Frage von minimanama, 28

Frage zu Umgang mit statistischen Daten: Welche Perspektive ist richtig?

Hallo zusammen,

erstmal sorry für die Fragenformulierung, ich bin gerade etwas durch den Wind.

Ich sitze gerade an der Auswertung einer Umfrage. Da gilt es Zielgruppen zu unterscheiden die entweder "das Café XY kennen" oder "das Café XY nicht kennen"

Ich habe nun die Fälle sortiert, mir nur die Nicht-Kenner ausgeben lassen. Hier sehe ich dann u.a., dass 75% der nicht-Kenner Studierende sind. Umgekehrt aber, wenn ich drauf schaue wie die Aufteilung der Kenner ist, bilden Studierende nach der Gruppe der Theaterbesucher, die zweitgrößte Gruppe. Das Ding ist, dass unter den Befragten aufgrund des Settings sehr viele Studierende und sehr viele Theatergäste insgesamt sind. So verhält es sich auch mit dem Geschlecht. Schaue ich, wie viele der Gäste weiblich sind, sinds wahnsinnig viele, auch relativ gesehen. Schaue ich aber, wie viele der weiblichen Gäste sind, sinds nur die Hälfte. Zwei total unterschiedliche Aussagen. Löst man das nur mit Signifikanz-Tests oder wie könnte ich vorgehen? Ich weiß nicht, welche Perspektive die richtige ist. Wie viele Frauen sind Gäste oder wie viele Gäste sind Frauen?

Lieben Dank für eure Hilfe!

Antwort
von HWSteinberg, 11

Soweit ich Deine Absicht verstehe, willst Du doch nur Unterschiede zwischen den Kennern und den Nicht-Kennern des Cafes herausfinden. Dazu würde ich eine Tabelle machen, z.B. in Excel, mit 2 Spalten Kenner / Nicht-Kenner, in die 1. Zeile das Total, in die weiteren Zeilen Geschlecht, studierend, Theaterbesucher etc. Dann könntest Du jeweils mit einem Chi-Quadrat-Test signifikante Unterschiede zwischen Kennern und Nicht-Kennern herausfinden.

Ohne Zahlen ist übrigens nicht zu verstehen, warum 75% Studierende bei den Nicht-Kennern und 2.größte Gruppe bei den Kennern ein Gegensatz sein soll. Wäre ja möglich, dass unter den Kennern 80% Theaterbesucher und 75% Studierende sind, dann wären die Anteile der Studierenden bei den Kennern und Nicht-Kennern ja identisch, egal ob bei den Nicht-Kennern mehr oder weniger Theaterbesucher sind.

Wenn Du nur an diesen beiden Zielgruppen interessiert bist, dann solltest Du auch nur fragen, wie viele Kenner weiblich sind und wie viele Nicht-Kenner weiblich sind. Dafür sind die Gesamtzahlen der beiden Gruppen - abgesehen von statistischen Sicherheitsforderungen - völlig unerheblich, die eine kann 10-mal so groß wie die andere sein, es werden ja nur %-Zahlen verglichen auf Basis der Kenner / Nicht-Kenner.

Willst Du allerdings wissen, wie viele von allen Frauen Kenner sind, dann sind die Gruppengrößen natürlich entscheidend, aber das war ja nicht Dein Untersuchungsziel.


Kommentar von minimanama ,

Vielen Dank! Das hilft mir weiter. Genau, es gibt ja zwei unterschiedliche Heransgehensweisen und ich war mir nicht sicher, welche logischer oder zielführender ist, weil meiner Untersuchung keine Hypothese vorausgeht und ich habe mich irgendwie unsortiert in die Daten gestürzt. Also ist durchaus beides richtig, dass 67% der Kenner weiblich sind UND 52% aller Frauen noon-Gäste sind und je nach Interesse, in meinem Fall die Untersuchung der Kenner, der eine oder andere Weg der bessere ist, insbesondere weil die Stichprobe hinsichtlich der Geschlechter sehr ungleich verteilt ist.

Antwort
von EHECK, 1

hallo Minimanama,

das beste wird sein, du machst eine Tabelle, kann z.B. in MS Excel sein und da trägst Du für jedes Individuum ALLE Eigenschaften ein, also z.B. 1.Spalte No, 2. SPalte Geschlecht (0=M, 1=w), 3. Spalte Alter (in J), vierte Spalte "kennt nicht Cafe x" (=0) bzw "Kennt Cafe X" (=1), usw.

Das kannst Du hinterher super auswerten, es gibt ja einige interessante Punkte zu beantworten hierbei: SInd Ältere allgemein 'Kenner' oder nur die weiblichen? Sind Studenten allgemien Nichtkenner', oder nur die männlichen oder bestimmte Gruppen davon...., usw.

Aber es wäre erstmal wichtig, dass du es in eine solche Tabelle füllst. Helfe dann gerne weiter.....

viel Spaß

EHECK

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