Frage von DicloniusLucy96,

Fragen zu Kinderheimen

Ich habe ein paar Fragen zu Kinderheimen. Ich werde in ein paar Tagen 16 und würde gerne mehr Informationen zu Kinderheimen und dem betreutem Wohnen haben. Wie sieht es aus, mit: der maximalen Anzahl an Kindern in einem Zimmer, dem Tagesablauf (es ist mir klar, dass man gewisse Pflichten hat), dem Taschengeld, der Freizeit (Wieviel Freizeit hat man? Darf man bei Freunden übernachten?), einem eventuellem Wechsel der Schule, Nebenjobs (wenn man z.B Nachhilfe geben möchte), den Schulsachen und Klassenfahrten. Wie wird das mit dem betreutem Wohnen ab 16 Jahren geregelt? Wie ist der Ablauf, wenn man zum Jugendamt geht? Hattest ihr vielleicht schon Erfahrungen mit Kinderheimen?

Hilfreichste Antwort von Sanja2,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Mit 16 versucht man die Jugendlichen eigentlich eher in einer Wohngruppe unterzubringen. Hier gibt es in der Regel Einzelzimmer und in Ausnahmefällen auch Doppelzimmer. Mehr sind heutzutage eigentlich nicht in einem Zimmer. In einer Gruppe sind 8-10 Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichsten Schwierigkeiten. Deshalb kann es auch mal zu Stress kommen, denn manche haben einfach ganz normale Umgangsregeln nicht gelernt. Die Kids müssen im Haushalt mithelfen. Das wird über Dienste geregelt. Bei uns (ich arbeite in so einer WG) gibt es tägliche Dienste und Wochendienste. Jeder hat jeden Tag einen Tagesdienst (also Tisch decken, Treppe wischen, Müll rausbringen, ...). Die Wochendienste werden gelost, das sind z.B. Gartenarbeit, besondere Putzarbeiten (z.B. die Mülleimer), Kühlschrank putzen und aussortieren, ... Tagesablauf ist morgens frühstücken, Schule, Mittag essen, Hausaufgabenzeit 1 Std, Freizeit, Abendessen (es sollen alle da sein, Ausnahme kann es geben, sind aber nicht ständig möglich), Fernsehen oder was auch immer die Kids vorhaben, je nach Alter unterschiedliche Zimmerzeiten (nicht Bettgehzeiten, wir können ja niemanden zum schlafen zwingen). Es gibt 2 Pflichttermine in der Woche, das ist eine Gruppenstunde mit der Psychologin und die Kinderkonferenz. Jeder hat am Anfang 2-3 Einzelstunden bei der Psychologin, später kann man sehen, ob man noch mehr Stunden braucht oder ob es damit erst mal reicht. Freunde dürfen in die WG kommen, müssen sich da aber benehmen können und sollten vorher angekündigt sein (es passt halt nicht immer). Freunde dürfen auch in der WG übernachten (die Eltern der Freunde müssen aber zugestimmt haben). Du darfst auch bei Freunden übernachten, wenn die Betreuer die Freunde kennen, deren Eltern zustimmen und auch deine Erziehungsberechtigten zustimmen. Das darf aber nicht zuuu oft sein, denn du sollst ja auch in der WG leben und nicht bei Freunden. Ich geh jetzt mal davon aus, dass du weiblich bist, dann reden wir hier auch immer von weiblichen Freunden, bei Jungs wäre das mit dem übernachten schwieriger möglich, aber nicht unmöglich. Taschengeld ist je nach Bundesland oder Stadt etwas unterschiedlich, dürfte aber mit 16 bei ca. 40 Euro liegen. Wenn die WG weiter weg ist von deiner jetzigen Schule, müsstest du die Schule wechseln. Nebenjobs sind möglich, aber nicht unbedingt ab dem ersten Tag und muss gut abgesprochen werden. Je nach Verdienst kann es sein, dass das Jugendamt dann aber davon einen Anteil verlangt (da können die Betreuer nichts dagegen machen). Schulsachen werden von der WG gekauft (aber das was nötig ist, kein Luxus) und Klassenfahrten werden finanziert. Wenn du zum Jugendamt gehst werden sie erst mal mit dir über die Probleme reden. Dann werden sie entscheiden ob du akut gefährdet bist, dann kann du gleich in eine Inobhutnahmestelle (einen schnelle Aufnahme für kurze Zeit, bis was langfristiges gefunden ist). Das Jugendamt wird in jedem Fall mit deiner Familie Kontakt aufnehmen und überprüfen was da los ist. Dann wird entschieden ob für dich eine WG bezahlt wird. Dann sucht das Jugendamt nach freien Plätzen und du darfst dort ein Vorstellungsgespräch machen. Dort kannst du alles fragen was du wissen willst und wirst auch vieles gefragt. Die Betreuer müssen schauen, ob du in die Gruppe passt. Wenn du und die Betreuer zustimmen, kannst du bald einziehen.

Kommentar von DicloniusLucy96,

Danke! Das waren wirklich sehr viele Informationen und der Großteil meiner Fragen dürfte jetzt gedeckt sein. Vielen Dank für die Mühe, die du dir gemacht hast um diesen langen Text zu verfassen.

Antwort von Kubique86,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich war sowohl im Kinderheim, als auch im betreuten Wohnen, und hatte einen Freund in einer Wohngruppe.

Im Kinderheim hatten wir 2er-Zimmer, nach der Schule kam gemeinsames Hausaufgaben machen, dann evt kleinere Aufgaben, ab und zu Zimmerkontrolle, und dann durfte ich raus. Am Anfang durfte ich nicht zu weit weg vom Heim, später schon und am WE auch mal woanders übernachten. Solche Sachen muss man sich aber verdienen, also immer schön lieb sein und sein Zimmer ordentlich halten, keinen Streit mit Kindern oder Erziehern anfangen und zuverlässig sein!

Sachen wie Schulwechsel, Nebenjobs, Klassenfahrten usw muss du mit den Erziehern oder der Heimleitung besprechen. Generell wird erlaubt was sinnvoll ist und dabei drauf geachtet, dass die Schule nicht vernachlässigt wird. Schließlich sollst du zur Selbstständigkeit erzogen werden. ;)

Wohngruppen sind ähnlich, vielleicht etwas lockerer was Regeln angeht, da die Bewohner meist älter sind, aber dafür hast du auch mehr Pflichten, wie gemeinsames Kochen usw

Betreutes Wohnen ist super, du hast eine eigene Wohnung, und bekommst volle Unterstützung auf deinem Weg ins eigene Leben. Also bei mir wurde am Anfang von einer Sozialarbeiterin das Geld kontrolliert, ich bekam einen festen Wochenbetrag. Sie kam 2x/Woche vorbei und schaute ob alles ordentlich ist und ob ich genug zu essen habe, obs mit der Schule klappt usw. Nach einiger Zeit, als alles klappte bekam ich mein Geld dann 2-wöchig und später dann komplett für einen Monat. Die Besuche wurden weniger und wenn du 18 bist und selbstständig genug um mit allem klarzukommen, dann endet die Betreuung und wenn du Glück hast, darfst du in der Wohnung bleiben. ;)

Kommentar von DicloniusLucy96,

Danke für deine Antwort! Ich finde es auch sehr gut von jemandem darüber informiert zu werden, der selber schon Erfahrungen damit hatte. Vielen Dank.

Kommentar von Kubique86,

Freut mich dass ich helfen konnte ;)

Antwort von Volkerfant,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hallo,

ältere, gefestigtere Kinder, bzw. Jugendliche, werden gerne in Wohngruppen ausserhalb des Kinderheimes untergebracht, weil von ihnen schon eine gewisse Selbständigkeit vorauszusetzen ist.

Es kann 1-3-Bett-Zimmer geben, das ist erlaubt, der Tagesablauf ist strukturiert, jeder Bewohner muss gewisse Pflichten erledigen, auch wenn er mehr Unterricht hat wie andere, dann muss eben die Freizeit geopfert werden. Ältere Kinder haben mehr Pflichten, als jüngere, das ist ja logisch.

Taschengeld bekommt man monatlich vom Jugendamt, es kommt darauf an, wie der Jugendliche mit dem Geld umgehen kann, ob er alles auf einmal in die Hände bekommt, oder ob es ihm eingeteilt wird.

Freizeit hat man natürlich auch, alelrdings finden auch gruppeneigene Veranstaltungen statt, an denen man auch seine Freizeit abgeben muss. Es wird auch darauf geachtet, dass jeder seine Lern-, bzw. Studierzeit einhält.

Mit dem Ausgang wird es meistens so gehandhabt, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Zeiten eingehalten werden, wobei es auch Abzüge, z.B. durch Strafen geben kann.

Wenn das Jugendamt dich im betreuten Wohnen unterbringen will, wird es dich mit dem Ablauf informieren, das Heim wird dich die Heimordnung einweisen, die wird allerdings von Heim zu Heim unterschiedlich sein.

Kommentar von DicloniusLucy96,

Danke für die vielen Informationen! Es freut mich zu sehen, wenn jemand sich darum bemüht eine Frage so ausführlich zu beantworten.

Antwort von Paula1234,

Die Freundin meiner Tochter wohnt seit Sommer im betreuten Wohnen, sie hat ein eigenes Zimmer .. Freizeit, wenn sie weggehen will, muss sie absprechen, sie darf aber ab und an über Nacht weg bleiben. Wie viel Geld sie bekommt, weiß ich leider nicht. Wende dich an das Jugendamt, die können dir weiter helfen ..

Antwort von FlyingCarpet,

Kinderheime gibt es in diesem Sinne nicht so oft. Wohngruppen ja, da ist aber alles unter Kontrolle und nicht viel erlaubt. Und die Wohnungsgenossen na ja...

Antwort von BinkaSabinka,

willst du ins heim oder wie??? also ein freund von meinem bro ist bei so einem betreuten wohnen der ist schon 21 und der findet das gut also das is besser wie im heim da gibt es nämlich richtige rangordnungen und die ehrzieher sind auch oft nich das wahre

Kommentar von DicloniusLucy96,

Ja, ich überlege ins Heim zu gehen. Wie meinst du das mit den Rangordnungen? Es ist mir klar, dass sich die Jugendlichen/Kinder an gewisse Regeln halten müssen und Pflichten haben, welche die Erzieher ihnen zuteilen. Also ist es auch klar, dass die Erzieher in der Rangordnung über den Kindern/den Jugendlichen stehen, oder nicht?

Kommentar von BinkaSabinka,

oh nein nein die kinder unter sich da kannst du erst mal als neuankömmling die schuhe putzen von den anderen was meinst du denn was da für rngordnungen herrschen???

Kommentar von DicloniusLucy96,

Ich denke mal, dass das aufs Heim ankommt, oder nicht? Es wird doch nicht überall so sein, oder? Aber jetzt verstehe ich auch schon besser, was du genau mit den Rangordnungen meintest.

Kommentar von washilfts,

Blödsinn!!!

Kommentar von washilfts,

Blödsinn!!!

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