Frage von CamelWolf, 45

Frage an die Schweizer: Ist es in der Schweiz noch immer so, dass Reservisten ihr Sturmgewehr zu Hause aufbewahren?

Spielen diese Gewehre in der schweizer Kriminalstatistik eine Rolle ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tellensohn, 12

Salue CameWolf

Neu ist es etwas strenger geworden. Während der Zeit, in der ein Soldat noch WK (Wiederholungskurse) macht, das ist etwa bis 30 jährig, hat der sein Sturmgewehr zu Hause (oder auf Wunsch im Zeughaus deponiert). Es handelt sich um die vollautomatische Waffe. Der Verschluss muss zwingend separat aufbewahrt werden.

Nach seiner Dienstzeit kann der seine persönliche Waffe gegen eine geringe Gebühr (diese entspricht den Umbaukosten auf die halbautomatische Funktion) übernehmen. Er braucht dazu neuerdings auch einen WES (Waffenerwerbsschein), wie wenn er bei einem Waffenhändler eine andere Waffe kaufen würde.

Das Sturmgewehr90 ist ein recht teure Waffe und wird bei anderen Armeen bestenfalls Spezialeinheiten abgegeben. Der Soldat kann, wenn er will, die Waffe so günstig übernehmen und dann z.B. einem Interessenten weiterverkaufen. Dieser muss allerdings wieder einen WES beantragen.

Es ist vielleicht schwierig zu verstehen, aber die persönliche Armeewaffe hat bei den Schweizer einen speziellen Status. Wenn Du Deinen Nachbarn umbringen willst, machst Du dies mit der Axt oder einer privaten Schrotflinte. Das Sturmgewehr ist ausschliesslich für die Verteidigung des Landes reserviert.

Vermutlich verstehen nur wir Schweizer, warum dies so ist.

Es grüsst Dich

Tellensohn

Antwort
von Wischkraft1, 24

Aus der Armee altershalber entlassene Milizsoldaten dürfen, soviel mir bekannt ist, das persönliche 'Sturmgewehr', eine automatische Waffe (die dann auf Halbautomat zuurückgesetzt wird)  und die Pistole sowie das Bajonett, überhaupt die ganze persönliche Ausrüstung mit nach Hause nehmen - so sie wollen. Grund: Viele Armeeangehörige wollen auch nach ihrer Aktivzeit noch in einem Schiessstand und/oder am Eidgenössischen Feldschiessen teilnehmen.

Klar, könnte man auch die Waffen an den Anlässen auslehnen, doch sind die eben nicht auf die Person eingestellt und bräuchten erst ein Einschiessen.

Unfälle und/oder Verbrechen mit diesen Waffen kommen nur im Promilleberich vor. Es gibt sie, ja, aber nicht so oft, als dass es Massnahmen bräuchte.

Vor Jahrzehnten war es noch eine Ehre und ein Beweis der Verantwortung, des Vertrauens, die Kriegswaffe zu Hause zu haben. Üblich war ja auch, dass jeder Soldat seine gesamte Ausrüstung zu Hause aufbewahrt hatte um bei einer Mobilmachung schnellstmöglich einsatzbereit zu sein. Man hatte deshalb auch Munition für die Waffe zu Hause. Sinn war, dass jeder Soldat sich durchschlagen hätte können zu einem Zeughaus, wo er dann die vollständige Ausrüstung erhalten hätte.

Antwort
von jottlieb, 18

Im Prinzip schon, aber die Munition dafür wird nicht mehr abgegeben und wurde zwischenzeitlich von praktisch allen eingezogen.

Und auch das Sturmgewehr darf man mittlerweile im Zeughaus lagern und muss es nicht mehr zwingend mit nach Hause nehmen.

Antwort
von maxi6, 6

Bis 2007 war es jedenfalls noch so, men Mann und ich hatten, Karabiner, Sturmgewehr und Pistolen im Haus. Allerdings haben wir diese vor unserer Auswanderung im Zeughaus abgeliefert.

Ich glaube nicht, dass es heute auch noch so ist, aber das können Dir sicher andere sagen.

Antwort
von swissss, 22

man darf die Waffe sogar behalten wenn man mit dem Militärdienst fertig ist.

 99 Sturmgewehre 90, 8 Sturmgewehre 57 und 19 Pistolen gingen im Bezirk Hinwil in Privatbesitz über. «Letztes Jahr haben 18 Prozent der Wehrmänner ihre Bewaffnung behalten. Heuer sind es rund 25 Prozent»

In der Schweiz sind etwa 1 Million Waffen in Privatbesitz.

http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/jeder-vierte-ausgemusterte-militaerangehoe...

Antwort
von MissMapel, 20

Seit einigen Jahren muss/kann (je nach Kanton) das Gewehr abgegeben werden.

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