Frage von BigBen38, 57

Frage: nicht bestellte KK erhalten.Wie am besten handeln?

Hallo Com. Vorgeschichte: Vor 5 Jahren hab ich mal so eine Prepaidkarte"MyWirecard2GoVisa" von der Tanke mitgenommen - 9,95€ für 2 Jahre. Nach den 2 Jahren kam unaufgefordert per Post ne neue Karte und mein Konto wurde mit 29,90 belastet... Inzwischen gab es eine bessere Karte mit kostenlosem weltweiten Geldabheben... Und so hatte ich die neue Karte in die Schublade gelegt und vergessen. Die Quittung kam nach 12 Monaten.... ...nein...keine neue Karte...obwohl die Zu geschickte abgelaufen war...sondern "nur" eine Mahnung über 37€ irgendwas... Es machte den Eindruck als würde man nur die jährlich steigenden Gebühren wollen und mache sich nicht mal mehr die Mühe, neue gültige Karten zu verschicken.

Nach einigem hin und her musste ich die 37€ ohne Gegenleistung bezahlen. Habe aber direkt Umgegend gekündigt und ausdrücklich drauf hingewiesen, das ich zu dem Verein keinerlei Geschäftsbeziehung mehr wünsche.

Das ganze ist 2 Jahre her, erklärt aber woher die meine Email und meine Anschrift haben.

Vor 2 Tagen gabs im Spam ne Mail mit "...vielen Dank das sie sich für unsere Mywirecard2Go entschieden haben"

Mehr war in der Vorschau nicht zu sehen, da ich aber NICHTS bestellt habe, hab ich den Kram gelöscht.

Heute bekam ich per Post eine Prepaidkreditkarte von "Mywirecard2go"....

Wohlgemerkt : ich habe 100%ig nichts bestellt - schon gar nicht diese teure Mistkarte.

Für mich riecht das hier nach Bauernfängerei.

Nun die Frage : Wie kann/muss ich da Rechtssicherheit reagieren ? Ich sehe es eigentlich gar nicht ein, für nichtbestelltes nun teure und aufwändige Einschreiben zu versenden, auch wäre es ja kein Widerruf... Wie seht ihr das ? Danke

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dannius, 28

Das war möglicherweise eine Art "Abo-Vertrag", den Du dann ja auch gekündigt hast.

Kannst Du die damalige Kündigung nachweisen? Dann sendest Du ihnen per Einschreiben (bitte zuverlässigen, möglichst nicht verwandten oder verschwägerten Zeugen sehen lassen, was Du in den Umschlag steckst) die Karte zurück mit dem Hinweis, Du hättest keine solche Karte bestellt, und Du würdest bereits jetzt etwaige gegen Dich gerichtete Forderungen bestreiten. "Vorsorglich weise ich darauf hin, dass ich die Geschäftsverbindung, die früher zwischen uns bestand, bereits am ... (Datum) ... gekündigt habe."

Kannst Du die damalige Kündigung nicht nachweisen, schreibst Du dennoch dasselbe. Dann ergänzt Du lediglich: "Vorsorglich kündige ich hiermit nochmals die gesamte zwischen uns bestehende Geschäftsverbindung zum nächstmöglichen Zeitpunkt."

Ob die dann mit einer Entgeltforderung durchkommen oder nicht, hängt letztendlich davon ab, wie vehement sie Deine damalige Kündigung bestreiten, und wie gut die Beweismittel sind, die Du an der Hand hast, um Deine frühere Kündigung zu beweisen. Denn wenn es vor Gericht "Spitz auf Knopf" kommt, musst Du als eine für Dich günstige Tatsache die Kündigung und deren Zugang bei der Firma beweisen.

Kommentar von BigBen38 ,

Ja ich Hans befürchtet, das das nun kompliziert wird...

Es ging hin und her am Telefon und per Mail...und ich hab damals drauf bestanden mir schriftlich zu bestätigen, das ich gekündigt habe.

Diese habe ich auch per Mail erhalten

Das in Kopie mit der Karte zurück senden ?

Nur - durch die Mail vor 2 Tagen...scheint es sich eh um eine neue Geschäftsbeziehung zu handeln und nicht die Verlängerung von damals zu sein...

Wäre mal interessant ob noch andere ExKunden angeblich neu bestellt haben sollen...leider finde ich bei Google dazu nix...

Kommentar von Dannius ,

Diesen neuen Vertragsschluss müssten sie Dir erst einmal beweisen.

Die Kündigungs-Bestätigungs-Mail würde ausreichen, es sei denn, die sind so dreist und behaupten, die hättest Du selbst zusammengebastelt. Das kommt aber wirklich selten vor.

Die Bestätigungsmail würde ich nicht mit der Karte zurücksenden. Du bist ja nicht deren Dokumenten-Registratur.

Das Bestreiten der Forderung wäre streng genommen nicht erforderlich. Nur: Meldungen bei Schufa und anderen Auskunfteien wegen nicht bedienter Forderungen sind auf jeden Fall unzulässig, wenn die Forderungen bestritten sind. Insofern ist ein ausdrückliches Bestreiten ratsam, wenn jemand irgendwelche unzutreffenden Forderungen erhebt, weil die Forderung dann nicht bei irgendwelchen Auskunfteien eingemeldet werden darf und die Bonität schädigen könnte. Danach kann man sich freilich zurücklehnen und denken, verklagt mich doch.

Die Karte ist deren Eigentum, also erhalten sie sie bei dieser Gelegenheit gleich zurück.

Übrigens telefoniert man in solchen Angelegenheiten niemals. Telefongespräche hinterlassen keine schriftlichen Nachweise, allerdings Zeugen, die hinterher den Gesprächsinhalt im Sinne ihrer Brötchengeber "missverstehen" können.

Kommentar von Dannius ,

Nachtrag: Möglicherweise behaupten sie nun, dass Du nicht wirksam gekündigt hättest, weil es ja nicht schriftlich erfolgte, sondern nur per Mail. Schriftformerfordernisse für Kündigungen waren vor ein paar Jahren üblich und in der Regel reine Schikane, weil sie erforderten, dass sie ein Originalschreiben mit Deinem handgezeichneten so genannten "Kaiser Wilhelm" (leserlich) erhalten haben. Nach einigen Gesetzesänderungen darf dies nicht mehr verlangt werden, es muss heutzutage für die meisten Verträge die "Textform" genügen. Bloß gilt diese Änderung nicht rückwirkend.

Allerdings wird dies durch ihre Anerkennung Deiner Kündigung per E-Mail gleichsam "getoppt", weil diese Anerkennung der Kündigung einen Verzicht auf das Schriftformerfordernis logischerweise beinhaltet.

Antwort
von franneck1989, 11

Schriftlicher Widerspruch. Als Vorlage hat sich z.B. das hier bewährt: https://www.verbraucherzentrale.de/mediabig/217340A.pdf (Die Sache mit dem Fernabsatz weglassen)

Antwort
von MartinWust, 26

5 jahre 2 jahre dann komste jetzt mit so was

nicht zahlen fertig wen die geld abziehn zur bank zurück ordern und für die speeren lassen fertig

Kommentar von BigBen38 ,

Tja, nur fürchte ich, das ich dann am Ende der Dumme bin....

Die haben von früher meine Daten...

Und ich weiss nicht, wie die im Zweifel nachweisen müssen, das sie ne Order bekommen haben (IP etc)

Und, ob das Behalten der Karte zu nem Einverständnis führen würde.

Kommentar von Dannius ,

... wie die im Zweifel nachweisen müssen, das sie ne Order bekommen haben

Sie müssen nachweisen, dass ganz genau Du vor einem PC gesessen und für Dich etwas bestellt hattest - ein Ding der Unmöglichkeit. Nein, sie werden einfach Deinen alten Vertrag als ungekündigt weitergeführt haben.

Und, ob das Behalten der Karte zu nem Einverständnis führen würde.

Das Behalten sicherlich nicht. Schweigen ist grundsätzlich keine Erklärung, erst Recht nicht eine Einverständniserklärung (Exkurs: außer, dies ist vertraglich vereinbart, etwa bei Banken hinsichtlich des Kontosaldos beim Rechnungsabschluss - Du kennst diese Vermerke auf Kontoauszügen -, oder bei AGB-Änderungen, wo aber die Modalitäten des unterstellten Einverständnisses in den AGB selbst geregelt sein müssen, und dies auch gewissen gesetzlichen Beschränkungen unterliegt).

Würdest Du die Karte einsetzen, würdest Du Dich selbstverständlich dadurch mit der Geschäftsbeziehung einverstanden erklären.

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