Frage von ThamirKing2, 39

Frage für Anwälte oder Polizisten, bzw. Leute die sich mit dem Staat, Gefängnis usw. auskennen?

Guten Tag,

Ich habe eine Frage, die mich schon ziemlich lange beschäftigt. Einige unter euch kennen sicherlich den Film "Doppelmord". In dem Film musste eine Frau, für einige Jahre ins Gefängnis, da sie ihren Mann umgebracht haben soll. Dieser, hat allerdings nur so getan, seinen Namen geändert und ist in ein anderes Land gezogen. Als die Frau aus dem Gefängnis raus kam, hat sie ihren Mann in Wirklichkeit getötet und wurde dafür nicht weiterhin bestraft, da sie ihre Strafe. für den Mord an diesem Mann bereits abgesessen hatte.

Jetzt meine Frage: Würde es im wahren Leben ebenfalls so sein dass, wenn jemand sich Tot stellt, für dessen Mord Ich dran gekriegt werde, ich für 3 Jahre ins Gefängnis, wegen dem Mord an dieser Person muss, und meine Strafe somit absitze, rauskomme, ihm töte, und nicht wieder ins Gefängnis muss da ich Strafe für den Mord an ihm bereits abgesessen habe?

Ich hoffe man konnte mich einigermaßen verstehen! ^_^

Antwort
von marcussummer, 34

Wohl kaum. Für die erste Haft gäbe es einen Entschädigungsanspruch. Für die zweite Tat eine neue Haftstrafe, in deren Rahmen vielleicht die erste Strafe mit berücksichtigt wird.

Strafklageverbrauch sehe ich hier eigentlich nicht, wenn die beiden angeblichen Taten Jahre auseinander liegen. Die Tatumstände und der Zeitpunkt dürften so weit differieren, dass man kaum von einem einheitlichen Lebenssachverhalt ausgehen kann.

Kommentar von ThamirKing2 ,

Ahaa, Super! Danke sehr ^_^

Antwort
von RobertLiebling, 27

"Ne bis in idem" hat in Deutschland sogar Verfassungsrang: In Art. 103 (3) GG heißt es:

Niemand darf wegen derselben Tat auf Grund der allgemeinen Strafgesetze mehrmals bestraft werden.

Wenn Du wegen Mordes an Person X rechtskräftig verurteilt wurdest, kannst Du deswegen nicht noch einmal vor Gericht gestellt werden. Wenn Du Person X aber später tatsächlich umbringst, ist das eine andere Tat.

Meist betrifft das aber Fälle, wo jemand z.B. wegen Totschlags verurteilt wurde und erst nachträglich das Vorliegen von Mordmerkmalen festgestellt wird.

ich für 3 Jahre ins Gefängnis, wegen dem Mord an dieser Person muss

Das ist etwas unrealistisch. Auf Mord steht lebenslange Freiheitsstrafe. Frühestens nach 15 Jahren kann die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt werden.

Kommentar von ThamirKing2 ,

Aaahaa sehr Detailreich, danke sehr! 

Das mit den 3 Jahren, war lediglich ein Beispiel ^_^

Antwort
von RobertLiebling, 21

Als die Frau aus dem Gefängnis raus kam, hat sie ihren Mann in Wirklichkeit getötet

Übrigens tat sie das im Film in Notwehr, was als Rechtfertigungsgrund eine Bestrafung sowieso verhindert hätte.

Antwort
von Technomixer, 39

nöö kann ich mir nicht vorstellen, denn die Tat wurde erst nach der Strafe durchgeführt. Vorher war es ja keine..

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