Frage von Selene99, 76

Frage zur Berufswahl/Zukunftspläne?

Hallo ihr Lieben,

ich bin 17 Jahre alt, werde im nächsten Jahr mein Abitur machen und möchte gern Jura studieren. Jedoch stoße ich mit meinem Berufswunsch bei meinen Eltern auf taube Ohren. Meine Mutter ist niedergelassene Kinderärztin mein Vater Chefarzt in einem Klinikum, mein älterer Bruder macht gerade seine Facharztausbildung und nun wünschen sich meine Eltern, dass auch ich Medizin studiere.

Ich finde die Medizin spannend, könnte mir den Umgang mit Menschen gut vorstellen - aber die Rechtswissenschaften finde ich noch viel spannender. Ich selbst sehe eher die Anwältin als die Ärztin in mir.

Bisher verlief mein Leben bestens. Meine Eltern waren fürsorglich ich hatte Freiheiten, durfte mich ausprobieren. In der Schule habe ich ohne Anstrengung schon immer sehr gute Noten, ich bin im Sportverein, habe tolle Freunde - also alles so wie man es sich wünscht. Wenn da nicht der Widerstand meiner Elten bezüglich meiner Berufswahl wäre. Sie versuchen mir ständig die Rechtswissenschaften auszureden...und dabei können sie noch nicht mal handfeste Argumente nennen, die dagegen sprechen.

Ich bin irgendwie verzweifelt. Möchte natürlich meine Eltern nicht enttäuschen, möchte aber auch meinen eigenen Weg gehen. Manchmal denke ich darüber nach vielleicht doch Medizin zu studieren und dann gewinnt doch Jura wieder mein Herz.

Habt ihr Ideen wie ich meine Eltern von meinen Plänen überzeugen könnte? Mir sind die Argumente ausgegangen - wie könnte ich meinen Berufswunsch rechtfertigen?

First world problems - ich weiß, aber findet sich unter euch ja doch der Eine oder Andere der mir einen Rat geben kann...

Vielen Dank!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Masakopanik, 33

Geh Deinen eigenen Weg! Wenn Du nur wegen Deinen Eltern zuliebe Medizin studiert, wirst Du nicht glücklich. Du bereust es irgendwann.

Mache Deine Eltern klar, dass das Deine Berufung ist.

Vielleicht sagst Du ihnen, das Du Jura mit Fachrichtung Medizin studieren willst. Vielleicht hilft das!

Wenn es Dein größter Wunsch ist und Berufung, dann mach es!

Nur wenn jemand mit Herzblut etwas macht, merkt man das auch! Es erfüllt einen.

Bin Rafachangestellte (wegen Krankheit Arbeitsunfähig) und habe aufgesogen, da es ein spannendes Feld ist mit vielen Möglichkeiten.

Aber die Arbeit als Richterin oder Staatsanwältin finde ich persönlich noch aufregender.

Drücke Dir ganz fest die Daumen! Du schaffst das!😉😉😉

Kommentar von Selene99 ,

Vielen Dank!

Kommentar von Masakopanik ,

Danke liebe Selene99 für das Kompliment😄 Freut mich! 

Ich empfinde Dir und allen gegenüber großen Respekt Jura zu studieren. Ist nicht so einfach in dem Dschungel. War bei meiner Ausbildung als RAangstellte schon stellenweise schwierig die Übersicht zu behalten, da das ein riesiges Gebiet ist.

Antwort
von Pangaea, 11

Na gut, gebe ich auch noch meinen Senf dazu:

Du musst nichts rechtfertigen. Dein Berufswunsch liegt in der Juristerei, nicht der Medizin. Also schreib dich für Jura ein. Und wenn deine Eltern dir nochmal mit Medizin kommen, sagst du "Ich bin eben aus der Art geschlagen".

Sie werden in 20 Jahren wohl kaum sagen "Unsere Tochter ist das schwarze Schaf der Familie, sozial völlig abgestürzt, ist bloß Richterin!"

Kommentar von Selene99 ,

Lach...danke für die coole Antwort

Antwort
von Rollerfreake, 7

Man muss sich vor niemandem für seine Entscheidung rechtfertigen, es ist ganz alleine deine Entscheidung welchen Weg du einschlägst. Lasse dir da nichts einreden sondern mache das, wovon du überzeugt bist und wo du dahinter stehst. Es hat keinen Sinn etwas zu lernen wo einem Interesse und Spaß an der Arbeit fehlen, das bereut man und man wird damit nur unglücklich. Erfülle deine Wünsche, es ist dein Weg und nicht der deiner Eltern, nicht jeder hat die gleichen Interessen. Das ist ein bisschen wie mit Hobbys wo auch jedem etwas anderes Spaß macht, nur noch viel schwerer und wichtiger, da man einen Beruf nicht so einfach ändern kann wie ein Hobby und die Berufswahl eine Entscheidung ist, die bei den meisten das ganze Leben bestehen bleibt. 

Antwort
von putzfee1, 32

Bis du dein Abi hast, bist du 18 und damit volljährig. Dann kannst du tun und lassen, was du willst. Du brauchst dich weder vor deinen Eltern zu rechtfertigen noch sie zu überzeugen. Mach das, wovon du überzeugt bist, es ist dein Leben und deine Zukunft!

Kommentar von Selene99 ,

Vielen Dank für die Antwort.

Da ich zwei Klassen übersprungen habe, werde ich zum Abitur noch 17 sein und auch zu Beginn des Studiums. Ich brauche also den "Segen" und die Unterschrift meiner Eltern.

Kommentar von putzfee1 ,

Wenn´s gar nicht anders geht, einfach ein Jahr irgendwo jobben und dann mit dem Studium beginnen. Deine Eltern können dich nicht zwingen, Medizin zu studieren.

Kommentar von Selene99 ,

Sie würden mich auch nicht zwingen und wenn es darauf ankommt, dann akzeptieren sie meine Entscheidung auch. Ich würde mir allerdings wünschen, dass sie mich verstehen und hinter meiner Entscheidung stehen.

Antwort
von dancefloor55, 27

ehrlich gesagt: studiere das was dir spaß macht - du musst den Job anschließend die nächsten 50 jahre ausüben und nicht sie - und genau das ist auch das einzige Argumenht was du deinen Eltern sagen musst. 

Du verbringt 40-50h die Woche mit deinem Job - das ist ein Großteil der wachen zeit pro Woche! Wenn dir dann der Job wegen der Berufsrichtung keinen Spaß macht - wie willst du das dann die nächsten 50 jahre aushalten?

Kommentar von Selene99 ,

Danke für deine Worte.

Antwort
von valvaris, 33

"Mir sind die Argumente ausgegangen" - Oh ganz schlecht als Anwältin ;)
Naja Jura ist die Wissenschaft des Klugscheißens, wie man so schön sagt, also erfinde welche, die gut klingen, das machen Juristen immer, wenn ihnen der Stoff ausgeht ^^

Sicher wäre ein Mediziner in der Familie was tolles, grade weil man sich dann noch besser austauschen könnte. Aber eine Anwältin ergänzt das Ganze noch besser.

Und die verdienen auch genauso gut wie angesehene Ärzte. In welche Fachrichtung würdest du denn gehen? Strafrecht vielleicht nicht als erstes, das könnte deine Eltern abschrecken, aber Familienrecht und Sozialrecht sowie Medizinrecht könnten doch deine Eltern wunderbar vorran bringen, oder ?

Kommentar von Selene99 ,

Danke für die tolle Antwort.

"Mir sind die Argumente ausgegangen" - Oh ganz schlecht als Anwältin ;)

...schmunzel - noch bin ich keine Juristin.

Kommentar von valvaris ,

Früh übt sich...

Übrigens auch ne schöne Möglichkeit, deine Eltern zu überzeugen. Diskutier mit ihnen über alles mögliche. Je besser du wirst, desto eher sehen sie auch, dass du sowas gut kannst. Und dir hilfts nur weiter, da du schon übung im Improvisieren von Antworten bekommst.

Gesetze pauken alle Anwälte, sie korrekt und zum passenden Zeitpunkt anzuwenden ist der Unterschied in der Qualität.

Kommentar von Selene99 ,

Das ist ein guter Tipp. Ich werde darauf achten und an meinen rhetorischen Fähigkeiten arbeiten.

Antwort
von Y0DA1, 29

Wieso musst du deinen Berufswunsch rechtfertigen? Er ist so und fertig!
Das ist genau so wie deine Lieblingsfarbe, du hast XY und es ist so.

Das kann man also ganz einfach machen. Wenn deine Eltern gute Eltern sein wollen, sollten sie deinem Wunsch nicht entgegenstehen, sondern dich darin unterstützen.
Du solltest dich natürlich über das Thema Jura richtig gut informieren und wenn du es dann machen willst, geh zu deinen Eltern und sag ihnen, du hast dich informiert und du möchtest es. Es ist immerhin dein Leben und nicht ihres.

Du könntest dann noch den Witz machen, wenn deine Eltern oder dein Bruder rechtliche Probleme haben, durch falsche Behandlungen, kannst du sie gut als Anwältin vertreten ^_^ :D

Kommentar von Selene99 ,

Danke für die Antwort.

Kommentar von Y0DA1 ,

Bitte ;)

Antwort
von staffilokokke, 21

Du bist ein Paradebeispiel dafür, wie Kinder gedeihen können, wenn sie in einer sicheren Umgebung aufwachsen. 
Ich glaube nicht, das Du Deine Eltern enttäuschen wirst, egal für welchen Bereich Du Dich entscheidest. Bei Medizin hättest Du natürlich schon den richtigen Background und offene Ohren, bei Problemen des Berufes. Da gäbe es ja gleich drei Quellen, die Du anzapfen könntest. Bei Jura hingegen, wärst Du mehr oder minder auf Dich allein gestellt, wobei die Gefahr der Bevormundung oder Besserwisserei niedriger wäre. 
Schwere Entscheidung...Gold oder Platin.

Kommentar von Selene99 ,

Danke für die tolle Antwort.

Dieses Allein-auf-mich-gestellt-sein übt einen zusätzlichen Reiz aus. Ich möchte mich da selbst durchbeißen, möchte eigene Erfahrungen sammeln. Würde ich Medizin studieren, dann würden mir meine Eltern sicher die eine oder andere Hürde aus dem Weg räumen - aber irgendwann muss ich meinen Weg auch mal alleine gehen.

Kommentar von staffilokokke ,

Ganz klar, ein Praktikum brächte Dich der Entscheidung garantiert näher. Bei Deinem Hintergrund sollte es nicht schwer sein, einen Platz in einer Kanzlei zu bekommen. 

Kommentar von Selene99 ,

Das habe ich schon gemacht, im Klinikum und auch in einer Kanzlei. Das Praktikum in der Kanzlei hat meinen Wunsch wachsen lassen. Bis dahin war ich sehr unentschieden und wechselte gedanklich immer zwischen Medizin und Jura.

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