Frage von DennyMeinel, 38

Kann mir jemand die Frage bezüglich des Versicherungsschutzes auf einem gemieteten Parkplatz beantworten?

Hallo.

Ich habe mal eine Frage bezüglich des versicherungsschutzes auf einem gemieteten Parkplatz.

Zu unserer Wohung haben wir 3 Stellplätze bei uns im Hinterhof angemietet, welche bezahlt werden und im Mietvertrag mit drin stehen.

Letzte Woche bei einem Sturm ist ein Alter Baum (ich hatte den Vermieter schon längere Zeit darauf hingewiesen, dass der weg muss) umgefallen und mein Auto getroffen. Das Auto ist ziemlich stark getroffen worden und es wird wohl auf ein neues hinauslaufen.

Der Vermieter meinte dass solche Sachen in seiner Grundstücksversicherung nicht enthalten sind und sowas über meine Teilkasko (welche ich aber nicht habe) geregelt wird.

Somit würde ich trotz mehrmaligem daraufhinweisen dass der baum weg muss auf dem Schaden sitzenbleiben.

Hat der Vermieter Recht, oder kann ich dagegen angehen?

Antwort
von Buerger41, 33

Da die Stellplätze zum Mietobjekt gehören, hat der Vermieter für eine fehlerfreie Nutzung zu sorgen. Das bedeutet für den geschilderten Schadenfall, dass er den Schaden zu ersetzen hat, oder er muss nachweisen, dass ihn kein Verschulden trifft. Also höhere Gewalt vorliegt.

Wenn er das nicht kann, hat er den Schaden zu ersetzen. Ob die Haftpflichtversicherung für Grundbesitz leistungspflichtig ist, kann Ihnen egal sein. Das ist eine Sache, die der Vermieter mit dem Versicherer zu regeln hat.

Versuchen Sie bitte nicht, selbst Ihre Rechte durchzusetzen, sondern bedienen Sie sich bitte eines Anwalts.


Kommentar von Buerger41 ,

Zur Verdeutlichung: Es handelt sich um einen vertraglichen Anspruch. Der deliktische Anspruch aus §§823ff BGB tritt dahinter zurück.

Antwort
von rotreginak02, 38

Normalerweise haftet die PKW-Teilkaskoversicherung bei Beschädigungen durch umgestürzte Bäume, keine zu haben, ist also schlecht.

Wenn aber der Grundstückseigentümer nachweislich seine „Verkehrs­sicherungs­pflicht“ verletzt hat, weil der Baum offensichtlich morsch war, dann ist der Eigentümer schadenersatzpflichtig. Ob das in seiner Grundstücksversicherung mit enthalten ist oder nicht, ist dabei sein Problem.

Mehr Details kannst du hier nachlesen:

https://www.test.de/Sturmschaeden-Welche-Versicherung-zahlt-fuer-Unwetterfolgen-...

Ich würde ggf. einen Fachanwalt einschalten.

Antwort
von kleinewanduhr, 25


GHallo DenniMeinel, so schreibt ein RA: www.kanzlei.de/archiv/sturm-htm

Schäden durch umgestürzte Bäume – Haftung aus § 823 Abs. 1 BGB:

Auch dem Inhaber eines Grundstückes mit Bäumen obliegt hinsichtlich dieser Bäume eine Verkehrssicherungspflicht. Ein Grenzbaum oder ein grenznah stehender Baum stellt stets eine mögliche Gefahrenquelle für ein Nachbargrundstück dar. Diese Gefahr ist um so größer, je näher ein Baum an der Grundstücksgrenze steht, je größer und älter er ist und je stärker er durch Krankheit oder Umwelteinflüsse vorgeschädigt wurde.
Dementsprechend erhöht sich auch die Pflicht eines Grundstücksinhabers, ausreichende Gefahrenvorsorge zu treffen, indem er den grenznah stehenden Baum regelmäßig beobachtet und kontrolliert (OLG Schleswig, MDR 1995, 148).

Durch Deinen Hinweis auf Beseitigung der Gefahrenstelle (hoffentlich unter Zeugen) wurde dem Eigentümer die Verkehrssicherungspflicht zurück  übertragen - somit gehen ab dato anfallende Schäden auf den Eigentümer über.
Grüße


Antwort
von FreierBerater, 10

Es liegt der Verdacht eines Verstosses gegen die Verkehrssicherungspflichten durch den Vermieter vor, sofern du deine mehrfachen diesbezüglichen Hinweise beweisen kannst. Merke: Wer schreibt, der bleibt.

Du kannst den Vermieter verklagen - hinreichende Aussicht auf Erfolg bestehen schon! Allerdings wird das nicht billig, weil das Gericht sicherlich einen Baumsachverständigen zu Rate ziehen wird. Die anfänglichen Kosten trägt IMMER der Kläger.

Wie hinterher "vor Gericht und auf hoher See" entschieden wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Antwort
von DennyMeinel, 13

Vielen Dank für die ganzen Antworten.

Das macht mir schonmal Mut... So wie es ausschaut ist es dann wohl so, dass er dafür haften muss.

Er stellt sich auch nicht wirklich stur, nur meinte er zu mir, dass es seine Grundstücksversicherung nicht trägt und er nicht glaubt, dass ihm die Haftpflicht es abnimmt, dass er seine pflichten erletzt hat...

So richtig kann ich ihm das aber nicht abnehmen...

Antwort
von Tewitron, 38

Die PKW Teilkasko ist dafür zuständig ab Windstärke 8, also Sturm oder Orkan.
Andernfalls ist der Vermieter seiner Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen.

Kommentar von DennyMeinel ,

Also müsste er in jedemfall bezahlen, egal ob es seine Versicherung übernimmt, oder nicht?

Kommentar von rotreginak02 ,

dies muss man allerdings nachweisen können

Kommentar von Tewitron ,

Wegen der Windstärke kann man beim Wetteramt nachfragen.
Wenn der Vermieter  jetzt schon auf Stur schaltet, hilft wohl nur der Anwalt. Aber erst einmal bei der Kasko melden. Sonst verweigern die auch noch, wenn der Schaden zu spät gemeldet wurde.

Antwort
von Mikkey, 27

Wenn es bereits offensichtlich war, dass der Baum "weg muss", wird der Vermieter das selbst zahlen müssen (grobe Fahrlässigkeit).

Kommentar von DennyMeinel ,

Ich hätte da zb. dieses Bild als Beweis:

https://picload.org/view/pidcood/baum2.jpg.html

Kommentar von FreierBerater ,

Huii der rechte sieht aber angeschlagen aus...

Antwort
von DennyMeinel, 24

Ich habe noch dieses Bild, welches ca. ein halbes Jahr alt ist, würde das als Beweis ausreichen?

https://picload.org/view/pidcood/baum2.jpg.html

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