Frage von el2262, 45

Frage Erbanteil Ehefrau vs. Tochter bei handschriftlichen Testatment?

Hallo, in einem (formal korrektem) handschriftlichen Testament schreibt der Erblasser: "Ich N.N. vererbe mein Vermögen an meine Ehefrau N.N. und meine Tochter N.N." (Unterschrift Erblasser). Wie bemisst sich das Verhältnis des Erbteils zwischen Ehefrau (ist Mutter der im Testament genannten Tochter) und der Tochter. 50:50, also jeder erbt zur Hälfte?

Ich habe wo gelesen, dass die Ehefrau immer mehr erbt als das Kind). Hinweis: Der Erblasser hatte noch eine Tochter, die jedoch nicht bedacht wurde im Testament (ist aber auch nicht enterbt). 2. Frage: wie hoch wäre der Pflichtteil der nicht im Testament genannten Tochter und müssen dann beide (Mutter und Tochter)zu gleichen Teilen diesen Pflichtteil "bezahlen". Umfangreiche Frage, ich hätte gerne grob gewußt, wie es rechtlich aussieht. DANKE.

Antwort
von miboki, 27

Bei einem Testament wird die Erbschaft so verteilt wie angegeben. Im vorliegenden Fall bilden Mutter und Tochter eine Erbengemeinschaft. Das Geld kann man teilen, beim Restlichen Vermögen müssen die 2 sich einigen oder eine Teilungsversteigerung beantragen. Die uneheliche Tochter hat Anspruch auf den Pflichtteil, der ein Bargeldanspruch in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteiles ist. Der Anspruch besteht gegenüber der Erbengemeinschaft. 

Und nun kommen wir zu dem Punkt, dass die Ehefrau mehr erbt. Das wäre der Fall, wenn es kein Testament gäbe und die Eheleute im gesetzlichen Güterstand gelebt hätten. In dem Fall hätte die Frau zu 1/4 geerbt und zu 1/4 den Zugewinn beanspruchen können. Der Rest wäre zu gleichen Teilen an die Kinder gegangen. Die Frau hätte somit 1/2, die Kinder je 1/4 geerbt (gesetzliches Erbteil). Der Pflichtteil besteht demnach zu 1/8 (als Bargeldanspruch). 

Antwort
von frodobeutlin100, 28

Bei dem Wortlaut 1/2 zu 1/2 für Mutter un Tochter

das Pflichtteil der Tochter ist die Hälfte des gesetzlichen Erbteils
- gesetzleicher Erbeteil wäre 1/4 also 1/8 (§ 2303 BGB)

der Pflichtteilsanspruch richtet sich gegen die Erbengemeinschaft

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gesetzliche Erbfolge wäre

Ehefrau 1/4 Voraus (§ 1932 BGB) plus 1/4 (§1931 BGB)

Tochter1: 1/4 (§1924 BGB)

Tochter2: 1/4 (§1924 BGB)

Kommentar von el2262 ,

D.h., weil ein (korrektes) Testament da ist, tritt keine "gesetzliche Erbfolge" ein? (Testament ersetzt gesetz. Erbfolge). So richtig?

Kommentar von frodobeutlin100 ,

eben ... dafür macht man doch ein Testament, nämlich dafür dass man das was gesetzlich eintreten würde als Erblasser so nicht will ...

Antwort
von m01051958, 34

So wie beschrieben hätte das Testament keine Gültigkeit .. 

Die Tochter aus einer anderen Bez erbt natürlich mit..und zwar das selbe wie du! Nehmen wir an es geht um 1000€.. Davon bekommt Mutter erstmal 50% Verbleiben noch also noch 500€ die vererbt werden können. Diese 500€ werden durch drei geteilt.. Mutter und beide Kids.. und damit ist das Erbe aufgeteilt !

Kommentar von el2262 ,

Danke, warum ist das Testament ungültig? Die Tochter, die im Testament nicht bedacht wurde, ist nicht aus einer anderen Beziehung, die Töchter sind Geschwister. Danke für eine Erläuterung...:)

Kommentar von frodobeutlin100 ,

Das Testament ist gültig, wenn es den Formvorschriften entspricht ...

wer nicht erwähnt wird, soll nichts erben ...
und kann daher nur das Pflichttteil beanspruchen ...

Kommentar von frodobeutlin100 ,

@ m01051958

ein Blick ins BGB wäre hilfreich ....

Kommentar von m01051958 ,

@frodo ..es gibt Pflichteile ... du kannst niemanden deiner Familie Grundlos ausklammern..Selbst die Kinder nicht die irgendwann und wo "ausversehen" gezeugt worden sind..

Kommentar von m01051958 ,

Der Vater kann keine der Töchter ausklammern ... und deine Mutter nicht ihre 50% Anteil abnehmen..... und zu einem Handschriftlichen Testament gehören die Unterschriften von Zeugen .. als Beweis das dass Testament nicht unter Alkohol , Drogen oder Zwang geschrieben wurde..

Kommentar von frodobeutlin100 ,

§ 2247 Eigenhändiges Testament

(1) Der Erblasser kann ein Testament durch eine eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichten.

(2) Der Erblasser soll in der Erklärung angeben, zu welcher Zeit (Tag, Monat und Jahr) und an welchem Ort er sie niedergeschrieben hat.

(3) Die Unterschrift soll den Vornamen und den Familiennamen des Erblassers enthalten. Unterschreibt der Erblasser in anderer Weise und reicht diese Unterzeichnung zur Feststellung der Urheberschaft des Erblassers und der Ernstlichkeit seiner Erklärung aus, so steht eine solche Unterzeichnung der Gültigkeit des Testaments nicht entgegen.

(4) Wer minderjährig ist oder Geschriebenes nicht zu lesen vermag, kann ein Testament nicht nach obigen Vorschriften errichten.

(5) Enthält ein nach Absatz 1 errichtetes Testament keine Angabe über die Zeit der Errichtung und ergeben sich hieraus Zweifel über seine Gültigkeit, so ist das Testament nur dann als gültig anzusehen, wenn sich die notwendigen Feststellungen über die Zeit der Errichtung anderweit treffen lassen. Dasselbe gilt entsprechend für ein Testament, das keine Angabe über den Ort der Errichtung enthält.

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auch hier gilt: ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung ...

Kommentar von m01051958 ,

jedes Kind und die Mutter (bzw deren Anwalt) würden bei der ersten Gerichtsverhandlung das in der Frage beschriebene Testament kippen.. 

Kommentar von Havenari ,

Auf welcher Grundlage?

Kommentar von m01051958 ,

@ havenari 

Die Mutter ist prozentual übergangen worden und die 2te Tochter komplett ausgeklammert..in dem Fall könnte man von "vergessen" ausgehen weil sie "vollkommen unerwähnt " blieb! Tochter eins, die unerklärterweise der Mutter gegenüber bevorteilt wird ,  da dieser ein Pflichtanteil von 50% des ganzen "vorab" zusteht.Ihr das abzusprechen müsste unter Zeugen (Notar) gut begründet sein.Findet aber meist kein Verständnis bei Gericht und somit fast ohne Aussicht auf Erfolg (wir gehen im Beispiel von einer gesunden Mutter aus).. Bei der 2ten Tochter die ebenfalls "erbberechtigt" ist , aber unerwähnt , gilt gleiches , es sei denn, sie wollte den Vater mal umbringen/ oder anderweitig schwer schädigen..zB Haus anstecken , Bremsen am Auto manipulieren.. Selbst wenn sie Geistig nicht geschäftsfähig wäre könne man Ihr Pflichteil nicht auf andere umverteilen. 


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