Frage von DrWindows96, 74

Fragen zum Aerotoxischen Syndrom... Ist es häufig und wirklich so schlimm?

Also ich war jetzt in der Türkei. Geflogen sind wir beide Male mit einer Boeing 757-300 von Condor.

Ich hab jetzt gelesen, dass es bei dieser Maschine häufig zum seltenen Aerotoxischen Syndrom kommen soll.

Wie äußert sich das und kann das bei zwei Mal fliegen schon ernsthafte Auswirkungen haben, dass man wirklich unheilbar krank wird?

Irgendwie werd ich aus der Sache nicht ganz schlau und mache mir halt Sorgen... :/

Danke! :)

Expertenantwort
von ramay1418, Community-Experte für Flugzeug, 13

Fume Events sind eine geheimnisvolle Sache, da aufgrund des unterschiedlichen Auswirkungen eine eindeutige Zuordnung nicht so einfach möglich ist. 

Ein Trost ist, dass das, was Du gelesen hast, nicht unbedingt mit der Realität übereinstimmt. Es gibt sehr viel mehr Flüge, auf denen nichts passiert als umgekehrt. 

Wenn aber Gerüche auftreten, heißt das nicht unbedingt, dass die Kabinenluft jetzt komplett vergiftet ist. Und die Konzentrationen von Fremdstoffen im Blut ist auch nicht gleich so hoch, dass Du tot umkippst. 

Was u. U. Auswirkungen haben könnte (könnte, nicht muss!) wäre ein erhöhtes Krebsrisiko. Nun heißt erhöhtes Risiko nicht unbedingt, dass der Fall auch eintritt. Und bei 2 Flügen von gerade mal je drei Stunden Dauer ist schon der Eintrittsfall eines Fume Events gering, wenn vielleicht auch nicht Null. 

Da Du aber bei Dir keine Auswirkungen festgestellt hast, und auch während der Flüge ja keine Gerüche oder Unwohlsein auftraten, solltest Du Dir keine Sorgen machen und nicht mehr hineininterpretieren als an der Sache dran ist. Sind die Flüge noch nicht zu lange her - Du bist z. B. erst gestern zurückgekommen -, kannst Du Dich ja mal mit Deinem Hausarzt oder der Krankenkasse unterhalten; das sollte dann aber auch zeitnah geschehen. 

Auch die Untersuchungen von Piloten, Kabinencrew und Passagieren konnte einen wirklich eindeutigen Zusammenhang nicht herstellen. Theoretisch müsste man jetzt die Betroffenen vielleicht jahrzehntelang beobachten und mit einer nichtfliegenden Kontrollgruppe vergleichen. Ob das praktikabel ist? 

Außerdem ist das Problem nicht nur eins der B737, sondern eher eins der Konstruktion des Triebwerks (das in unterschiedlichen Flugzeugen eingebaut ist) bzw. des Zusammenspiels von Triebwerk und Klimaanlage. 

Bei den Behörden und Herstellern ist man sich des Ernstes der Lage durchaus bewusst und sucht fieberhaft nach Ursachen und Möglichkeiten, diese zu beseitigen. 

Die "Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen", BFU, hat zu diesem Thema eine Studie verfasst (Studie über Ereignisse in Verbindung mit Kabinenluft BFU 803.1-14) und sagt dort unter anderem: 

"Eine Untersuchung der gemeldeten Ereignisse durch die BFU mit den bestehenden Verfahren für die Untersuchung von Unfällen und Schweren Störungen stößt an Grenzen. Nicht nur die hohe Anzahl der Meldungen spielt eine Rolle, sondern es sind auch die Möglichkeiten zur zeitgerechten Ermittlung nachweisbarer Fakten eingeschränkt. 

Die Bearbeitung dieser Ereignisse hat gezeigt, dass der Zugriff auf Daten und Nachweise zur Klärung einer möglichen Fehlfunktion von Flugzeugsystemen sowie die Erfassung und Bewertung medizinischer Daten in einer Vielzahl von Fällen nur sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich ist." 

Wirf mal einen Blick in die Studie oder such mal bei der BFU nach "Fume Event" 

http://www.bfu-web.de/DE/Publikationen/Statistiken/Tabellen-Studien/Tab2014/Stud...

Antwort
von SpitfireMKIIFan, 19

"Häufig" ist relativ. Defacto wären mir lediglich die A320-Reihe, die 757 und die BAe146/RJ bekannt als Flugzeuge, bei denen man bestenfalls von einer Häufung der Vorfälle sprechen kann. Laut aviation herald gab es dieses Jahr lediglich 2 Vorfälle im gesamten internationalen Luftverkehr (wobei es hier allerdings eine Dunkelziffer gibt, die weitaus höher sein wird).

Wirklich dramatisch ist es zumindest für die Passagiere auch nicht, da ein sogenanntes Fume Event eine Sicherheitslandung meist innerhalb von 1 Stunde nach sich zieht und es Möglichkeiten gibt, das ganze zu begrenzen.

Schwerer haben es da eigentlich nur die Besatzungsmitglieder, die in ihrem Leben eventuell öfter solchen Szenarien ausgesetzt sind.

Kommentar von DrWindows96 ,

Alles klar, danke für die Info!

Antwort
von Tanzistleben, 11

Hallo,

wir fliegen seit zehn Jahren aus beruflichen Gründen durchschnittlich zwischen fünf und zehn Mal pro Monat, manchmal öfter, manchmal, wenn Übersee-Flüge dabei sind, seltener. Meistens sind wir mit Kind und Kegel unterwegs und kennen inzwischen natürlich auch eine Menge Leute vom Flugpersonal. Bisher gab es in unserem Umfeld noch keinerlei Probleme in dieser Richtung. Keine Fume-Events, also auch keine aerotoxischen Syndrome.

Ich denke, du musst dir keine Sorgen machen und kannst auch getrost wieder in den Urlaub fliegen.

Liebe Grüße 

Lilly "Tanzistleben"

Antwort
von ManuTheMaiar, 33

Wenn es während deines Fluges kein Fume Event gab dann wird da nichts passiert sein, falls doch dann kann das so viele Gehirnzellen kaputtmachen wie ein Alkoholrausch, frag mal bei der Fluglinie nach ob es so ein Fume Event gab und wenn die die Internen Berichte nicht rausrücken wollen dann probier es nochmal mit einem Anwalt, dann weißt du genau ob es ein Risiko gab oder nicht

Kommentar von DrWindows96 ,

Und wie soll man sowas feststellen können, dass dieses Fume Event passiert ist?
Die müssten dann doch eine Durchsage machen... Sonst wär das ja in irgend einer Weise Körperverletzung.

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Ein Fume Event ist wenn die Abgase durch einen falschen Luftstrom eingesaugt werden, das sagt keiner an aber die haben da interne Berichte, wie gesagt einfach mal anfragen zur Not mit Anwalt und Klage drohen

http://www.dna-sequenzierung.com/fume-events/

Antwort
von AnglerAut, 36

Das ist ein Thema für Piloten und Stewardessen, die 30 mal im Monat fliegen bzw. 5 mal für 10 Stunden.

Bedenke, wenn man von 2 mal schon krank werden würde, dann wären alle dort Angestellten schon vor Jahren gestorben ....

Kommentar von DrWindows96 ,

Okay, danke!
Das ist nur wie eine Art Panikmache, weil es teilweise im Internet so steht, dass es für Passagiere auch total gefährlich sei...

Kommentar von AnglerAut ,

Wenn es so wäre, würde niemand freiwillig das Risiko beruflich eingehen und die Gewerkschaften würden sowieso Sturm laufen.

Also kannst du dir sicher sein, dass du mit  1% der Belastung dieser Leute nicht ernsthaft gefährdet bist.

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Aber dieses mistige Gift tötet auch schon bei einem einzigen Flug so viele Nervenzellen wie ein Alkoholrausch, ich habe da mal eine Doku gesehen über diese Fume Events und ob es während des Fluges ein Fume Event gab wird den Passagieren später nicht gesagt

Kommentar von AnglerAut ,

Die Quellenangabe "ich habe da mal eine Doku gesehen" halte ich allerdings nur für besseres Stammtischgewäsch.

Kommentar von ManuTheMaiar ,

2 Sekunden googeln und hier hast du deine Quelle

http://www.dna-sequenzierung.com/fume-events/

Kommentar von AnglerAut ,

Konkrete Studien gibt es zu diesem Thema leider noch nicht.

Ein Satz aus deiner Quelle ...

Und die Personen wo man etwas feststellen konnte waren alles samt Flugpersonal, kein Passagier war dabei.

Antwort
von Pilotflying, 3

Wie sollen wir Piloten das nur überleben, wenn wir da jeden Tag drinnen sitzen?

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