Frage von Greiz,

Fragen zu Zirkonkronen und Zahnbehandlung in Ungarn

Hallo, bitte gebt mir ein paar Ratschläge. Ich möchte mir in Ungarn alle Zähne im UK überkronen lassen (Bissanhebung wegen Abrasion). Metallkeramik will ich nicht. Sind Zirkonkronen eine gute Alternative? Was ist der Nachteil dieser Kronen? Spielt es eine große Rolle ob das Dentallabor mit 4-Achsen CAD oder mit 5-Achsen CAD arbeitet? (da sind in youtube diverse Videos) Und letztlich: gibt es noch eine weitere Alternative zu Zirkonkronen? Bin für jeden Tipp dankbar.... Und allerletztlich: was sind die Auswahlkriterien für einen guten Zahnarzt in Ungarn, oder könnt Ihr mir evtl. einen empfehlen? Vielen Dank schon mal...

Hilfreichste Antwort von wvoelker,

Wichtig wäre zuerst, die Ursachen fürs Knirschen ab zu stellen. Was haben Sie gegen Metallkeramik? Um den Druck auszugleichen der zur Abrasion geführt hat, wäre ich mit Zirkonoxidkronen vorsichtig. Zirkon ist super, wenn es um Ästheitk geht. Aber im Fertigungsprozess sollte bedacht werden, daß die Keramik auf dem Zirkonoxid nicht geklebt oder mit dem Zirkon anderweitig verbunden ist. Sie hält nur durch die im System immanente Schrumpfung. Für den Seitenzahnbereich sind Zirkon kronen immer mit Problemen behaftet. Vor allem ist eine bestimmte Schichtdicke von mindestens 2 mm notwendig. Geben das die Zähne her? Wie wirkt sich die Bißhebeung auf das Kiefergelenk aus? Ist das schon ausprobiert worden mit einer Schiene? Ohne genaue Angaben ist ein Rat nicht gut möglich. Und... wenn Sie später Probleme (in den nächsten 2 Jahren) mit den Kronen bekommen sollten, müssen Sie nach Ungarn fahren. Verantwortungsvolle Zahnärzte werden eine Behandlung verweigern, weil sie sonst ab dem Zeitpunkt für die Arbeit verantwortlich sind. W. Völker

Kommentar von Greiz,

Hallo, Danke für Ihre Antwort. Seit Mai trage ich eine Aufbisschiene ohne Probleme. Knirschen habe ich mir abgewöhnt (hoffe ich). Metallkeramik mag ich nicht mehr weil das Zahnfleisch resorbierte und nunmehr die Metallränder teilweise erkennbar sind. Bei den unteren Inzisiven könnte abrasionsbedingt die erforderliche Mindestschichtstärke nicht möglich sein weil die Zähne recht klein sind. Könnten Sie mir bitte noch folgende Fragen beantworten? Warum wird Keramik mit Zirkonoxyd verbunden, ich dachte daß Zirkon leicht transparent wie der natürliche Zahn ist und deshalb eine Verblendung der Zirkonkronen nicht erforderlich sei? Und: Ist die Befestigung der Z-Krone auf dem Stumpf genau so sicher wie bei Metallkronen?

Kommentar von tommy0802,

Zirkon ist eine total undurchsichtige, hochfeste Masse. Daher für vollständige Kronen eigentlich ungeeignet, da es durch die Härte zu Kiefergelekschäden führen kann. Erst keramisch verblendet sollte dieses Material im Mund eingesetzt werden. Leider gibt es Labors bzw. Zahnärzte die das nicht interessiert.

Hier wäre Emax besser, weil es der Oberflächenhärte des natürlichen Zahnes näher kommt.

http://www.gerlach-dentaltechnik.de/foto_popup.php?Foto=Vk-13-23_MG_1615.jpg&...

bild 15

Kommentar von wvoelker,

Zirkon als komplette Krone ist nicht sinnvoll und wird meines Wissens auch nicht gemacht. Jedenfalls habe ich davon noch nie gehört. Die Befestigung der Kronen auf dem Zahn ist genauso sicher wie bei Meallkeramik, wenn sie mit einem dual härtenden Kunststoff gemacht wird. d.h. die Initial-"zündung" für die Aushärtung wird mit Licht gemacht und die vom Licht nicht erreichbaren Anteile härten dann chemisch aus. Schiene: ist die Schiene ein-, zwei- oder mehr Male erhöht worden? Denn Schiene allein reicht nicht. Das Kiefergelenk muss auf die neue (alte) Höhe erst wieder eingestimmt werden. Das Abplatzen von Keramik kann auch bei der Metallkeramik geschehen. Eine 100% Sicherheit gibt es nicht. Aber bei Knirschern ist die Fehlerhäufigkeit bei Zirkon eher höher. W. Völker

Kommentar von tommy0802,

sorry woelker, wenn ich hier eines besseren belehren muss. Es gibt mittlerweile einige Labors, die Vollkronen aus Zirkon fertigen. Wozu bräuchte es sonst in den CadCamSystemen die Möglichkeit von Kauflächengestaltung. Wenn man mal bei den Außendienstlern nachfragt, wird dies auch bestätigt.

Im übrigen lässt sich Zirkon genauso herkömmlich zementieren, wie Metallkeramik. Dualzement unnötig. Anätzen lässt sich Zirkon nicht.

Gruß Tommy

Kommentar von wvoelker,

Die CadCam-Syteme sind ja auch gut für Inlays und Dreiviertelkronen und auch Kronen im Cerec-Verfahren. Dort ist Kauflächengestaltung ja nicht unwichtig. Vollkronen aus Zirkon? Wie auch immer. Sie sind einfach zu hart. Wenn einige Labore das propagieren, nur weil es möglich ist, heißt das noch lange nicht, daß es auch für die Patienten gut ist. Man muß nicht jeder sogenannten Progressivität nacheifern. Da ist dann der verantwortungsbewusste Zahnarzt gefragt. Aussendienstler möchten verkaufen. Ob das für den Patienten gut ist oder nicht, interessiert hierbei weniger oder gar nicht. Natürlich lässt sich Zirkon auch herkömmlich zementieren" . Ich halte den anderen Weg für besser und dabei gehts nicht ums anätzen, denn der Zahnstumpf wird auch nicht angeätzt. Ich meine es hält besser. W. Völker

Kommentar von tommy0802,

Bzgl. zu hart, pflichte ich sofort bei. Ich möchte auch keinem Außendienstler unterstellen, dass er das verkaufen wollte. Es wurde nur erzählt, dass sogar diese Art von Arbeiten mittlerweile von einigen Labors gefertigt wird. Ich sage mal, wenn´s der Zahnarzt nicht verlangt, würde es nicht gemacht werden. Ich glaube wir Techniker sind häufig verantwortungsvoller.

Gruß Tommy

Kommentar von wvoelker,

Mag sein, daß es der eine oder andere Zahnarzt vollkronen aus Zirkon verlangt. Mag auch sein, daß das eine oder andere Labor so etwas einem Zahnarzt andient und der es dann tatsächlich ausprobiert. Labore und Zahnärzte sind direkt voneinander abhängig; im Guten wie im Schlechten. Folgen sind erst Jahre später zu erkennen. Ob er dann verantwortungsloser ist als das Labor möchte ich jetzt nicht diskutieren. Bei anderer Gelegenheit habe ich schon mal gesagt, daß es in JEDEM Beruf 10 - 20 % "Ausfälle" gibt. Und ob die Techniker insgesamt verantwortungsvoller sind ??? Pauschale Urteile zumal herabsetzende sind nicht wirklich sinnvoll auch dann nicht, wenn sie indirekt erfolgen. OK? Für Greiz [darum gings hier glaube ich :-) ] ist es ausschließlich wichtig, zu einer Entscheidung zu gelangen. Also noch einmal: Zirkonkronen für eine Bißhebung von 1 - 2 mm halte ich nicht für vernünftig und eine so komplexe Arbeit im weit entfernten Ausland zu tätigen auch nicht. Jede Komplikation kann in den nächsten 2 Jahren nur dort korrigiert werden. Zeit und Fahrtkosten? Aber: Ihre Entscheidung, Greiz. Viel Glück W. Völker

Antwort von Dentallabor,

Hallöche, ich betreibe ein Labor in Ungarn und kann nur sagen, das alle unsere Patienten mehr oder weniger gespart haben, je nach Behandlungsstatus. Innerhalb von 10Jahren hatten wir keinen Reklamationsfall, der nocheinmal anreisen musste weil die Arbeit Probleme machte.

Antwort von AuroraWcz,

Hallo Greiz,

es besteht die Möglichkeit, deine Fragen von kompetenten Zahnärzten beantworten zu lassen. Ich empfehle Dir deshalb, die Homepage www.budapestclinic.com aufzusuchen. Du bekommst die Infos, die du brauchst, ohne Geld auszugeben oder Dich verpflichten zu müssen. Ich hoffe Dir weitergeholfen zu haben. MfG Aurora

Antwort von Strauchdieb,

Ich kann Dir die Adresse eines Zahnarztes in Marcali geben der perfekt deutsch spricht. ok? Freundschaftseinladung.

Antwort von tommy0802,

Vornweg zum ersten ....Biss erhöhen sollte auf alle Fälle über eine adjustierte Schiene nach und nach eingestellt werden. Erst dann, nach entgültierger Bißfestlegung kann eine entsprechenden Kronen oder Brückenversorgung erfolgreich gemacht werden.

Abplatzer beim Zirkon sind nur dann ein Problem, wenn dass Labor die Verarbeitung eben dieses Werkstoffes nicht versteht. Ich habe schon oft von Kollegen gehört, die sich mittlerweile davor scheuen. Ich verarbeite Zirkon mittlerweile seit Jahren, auch Komplettsanierungen, ohne Probleme. Bei Zirkon muss man halt wissen worauf es ankommt bei der Verarbeitung, aber das wird hier sicher nicht breitgetreten.

Selbst die Österreicher fahren nicht mehr nach Ungarn, weil´s eben nicht so gut ist sondern nur billig. Ich würde das Geld an anderer Stelle sparen. Seitenzahnbereich Emaxkronen als "Vollgußtechnik" d.h. gemalte Krone was wiederum heißt, es gibt überhaupt keine Problem mit Abplatzen oder Chipping, nur die Optik ist halt nicht so perfekt wie bei der geschichteten Krone. Empfehle ich aber nur, wenn keine Brückenglieder rein müssen. Frontbereich Zirkonoxid, da dies das perfekte Material für die Esthetik als auch fürs Zahnfleisch ist.

4 oder 5-Achsen CAD ist egal. Die Kronen müssen einfach passen. Ich schicke meine Fräßarbeiten seid Jahren durch halb Deutschland, weil mein Partner einfach sein Handwerk versteht. Im übrigen, muss Zirkon auch in D nicht so teuer sein, wenn man das richtige Labor auswählt. Bei mir im Labor, kostet es kaum mehr als eine Kassen-VMK-Krone. Da muss man nicht mehrere hundert KM ins Ausland fahren.

Gruß Tommy

Kommentar von tommy0802,

PS. Die Keramik hat egal ob auf Metall Gold oder NEM, als auch auf Zirkon immmer nur die Verbindung durch´s "draufschrumpfen" Nur muss halt bei Zirkon viel sorgfältiger gearbeitet werden.

Antwort von tand10,

Das Liechtensteiner Unternehmen Ivoclar Vivadent bietet ein sehr gutes Vollkeramiksystem unter der Bezeichnung IPS e.max an.

Auswahlkriterien? Schau mal hier: http://www.kreativdental24.de/unser-service/blog/43-blog/160-checkliste-fuer-die...

Antwort von HeikoS,

Moin moin

Ob es sinnvoll ist, eine Komplettsanierung aus Kostengründen im Ausland erledigen zu lassen oder nicht, will ich lieber nicht erörtern. Die Art der Schleifmaschine ist völlig egal, Hauptsache der Bediener weiß was er macht. Nun zu den Zirkonkronen: Hier bezieht sich der Name auf die Gerüstkeramik, also den inneren Teil, der der Krone die Stabilität gibt. Hier hat man früher Metall verwendet, daher der Name Metallkeramik. Das Problem ist weniger der Verbund der Verblendkeramik zum Zirkon als die Verblendkeramik selbst. Die modernen (neuen) Keramiken sind stärker von Abblatzungen gefährdet als früher. Dafür ist die Ästhetik besser. Eine gute Alternative sind vollformatig ausgeschliffene Kronen aus e.max-Keramik oder noch fester - gepresste e.max-Kronen. Hier besteht die gesamte Krone aus einer einzigen Keramik. Nochmal zum Preis: Macht es bei einer anvisierten Haltbarkeit von 15-20 Jahren Minimum wirklich einen Unterschied, ob die Sache Tausend Euro mehr oder weniger gekostet hat, wenn man dafür alles vor Ort hat? bb hei

Kommentar von Greiz,

Danke für Ihre Antwort. Das Abplatzen der Verblendkeramik bei Zirkongerüst macht mir Sorgen. Habe nun einiges über chipping gelesen, konnte aber keine zuverlässige Aussage über die Häufigkeit finden. Sind gepresste e.max-Keramikkronen dasselbe wie Jacketkronen? Zum Preis, angeblich kostet die Zahnbehandlung in Ungarn nur gut ein Drittel. Dagegen steht der Aufwand der Anreise bei Reklamationen. Letztlich ist für mich der Preis ausschlaggebend weil ich mir in Deutschland trotz Zusatzversicherung, die 50 % vom Rechnungspreis übernimmt, sowas nicht leisten könnte.

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