Frage von biherrscher, 58

Fragen für ein Interview dringend gesucht?

Hey Leute,

Ich werde diese Woche die Senatorin für Kinder und Bildung treffen und muss ein Interview mit ihr führen. Leider fällt mir nicht eine Frage ein. Das Amt kann ich auch nicht abdrücken da es nicht nur für unser Schuljahrbuch ist sondern auch weil es benotet wird und ich mir miese Noten nicht erlauben kann. Ich bin ziemlich ratlos bitte um schnelle Hilfe da es eilt.

Antwort
von PolluxHH, 13

Da aktuell Bremen die Präsidentschaft in der Kultusministerkonferenz hat, kannst Du, je nach Zeithorizont, auch Fragen auf nationalem Niveau stellen, doch seien erst einmal Fragen auf Landesebene angesprochen. Dazu solltest Du dich aber auch vorbereiten, also Statistiken recherchieren etc. .

1. Moderne Schulsysteme sollen Durchlässigkeit und Vergleichbarkeit verbessern, allerdings steigt auch seit den 90ern tendenziell der Anteil an totalen und funktionalen Analphabeten unter Schülern bei gleichzeitig sinkender Zahl erkannter Fälle von Legasthenie/Analphabetismus, wobei gerade auch moderne Unterrichts- und Prüfungsformen es erleichtern, Analphabetismus und Legasthenie zu verstecken. Frage: wäre hier nicht auch gerade vor diesem Hintergrund ein Umdenken hinsichtlich Unterrichtsstrukturen und Inhalten sinnvoll? Folgefragen wären dann inhaltlicher Natur, abhängig von der Antwort.

2. Trotz aller Änderungen im Schulsystem ist aus psychologischer Sicht eine deutliche Abnahme der Frustrationstoleranz bei Kindern und Jugendlichen zu verzeichnen, verbunden mit einem signifikanten Anstieg von depressiven Erkrankungen sowie narzißtischen Persönlichkeitsstörungen bei insbesondere Jugendlichen. Frage: Inwieweit hat sich die Politik dieser Problematik gestellt und gibt es schon Ansätze, dem entgegenzuwirken?

3. Das deutsche Schulsystem gleicht sich immer mehr Schulsystemen wie in der Schweiz an, wobei Schweizer Schüler gegenüber Schülern in Ballungsräumen wie Bremen in ihrer Struktur homogener sind. Es gibt genügend Studien, z.B. aus der Schweiz, die selbst bei einem hohen Homogenitätsgrad wie in der Schweiz die maximale Klassengröße bei höchstens 20 Schülern ansetzen. Dabei ist die didaktische Ausbildung der Lehrer, die zudem in diesem Schulsystem aufgewachsen sind, gegenüber der deutschen Ausbildung von Lehrern vertieft. Trotz solcher Defizite werden aber dennoch in Stadtstaaten wie Hamburg oder Bremen solche Schulsysteme bei Kenntnis um solche Defizite installiert, dabei selbst die Maximalanzahl an Schülern überschreitend, die in Stadtstaaten eher bei 16, also niedriger anzusetzen wäre. Frage: wäre es nicht im Interesse der Schüler weit angemessener, Defizite des Systems bei der Planung zu berücksichtigen, statt sie unbeachtet zu lassen?

4. Integration von Kindern mit Migrationshintergrund ist erforderlich, allerdings belastet es auch den Unterricht. So war früher die Kenntnis des ABC nach 3 Monaten in der 1. Klasse gefordert, in Berlin derzeit zu Ende der 3. Klasse, d.h. erst in der 4. Klasse kann ernsthaft mit Texten gearbeitet werden. Unterricht auf mündlicher Basis aber ist deutlich ineffizienter, da es sich deutlich weniger einprägt. Wäre es hier nicht an der Zeit, ein Modell zu entwickeln, welches einerseits Kinder mit Migrationshintergrund optimal fördert, dies aber nicht zu Lasten der Ausbildung von Kindern erfolgt, die schon bei Einschulung lesen und schreiben können? (Ein differenzierender Unterricht kann nur bis zu einer gewissen Heterogenität sinnvoll gehalten werden.)

[Anm.: Das Problem dürfte immer die Frage gewesen sein, ob die Separierung oder ergänzende Unterrichtung nicht als Diskriminierung ausgelegt werden könnte, eigentlich hat man ich dem Problem seit den 70ern nicht gestellt.]
Antwort
von Jonas711, 19

Google ergibt, dass du wohl aus Bremen kommst.

Schau dir mal Statistiken an, die die Leistungen durchschnittlicher Schüler verschiedener Bundesländer miteinander vergleichen, z.B. hier:

http://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/zukunft-bildung/213318/bildungsungleichhei...

Wie können da bei einem Bremer keine Fragen aufkommen?

Kommentar von Jonas711 ,

Jetzt nimm dazu noch folgende Statistiken: http://www.schulverpflegungev.net/wp-content/uploads/2012/12/p_wsi_kinderarmut_2... und du hast eine gute Grundlage

Kommentar von PolluxHH ,

Übrigens ist die Frage über eine andere Statistik abzugleichen, denn das Kompetenzspektrum verschiebt sich deutlich, wenn man es auf Schüler ohne Migrationshintergrund beschränkt. Nicht selten sind diese Skalen hochgradig mit dem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund korreliert, was besonders Stadtstaaten betrifft. Dies kann als Zeichen dafür gesehen werden, daß ggf. das deutsche Schulsystem es nicht erlaubt, Kinder mit Migrationshintergrund hinreichend zu fördern.

Antwort
von Kuhlmann26, 13

Na Dein Kommentar enthält doch schon die richtigen Anhaltspunkte.

  • Warum darf eine Lehrerin mich zwingen, mit Ihnen ein Interview zu führen?
  • Warum darf sie mir mit einer schlechten Note drohen, wenn ich die Aufgabe einer anderen Person überlassen?
  • Warum darf sie das Interview überhaupt bewerten?
  • Warum versucht die Schule mit dieser nachgewiesenermaßen einseitigen und subjektive Bewertung einen so großen Einfluss auf meinen zukünftigen Lebensweg zu nehmen?
  • Warum können Lehrer mithilfe von 6 Ziffern darüber entscheiden, welchen Beruf ich später ausübe.

Gruß Matti

Antwort
von anaandmia, 17

Da gibt es doch 1000 Fragen ! Z.B Flüchtlingspolitik, Warum sie diesen Job macht, wie sie dazu gekommen ist usw.
Für eine gute Note muss man sich aber auch ein bisschen selbst anstrengen;)

Antwort
von tomhgw, 23

Stell doch Fragen in Richtung der aktuellen Flüchtlingspolitik. Frag doch z.B. wie unsere Schulen mit Kindern umgehen sollen die noch nie irgendwas gelernt haben.

Antwort
von theconsultant, 13

Was möchte sie umbedingt erreichen?
Wie war ihre eigene Schulzeit?
Was hat sich seitdem verändert?
...

Antwort
von pz1409, 27

Frag sie doch was sie so aus Senatorin macht. Lass dir ihre Arbeit erklären.

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