Frage von Barny91, 14

Frage zum simultanen Gleichgewicht zwischen Güter und Geldmarkt einer Rezession und warum versagt die Geldmengensteuerung der EZB?

Bräuchte dazu mal eine Antwort zu der o.g Frage.

Vielen Dank vorab

Antwort
von berkersheim, 3

1) Ein simultanes Gleichgewicht zwischen Güter- und Geldmarkt gibt es nur in abstrakten Modellen als Idealbedingung. In der Realität gibt es das nicht, da niemand die Gesamtheit des Gütermarktes noch jiemand alle Geld- und Kreditformen klar bewerten kann. Das sind Statistiken mit Schätzungen von Fachleuten, doch die ändern sich ständig. Im Idealfall schwanken die Werte um einen theoretischen Idealwert. Das setzt aber voraus, dass die Realwirtschaft auch so "ordentlich strukturiert" ist wie die Modellvorgaben. Blasen, Verzerrungen, "schwarze Löscher" (vollkommen unbekannte Werte) sind in den Modellen nicht vorgesehen.

2) Wer die Literatur zum Monetarismus kennt, weiß, dass dort eine Geldmengensteuerung als sensible, langfristige Dämpfung von Konjunkturschwankungen in einer ansonsten stabilen Wirtschaft ohne große Verwerfungen bei funktionierenden Märkten vorgesehen ist. Die EZB tut das Gegenteil. Sie will mit einer Geldschwemme die politischen Verwerfungen sich widersprechender Wirtschaftspolitiken in Mitgliedsländern kurzfristig steuern. Das hat zu einer Entkoppelung von Finanz- und Realmärkten geführt. Selbst die Aktienmärkte reagieren stärker auf die "Spielgeldschwemme" der EZB als auf Entwicklungen der Realmärkte. Das ist ein Spiel mit dem Feuer, das die Steuerzahler noch bitter bezahlen müssen. Alle Südländer sind total überschuldet und ihre Banken marode. Wenn jetzt ein Sprecher der Deutschen Bank fordert, dass wieder mal der Steuerzahler mit Milliarden ranmüsste, um die Banken zu retten, signalisiert das, dass er dem Bankensystem selbst und der EZB diese Kraft nicht mehr zutraut.

Wenn politische Parteien das mittragen, tragen sie mit, dass Millionenboniabsahner von einfachen Arbeitnehmern "gerettet" werden sollen, denen man schon in naher Zukunft als Frucht ihrer Arbeit Altersarmut in Aussicht stellen wird. Sowas nennt sich dann "christlich" oder gar "sozialistisch". Aber sie haben wahrscheinlich keine andere Wahl, weil sie die Karre in ihrem Euro-Wahn in die Sch... haben geraten lassen.

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