Frage von LadyBump20, 204

Frage an Veganer und Vegetarier: Würden sie das Fleisch aus der Retorte essen?

http://www.handelsblatt.com/technik/das-technologie-update/healthcare/kuenstlich...

Es geht doch nicht um das Fleisch selbst, sondern um den Umgang mit Lebewesen, oder?

Antwort
von Daoga, 87

Wäre interessant für mich, wenn man irgendwann zu vernünftigen Preisen ausgewählte künstliche Fleischsorten kaufen könnte. Ich esse z. B. leidenschaftlich gern die kross gebratene Haut von Brathähnchen, aber wenn ich an so einen glücklichen lebendigen Vogel denke, der auf der Wiese scharrt, dann tun mir die Viecher leid. Weshalb ich mir diesen Genuß meistens verkneife. Adäquate Ersatzstoffe, die wirklich genauso schmecken mit diesem halb krossen, halb schleimigen Gefühl im Mund gibt es bis heute nicht. Also, wenn mal jemand original Hähnchen-Haut für den Backofen ohne lebendiges Hähnchen drin züchten könnte, zu bezahlbaren Preisen... wäre ich sofort dafür. Und Sch... auf Chemie, an irgendwas muß man ja mal sterben. :)

Antwort
von Imago8, 92

Ich würde es aus Neugier probieren. Aber ich finde dieses Unterfangen sehr fragwürdig.

Bin zwar kein Vegetarier oder Veganer (mehr), aber ich achte sehr darauf, was ich zu mir nehme.

Dieser Artikel über das "Laborfleisch" klingt nicht gerade sehr appetitlich für mich. Worte wie "Nährlösung" oder die Beschreibung, dass man billige Chemikalien bräuchte, um die Bildung von Muskelgewebe aus Stammzellen anzuregen, stoßen mich schon sehr ab. Dann der Hit zum Schluss: das "Fleisch" müsste durch Stromschläge trainiert werden, um eine günstige Festigkeit zu erreichen.

Wieso nur machen Menschen alles immer komplizierter? Ich bezweifle stark, dass die Produktion von Laborfleisch "umweltfreundlich" geht. Sind bei den Berechnungen schon der Strom, das Öl, der Materialverschleiß, die Herstellung der notwendigen Technik usw. enthalten? Sind dabei die verdeckten Kosten für importierte Materialien und die dafür zerstörte Natur einberechnet? Unfaire Löhne? Kinderarbeit? Ist die Methode krisensicher? Ist sie enkeltauglich? Aus meiner Sicht wieder eine "Lösung", die keine ist, sondern nur dem eigentlichen Problem ausweicht, und dadurch eher neue Probleme schafft. Das erinnert mich an die Debatte über die regenerativen Energien. Der Effizienzwahn bringt uns nicht weiter. Die Lösung lautet daher für mich vor allem:

Weniger verbrauchen!

Antwort
von Maisbaer78, 40

Der Gedanke ist nicht abwegig. Aber zum einen dient als Quelle für das Retortenfleisch ja doch nur wieder ein lebendes Tier, weshalb es genau genommen nicht akzeptabel für einen Veganer wäre.

Zudem verliert das Aroma von Fleisch nach einiger Zeit als Vegetarier od. Veganer völlig an Bedeutung. Die Geschmackspalette hat sich inzwischen um so viel Interessanteres erweitert.

Was mir abgeht ist Honig..  wenn Sie den mal künstlich herstellen, würd ich vielleicht mal probieren. ^^

Aber ich fände es natürlich erstrebenswert, wenn der Fleischhunger unserer Gesellschaft ausschliesslich durch Retortenwachstum gedeckt werden könnte, sofern es nicht extrem negative Folgen für die Umwelt hätte. Aber für mich wärs tabu.

Antwort
von Kisaki, 83

Ich persönlich würde es wohl nicht essen, was wohl daher kommt, dass ich den typischen Fleischgeschmack bzw. die Konsistenz einfach nicht mag... 

Antwort
von Undsonstso, 83

Kommt vermutlich darauf an, ob die oben genannte Gruppe generell Fleischgeschmack vermisst und wie ihre Sichtweise ist auf Labor-technisch gezüchtetes Fleisch ist.

Kommentar von Omnivore10 ,

Würdest du Labor-Fleisch essen? Mir graust es schon bei dem Gedanken! Fleisch muss ein Gesicht gehabt haben, sonst kauf ich es nicht!

Kommentar von Undsonstso ,

Aus purer Neugier würde ich zumindest mal kosten mit viel Geziere, versteht sich ;-)

Antwort
von Rey28, 87

Jeder Vegatarier/Veganer hat andere Motive für seine Ernährungsweise. Manchen geht es um den Umgang mit den Tieren, andere ekeln sich einfach bei dem Gedanken ein anderes Lebewesen zu essen. Wieder anderen gefällt der Geschmack nicht.

Theoretisch würden Vegetarier/Veganer dieses Falschfleisch essen. Die Mehrheit, glaube ich aber nicht. Das liegt daran, dass hinter diesen Ernährungsweisen auch oftmals der Wunsch steht, sich gesünder zu ernähren. Fleisch aus der Chemiefabrik gehört eindeutig nicht zu einer natürlichen, ausgewogenen Ernährung.

Außerdem verletzt das Essen von Falschfleisch auch irgendwie das Prinzip: Wenn man sich entscheidet kein Fleisch zu essen, dann soll man das auch durchziehen und nicht auf Varianten, die ähnlich schmecken zurückgreifen. Dieses Verhalten deutet nur darauf hin, dass sich der Körper nach Fleisch sehnt und dieses auch braucht.

 Ich persönlich würde dieses "Fleisch" nicht essen. Aus beiden oben genannten Gründen.

Kommentar von AnonYmus19941 ,

Das liegt daran, dass hinter diesen Ernährungsweisen auch oftmals der Wunsch steht, sich gesünder zu ernähren.

Der komplette Verzicht auf Fleisch ist nicht unbedingt so gesund. Natürlich muss man es auch nicht übertreiben, aber am gesündesten wäre es vermutlich, etwa einmal pro Woche Fleisch zu essen. Allerdings kann man das natürlich auch anders ausgleichen...

Fleisch aus der Chemiefabrik gehört eindeutig nicht zu einer natürlichen, ausgewogenen Ernährung.

Also bitte. "Chemiefabrik"...

Alles besteht aus Chemie. Das Argument funktioniert daher nicht wirklich. Aber du meintest vermutlich "künstlich hergestellt". An dieser Stelle zitiere ich den Artikel (Ende 1. Seite):

Dennoch beschleicht viele ein Unbehagen, weil da ein Naturprodukt nun im Labor entstehen soll. Der Begriff „Frankenfleisch“ macht bereits die Runde.

Zu Unrecht, finden die Befürworter, die vor allem unter Forschern,
Tierrechtlern und Ethikern zu finden sind. „Kulturfleisch ist genauso unnatürlich wie Brot, Käse, Joghurt und Wein“, schreibt die Laborfleisch-Forschungsorganisation New Harvest auf ihrer Internetseite. „Bei allen werden natürliche Rohstoffe verarbeitet.“ Dem pflichtet der Bioethiker Iain Brassington von der University of Manchester bei: „Wer auf Essen, das aus der Beeinträchtigung von Natur herrührt, komplett verzichten will, wird wahrscheinlich ziemlichen Hunger leiden.“

Außerdem verletzt das Essen von Falschfleisch auch irgendwie das Prinzip

Inwiefern? Viele Menschen sind Vegetarier/Veganer, weil sie nicht wollen, das für ihr Essen Tiere getötet werden. Das ist hier immer noch gegeben. Wenn der Grund, aus dem man kein Fleisch ist, nicht mehr existiert, wieso sollte es dann nicht mehr machen?

Kommentar von Rey28 ,

Bin ganz deiner Meinung. Ich bezweifle nicht, dass Fleisch für gesunde Menschen gesund ist. Durch verstärkten Fleischkonsum wurde (laut einem Artikel, den ich mal gelesen habe), der Wuchs des menschlichen Hirns erst angeregt. Daraus schlussfolgere ich: Die Intelligenz des Menschen hat sich durch das Essen von tierischer Nahrung erst entwickelt.

Meine Aussage, dass hinter einer fleischfreien Ernährung oftmals der Wunsch nach Gesundheit steht, war ganz neutral. Nichts weiter als eine Schlussfolgerung, die ich nach zahlreichen Artikeln und YouTube-Videos im Bezug auf Vegatarier/Veganer gezogen habe.

Das mit dem "Prinzip" stellt meine Meinung dar. Ich bin der Meinung, dass man, wenn man auf Fleisch verzichtet, weil einem die Tiere leid tun, ziemlich scheinheilig ist, wenn man dann auf Alternativen zurückgreift. Das sehe ich so, weil ich eben nicht der Meinung bin, dass wir ewig ohne Fleisch auskommen. Die meisten haben mal Hunger auf Fleisch, weil ihr Körper (wie oben erwähnt) danach verlangt und die Nährstoffe braucht. In diesem Fall ist es (immer noch meiner Meinung nach) angemessen, richtiges Fleisch zu essen und so für seinen Körper zu sorgen. Das sollte man einsehen.

Und ich finde es nunmal unnatürlich, wenn Fleisch im Labor hergestellt wird. Es ist nicht alles natürlich, nur weil es "aus der Beeinträchtigung der Natur" stammt. Denn alles, was auf der Erde existiert war einst wilde Natur. Auch Stoffe wie Plastik. Das ist aber kein Grund dafür, dass sie nicht gefährlich sind.

"Chemiefabrik": Kontroverses Schreiben macht mir Spaß. Und regt Leute wie dich an zurückzuschreiben.

Kommentar von Maisbaer78 ,

der Wuchs des menschlichen Hirns erst angeregt.

das ist schon vor 20 Jahren widerlegt worden. Das menschliche Gehirn wuchs, weil wir überleben und Strategien dafür entwickeln mussten.

Das wir überlebt haben, verdanken wir der Amylase, deren körpereigene Produktion wir im Laufe der Evolution erworben haben, welches es uns ermöglichte, Polysacharide in der Nahrung aufzuspalten.

Das 2. größte Gehirn hat der Elefant, ein Vegetarier, der uns Menschen in Sachen soziale Interaktion, Gruppenerhalt und Erinnerungsvermögen locker in die Tasche steckt.

Das Hirn eines Rindes ist doppelt so groß wie das eines Löwen.

Indess kommts auf die Größe nicht an.

Kommentar von Imago8 ,

Dieses Verhalten deutet nur darauf hin, dass sich der Körper nach Fleisch sehnt und dieses auch braucht

Vielleicht sehnt sich nicht der Körper nach Fleisch, sondern die Zunge nach Fleischgeschmack?

Vielleicht sind es vielmehr die Gewürze als das Fleisch selbst?

Kommentar von Rey28 ,

Na sicher! Fleisch ohne Würze ist eklig. Genau wie Brot ohne Salz. Und die Zunge ist Teil des Körpers. Wie soll der Körper sonst seine Wünsche ausdrücken, wenn nicht durch seine Organe?

Ist aber alles Gewohnheit. Wer nie Fleisch gegessen hat, vermisst es auch nicht.

Kommentar von Omnivore10 ,

Es sind nicht die Gewürze! Fleisch hat einen EIGENgeschmack, den man mit Gewürzen aber Prima herauskitzeln kann! Wenn ich Bock auf Salz habe esse ich Salz. Wenn ich Lust auf Schweinefleisch habe esse ich Schweinefleisch. Deswegen lass ich doch aber das Salz nicht weg!

Ganz schwacher Schachzug!

Kommentar von Rey28 ,

Wirklich? Fleisch hat einen Eigengeschmack? Das wusste ich gar nicht! Echt interessant! Danke! (nicht ironisch gemeint!!)

Also ich wusste, dass verschiedene Fleischsorten anders schmecken, aber das mit dem Eigengeschmack klingt neu.

Kommentar von Maisbaer78 ,

Du kannst ein rohes Stück Schweinefleisch von einem rohen Stück Rindfleisch unterscheiden, bzw. zuordnen, was welches Tier war?

Dagegen möcht ich Wetten.

Kommentar von Maisbaer78 ,

ohne das Fleisch zu sehen, versteht sich. Dann wärs ja so einfach als wenn mans draufdrucken würde.

Kommentar von Maisbaer78 ,

Braucht der Körper eines Junkies Heroin? Ist es gut für Ihn? Oder Alkohol? Oder Zucker? Nikotin?

Das wovon du sprichst sind erworbene Abhängigkeiten. Man kann aus einer jeden davon ausbrechen. Gebraucht wird vom Körper hingegen nichts davon.

Antwort
von AppleTea, 37

Die Kuh hat ihre Zellen sicherlich nicht freiwillig hergegeben. Also nein.

Antwort
von AnonYmus19941, 65

Vielleicht solltest du eine Umfrage machen...

Was micht angeht: ja, würde ich. Die Gründe wurden von dir und im Artikel schon genannt, und ich finde keine Argumente dagegen, die mich überzeugen...

Antwort
von ASmellOfRoses, 42

Nein, ich würde es nicht mal probieren - warum auch ?

Retorten sind mir außerdem schon von Haus aus suspekt !

Ich bleib lieber bei Lupine, Hülsenfrüchten, Getreide, Seitan und ab und zu mal Soja...:)

Kommentar von AppleTea ,

mmmh :) letztens lupinenburger gegessen. Sogar mein Freund war ganz glückselig! Wer braucht da Retorten?

Kommentar von ASmellOfRoses ,

Eben...! :)

Kommentar von Maisbaer78 ,

Ich hatte letztens, mangels Alternativen zum Portobello von Nordsee gegriffen.  Nie wieder.  :(       Sicher nicht schlecht, wenn Ihn jemand zubereitet, der was davon versteht.  Aber das war widerlich. Man sollte halt nicht zu einem solchen Verein gehen, wenn man deren restliches Angebot ablehnt.

Kommentar von ASmellOfRoses ,

Ich wusste gar nicht, dass "Nordsee" auch andere als Fischgerichte vertreibt, schon gar nicht Pilzgerichte...

Naja, ordne dies einfach unter der Rubrik "Lehrgeld" ein - auch ein Veggie lernt nie aus, ist vielleicht auch gut so ! :)

Antwort
von Machtnix53, 52

Ich bin Vegetarier seit frühster Kindheit, weil ich mich bei Fleisch immer übergeben musste. Warum sollte ich dann Pseudofleisch essen?

Antwort
von eostre, 59

Nein, würde ich nicht.

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