Frage von Eucalyptus123, 36

Fragen zu Säuren, Kupfer uvm.?

Ich hätte da mal ein paar Fragen zur Chemie:

  1. Normalerweise ist es ja so, dass eine stärkere Säure eine schwächere Säure aus ihrem Salz "vertreibt". Zum Beispiel entsteht bei der Reaktion von Natriumacetat mit Salzsäure Kochsalz und Essigsäure. Die Reaktionsgleichung würde dann ja lauten: CH3COONa + HCl --> NaCl + CH3COOH. Ich habe gelesen, dass man am pKs-Wert herausfinden kann, ob eine Säure stärker oder schwächer ist als die andere. Bei der Reaktion von vorhin würde das ja stimmen: HCl hat einen pKs von -7 und CH3COOH einen pKs von 4,76. HCl ist also die stärkere Säure. Allerdings scheint das auch andersherum zu funktionieren: Wenn Kochsalz mit Schwefelsäure reagiert, entsteht Natriumsulfat und Salzsäure. Die Reaktionsgleichung dazu ist: 2 NaCl + H2SO4 --> Na2SO4 + 2 HCl. Aber eigentlich ist doch die Salzsäure stärker als die Schwefelsäure, sie hat jedenfalls einen niedrigeren pKs. Woran liegt das?

  2. Warum hat Kupfer meistens die Oxidationszahl II? Bei Kupfer(I)-Verbindungen geben die Kupferatome ein Elektron aus dem 4s-Orbital ab. Das ist dann leer und man hat einen stabilen Zustand. Aber wie ist das das bei Kupfer(II)-Ionen? Warum sind diese Verbindungen stabiler?

  3. Was reagiert mit wem bei doppelten Verdrängungsreaktionen? Bei der Reaktion 2 KI + Pb(NO3)2 --> 2 KNO3 + PbI2 ist Kalium das unedlere Metall. Aber warum verbinden sich die Kaliumionen mit den Nitrationen? Die Bleiionen verbinden sich dann mit den übriggebliebenen Iodidionen, denn am Ende muss ja etwas insgesamt Neutrales herauskommen. Ich bin mir nicht sicher, ob das etwas mit dem pKs zu tun hat, aber ich glaube nicht, denn der hängt ja (wenn ich das richtig verstanden habe) davon ab, wie viel von der Säure in Ionen dissoziiert ist, also wie gerne die Säure H^+-Ionen abgibt. Und die gibt es in der Reaktion überhaupt nicht; und dann kann die Reaktion damit auch nichts zu tun haben. Oder bin ich da auf dem Holzweg?

  4. Manche Säuren haben anscheinend verschiedene Rest-Anionen, zum Beispiel gibt es bei Kohlensäure zwei Natriumsalze: NaHCO3 und Na2CO3. Einmal ist der Säurerest ein Hydrogencarbonat-Ion und einmal ein Carbonat-Ion. Bei Wikipedia steht aber, dass beide Salze Salze der Kohlensäure sind. Wovon hängt denn nun ab, ob ein Hydrogencarbonat oder ein Carbonat, oder bei Schwefelsäure ein Hydrogensulfat oder ein Sulfat entsteht?

Ich weiß, das sind ziemlich viele und vor allem lange Fragen, aber irgendwie habe ich im Internet nichts dazu gefunden.

Vielen Dank für alle Antworten im Voraus.

Mit besten Grüßen, Eucalyptus123

PS: Nein, das sind keine Hausaufgaben und: Ja ich könnte googeln, aber entweder findet man gar nichts oder nur total komplizierte Antworten, die man als Neuntklässler nicht versteht. In der Schule hatten wir das auch noch nicht, das Orbitalmodell wird laut meiner Lehrerin sowieso nicht drangenommen. Und meine Lehrerin hat auch nicht immer Zeit, meine Fragen zu beantworten (kann man verstehen).

Antwort
von Quetzalcoatel, 28

Zu 2. Kupfer hat 9 elektronen in der d Schale- somit sind die schalen ungleichmäßig gefüllt und damit nicht Stabil, gibt es also noch ein weiteres Elektron ab hat er eine halbgefüllte d-Schale und ist damit Stabil. 

für das andere muss ich erstmal überlegen ;)

Kommentar von Eucalyptus123 ,

Irgendwie verstehe ich das nicht ganz. Ein Kupferatom hat doch auf der d-Schale 10 Elektronen und auf der 4. Schale (im s-Orbital) ein Elektron. Das steht jedenfalls in meiner Formelsammlung und auf Wikipedia. Wenn die d-Schale halb gefüllt sein soll, müsste das Kupferatom ja fünf Elektronen abgeben, es passen ja maximal 10 Stück darauf. Und nun?

Danke und viele Grüße, Eucalyptus123

Antwort
von PFromage, 28

Zu 1)
Die pKS-Werte beziehen sich auf die Reaktion mit Wasser, legen also hierfür die Gleichgewichtslage fest, dabei entstehen gelöste Ionen.
Reagiert Schwefelsäure mit einem Chlorid, so entsteht nur eine Ionensorte, nämlichSulfat (undauch Hydrogensulfat), der entstehende Chlorwasserstoff hat als Gas eine derart hohe Entropiem daß seine Bildung begünstigt ist.
Allgemein werden gasfürmige Säureanhydride durch nichtflüchtige Säuren verdrängt (Kohlens. Schweflige S. etc.)
Zu 3) Es reagiert nur Pb++ mit I-. Dies deshalb, weil diese Kombination als einzige schwerlöslich ist, somit aus dem Gleichgewicht verschwindet. K+ nimmt gar nicht teil.

Antwort
von 281200Max, 10

4) Wenn Kohlensäure in Wasser dissoziiert dann tut sie das in zwei Schritten: 1) H2CO3+H2O--->H3O+ + HCO3- ; und das entstehende HCO3- reagiert auch nochmal 2) HCO3- + H2O ---> H3O+ + CO3 2- Wenn du die Kohlensäure nun neutralisieren würdest dann würden beide Salze entstehen.

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