebetsräder sein: immer nur als Mittel, nicht im Leiden und der Verirrung des Alltags zu versinken, sondern dranzudenken, dass es auch den Geist des Klaren Lichts gibt, als Gegenteil zur Umnachtung.

Antwort
von computerfan001, 32

Vielen Dank für die Antworten, jedoch habe ich immer noch nicht verstanden, warum die Buddhisten Figuren bauen und was für ein Symbol bzw. Bedeutung diese haben. MfG

Antwort
von Fairy21, 50

Der Buddhismus ist eine Erfahrungsreligion durch die Entfaltung des eigenen Geistes.

Zu finden auf "Planet Wissen!"

Google, :Buddhismus

planet-wissen. de

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