Frage von Franz577, 116

Frage zur erweiterten HU beim TÜV?

Bei meinem PKW wäre eigentlich im September die HU fällig gewesen. Da er aber seit diesem Jahr als Saisonfahrzeug läuft erst ab Oktober wieder "aktiv" ist, war dies natürlich erst ab da möglich. Aufgrund einer längeren Abwesenheit bin ich aber erst letzte Woche dazu gekommen, die HU durchführen zu lassen. Innerhalb von zwei Monaten erfolgt ja noch keine erweiterte HU, also kein Problem, dachte ich.

Nun habe ich aber leider die Plakette nicht bekommen, weil die hinteren Bremsbeläge fällig sind und auch die Achsaufhängung an einem Rad erneuert werden muß. Einen Monat habe ich dafür jetzt Zeit, aber da komme ich dann schon in den Dezember rein.

Da ich aber noch innerhalb der zwei Monate beim TÜV war, kann mir doch nun innerhalb der Frist von einem Monat zur Wiedervorführung nichts passieren, oder? Denn ich konnte ja nicht wissen, daß ich "durchfalle". Ich muß dann nur nochmal 12,50 bezahlen und dann bekomme ich die Plakette ab Dezember wieder für zwei Jahre. Ist das richtig?

Antwort
von Rockuser, 116

Wenn man die 4 Wochenfrist nicht einhält , musst Du die gesamte HU noch mal bezahlen.

Kommentar von Franz577 ,

Das ist mir klar, aber diese Frist halte ich sicher ein.

Expertenantwort
von TransalpTom, Community-Experte für Auto, 96

Nein, das ist kein Problem, die HU wurde fristegrecht (im Sinne dieser Regelung) durchgeführt. Was jetzt ansteht ist eine "Nachkontrolle" auch wenn Du damit in den Dezember kommst, ist die HU im November erfolgt, Du bekommst dann bei der NK auch die Plakette auf November geklebt, weil der Tag der HU im November lag.

Wenn Du die Monatsfrist nicht einhältst, dann ist zwar eine neue HU fällig, aber wieder keine Ergänzungsuntersuchung, weil Du im November schon einmal zur HU warst.

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Du hast im übrigen KEINEN Monat für die Reparatur Zeit, sondern nur für die Nachkontrolle.

Die Reparatur hat unverzüglich zu erfolgen.

Kommentar von Franz577 ,

Ok, soweit verständlich. Die Nachprüfung hat innerhalb eines Monats zu erfolgen und die Reparatur natürlich so bald wie möglich. "Unverzüglich" ist relativ, denn ich kann es natürlich erst machen lassen, wenn ich einen Termin in der Werkstatt bekomme.

Kommentar von TransalpTom ,

Ich kann Dir nur sagen, was der Gesetzestext hergibt:


Volksmund meint (ist leider falsch)

1) geringe Mängel müssen nicht repariert werden

2) erhebliche Mängel kann man innerhalb 1 Monat beheben.


Gesetzestext Anlage VIII der StVZO sagt

1) geringe Mängel müssen innerhalb eines Monat behoben werden

2) erhebliche Mängel müssen unerverzüglich behoben werden, das Fahrzeug muß zur Nachkontrolle innerhalb eines Monats vorheführt werden.

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Anlage VIII der StVZO Punkt 3.1.4 bis 3.1.4.3


3.1.4  Stellt der aaSoP oder PI bei der Hauptuntersuchung oder bei einer Nachprüfung nach Nummer3.1.4.3 Satz 2

3.1.4.1  keine Mängel fest, so hat er für das Fahrzeug eine Prüfplakette nach § 29 Absatz 3 zuzuteilen,

3.1.4.2  geringe Mängel fest, so sind diese im Untersuchungsbericht einzutragen. Er kann für dasFahrzeug, außer bei Untersuchungen nach Nummer 3.1.3, eine Prüfplakette nach Maßgabe des §29 Absatz 3 Satz 3 zuteilen; der Halter hat die Mängel unverzüglich, spätestens jedoch innerhalbeines Monats, beheben zu lassen,

3.1.4.3  erhebliche Mängel fest, so sind diese im Untersuchungsbericht einzutragen. Er darf für dasFahrzeug keine Prüfplakette zuteilen; der Halter hat alle Mängel unverzüglich behebenzu lassen und das Fahrzeug zur Nachprüfung der Mängelbeseitigung unter Vorlage desUntersuchungsberichts spätestens bis zum Ablauf von einem Monat nach dem Tag derHauptuntersuchung wieder vorzuführen. Sind bei der Nachprüfung nicht alle Mängel behobenoder werden zusätzliche Mängel festgestellt, darf die Prüfplakette nicht zugeteilt werden unddas Fahrzeug ist innerhalb der in Satz 2 genannten Frist erneut zur Nachprüfung vorzuführen;der aaSoP oder PI hat die nicht behobenen oder die zusätzlich festgestellten Mängel imUntersuchungsbericht zu vermerken. Wird bei der Nachprüfung der Untersuchungsbericht nichtvorgelegt oder wird das Fahrzeug später als ein Monat nach dem Tag der Hauptuntersuchungwieder vorgeführt, so hat der aaSoP oder PI statt der Nachprüfung der Mängelbeseitigung eineneue Hauptuntersuchung durchzuführen. Dabei ist eine bis zu zwei Monate zuvor durchgeführteAbgasuntersuchung nach Nummer 6.8.2 der Anlage VIIIa zu berücksichtigen
Kommentar von Franz577 ,

Ok, aber definiere bitte mal "unverzüglich". Wie gesagt, erhebliche Mängel können ja nur von einer Fachwerkstatt behoben werden und wenn man dort erst nach einer oder zwei Wochen einen Termin bekommt, was soll man dann machen? "Unverzüglich" ist für mich dann erfüllt, wenn man sich unverzüglich um die Behebung kümmert und z.B. einen Termin in der Werkstatt vereinbart. Denn gleich von TÜV raus und rein in die Werkstatt ist ja wohl unrealistisch. Oftmals sind auch bestimmte Ersatzteile nicht vorrätig und müssen erst noch bestellt werden.

Kommentar von TransalpTom ,

unverzüglich ist nicht weiter definiert, das kann eine Einzelfallentscheidung sein.

Ich hatte im Kundenkreis einen Busunternehmer, der hat an seinem  Fahrzeug nach der HU die geringen Mängel (Licht) sofort repariert, die Bremse sollte dann am Wochende repariert werden. 3 Tage nach der HU kam er in eine Kontrolle, die Weiterfahrt mit Fahrgästen wurde untersagt, da die erheblichen Mängel nicht beseitigt waren.

Ein anderer Kund emit einem Pkw wurde nach 3 Wochen angehalten, weil er die HU um 4 Monate überzogen hatte. (Hätte nur 25 EUR gekostet). Als ganz Schlauer hat er dann den 3 Wochen alten HU Bericht vorgelegt und darauf hin eine Anzeige bekommen, weil er wisssentlich ein Kraftfahrzeug mit erheblichen führt und der unverzüglichen Beseitigung der Mängel nicht nachgekommen ist.

Der Fall mit dem Pkw ist allerdings der einzige, der mir in den letzten 15 Jahren im Kundenkreis bekannt geworden ist, vermutlich hatte er bei der Kontrolle eine "große SchnXuze" ;o)

Die Definition "erheblicher Mangel" heißt, das Fahrzeug weißt Mängel auf, die mittelbar die Verkehrssicherheit gefährden.

Im Gegensatz dazu wäre die Definition von "verkehrsunsicher" ein Mangel, der die VErkehrssciherheit unmittelbar gefährdet, die Plakette würde dann entfernt, die Weiterfahrt untersagt.

Ich kann Dir hier nur sagen, was der Gesetzestext sagt, wie dann eine Kontrollperson oder im Zweifelsfall ein Staatsanwalt oder Richter "unverzüglich" definiert, das mußt Du dann selbst ausprobieren. ;o) 

I.d.R. wenn du nicht monatelang überzogen hast oder anderweitig Anlaß für eine Kontrolle bietest wird das wohl nicht auffallen und somit auch kein Problem darstellen.

Kommentar von Franz577 ,

Ok, du sagst es ja selbst: Sowas stellt allenfalls eine mittelbare Gefährdung der Verkehrssicherheit dar. Und solange man mich beim TÜV noch wegfahren läßt, bedeutet das für mich auch zugleich, daß man es toleriert, daß ich diesen Mangel nicht "sofort" beseitige. Denn das kann ich ja wie gesagt nicht, da ich schlecht in die nächstbeste Werkstatt fahren und fordern kann, daß das jetzt sofort auf der Stelle behoben wird. Und zu verlangen, daß ich das Auto so lange stehen lasse, bis ich einen Termin in der Werkstatt habe, wäre auch indiskutabel, da nicht davon auszugehen ist, daß innerhalb der nächsten 4 Wochen das Auto auseinanderfällt.

Kommentar von TransalpTom ,

Na, ich sagte ja anhand der Beispiele, dass es rechtlicht nicht definiert ist. Wenn das Fahrzeug ein Taxi oder ein KOM ist, mit dem gewerblicher Personenverkehr betrieben wird, ist mit Sicherheit bei der nächsten Fahrt bei den nicht behobenen Mängel End.

Auf dem HU Bericht werden ja die erheblichen Mängel und ie geringen Mängel extra mit (G) und (E) gekennzeichnet, damit der Halter Kenntnis darüber hat, welche Mängelbeseitigung unverzüglich zu erfolgen hat und für welche er den einen Monat Zeit hat.

Selbst wenn Dein Auto nur geringe Mängel aufweist, bist Du nach Anlage VIII Punkt 3.1.4.2 verpflichtet, diese innerhalb eines Monats zu beheben, obwohl Du nicht zu einer Nachkontrolle erscheinen mußt.

Ärger gibt es erst, wenn etwas passiert, Du in einen Unfall verwickelt bist, oder Du kontrolliert worden bist. Selbst dann warte ab, wie die Kontrollperson das auslegt und dann kannst Du es immer noch auf eine richterliche Entscheidung ankommen lassen.

I.d.R. wird es ja auch keinen Ärger geben, da die Wahrscheinlichkeit, daß es jemand merkt recht gering ist.

Kommentar von Franz577 ,

Daß es jemand merkt ist sicher eher unwahrscheinlich. Nur hab ich halt dummerweise immer noch die alte Plakette drauf und wenn ich nun in eine Kontrolle kommen sollte, dann muß ich ja irgendwie begründen, warum das so ist, weil ich keine Lust habe, dafür eine Strafe zu bezahlen.

Was würde ich also tun? Ich würde dem Polizisten den TÜV-Bericht zeigen, der bestätigt, daß ich noch fristgerecht beim TÜV war. Darauf würde er dann aber sehen, daß ein erheblicher Mangel beanstandet wurde. Ich könnte dann zwar behaupten, daß dieser schon behoben wäre, aber ich nur noch nicht bei der Wiedervorführung war. Das Gegenteil dieser Behauptung würde er mir an Ort und Stelle nicht beweisen können, aber ich hätte natürlich auch keinen Beweis dafür, daß meine Aussage korrekt ist.

Und nehmen wir den worst-case: Angenommen, ich hätte unmittelbar nach dem TÜV-Termin einen Unfall und es würde sich herausstellen, daß ein erheblicher Mangel bestanden hat. Könnte man mir dann einen Strick daraus drehen, wenn man mich doch beim TÜV wieder wegfahren hat lassen? Zur Werkstatt schieben kann ich das Auto ja schlecht. Und würde es nicht auch eine Rolle spielen, ob der Mangel überhaupt unfallrelevant war?

Kommentar von TransalpTom ,

Ob Du schon zu einer nicht bestandenen HU warst oder nicht, ist unerheblich. Im Zweifelsfalle warst Du besser noch nicht da, denn dann sind Dir noch keine erheblichen Mängel bekannt.

Die HU Frist verlängert sich nur um einen Monat, wenn Du im Fälligkeitsmonat da warst. (ist aber für Pkw irrelevant, weil der Bussgeldkatalog kein Bußgeld für die ersten zwei Monate überzug vorsieht).

Eine abgelaufene HU bleibt abgelaufen, auch wenn Du schon zur hU warst, diese aber nicht bestanden wurde.

Sprich: Wenn Dein Auto z.B. seit 6 Monaten drüber ist, dann ist es jetzt auch seit 6 Monaten drüber und es gibt dann eine Knolle über 25 EUR. Also lieber die 25 EUR bezahlen, als zusätzlich noch, weil Du der unverzüglichen Mängelbeseitigung nicht nachgekommen bist.

Denn dann kann man Dir den Vorwurf machen, dass Du VORSÄTZLICH ein Kraftfahrzeug mit erheblichen Mängeln in Betrieb genommen hast denn Du gibst ja zu, dass Du davon weißt.

Manchmal eben besser dumm stellen.

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Natürlich kannst Du behaupten, der Mangel sei schon behoben, bei manchen erheblichen Mängel geht das ja auch, weil man es vor Ort nicht nachkontrollieren kann, aber die meisten erheblichen Mängel kann man mit einem Blick sehen, ob es behoben ist oder nicht.

Ob ein Auto ein neues Traggelenk oder einen Spurstangengelenkkopf bekommen hat oder die Bremse neubelegt wurde, kann man auch auf der Straße ohne Bühne nachgucken.

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Um auf Deinen worsed case zurück zu kommen ... Nein, man kann dem Prüfer keinen Strick daraus drehen.

Wenn es erhebliche Mängel sind, dann geht er von einer mittelbaren Gefahr aus, diese Einschätzung ist nur eine Prognose, um genau zuwissen, wie lange etwas noch hält, benötigt man eine Glaskugel.

Wenn der Prüfer davon ausgeht, dass eine unmittelbare Gefahr von dem Mangel ausgeht, leutet das Ergebnis "verkehrsunsicher" und die Prüfplakette wird entfernt. Auf dem Bericht steht dann "Das Fahrzeug darf am Strassenverkehr nicht mehr teilnehmen". Der Prüfer darf Dich aber nicht daran hindern es doch zu tun, das ist Halterverantwortung. Er kann Dich ja auch nicht dazu zwingen, die erheblichen Mängel sofort zu beheben und die geringen innerhalb eines Monats, dass muß der Halter in die Hand nehmen.

Wenn Du nach der negativ abgeschlossenen HU einen Unfall hast, bei dem der Mangel unfallursächlich war, bist du selbst dafür verantwortlich. Ist der Mangel nicht unfallursächlich, dann ist das auch irrelevant.

Wenn Du z.B. einem Vordermann hintendrauf gefahren bist und Dein erheblicher Mangel ein ausgeschlagenes Traggelenkt ist oder eine leuchtende Airbagleuchte, dann ist das vollkommen irrelevant.

Du bekommst auch keine Teilschuld, wenn Dein Auto keine gültige Plakette mehr hat. Es bietet nur eine Angriffsfläche für die Verteidigungstaktik eines gegenrischen Anwaltes, aber die abgelaufene Plakette sagt nichts über den Fahrzeugzustand aus.

Den Prüfer hätte nur eine Konsequenz zu erwarten, wenn er einen verkehrsunsicheren Mangel als erheblich aufschreibt, aber sei Dir gewiss, der Prüfer wird in einem grenzwertigem Fall eher lieber verkehrsunsicher attestieren als erheblich.

Antwort
von wikinger66, 95

Ja, das ist so, Plakette 12/2017, ABER TÜV Gutachten immer mitführen. Warum dauert die Reparatur 1 Monat?? Lasse es doch umgehend machen!

Kommentar von Franz577 ,

Würd ich ja gerne, aber was soll ich machen, wenn ich früher keinen Termin in der Werkstatt bekomme?

Antwort
von pwohpwoh, 72

Plakette mit 12/15 kannst du knicken. Es gilt immer der Monat der ersten HU.

Kommentar von Franz577 ,

Ja ok, das ist mir dann letztendlich auch egal ob nun 11 oder 12.

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