Frage von whabifan, 81

Fragen zum Autofahren auf dem Nürburgring?

hey,

Also vorab, ich kenne mich weder mit Autos noch mit Motorsport gut aus. Ich habe aber jetzt ein Video gesehen von Unfällen auf dem Nürburgring. Allerdings waren das keine professionnellen Autorennen, sondern Leute die einfach so mit ihren Autos da rumbrettern.

Nun meine Frage, darf da jeder der ein Auto hat einfach fahren? Ich nehme mal an dass man pro Runde oder so bestimmt irgendwas zahlen muss, aber kann ich da einfach mit meinem alten Passat oder Golf auftauchen und ein paar Runden drehen?

Bei den Unfällen, was passiert da? Ich kann mir nicht vorstellen dass eine Versicherung den Schaden übernimmt wenn ich das Auto auf der Rennstrecke gegen die Wand setze? Das wird doch irre teuer. Bei Unfällen auf Rennstrecken sind ja meistens entsprechende Geschwindigkeiten im Spiel. Mal von den Gefahren für Leib und Leben abgesehen, wenn ich mit meinem alten Golf in einen Ferrari fahre und beide Autos schwer beschädige, was passiert dann?

Vielen Dank für eure Antworten, Lg

Antwort
von Apolon, 22

Nun meine Frage, darf da jeder der ein Auto hat einfach fahren?

Nein - jedes Fahrzeug muss zugelassen sein und auch gültigen TÜV und ASU haben.

Jeder Fahrer muss den entsprechenden Führerschein haben.

Auf dem Nürburgring gilt die STVO, wie auch die STVZO.

 Bei Unfällen auf Rennstrecken sind ja meistens entsprechende Geschwindigkeiten im Spiel.

Nein - denn man muss die Höchstgeschwindigkeiten wie auf jeder öffentlichen Straße beachten.

Wenn ein Fahrer die gesetzlichen Regelungen, bzw. Vorschriften bewusst missachtet, hat der Versicherer die Möglichkeit den Fahrer in Regress zu nehmen, bzw. Kasko-Schäden nicht zu ersetzen.

Antwort
von Loroth, 57

Hallo,

auch bei sog. "Touristikfahrten" auf Rennstrecken wie dem Nürburgring besteht Versicherungsschutz - sowohl in der Kfz-Haftpflicht als auch der Kaskoversicherung.

Allerdings schließen die Versicherer standardmäßig sehr wohl Veranstaltung vom Versicherungsschutz aus, die dem "Erzielen einer Höchstgeschwindigkeit" dienen. Sämtliche Rennveranstaltungen, aber auch Renn-Lehrgänge, etc. fallen unter diesen Ausschluss.

Was man berücksichtigen muss: es gibt noch eine Reihe von Versicherern, die "grobe Fahrlässigkeit" nicht uneingeschränkt mitversichern. Diese Versicherer könnten in einem Fall, in dem der Fahrer auf besonders (grob-)fahrlässige Art und Weise die Regeln zur Höchstgeschwindigkeit, etc. missachtet hat, mit einer Leistungskürzung im Bereich der Kasko drohen. (Die immer wieder geäußerte Ansicht, dass auch KH-Schäden abgelehnt oder regressiert werden, ist dagegen übrigens Unsinn.)

Fazit: In der Tat besteht auch auf dem Nürburgring weitgehend der normale Versicherungsschutz.

Viele Grüße

Loroth

Kommentar von Apolon ,

Diese Versicherer könnten in einem Fall, in dem der Fahrer auf besonders (grob-)fahrlässige Art und Weise die Regeln zur Höchstgeschwindigkeit, etc. missachtet hat, mit einer Leistungskürzung im Bereich der Kasko drohen.

Wenn man auf einer Rennstrecke die Regeln der Höchstgeschwindigkeit bewusst missachtet, dürfte es sich nicht mehr um grobe Fahrlässigkeit handeln, sondern um Vorsatz.

Kommentar von Loroth ,

Nein, allenfalls handelt es sich um bedingten Vorsatz.

Vorsatz läge nur vor, wenn der Fahrer mit der klaren Absicht das Fahrzeug zu beschädigen oder zu zerstören, handeln würde.

Antwort
von 716167, 45

Vieles findest du in der FAQ des Nürburgrings.

http://www.nuerburgring.de/fahren-erleben/fahren/touristenfahrten/faqs-touristen...

Kommentar von whabifan ,

Super danke :)

Antwort
von Tessa1984, 29

auf der nordschleife gilt generell die STVO mit eingen kleinen, ich wills mal sagen ausnahmen. da wäre z.b. die höchstgeschwindigkeit. normalerweise sind geschwindigkeiten über 100 kmh nur auf mehrspurig ausgebauten straßen erlaubt, bei denen die gegenfahrbahn baulich abgegrenzt ist (mittelleitplanke) eine gegenfahrbahn gibt es hier allerdings nicht. da die nordschleife faktisch eine einbahnstraße ist.

es gibt da noch was wegen der versicherung. die meisten versicherungen schließen grob fahrlässiges verhalten aus. darunter könnten auch wettfahrten auf der nordschleife fallen. ich habe allerdings noch eine gute nachricht. sollltest du fremdschaden verursachen, kann die haftpflichtversicherung nicht die regulierung verweigern. jedenfalls nicht komplett. in der regel gilt ein gewisser selbstbehalt von 5.000 oder 10.000 €

nehmen wir mal das folgende szenario an: du kollidierst mit einem anderen fahrzeug. der fahrer des gegenrischen wagens wird leicht verletzt, du auch. das gegenreische fahrzeug ist ein totalschaden. dein Wagen ist reperabel.

deine vollkaskoversicherung würde die regulierung deines schadens verweigern. die haftpflicht würde den schaden bis auf den selbstbehalt in höhe von 5.000 oder 10.000 € begleichen.

dein schadensfreiheitsrabatt würde entsprechend zurückgestutzt. außerdem wird dir deine versicherung je nach dem ggf. den vertrag kündigen. d.h. dass du dir eine neue versicherung suchen müsstest.

lg, Tessa

Expertenantwort
von Skinman, Community-Experte für Auto, 18

Wenn du dir nach so einem Unfall auf der Nordschleife noch Gedanken über Kosten machen kannst, dann ist das noch das geringste Problem. Es kommt dort durchaus auch zu Verletzungen und Todesopfern, und keineswegs nur unter "irren Rasern". Die Strecke ist anspruchsvoll, es sind eine Menge "blinde" Kurven und Kuppen dabei, wo das Auto schon mal ganz anderen Kräften ausgesetzt ist als auf einer hundsgewöhnlichen Landstraße. Und sie ist so lang, dass die meisten Menschen Dutzende von Runden benötigen, bis sie sich den Streckenverlauf auch nur halbwegs eingeprägt haben. Außerdem kann es immer zu Ölspuren kommen, nicht zuletzt auch infolge der Unfälle. Und dann die anderen "Touristenfahrer"... da gibt es immer eine bunte Auswahl, sag ich mal.

Mit dem Motorrad gehe ich deswegen schon seit langem grundsätzlich nicht mehr auf die Nordschleife und im Auto eher lieber nur mit einer dedizierten "Ringschleuder" mit Käfig.

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