Frage von lateinchiller, 88

Frage zu Chemie, Reaktionsgleichungen aufstellen?

Ich habe das Edukt einer Reaktionsgleichung gegeben. Verdünnte Salzsäure auf Alufoliebtropfen. Al + H+ + Cl- !! Um das Al sind drei Punkte wegen Lewisformel, da 3 Außenelektronen, bei H*+ mein ich, dass das H positiv geladen ist und um das Cl sind ja 4 Striche und es ist negativ geladen, da es ein Elektron aufgenommen hat und so acht Außenelektronen hat ??? Das sind meine Vermutungen, falls falsch bitte korrigieren. Wie kann ich jetzt die Reaktionsgleichung bestimmen, woher was ich ob da Aluminiumchlorid oder Wasserstoffchlorid oder sonst was entsteht ?

Würde mich über Hilfe sehr freuen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von theantagonist18, 64

Naja du hast ja HCl, die dissoziiert zu H+ und Cl-, natürlich entsteht dann AlCl3 und nicht wieder HCl (Salzsäure = "Wasserstoffchlorid")

Es entsteht AlCl3 und H2.

Kommentar von lateinchiller ,

Was bedeutet dissoziiert ?

Kommentar von theantagonist18 ,

In deiner wässrigen Lösung liegt deine HCl ja als Cl- und H+ (bzw. H3O+) vor. Dissoziieren bedeutet, dass sich ein Molekül in einzelne Bestandteile aufteilt.

Kommentar von lateinchiller ,

Ich muss die Gleichung dann aber noch ändern, wenn auf der einen Seite 3 Cl sein sollen und ich auf der anderen nur 1 habe oder ?

Kommentar von theantagonist18 ,

Ja: Al + 3 HCl --> AlCl3 + 3/2 H2

Kommentar von lateinchiller ,

Vielen Dank, ich hab noch zwei anderen Aufgaben, falls ich da Fragen habe, können Sie mir da vielleicht auch nochmal helfen ? Wäre echt nett ;)

Kommentar von theantagonist18 ,

Um was geht es denn bei den anderen Aufgaben? 

Und du musst mich nicht "Sie" nennen. Ich bin nicht so alt ;)

Kommentar von lateinchiller ,

Kann ich da auch hinschreiben AlCl3 + 3H oder ist das falsch. Weil bei 3 HCl hab ich ja dann 3 H warum 3/2 H2, wäre 3H falsch ?

Kommentar von theantagonist18 ,

Du musst H2 hinschreiben. Es entsteht ja Wasserstoffgas und das gibt es nunmal als H2.

Das mit dem 3/2 finde ich auch nicht schön, aber es wäre korrekt. Du kannst das natürlich noch weiter hochrechnen.

Kommentar von lateinchiller ,

Genau das gleiche, nur schwieriger. Ich versuche als erstes selbst und dann kannst du gucken obs richtig ist ?

Kommentar von theantagonist18 ,

Anschauen kann ich es mir auf jeden Fall.

Kommentar von lateinchiller ,

Ich will's gern allein machen aber geb mir bitte ein Tipp: Bei Zinkmetall in verdünnter Schwefelsäure: Zn + 2H*+ + SO4 2- ! Ensteht da Zinksulfat + Wasserstoff ?

Kommentar von theantagonist18 ,

Ja, das stimmt schon.

Kommentar von lateinchiller ,

Sieht irgendwie falsch aus: Zn + H2SO4 -> ZnSO4 + H2

Kommentar von theantagonist18 ,

Ich finde nicht, dass das falsch aussieht.

Kommentar von lateinchiller ,

😄

Kommentar von lateinchiller ,

Bei Essigsäure ist es ja CH3COOH, wie arbeite ich damit, warum heißt es nicht CH3CO2H ?

Kommentar von theantagonist18 ,

Tatsächlich kannst du auch sagen CH3CO2H. Teilweise wird es sogar in Lehrbüchern so angegeben. Ich bin aber kein Freund davon. Aber es ist beides richtig. 

Kommentar von lateinchiller ,

Ich habe das so gemacht: 2 Mg + 2 CH3CO2H -> MgCH3CO2 + H2 (das 2 hab ich vor CH3CO2H gesetzt, weil ich ja H2 brauch, oder ?)Nur wie kann ich sehen ob MgCH3CO2 so stimmt oder ob das MG2CH3CO2 sein muss,...?

Kommentar von theantagonist18 ,

Nein, das stimmt nicht ganz.

Ein Magnesiumion ist 2 fach positiv geladen. Ein Acetation nur einfach negativ. Ein Molekül Magnesiumacetat müsstest du also so schreiben: (CH3COO)2Mg oder vllt besser: (CH3COO-)2 (Mg2+).

Die Reaktion sähe korrekt so aus:

Mg + 2 CH3COOH --> (CH3COO)2Mg + H2

Kommentar von lateinchiller ,

Vielen Dank, nach 24 Stunden vergeb ich den Stern😉

Kommentar von theantagonist18 ,

Ok, hab getan was ich kann und hoffe es hat gut geholfen ;)

Kommentar von lateinchiller ,

Woher weiß man, dass Acetation einfach negativ geladen ist ? Was ist Acetation ? CH3CO2H ??!

Kommentar von theantagonist18 ,

Ein Acetation (CH3COO-) ist die deprotonierte Form (also die konjugierte Base) der Essigsäure. Als Säure gibt CH3COOH natürlich das H der Carboxylgruppe (COOH) als H+ (also Proton) ab. So entsteht das einfach negativ geladene Acetation. Es ist nur einfach geladen, weil eben nur ein einziges Proton abgegeben wird.

Kommentar von lateinchiller ,

Ok, war alles top erklärt, so das es auch ein"normaler Schüler"verstehen kann und nicht nur so Professoren :D

Expertenantwort
von DieChemikerin, Community-Experte für Chemie, 35

Hallo :)

Also, das dahinter stehende Prinzip ist etas komplizierter.

Kurze Antwort: Das Metall wird unter Wasserstoffentwicklung aufgelöst.

Lange Antwort: Diese Reaktion nennt man Säurekorrosion. Dabei reagieren unedle Metalle mit Säuren unter Wasserstoffbildung.

Es werden Oxonium-Ionen reduziert und Metalle zu Metallionen oxidiert:

Ist dann hier:

Al -> Al(3+) + 3e(-)

2 H3O(+) + 2 e(-) -> H2 + 2 H2O

Das ist die Redoxreaktion...


Ich versuch mal, das zu erklären. 

Wir sagen als Beispiel erstmal, dass Schwefelsäure mit Eisen reagiert.

Da ist die Reaktionsgleichung wie folgt:

H2SO4 + Fe -> H2 + FeSO4

Dabei passiert Folgendes:

Es spaltet sich quasi eben das Wasserstoff ab. Wir haben noch SO4(2-) und Fe. Dieses Eisen gibt quasi seine Elektronen an die  Oxonium-Ionen ab, die durch die von der Schwefelsäure abgespaltenen Protonen und dem Wasser entstehen (Stichwort "Protolyse"!). Nun haben wir also ein Fe(2+)-Kation, ein Säurerest-Anion - nämlich SO4(2-) - und zwei Oxonium-Ionen. Da entsteht also Wasserstoff (H2) und das Salz aus dem Säurerest und dem Metallkation. In diesem Fall ist das Eisen(II)-Sulfat.

Da findet also zum Teil eine Redoxreaktion statt! Es werden im Gegensatz zur Neutralisation nämlich keine Protonen, sondern Elektronen übertragen, wie ich oben erläutert habe. Die Teilgleichungen wären hier folgende:

Reduktion: 2 H3O(+) + 2 e(-) -> H2 + 2 H2O 

Oxidation: Fe -> Fe(2+) + 2e(-)

Gesamtreaktion: 2 H3O(+) + Fe -> H2 + Fe(2+) + 2 H2O

Letztendlich liegt dem Ganzen nur eine Redoxreaktion zu Grunde! Da hier aber noch Wasser entsteht, bleiben die Sulfationen und die Metallionen gelöst. Bei Eindampfen der Lösung würde man dann eben das Salz erhalten.

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Nun übertragen wir das auf dein Beispiel:

Reduktion: 2 H3O(+) + 2e(-) -> H2 + 2 H2O

Oxidation: Al -> Al(3+) + 3e(-)

Gesamtgleichung:

2 Al + 3 H3O(+) -> 3 H2 + 6 H2O + 2 Al(3+)

Jetzt haben wir unser Säurereastanion, was hier das Chloridion ist, und unser Metallkation (hier eben das Aluminium-Ion). Bei Eindampfen ergäbe sich ein Salz, nämlich AlCl2 (deshalb schreibe ich es nicht als Ionen auf):

 2 Al + 6 HCl -> 2 AlCl3 + 3 H2

Ich wollte dir deutlich machen, was genau dahinter steckt, da das eben nicht einfach "Ja das H2 geht ab und dann verbindet sich der Rest" ist ;-)

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Vielleicht konnte ich ja helfen, bei Fragen oder Verständnisschwierigkeiten melde dich - wird haben das vor einigen Monaten (aber nur ganz kurz) im Chemie LK durchgenommen. Sorry, falls ich irgendwo unsauber formuliert hab oder unversrtändliche Erklärungen gegeben habe.

LG 

Kommentar von lateinchiller ,

Erstmal vielen Dank, muss ich mir mal in Ruhe angucken ;)

Antwort
von PwalbXYZ, 55

Ich hab in Chemie gelernt ->
1. Metall + Säure -> Salz + Wasserstoff
2. Metalloxid + Säure -> Salz + Wasser

Al + 3(HCl) -> (AlCl3) + H

Bin mir da aber nicht 100% prozentig sicher.

Kommentar von theantagonist18 ,

Grundsätzlich richtig, aber es entsteht H2 und nicht H.

Kommentar von PwalbXYZ ,

das vergesse ich auch immer wieder. :D

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