Frage von mlgneumann, 29

Frage bzgl. Ontologie?

Guten Abend. Ich bin nun schon des öfteren über diesen Begriff gestolpert, doch was macht er eigentlich konkret aus? Was bedeutet er im metaphysischen Zusammenhang? Danke im Voraus.

Antwort
von Hamburger02, 25

Die Frage habe ich gerade hinter mir gelassen, nachdem ich das nicht so recht verstehen wollte und viele Diskussionen dazu hatte, insbesondere zum ontologischen Determinismus. Versuche mal, deinen Weg mit meinen Worten abzukürzen.

Bei den alten Griechen gab es schon den Streit, wie man Wissenschaft betreiben solle. Die einen meinten, "reine" Wissenschaft erfolgt ausschließlich mit dem Verstand und der Logik. Die anderen vertraten die Auffassung, Wissenschaft hat mit Beobachten, Messen und Experimentieren zu tun.

Beide Schulen gibt es auch heute noch in der Philosophie. Die Denkende nennt sich ontologisch, die praktische nennt sich epistemisch.

Als Beispiel nehme ich den Determinismus. Der ontologische Determinismus sagt, es sei alles vorherbestimmt. Dabei ist nur entscheidend, dass es denkbar ist. Ob es überhaupt Naturgesetze gibt, die es vorhersehbar machen, spielt keine Rolle.

Der epistemische Determinismus sagt, alles ist vorhersehbar (berechenbar), auch wenn heute noch nicht alle Gesetze bekannt sind. Der epistemische Determinismus kann als widerlegt gelten.

Nun hatte ich das Glück, letzten Monat mit einem Professor für Mathematik und Philosophie zusammenzuarbeiten. Bei der Gelegenheit fragte ich ihn, ob er mir denn den ontologischen Determinismus erklären könne, der Sinn wolle sich mir nicht so recht erschließen. Da meinte er, der ontologische Determinismus lasse sich weder beweisen noch widerlegen. Er brächte auch keinerlei Erkenntnisgewinn. "Und wo ist dann der Nutzen, warum beschäftigen sich so viele damit?" Darauf er: "Der Nutzen liegt darin, dass man damit prima an eine Professur kommen kann".

Nur nebenbei: Stringtheorie und Multiversentheorie gehören zur Zeit auch noch in die Kategorie ontologisch. Es gibt bislang trotz intensiver Suche nicht den kleinsten Hinweis, dass das, was mathematisch denkbar ist, auch tatsächlich verwirklicht ist.

Kommentar von mlgneumann ,

Danke sehr, aber ist Ontologie nicht auch als der Teilbereich der Metaphysik zu verstehen, der sich mit der Struktur von allem Seienden beschäftigt?

Kommentar von Hamburger02 ,

Ja. Das ist im Prinzip dasselbe, bloß in Philosophendeutsch.

Metaphysik ist ein Teil der Philosophie.

"Die Struktur von allem Seienden" ist nichts anderes wie die Frage "Wie funktioniert die Welt?", also genau die Frage, um die sich Wissenschaftler und Philosophen kümmern. Je nach Methodik nennt sich dann die Herangehensweise ontologisch oder epistemisch.

Kommentar von mlgneumann ,

Danke!

Antwort
von grtgrt, 14

Meiner Meinung nach ist

  • Ontologie die Lehre vom Sein,
  • Epistemologie aber Erkenntnistheorie (was immer man sich darunter vorstellen möchte)..

Mit anderen Worten: Die eine Lehre möchte wissen, was ist, die andere aber diskutiert, was wir erkennen.

Da Physiker - allen voran Kant und Bohr - die Meinung vertraten, dass die Wirklichkeit nicht erkennbar sei (und deswegen durch unser gedankliches Bild, durch das also, was wir unsere Realität nennen) ersetzt sei, scheint mir Ontologie leer, Epistomologie aber die Lehre von unserer Realität zu sein.

http://greiterweb.de/zfo/Realismus.htm#msgnr0-35

http://greiterweb.de/zfo/Realismus.htm#msgnr1896-52

Antwort
von Pyramesse27, 16

Ontologie ist ein Teilbereich der Philosophie und behandelt Fragen von Sein,Nicht-Sein,Dasein und Nicht-Dasein.Also ähnlich Shakespeare in Hamlet.Hierbei geht es um Existenz- und Anwesenheitsfragen in Vorgängen.Früher hieß dieser Teilbereich Metaphysik und Decartes definierte diesen Begriff als Wissenschaft von den Prinzipien menschlicher Erkenntnis.Man kann das auch als Auffinden von Wahrheiten in schwer durchschaubaren Prozessen nennen. Gruß

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