Frage zur Medikation?

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7 Antworten

Die Medikation unterdrückt in den meisten Fällen einfach nur deine Symptome, führt aber nicht zwangsläufig zur Heilung.

Durch die Medikation und die Unterdrückten Symptome sollst du lernen wieder normal mit deiner persönlichen Situation umzugehen. Deswegen ist es wichtig, zum Beispiel ehemals angstvolle Situationen ohne Angst zu durchleben, damit du siehst dass du keine Ängste haben brauchst.

Die Gesprächstherapie ist eigentlich der wichtigste Teil an der ganzen Sache, denn auch wenn du dir nicht vorstellen kannst das Gespräche viel bringen, so ist ein entsprechend geschulte Therapeut doch in der Lage, dir auf geschickte Art und Weise zum einen deine Probleme zu entlocken, und zum anderen sinnvolle Tipps zu geben, wie du mit deinen Ängsten umgehen kannst.

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Es gibt auf dem Markt eine Unmenge Medikamente, die angstlösend wirken, haben aber alle! Nebenwirkungen. Die meisten machen ungeheuer müde, führen zu Gewichtszunahme und zu Verstopfung.

Einfach absetzen darf man die eh nicht, die müssen in der Regel ausschleichend abgesetzt werden. Eine Dosierung wird dann der Arzt festlegen.

Aber Tabletten beseitigen nicht die Ursache. Die allermeisten Patienten mit einer Angststörung werden medikamentös behandelt und gehen zu einem Psychotherapeuten. Doch das hilft, wenn man mit jemanden über seine Ängste spricht! Du erzählst ja nicht einfach nur, und der andere hört zu und weiter passiert da nichts.

Psychotherapeuten versuchen Dir zu helfen, warum Du solche Ängste hast (ob zum Beispiel verdrängte Kindheitserinnerungen daran schuld sind, oder ein Trauma, was in der Vergangenheti liegt). Er kann Dir aufzeigen, wie Du damit besser umgehen kannst.

Geh mal zu einem Allgemeinmediziner, besprich das mit ihm, evtl. verschreibt er Dir schon mal Psychopharmaka und lass Dir eine Überweisung zum Therapeuten geben. Viele Ärzte können Dir da evtl. einen schnelleren Termin verschaffen, da sie den Psychologen selbst gut kennen.

Ansonsten musst Du dann leider selbst Dich darum kümmern. Hier, bei Jameda, findest Du alle Psychologen, Psychiater und Psychotherapeuten in Deinem Umfeld

https://www.jameda.de/arztsuche/

Achte ein bißchen auf die Patientenkritiken und wo der Schwerpunkt dieser Therapeuten liegt, wird oft dazu geschrieben.

Dann rufst Du der Reihe nach die Anrufbeantworter an, sagst ganz kurz, um was es geht und bittest um Rückruf bezüglich Terminvergabe.

Alles Gute. lg Lilo

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Gegen Angststörungen gibt es im Prinzip 3 Arten von Medikamenten:

  • Antidepressiva, allen voran jene der SS(N)RI-Klasse http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/). Antidepressiva wirken gegen Ängste ironischerweise besser als gegen Depressionen. Das Problem dieser Medikamente ist jedoch, dass sie mit vielen Nebenwirkungen verbunden sind, besonders zu Beginn der Einnahme. Zudem müssen sie täglich konsumiert werden (also nicht nur bei Bedarf). Es dauert ca. 4-5 Wochen bis sie wirken. Das positive: Antidepressiva machen nicht abhängig.
  • Benzodiazepine (z.B. Alprazolam oder Lorazepam) sind vor allem Notfallmedikamente. Sie können einfach bei Bedarf eingenommen werden und wirken bereits 20-30 Minuten nach der Einnahme. Benzodiazepine wirken enorm zuverlässig uns sehr stark angstlösend und beruhigend. Das Problem dieser Medikamente ist, dass sie wirklich nur Notfallmedikamente sind, da sie nach längerem und regelmässigem Gebrauch abhängig machen (nach ca. 4-8 Wochen). Mehr zu Benzodiazepinen hier: http://deprimed.de/benzodiazepine-z-drugs/
  • Pregabalin ist ein Antieptileptikum welches angstlösend wirkt http://deprimed.de/pregabalin/). Es wird vor allem dann eingesetzt, wenn die Behandlung mit Antidepressiva versagt hat. Pregabalin ist mit starken und vielfälltigen Nebenwirkungen verbunden und muss zudem täglich eingenommen werden. Abhängig macht es nicht.

Es ist in der Tat so, dass viele Angststörungen chronisch verlaufen und viele Menschen relativ lange Antidepressiva einnehmen müssen. Die Dosis kann nach einer akuten Phase jedoch meist auf ein Minimum reduziert werden.

Allerdings verlaufen nicht alle Angststörungen chronisch. Es gibt auch Menschen, welche diese Medikamente mit der Zeit wieder absetzen können. Antidepressiva werden nach der Remission (Beseitigung der Symptome) im Durchschnitt 6 Monate lang weiter genommen. Danach versucht man langsam die Dosis zu reduzieren und schaut, ob erneut Angststörungen auftreten. Ist dies der Fall wird die Dosis wieder hochgeschraubt.

Eine Psychotherapie ist nicht zu unterschätzen, wenn man sie richtig macht. Mit richtig machen meine ich eine richtige Psychotherapie und nicht das Gespräch beim Arzt, welcher einfach Medikamente verschreibt.

Es gibt im Prinzip zwei häufige Formen der Psychotherapie, welche bei Angststörungen eingesetzt wird. Verhaltenstherapie oder eine analytische Psychotherapie.

In einer Verhaltenstherapie lernst du mit deiner Angststörung umzugehen. Du setzt dich dosiert den angsterzeugenden Reizen aus. Bei einer analytischen Psychotherapie ist es das Ziel das Unterbewusstsein zu erreichen und somit die Gründe für deine Angststörung zu beseitigen.

Bis eine Psychotherapie wirkt kann es leider Monate, wenn nicht Jahre dauern. Dafür ist sie sehr effektiv und hat keine Nebenwirkungen.

Ich bin ein sehr rational denkender Mensch und kann mir nicht erklären wie eine analytische Psychotherapie wirkt. Dennoch habe ich mich darauf eingelassen (gleichzeitig mit der Einnahme von Medikamenten) und war positiv überrascht. Es funktioniert tatsächlich.

Ich glaube im Prinzip muss man einfach offen sein und sich darauf einlassen. Ich jedenfalls habe keinen Bock den Rest meines Lebens mit den Nebenwirkungen der Medikamente zu verbringen.

Also: Go for it! ;-)

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Hallo, eine gute Gesprächstherapie ist mehr als nur reden. Es gilt herauszufinden wo, wie und warum die Angststörungen sind u d schrittweise sich den Ängsten stellen. 

Bei Angststörungen gerät man schnell ins Vermeiden, das heisst man begibt sich gar nicht erst in die Situation in denen die Angst auftauchen könnte, was zu einer zunehmenden Isolation führen kann. 

Ich empfehle dringend eine Therapie. Medikamente können unterstützend eingesetzt werden, ersetzen aber die auseinandersetzung mit dem Thema nicht. So unbequem und schmerzvoll das sein mag.

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Deine eigentliche Frage war ja, ob die Angst genau so schlimm ist wie vorher, wenn du die Medis absetzt. Das kommt auf die Therapie an. Im Laufe der Therapie sollte man lernen, mit den angsteinflößenden Situationen umzugehen, den Ängsten auf den Grund zu gehen. Dann wird das Medikament in Absprache mit dem Arzt abgesetzt, eigentlich sollte  man dann “geheilt“ sein bzw die Therapie weiterführen. 

Ziel ist immer, keine Medis zu verabreichen, sondern dem Patienten zu helfen, sich selbst zu helfen.

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Mut Medikamenten drückst du's nur in den Hintergrund...kommt immer auf die Ängste an..aber Konfrontation ist immer die beste Lösung...

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Angststörungen lassen sich auch homöopathisch behandeln, zusammen mit einer Psychotherapie.

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