Frage von SNECHR, 66

Frage zu Steuern und Mieteinnahmen?

Hallo Zusammen,

ich benötige die Hilfe von Steuerexperten...

Folgender Fall: Mir gehört ein Haus, in welchem meine Schwester samt Familie (Obergeschoß) und meine Eltern (Erdgeschoß) leben. Ich selber wohne dort nicht mehr. Der Kredit des Hauses ist noch nicht abbezahlt, sodass meine Eltern und meine Schwester den Kredit abstottern (ca. jeweils 500). Die Rate für den Kredit liegt natürlich über den ortsüblichen Mietspiegel. Gebe ich nun die Zahlungen als Mietzahlungen an, muss ich ordentlich Steuern nachzahlen.

Meine Frage: Gibt es irgendwelche Möglichkeiten den Betrag von knapp 1000 pro Monat nicht als Mietzahlungen in der Steuererklärung zu deklaririeren???

Ich hoffe, ihr versteht was ich meine und ihr könnt mir helfen.

Gruß Christian

P.S. Arbeite mit WI:So falls das interessant ist

Antwort
von kevin1905, 48

Die Zinsen, sowie die Abschreibung und sonstige Kosten, kannst du aber auch als Werbungskosten steuermindernd angeben.

Was bleibt dann monatlich übrig?

Kommentar von schelm1 ,

Er zahlt doch nichts! Er hat schlicht ein steuerschädliches Konstrukt gewählt , das ihm steuerlich nur die Afa beschert und keinen Zinsabzug, sofern er nicht der Darlehensnehmer ist..

Kommentar von Bakaroo1976 ,

AfA zahlt man nun aber nicht.

Antwort
von DerSchopenhauer, 19

Man sollte erst einmal Ordnung hineinbringen:

"Mir gehört das Haus" - ist das tatsächlich so im Alleineigentum?

"Der Kredit des Hauses" - Wer ist der Darlehensnehmer?

"Die Rate für den Kredit" - Wer zahlt die Rate an die Bank?

"abstottern 500 €" - zahlen die Schwester und Eltern jeweils 500 an Dich - also eine Miete?

Liegt ein schriftlicher Mietvertrag vor?

Kommentar von SNECHR ,

Mein Alleineigentum

Ich bin Darlehensnehmer

Die Raten an die Bank zahle ebenfalls ich; Eltern und Schwester überweisen es vorher an mich

Ja, es ist keine Miete in dem Sinne. Weil die 500 € auch viel höher als die ortübliche Miete sind.

Es liegt kein Mietvertrag vor

Kommentar von DerSchopenhauer ,

Für die Beurteilung eines Mietvertrages unter nahen Angehörigen kommt es entscheidend darauf an, ob die Vertragsparteien ihre Hauptpflichten wie die Überlassung einer konkret bestimmten Sache und die Höhe der Miete (§ 535 BGB) klar und eindeutig vereinbart und wie vereinbart durchgeführt – d.h. bezogen auf die Miete: gezahlt – haben (BFH Urteile vom 20.10.1997, IX R 38/97, BStBl II 1998, 106 und vom 17.12.2003, IX R 9/01, BFH/NV 2004, 1274).

Wenn eine solche Vereinbarung nicht vorliegt handelt es sich um die kostenlose Überlassung von Wohnraum an nahe Angehörige - das ist durchaus zulässig - allerdings gibt es dann keine Möglichkeit, Werbungskosten für das Haus abzusetzen.

Die Zahlungen für das Darlehen könnten sogar als zweckgebundene Unterhaltsleistungen angesehen werden; hier gäbe es, wenn die Voraussetzungen vorliegen würden, sogar die Möglichkeit, diese Kosten durch die Eltern und die Schwester steuerlich geltend zu machen.

Zu dem gesamten Sachverhalt ist aus meiner Sicht aber eine Einzelfallprüfung notwendig - dazu sollte eine Kurzauskunft bei einem Steuerberater eingeholt werden.

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