Frage von smokechiller, 87

Frage bzgl. Unterhalt uneheliches Kind/keine Hochzeit?

Hallo,

habe mal eine grobe Frage. Bekomme monatlich ca 1100€ Lohn Netto. Davon zahle ich die Miete und Handy. Bleiben mir also 840€ monatlich zum leben. Auto gibt es keins mehr, da es bereits seit 1,5 Jahren abgemeldet ist. Strom, Internet, Nebenkosten sind bereits in der Miete enthalten.

Man nehme an, dass ich nun eine Frau geschwängert habe und das Kind tatsächlich von mir ist : wieviel Unterhalt müsste ich zahlen? Sie hat neulich geschrieben, dass sie keinen Unterhalt verlangen wird. Soll halt gelegentlich mal was mit dem Kind machen. Habe diese Aussage schwarz auf weiß.

Gestern in einem Streit hat sie geschrieben dass sie Unterhalt fordern wird, wenn das Kind zur Welt kommt. Und sie wird fordern, dass ich das Kind nicht sehen werde. Höchstens im Beisein des Jugendamts. Das soll mal nebensächlich sein, weil es gibt keine Anhaltspunkte. Weder Alkohol, noch Drogen sind im Spiel. Alles im geregelten Bereich und evtl. nur zu Feiern/Partys. Keine Vorstrafen bzgl. Gewalt. Keine Aggression. Habe zudem einen geregelten Alltag und habe einen festen unbefristeten Job ohne Probezeit. Wohne zwar selbst in einer WG und habe dort ein Zimmer, aber bin bereits seit Anfang diesen Jahres auf der Suche nach etwas eigenen. Soll aber ebenfalls nebensächlich sein.

Jetzt stellt sich mir eben die Frage, wie hoch so ein Anspruch überhaupt ist? Habe im Netz auf die schnelle Nichts gefunden, wonach ich mich richten kann. Gibt es da einen Richtwert oder wie kann sowas prozentual vom Netto ausmachen?

Vielen Dank...

Antwort
von Dahika, 87

Wenn es dein Kind ist, kann die Mutter auf Unterhalt nicht verzichten. Es ist nicht ihr Unterhalt, sondern der des Kindes. Der Unterhalt hängt auch nicht davon ab, wie sie sich dir gegenüber verhält. Auf der anderen Seite kann sie dir den Umgang mit dem Kind nicht verbieten.

Expertenantwort
von Gerhard Krämmer, Dipl.-Wirtschaftsingenieur, 66

Sobald du die Vaterschaft für das Kind anerkannt hast, bist du ihm unterhaltspflichtig. Die Höhe des Unterhaltes ist abhängig vom Alter des Kindes und deinem "unterhaltsrelevanten Einkommen" und orientiert sich an der "Düsseldorfer Tabelle".

Bis zum sechsten Geburtstag des Kindes liegt der Mindestunterhalt bei 236 Euro. Du hast allerdings einen "Selbstbehalt" von derzeit 1080 Euro - das ist der Betrag, der dir von deinem Einkommen zumindest verbleiben muss, um davon deinen eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten (Verpflegung, Miete, Strom, Telefon, Kleidung, Freizeit...).

Solange das Kind allerdings minderjährig ist, besteht für dich eine erhöhte Erwerbsobliegenheit, du musst alles dir Mögliche tun, um den Mindestunterhalt zahlen zu können (besser bezahlten Job oder Nebenjob ...).

Solltest du so viel verdienen, dass dir nach Zahlung des Kindesunterhaltes noch mehr als 1200 Euro verbleiben, wärst du auch der Kindsmutter selbst noch zum Unterhalt verpflichtet bis zum dritten Geburtstag des Kindes ("Betreuungsunterhalt").

Die Kindsmutter könnte auf den Unterhalt verzichten, wenn sie das Kind und sich selbst ausreichend versorgen könnte. Sollte sie dazu nicht in der Lage sein und staatliche Unterstützung beanspruchen, musst sie vorrangig erstmal den Unterhalt von dir einfordern.

Mit Anerkennung der Vaterschaft hast du "automatisch" ein Umgangsrecht mit deinem Kind und kannst auch das gemeinsame Sorgerecht einfordern - auch gegen den Willen der Kindsmutter.

Kommentar von smokechiller ,

Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort!

Kommentar von sozialtusi ,

Toll erklärt!

Antwort
von petrapetra64, 81

Egal, was die sagt, schreibt oder unterschreibt, bist du der Vater, kann sie jederzeit Unterhalt fordern, selbst wenn sie darauf schriftlich verzichtet. Der Unterhalt steht dem Kind zu und sie kann daher gar nicht rechtsverbindlich darauf verzichten.

Der Unterhalt wird vom Jugendamt festgesetzt. Der Mindestunterhalt fuer Kinder unter 6 Jahre ist derzeit 236 Euro (bei dem Betrag der Duesseldorfer Tabelle wird das halbe Kindergeld abgezogen, der Zahlbetrag ist daher niedriger). Es gibt aber auch einen Selbstbehalt von 1080 Euro, der dir zum Leben zusteht, es kaeme bei dir daher zu einer Maengelberechnung. ggf koennte der Selbstbehalt aber z.B. wegen einer guenstigen WG Wohnung oder der Moeglichkeit, noch einen Nebenjob zu machen, vom Jugendamt heruntergesetzt werden.

Zudem wird zu deinem Netto ggf. noch Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld eingerechnet.

Sie kann und darf dir den Umgang mit dem Kind nicht verbieten, du hast ein Recht darauf, inzwischen sogar auf das gemeinsame Sorgerecht, wenn es keine konkreten Einwaende der Mutter gibt. Auch hier kannst du dich ans Jugendamt wenden, die vermitteln muessen.

Antwort
von Pummelweib, 79

Das solltest du dir von einem Anwalt ausrechnen lassen, denn es speilen mehrere Faktoren eine Rolle, das lässt sich leider nicht immer pauschalisieren.

LG Pummelweib :-)

Antwort
von angy2001, 85

Wenn du der Vater des Kindes bist, wird das Jugendamt deinen Unterhalt festsetzen. Schau in die Düsseldorfe Tabelle - da steht das drin. Die schriftliche Aussage, sie will keinen Unterhalt, zählt nicht. Es geht um das Kind und nicht im die Mutter. Sie kann dir das Kind aber nicht entziehen und den Kontakt verbieten. Lass dich also nicht erpressen - auch unverheiratete Väter haben ein Recht, ihr Kind zu sehen.

Kommentar von smokechiller ,

Wenn ich mir diese Düsseldorfer Tabelle anschaue, steht dort, dass ich bis zu einem Nettoeinkommen bis 1500€ 328 € zahlen soll. Das ist verdammt viel. Somit wäre ich mit Miete/Handy knapp über dem Hartz4 Satz mit einem 150€ Job. Also das was mir übrig bleibt. Nein. Wegnehmen lass ich mir nichts. Das würde sie auch nicht durchsetzen können, da es 0 Anhaltspunkte gibt. Seit sie das Gefühl hat, schwanger zu sein, dreht sie total durch. Habe stets ein offenes Ohr, aber ich lass mir ungern einfach aus heiterem Himmel Sachen an den Kopf knallen, die an den Haaren herangezogen sind. Eifersucht bis Oberkante. Bei Telefongesprächen wird immer wieder aufgelegt, usw...wird dann wieder angerufen.. Schlimmer, wie in nem Kindergarten.

Kommentar von angy2001 ,

Dann beruhige sie, sie hat es auch nicht so leicht jetzt gerade.  Also muss erstmal klar sein, ob sie überhaupt schwanger ist. Denk daran, du könntest dich aus dem Staub machen, aber sie würde das Kind bekommen und ihr Leben lang dafür verantwortlich sein.

Wenn sie schwanger ist, dann gehen auch schon mal die Hormone mit ihr durch. Bringe ein bischen Verständlis für ihre Lage auf. Wie alt seid ihr denn?

Antwort
von sozialtusi, 65

Sie kann und darf (!) den Unterhalt nicht ablehnen, da dieser nicht für sie, sondern für das Kind ist.
Düsseldorfer Tabelle stimmt schon.

Antwort
von Menuett, 37

Du hast einen Selbsthalt von 1080€. D.h. du müßtest, wenn überhaupt, 20€ Unterhalt zahlen.

Du könntest u.U. aber dazu verdonnert werden, Dir einen Nebenjob zu suchen um den vollständigen Mindestunterhalt von 236€ zahlen zu können.

Wenn Du mit einer Lebenspartnerin zusammenlebst, könnte wegen der Ersparnis ggf. der Selbstbehalt gesenkt werden.

Du hast ein Umgangsrecht und das wird Dir auch kein Gericht ohne Grund verwehren.

Der Zettel auf dem sie keinen Unterhalt fordert, der hilft Dir nichts.

Sie ist verpflichtet den Unterhalt fürs Kind zu verlangen und auf Unterhalt darf schon per Gesetz nicht verzichtet werden.

Antwort
von Lyzaie, 79

Es gibt einen bestimmten SAtz der dir zum Leben zusteht.

Bei einem bekannten sind das 1000€. Alles darüber muss er als Unterhalt abtreten

Kommentar von smokechiller ,

Weißt du wo man sich darüber informieren kann?

Antwort
von conelke, 77

Goggle mal nach Düsseldorfer Tabelle. Da wirst Du fündig.

Kommentar von smokechiller ,

In dieser Düsseldorfer Tabelle steht bei einem Nettoverdienst bis 1500€, dass ich 328 € zahlen soll. Das wäre doch gar nicht möglich? Man nehme an, dass man nur 1000€ verdient und es bleiben 600€ zum leben. Davon noch 328€ abziehen und man ist unter dem Hartz4 Satz. Das gibt keinen richtigen Aufschluss.

Kommentar von conelke ,

Das ist ja auch nur eine Richtlinie, nach der Du gefragt hast. Der Unterhalt wird dann im konkreten Fall festgesetzt. Wenn Du nicht soviel verdienst, kannst Du natürlich auch nicht so viel bezahlen. Der eigene Bedarf, um menschenwürdig leben zu können, muss natürlich erst einmal gesichert sein. Sonst rufe da an und frage nach.

Kommentar von Menuett ,

In der Düsseldorfer Tabelle steht in der letzten Spalte Dein Selbstbehalt.

Unter den darfst nicht kommen.

Kommentar von sozialtusi ,

Der Selbstbehalt liegt bei etwas unter 1000 Euro.

Kommentar von petrapetra64 ,

Der Selbstbehalt liegt bei 1080, bzw. bei 880 bei nicht Berufstaetigen.

Antwort
von Dixy69, 68
Kommentar von smokechiller ,

328 € ??? Oo

Kommentar von petrapetra64 ,

abzueglich des halben Kindergeldes, also 236 Euro.

Kommentar von Menuett ,

Bedarfskontrollbetrag in der letzten Spalte 1080/880 €.

1080 wenn Du arbeitest, 880 wenn Du arbeitslos bist.

Antwort
von Pfaffenhofener, 46

Das waren keine 5 Sekunden zum googlen: http://www.n-heydorn.de/unterhaltsrechner.html

Gibt Deine Daten ein und Du hast eine ersten, vermutlich relativ genauen, Anhaltspunkt.

Und dann klärt doch erst einmal, ob sie wirklich schwanger ist...

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