Frage von Unicornxdreamer, 14

Frage zum Hinduismus1?

Wie geht die Seele in den Brahman über? Wie nennt man diesen Zustand?

Antwort
von RevatiKKS, 5

Der Jnana-Yogi entwickelt spirituelles Wissen, das ihn die Vergänglichkeit aller Materie erkennen lässt. Er übt sich in entsagungsvaollen Praktiken um die Wünsche seiner Sinnesorgane auszulöschen.  Er lehnt es ab, Gott als Person zu akzeptieren. Für ihn wird Brahman, die unpersönliche Ausstrahlung Gottes zum höchsten Ziel. 

Heute ist übrigens kaum noch jemand in der Lage das zu praktizieren, die verschiedenen Yoga-Arten werden in der Regel aus materiellen Gründen praktiziert - Gesundheit, innere Ausgeglichenheit etc. 

Die Erreichung der unpersönlichen Brahmans wird als Befreiung angesehen, kann aber nicht ewig sein. Denn die ewige spirituelle Seele kann nicht aufhören zu existieren. Außerdem kann sie niemals mit Gott "verschmelzen", denn sie ist zwar einerseits ein winzig kleiner Teil Gottes, aber ewig von Ihm getrennt. Und Wünsche zu haben ist auf Dauer unvermeidlich, denn das ist untrennbar mit der Seele verbunden.

Nachdem der Jnana-Yogi also eine gewisse Zeit lang den glückseligen Zustand des Brahman genossen hat beginnen sich seine zuvor unterdrückten Wünsche wieder zu melden, deren Zufriedenstellung dort unmöglich ist. Somit kehrt er früher oder später unweigerlich wieder in den Kreislauf von Geburt und Tod zurück. 

Denn da im Brahman keinerlei Aktivitäten möglich sind, kann man die ewige spirituelle Welt (aus der man nach all den Erfahrungen in der materiellen Schöpfung niemals wieder dorthin zurückkehren wird) von dort aus nicht erreichen.  Das is nur durch tätige Hingabe möglich. 

Es geht also unweigerlich wieder "abwärts".

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 5

Ich kann die Frage nicht auf den Punkt genau beantworten, dazu sind meine Kenntnisse des Hinduismus zu gering. Daher eine allgemeine Antwort:

Ein spirituell entwickelter Mensch kann bereits zu Lebzeiten das "Nirvikalpa Samadhi" erlangen, den höchsten Bewusstseinszustand, in dem es für ihn nur Nicht-Zweiheit (Advaita) existiert - er ist eins mit dem göttlichen Bewusstsein und erlebt Sat-chit-ananda (Sein-Bewusstsein-Glückseligkeit).

Da sein Karma durch diese Erfahrung gänzlich verlöscht, geht sein individuelles Atman schließlich in das göttliche Brahman ein und verschmilzt damit. Er verlässt somit den leidvollen Kreislauf der Wiedergeburt.

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