Frage von waldfee35, 53

Frage zum Datenschutz bei Fahrerflucht?

Hallo! Ich bräuchte dringend Rat. Und zwar ist mir vor 3 Wochen etwa beim Ausparken jemand ins Auto gefahren. Anstatt stehenzubleiben und eventuell auf Schaden zu prüfen und Nummer zu hinterlassen, einfach weitergerauscht. Meine Kollegin stand gerade zufälig unten und hat das ganze beobachtet, geistesgegenwärtig gleich Automarke und Nr. notiert. Daraufhin bin ich zur Polizei - es ging mir eher darum, dass es sich um Fahrerflucht handelt, mein Auto ist kaum beschädigt bzw. ist die Stoßstange schon generell sehr "angeschlagen". Die Polizei meinte, Fahrerflucht wird sowieso angezeigt, Automarke passt mit Kennzeichen auf überein. Jetzt ruft mich dieser Typ heute mehrmals an, ohne eigentlich etwas zu wollen, meint nur, er war es nicht (er war es bestimmt, denn er hat indirekt schon zugegeben, dass er an besagtem ort zwar war, aber nicht reingefahren ist). Egal, mit dem möchte ich eigentlich auch nicht wirklich diskutieren und hab ihm das auch gesagt. Habe ihn gefragt, woher er bitte meinen Namen und meine Telefonnummer überhaupt weiss (ich stehe natürlich nicht im Telefonbuch) und er meint, bei Anzeige steht drauf. Jetzt frage ich mich natürlich, was um Himmels Willen bewegt die Polizei, meine Daten herzugeben, ich meine, der Typ weiss jetzt wo ich wohne und alles. Der kann doch jetzt wenn er will seine ganze Truppe auf mich hetzen?? Ich bin eine junge Frau und wohne alleine, selbst das wird er wenn er möchte in kurzer Zeit herausgefunden haben. Lt. Polizei ist es das Recht eines Beschuldigten, die Daten einzusehen. Aber was ist denn das für ein Rechtsstaat, wo jeder Daten einsehen kann und das dann bei Bedarf "persönlich" regeln kann.... Was sagt ihr dazu?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von suzisorglos, 24

Es war völlig richtig von Dir, die Straftat zu melden. Nur so kann man diese Strolche noch schrecken, die gewissenlos andere schädigen und sich dann aus dem Staube machen. Da es sich hier um ein sog. Officialdelikt handelt, muss die Polizei gegen den mutmaßlichen Täter ermitteln, dazu bedarf es Deiner Anzeige nicht. Du kannst also auch keine Anzeige zurückziehen.

Der Schädiger erhält von der Polizei die Daten des Geschädigten (nicht die eines Anzeigenden!), da dies zum Zweck der Schadenregulierung notwendig ist, wie bei jedem anderen Verkehrsunfall auch. Es ist also nichts dagegen einzuwenden, dass die Polizei die Daten des Geschädigten an den Schädiger weitergibt - und umgekehrt Dir die Daten des Schädigers mitteilt. Dann weißt Du auch, wo er wohnt...

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 50

Du bekommst über das Kennzeichen natürlich nur den Halter des Fahrzeugs und seine Haftpflichtversicherung heraus. Wer wirklich gefahren ist, kann dir als Geschädigtem egal sein.

Das soll die Polizei heraus finden. 

Deine Forderung kannst du direkt an den Versicherer richten.

Kommentar von Apolon ,

 Das soll die Polizei heraus finden. 

Dazu benötigt man keine Polizei.

www.zentralruf.de oder 08002502600

Kommentar von waldfee35 ,

die Antwort ging generell ziemlich an meiner Fragestellung vorbei. Mir gings nicht darum, wer es war oder wer nun wie fordert, sondern eher um die Herausgabe meine Daten an den Beschädigten, obwohl dieser nichts damit anfangen kann (ausser mich jetzt mehrmals am Tag telefonisch anzurufen.....)

Kommentar von Apolon ,

habe ich an anderer Stelle beantwortet.

Antwort
von Still, 18

Sorry, aber du denkst da schon ein bisschen hysterisch. Wie soll der Mann denn den Schaden regulieren, wenn er deine Erreichbarkeit nicht hat. Umgekehrt hat die Polizei dir ja auch seine Daten mitgeteilt. Man darf durchaus darauf vertrauen, dass Menschen sich normal verhalten.

Antwort
von Apolon, 41

Ich frage mich weshalb man überhaupt diesen Weg einschlug.

Wenn das Kfz-Kennzeichen bekannt war, hätte man einfach beim Zentrafruf der Autoversicherer (Tel.Nr. 08002502600) anrufen können und man hätte den Namen und Adresse des Versicherten, Kfz-Versicherer und Vers.Nr. mitgeteilt bekommen.

Dann einen Anruf bei dem Versicherungsunternehmen und den Schaden am eigenen Auto melden.

Und schon wäre doch alles in Ordnung gewesen.

Gruß N.U.

Kommentar von waldfee35 ,

Im Nachhinein hätte ich es bestimmt so oder so ähnlich gemacht. Es ging mir wie gesagt nicht um den Schaden, sondern um die Tatsache, dass er einfach davonfährt. Das ist nicht in Ordnung. Ich wollte ein Zeichen setzen ;o)

Aber wenn ich mir jetzt so überlege, was das alles für "Scherereien" mit sich bringt, verstehe ich langsam, warum immer wieder zu lesen ist, das vieles gar nicht zur Anzeige gebracht wird...

Kommentar von Apolon ,

in einem ähnlich gelagerten Fall, habe ich auch die Polizei verständigt und ihr mitgeteilt, welchen Unfall mit Fahrerflucht ich gesehen habe.

Es waren auch noch mehr Zeugen vorhanden.

Meine Daten wurden jedoch nicht weiter geleitet, bzw. noch nicht mal aufgenommen.

Daher vermute ich, dass in diesem Fall die Polizei nur als Vermittler aufgetreten ist, denn der Schädiger muss den Schaden dann ja seiner Versicherung melden.

Kommentar von waldfee35 ,

Er meint ja, er war es nicht, also wird er nichts melden.

Ich überlege nun, die Anzeige zurückzuziehen, denn im Grunde ging es mir nur um die Tatsache der Fahrerflucht, nicht um meinen (meine Schäden) Schaden reparieren zu lassen.

Ich denke nämlich auch, dass er sich noch gar nicht so recht bewusst ist, was das bedeutet (es handelte sich um keinen Österreicher, er sprach auch nur sehr gebrochen deutsch), und wenn es jetzt zur Strafzahlung kommt - keine Ahnung, wie hoch diese ausfallen wird - könnte er ziemlich unangenehm werden.

Ich weiss, ich klinge paranoid (so wie ein anderer bereits geschrieben hat) aber was bringt es mir, wenn mich so ein Wahnsinniger dann immer wieder tracktiert wegen so einer Sache.

Darf ich Sie noch abschliessend fragen - was meinen Sie, ist es besser die Anzeige zurückzuziehen? Geht das überhaupt so einfach?

Kommentar von Apolon ,

  (es handelte sich um keinen Österreicher, er sprach auch nur sehr gebrochen deutsch),

Willst Du damit andeuten, dass der Unfall sich in Österreich zugetragen hat ?

Wenn ja, kannst Du alle Antworten hier aus deinem Gedächtnis streichen.

Bitte in Zukunft angeben, dass Du aus Österreich bist, denn du befindest dich hier in einem deutschen Forum. Wir kennen hier die Gesetze und Rechtsprechung aus Österreich kaum.

Gruß N.U.

Antwort
von baindl, 51

Aber was ist denn das für ein Rechtsstaat, wo jeder Daten einsehen kann

Das ist eben so im Rechtsstaat, da hat der Beschuldigte genauso Rechte wie der Kläger.

Wäre es anders, wäre es kein Rechtssaat.

das dann bei Bedarf "persönlich" regeln kann..

Das ist ja wohl ein freche Unterstellung.

Kommentar von waldfee35 ,

Naja, das mit der "Unterstellung" möchte ich jetzt nicht unkommentiert lassen.

Erkläre mir bitte, was es für einen Sinn hat, dass der Beschuldigte meine Daten erhält - damit er mich anrufen kann und mir sagt, er wars nicht? Oder dass er am Telefon gesteht?? So oder so - es ergibt für ihn keinen Unterschied, warum also darf er meine Daten haben?

M.E. holt er sich nur die Daten (gegen einen einmaligen Beitrag von 35,-- Euro wie ich heute von der Polizei erfahren habe), um zu schauen, wer das überhaupt war und dann?

Würde dir das keine Sorgen machen? Es wurden schon Leute wegen wesentlich weniger Gründen überfallen/gestalkt was auch immer....

Kommentar von baindl ,

Es vollkommen wurscht warum und wieso, es ist sein Recht.

um zu schauen, wer das überhaupt war und dann

Ja, das ist sein gutes Recht.

Wie schon geschrieben, jeder hat seine Rechte.

Es wurden schon Leute wegen wesentlich weniger Gründen überfallen

Sicher, kann Dir aber auch passieren ohne das Dir jemand die Stoßstange beschädigt.

Kommentar von GanMar ,

warum also darf er meine Daten haben?

Damit er den Unfall seiner Versicherung melden kann, denn diese will ja wissen, wer geschädigt wurde. Aus diesem Grund tauschen Unfallbeteiligte üblicherweise ihre Daten aus. Und da Ihr Euch nicht getroffen habt, hat die Polizei beim Datenaustausch geholfen.

Kommentar von waldfee35 ,

Aber genau dafür gibts doch Versicherungen - das die das quasi untereinander regeln. Die Angabe meines Kennzeichens wäre doch mehr als ausreichend und den Rest erledigt die Versicherung.

Es tut mir leid, aber ich verstehe einfach nicht den Sinn dahinter, dass er jetzt alles von mir weiss (ich quasi nichts von ihm, ausser ich bezahle 35 Eur und kann ebenfalls in die Daten einsehen) und er eigentlich nichts mit dieser Information machen kann.

Die Versicherungsmeldung obliegt glaube ich jetzt mir, diese setzt sich dann mit seiner in Verbindung.

Kommentar von DerHans ,

Versicherungen regeln das keineswegs unter sich. Zumal es sich ja hier um eine Straftat handelt. Seine Versicherung ersetzt dir deinen schaden und holt sich das Geld von ihm zurück.

Kommentar von FreierBerater ,

@waldfee Deine Unwissenheit ist schier grenzenlos!  Jede 2. deiner Annahmen ist schlicht FALSCH!

Lass dich von einem Advokaten unterstützen, sonst wird das Nichts mit dem Schadenersatz.

Dass der Schädiger ob seiner Straftat und der Befürchtung mehrmonatigen Führerscheinverlustes und zahlloser Punkte in Flensburg dich antelefoniert, ist verständlich, aber völlig sinnfrei. Schliesslich handelt es sich um ein Offizialdelikt!

Antwort
von FreierBerater, 31

Straftat und Offizialdelikt!!!

Du kannst gar nichts zurückziehen!

Kommentar von waldfee35 ,

das habe ich befürchtet.... danke!!

Antwort
von martinzuhause, 53

die polizei muss die angaben schon machen. aber gehe hin und mache eine anzeige wegen dem was er gesagt hat. ruft er wieder an verbiete ihm das. am besten wenn du dabei einen  zeugen hast.

egal ob deine stoßstange da beschädigt ist oder nicht, den verursachten schaden darf er trotzdem tragen.

Kommentar von waldfee35 ,

Vielen Dank! Ich sehe aber den Sinn nicht ganz dahinter....

Was soll das bringen, wenn der Beschudigte jetzt meine Daten hat - um mich telefonisch zu kontaktieren um mir was zu sagen??

Es ändert nichts an der Sachlage - verstehst du was ich meine?

Ausser dass ich jetzt mit einem äusserst mulmigen Gefühl herumlaufe....

Kommentar von martinzuhause ,

er hat noch nicht begriffen was er überhaupt angestellt hat. verbeite ihm dich zu kontaktieren und dann wird er es mit sicherheit sein lassen.

ansonsten ist fahrerflucht vor gericht dann sein kleinstes problem.

Kommentar von waldfee35 ,

Soll ich die Anzeige zurückziehen? Ein Schaden wurde noch nicht bei der Versicherung gemeldet....

Ich habe wirklich kein gutes Gefühl bei der Sache...

Ich dachte einfach, es wäre nicht in Ordnung, einfach davonzufahren, das zeigst du jetzt an. Aber dass ich jetzt quasi mich tagelang nicht mehr wohlfühle, wegen den Anrufen und dem was sein könnte, ist ja auch nicht sehr zielführend...

Kommentar von DerHans ,

Bei Fahrerflucht nützt ihm das gar nichts, wenn du die Anzeige zurück ziehst. Du kannst ihn noch mal anzeigen wegen versuchter Nötigung.

Antwort
von FreierBerater, 44

Wie lautet denn jetzt ganz konkret deine Frage!?

Möchtest du deine diffusen Ängste bestätigt haben?  Sorry, aber die sind derart infantil, dazu sage ich besser Nichts...

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