Frage von joonas100, 11

Frage zum Versfuß im Lied Die güldne Sonne von Paul Gerhardt?

Für die Schule sollen wir uns Gedanken zum Versfuß im Kirchenlied "Die güldne Sonne" von Paul Gerhardt machen. Konkret zu dem metrischen Aufbau von Strophe 1 und 3, um sie in metrischer Umschrift wiederzugeben. Ich schließe einen Trochäus aus und schwanke zwischen Daktylus und Jambus. (Also betonte Silbe und dann immer zwei unbetonte Silben und unbetont-betonte Silbe beim Jambus). Ich hab mir echt Gedanken gemacht, aber ich les das schon dermaßen gekünstelt, dass ich wirklich den Überblick verloren habe und es einfach nicht mehr raus höre. Diese Aufgabe ist sehr wichtig. Mag mir jemand wieder auf die Sprünge helfen? Ich würde mich sehr darüber freuen. Vielen herzlichen Dank!

Die güldne Sonne, Voll Freud und Wonne,


Bringt unsern Grenzen Mit ihrem Glänzen


Ein herzerquickendes, liebliches Licht.


Mein Häupt und Glieder, die lagen darnieder,


Aber nun steh ich, Bin munter und fröhlich,


Schaue den Himmel mit meinem Gesicht.


Lasset uns singen, Dem Schöpfer bringen


Güter und Gaben; Was wir nur haben,


Alles sei Gotte zum Opfer gesetzt.


Die besten Güter, Sind unsre Gemüter;


Dankbare Lieder Sind Weihrauch und Widder,


An welchen Er sich am meisten ergetzt.

Antwort
von Murfel, 5

Gerhardt nutzt hier das daktylische Versmaß. Nicht immer hält er sich ganz "sklavisch" an das Schema, in der ersten Zeile z. B. sieht es wie ein Daktylus mit Auftakt aus, und es käme beim Sprechen viel besser hin, wenn man "güldene" und "Freude" lesen würde. Aber das ist eben dichterische Freiheit... :)

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