Frage von Sunis, 332

Kann ich dem Richter sagen, dass ich mir beide Autos nur anschauen wollte und mich nun entschieden habe?

Hallo,

ich habe folgendes Problem. Da mein Coupe mir langsam etwas zu teuer im Unterhalt wird, habe ich vor, mir ein Saisonkennzeichen (06/08) zu holen und in der restlichen Zeit (09/05) ein kleines Auto zu fahren.

Mein Problem ist, dass ich mich nicht zwischen dem Nissan Micra und dem Mazda MX5 entscheiden kann. Beide kosten mich im Unterhalt in etwa das selbe aber sind eben komplett unterschiedliche Charaktere.

Mein Plan war es, mir sobald ich einen Termin bei der Zulassungsstelle bekomme um mein Auto bis Juni in die Garage zu schicken, einen Micra zu kaufen, dann ihn wieder zu verkaufen und mir im September, wenn mein Auto wieder in die Garage muss, einen MX5 zuzulegen. Wenn dieser mir nachein paar Monaten doch weniger gefällt, als der Micra, dann würde ich ihn wieder verkaufen und mir einen Micra zulegen.

Dass das (also praktisch zwei Verkäufe im Zeitraum von ca. einem Jahr) reicht, um das Gewerbeamt auf mich aufmerksam zu machen, weiß ich. Aber das Gesetz ist hier ja nicht deutlich ausgelegt. Kann ich im allerschlimmsten Fall einem Richter argumentieren, dass ich mir beide Autos nur anschauen wollte und mich nun entschieden habe oder habe ich da wenige Chancen und bewege mich auf umbegänglichem Eis?

Danke im Voraus!

Antwort
von PatrickLassan, 189

Dass das (also praktisch zwei Verkäufe im Zeitraum von ca. einem Jahr)
reicht, um das Gewerbeamt auf mich aufmerksam zu machen, weiß ich.

Mal davon abgesehen, dass das Gewerbeamt das überhaupt nicht mitbekommt, ist Kaufen und Verkaufen von PKW ohne Gewinnerzielungsabsicht dem Gewerbeamt nd auch dem Finanzamt völlig egal.

Antwort
von MandP86, 233

Solange du nicht beabsichtigst mit den Verkäufen Gewinn zu erwirtschaften ist das bei 2 Fahrzeugen kein Problem.

Kommentar von Sunis ,

Also muss ich die Autos für den selben Preis verkaufen, wie zu dem ich sie erworben habe?

Kommentar von MandP86 ,

Ich würde als fairer Sportsmann ja eher sagen für weniger, immerhin sind sie dann älter, haben mehr KM auf dem Buckel - aber ja.

Du solltest auch bei Privatverkäufen einen Kaufvertrag aufsetzen. So hast du dann auch noch etwas schriftliches in der Hand wo der Betrag festgehalten ist.

Kommentar von Sunis ,

Ich sage es mal so; ich hatte jetzt nicht vor, mich daran großartig zu bereichern, aber 100-200€ mehr hatte ich schon geplant zu machen, immerhin ist der Micra ein sehr begehrtes Auto, vorallem mit etwas Ausstattung, während der NA MX5 langsam zum Klassiker wird. Wäre es wirklich schon als "gewerblich" angesehen, wenn ich nach über 6 Monaten Nutzung vielleicht 150€ mehr dafür nehme, als ich ausgegeben habe (wenn er mir überhaupt für den Preis abgenommen wird)?

Ich meine von "Gewinn" kann ja dann kaum die Rede sein, weil ich die 150€ schon längst in Unterhaltskosten verpufft habe. Und obwohl es keinen rechtlichen Freibetrag gibt, sind so Beträge wie 100 oder 200€ doch nun wirklich nicht nennenswert. Wenn ich für 150€ irgendwo putzen gehe, ist das doch auch nicht anmelde- und steuerpflichtig, oder?

Kommentar von darkhouse ,

Es ist schlicht egal, wie viel Gewinn du damit machst oder nicht. Allein die GewinnerzielungsABSICHT zählt. Und die kann man dauerhaft nicht erkennen, denn ein Gebrauchtwagen (keine Oldtimer oder Klassiker) verliert immer. Schon allein, dass es einen Besitzer mehr gibt, drückt den Preis. Dann das höhere Alter und erwartungsgemäß ein paar km, verbunden mit weiterem Verschleiß und höherer Reparaturwahrscheinlichkeit. Die NA-Baureihe des MX5 ist schon auf dem Klassikerstatus. Hier kann man - sofern der Einkaufspreis und der Zustand passen - evtl. schon höhere Gewinne einfahren. Aber investieren musst du wohl in beiden Fällen, also machst du am Ende nicht mal wirklich echten Gewinn. Einmal Bremsbeläge erneuern, Ölwechsel und ggf. neuen TÜV, da bist du erstmal 200-300 los...

Kommentar von MandP86 ,

Wegen 200€ passiert nichts - außer du verkaufst künftig regelmäßig Autos.

Es ist wie auf eBay. Verkaufe ich dort im Jahr 2 TVs ist das kein Problem. Verkaufe ich aber im Monat 50 TVs ist das gewerblicher Handel.

Ähnlich bei Autos. Verkaufst du jetzt in einem Jahr zwei Fahrzeuge mit keinem oder geringem Gewinn stört das niemanden.

Kommentar von Sunis ,

Danke für die Antworten, ihr habt mir echt weitergeholfen :)

Expertenantwort
von jloethe, Community-Experte für Auto & KFZ, 182

Ich hab mal gelernt da eine Zulassungszeit von Mindestends  4 Monaten ausreicht um das Fahrzeug als Eigennutzung zu deffinieren..   Bei Zwei, oder sogar  drei Fahrzeugen interssiert das niehmanden.. Wenns jedoch mal 10 oder mehr Fahrzeuge innerhalb eines Jahres sind  könnte es sein das du einiges zu erklären hast. 

Wenn du die Fahrzeuge unter deinem Einkaufpreis oder für das gleiche weiterveräusserst ist eben falls keine Gewinnabsicht nachvollziehbar. Diese ist aber für gewerbliche Händler Voraussetzung..  Du solltest daher deine verträge von ankauf und verkauf  gut aufbewahren.. 

Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter..   Joachim

Kommentar von Sunis ,

Ich leite den Kommentar unTer MandP86's Antwort hier mal weiter...:

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Ich sage es mal so; ich hatte jetzt nicht vor, mich daran großartig zu bereichern, aber 100-200€ mehr hatte ich schon geplant zu machen, immerhin ist der Micra ein sehr begehrtes Auto, vorallem mit etwas Ausstattung, während der NA MX5 langsam zum Klassiker wird. Wäre es wirklich schon als "gewerblich" angesehen, wenn ich nach über 6 Monaten Nutzung vielleicht 150€ mehr dafür nehme, als ich ausgegeben habe (wenn er mir überhaupt für den Preis abgenommen wird)?

Ich meine von "Gewinn" kann ja dann kaum die Rede sein, weil ich die 150€ schon längst in Unterhaltskosten verpufft habe. Und obwohl es keinen rechtlichen Freibetrag gibt, sind so Beträge wie 100 oder 200€ doch nun wirklich nicht nennenswert. Wenn ich für 150€ irgendwo putzen gehe, ist das doch auch nicht anmelde- und steuerpflichtig, oder?

Kommentar von Geochelone ,

Wenn ich für 150€ irgendwo putzen gehe, ist das doch auch nicht anmelde- und steuerpflichtig, oder?

Natürlich, alles Andere wäre Schwarzarbeit !

Da du das Fahrzeug aber nicht für den Weiterverkauf (mit Gewinn) angeschafft hast, sondern es vorrangig selbst nutzen willst und für eine gewerbliche Tätigkeit auch eine Dauerhaftigkeit (Wiederholung vorgesehen) erforderlich ist, kann man bei deinem Vorhaben nicht von Gewerbe reden. Also vergiss deine Bedenken.

Kommentar von Sunis ,

Vielen Dank für die Antworten!!

Expertenantwort
von Skinman, Community-Experte für Auto, 50

Wer sich einen MX-5 als Winterauto holt, hat den Knall nicht gehört, sorry. Heckantrieb - lausig kalt wegen Verdeck - potenziell wird das Verdeck irgendwann undicht - und wenn du das gleiche ausgibst, kriegst du immer einen Micra in VIEL besserem Zustand.

Antwort
von darkhouse, 99

Nein, keine Angst, dir kann man so einfach keine Gewerbe nachweisen. Gewerbe heißt: auf Dauer mit Gewinnerzielungsabsicht, selbständig, von außen erkennbar und nicht rechts- oder sittenwidrig. Alles muss erfüllt sein.

Hier fehlt es schon an der Auslegung "auf Dauer" und Gewinn wirst du wohl kaum beabsichtigen, du wirst zu tun haben, mit +/- 0 rauszukommen. Und nicht du musst nachweisen, dass du kein Gewerbe ausführst, sondern das Gewerbeamt dir, dass du eines ausführst.

Schönen Gruß von mir aus der Gewerbeaufsicht...

Kommentar von darkhouse ,

Hatte selbst schon einen Astra G aus einer Erbmasse (nicht meine Verwandtschaft) erhalten. Für nur 300 Euro in sehr gutem Zustand. Nachdem ich 1.000 Euro investiert habe und 12.000 km gefahren, hab ich ihn für 2.200 Euro verkauft. War nicht übel...

Kommentar von Sunis ,

Grazie mille!

Antwort
von RobTop96, 76

Keine Behörde unterstellt Dir bei 2 Verkäufen pro Jahr, dass Du ein Gewerbe führst.

Antwort
von ThomasAral, 85

wenn du die autos nicht nur rumstehen hast sondern selbst mit fährst, dann kann ja wohl kaum die rede davon sein, dass es gewerbsmäsig ist

du hast deine eigen genutzten fahrzeuge verkauft (muss natürlich auf dich angemeldet gewesen sein vorher)

Antwort
von kieljo, 45

Da du die Autos auf dich zulässt und auch damit fährst, interessiert das überhaupt keine Behörde. Auch nicht wenn du 4 Autos im Jahr fährst.

Antwort
von RefaUlm, 58

Nissan Micra ist ein Kleinwagen mit FWD gut um günstig und einfach von A nach B zu kommen, der MX5 ein Roadster Cabrio mit RWD und sehr spritzigem Motor ist ein Spaß mobil aber weniger alltagstauglich als der Micra, da nur 2 sitze und ein winziger Kofferraum...

Und warum nur drei Monate von O bis O also von Ostern bis Oktober kannst du eigentlich dein Coupe fahren, soviel teurer sollte das nicht sein...

Kommentar von Sunis ,

Jo, 04/10 ist üblich. Aber da bezahle ich schon über das doppelte an Versicherung, Steuern und vorallem Sprit als 06/08.

Antwort
von Geochelone, 80

Das ist gewerberechtlich überhaupt kein Problem. Du hast schließlich keine Gewinnerzielungsabsicht. Und dann ist das kein Gewerbe...

Antwort
von Alopezie, 40

Als Winter Auto würde ich den micra nehmen da er Front Antrieb hat. Mit Heck Antrieb kommst du im Winter nicht weit.

Kommentar von Sunis ,

Haha, ja, der harte Winter hier in Deutschland eignet sich garnicht für heckgetriebene Fahrzeuge. Bei dem Eis und der Kälte :D

Kommentar von Alopezie ,

Später kommen die Fragen "RWD Auto kommt Berg nicht hoch". Ich weiß nicht wo erwähnt wurde das er in Deutschland wohnt. Außerdem, was wenn plötzlich Schnee kommt? Dann ist das geweine groß.

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