Frage an Katholische Priester oder Katholische Fachleute!
Warum reagiert die Kath. Kirche in folgender Situation nicht:
Eine Erzieherin L. in einem kath. Kindergarten ist verheiratet mit N. und hat zwei Kinder. Die Schwester ihres Mannes I. ist auch verheiratet mit F., hat eine Pflegetochter und erwartet ein leibliches Kind. Noch während der Schwangerschaft beginnt der Ehemann F., also der werdende Vater, ein Verhältnis mit seiner Schwägerin (der Erzieherin). Das kommt kurz nach der Geburt des Kindes raus. Die junge Mutter I. wird von ihrem Mann F., der sie mit der Schwägerin betrügt, mit einem Schreikind direkt nach der Geburt allein gelassen. Er zieht mit der Erzieherin L., die ihren Mann auch verlässt in eine gemeinsame Wohnung.
Die junge Mutter bittet den zuständigen Pfarrer in der Gemeinde um Unterstützung, der auch Chef der Schwägerin Erzieherin L. ist, die im Kindergarten der gleichen Gemeinde arbeitet, aber dieser unternimmt nichts.
Warum erhalten manche Angestellte der kath. Kirche eine Abmahnung, wenn sie mit einem Partner zusammenleben, aber diese Erzieherin zerstört zwei Familien und sie kommt damit durch ?
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Ich hätte vorweg noch ein paar Fragen. Welche Art der Unterstützung erwartet sich die I. vom Pfarrer?
1.) Finanzielle Unterstützung >>> Dafür müsste sie sich - sofern es sich nicht nur um 2-stellige Eurobeträge handelt - an die Kirchenverwaltung der Pfarrgemeinde oder an die örtliche Caritas wenden. In unserem Bistum gibt es zusätzlich eine Stiftung, die Schwangere, Alleinerziehende und finanzschwache Familien unterstützt.
2.) Seelsorgerliche Unterstützung / Beratung: Da hat er ein kleines Problem. Er ist ja gleichzeitig Chef der Erzieherin L. Für eine Seelsorgerliche Unterstützung würde ich I. empfehlen, sich an einen anderen Priester oder eine Beratungsstelle zu wenden. in dem Fall ist der eigene Pfarrer die falsche Person, um einen guten Rat zu bekommen (liegt an der Konstellation, nicht an der Persönlichkeit des Pfarrers).
3.) "Moralisch" in ihrer Situation: Welche Erwartungen hat I.? Soll der Pfarrer die kirchenverwaltung darauf hindrängen, der erzieherin L. zu kündigen? Oder was soll der Pfarrer tun?
Eines dürfte klar sein: Wenn eine Abmahnung erfolgt und keine Änderungen stattfinden, dann muss die Kündigung ausgesprochen werden, sonst ist die Abmahnung hinfällig und obendrein lächerlich. Wird gekündigt, dann ist der ganze "Fall" in der Öffentlichkeit, und zwar richtig und ziemlich sicher mindestens in der örtlichen Presse präsent. Ob die alleinerziehende Frau I. dann diese nicht zu vermeidende Öffentlichkeit will, muss sie selbst entscheiden. Ich kann mir aber nur sehr schwer vorstellen, dass es einem nichts ausmacht, wenn Leute über persönliche Dinge informiert werden, die sie im Grunde nichts angehen. Das würde ich mir sehr sehr gut überlegen. Denn das gutgemeinte "Sie tun mir wirklich leid" beim Bäcker oder im Supermarkt kann persönlich richtig wehtun. Außerdem ist nicht gesagt, dass die Öffentlichkeit mit Frau I. "mitleidend" umgeht. Oft genug wird dem Opfer eine beträchtliche Mitschuld unterstellt. Allgemein entrüstet sich die veröffentlichte Meinung über die Kath. Kirche, die wieder mal jemand kündigt, der nicht den kirchlichen Moralvorstellungen entsprechend lebt. Ein Abmahnung und eine Kündigung könnte zu einem "Boomerang" werden. Ich kann mir vorstellen, dass das dem Pfarrer bewusst ist. Wird keine Abmahnung oder Kündigung ausgesprochen, heißt es schnell, die Kirche unternimmt nicht, sie misst mit zweierlei Maß, sie schaut weg, interessiert sich nicht, ist feige, usw.
Soviel nur, was mir zur Situation des Pfarrers einfällt.
Wenn es hier allerdings nur um die Frage geht, warum mal so mal so reagiert wird, liegt das wahrscheinlich daran, dass jede Situation dieser Art einfach anders ist und nicht miteinander vergleichbar. Mein Erfahrung nach ist die Kirche meistens toleranter und nachsichtiger wie oft behauptet. Dafür kenne ich als hauptamtlicher Kircheninsider ausreichend viele Beispiele.
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Vielleicht ist der Pfarrer ja ein junger unerfahrener Typ oder einfach ein ewiger Versager, der sich nicht durchsetzen kann und sich deshalb aus allem raushält. Solche Typen habe ich während der Zeit als ich noch praktizierte leider nur allzu oft erleben müssen. Sie beziehen keine Stellung, weil sie nicht fähig sind dazu oder weil sie aus irgendwelchen Gründen befangen sind. Zum Beispiel weil sie mit der betreffenden Person ein sexuelles Verhältnis hatten oder so.
Kommentar von MaricatMaricat 25.08.2010Er ist ein älterer erfahrener Mann. Allerdings habe ich das Gefühl, dass er sie - weil sie eine billige Arbeitskraft ist (putzt auch im KiGa) - die Frau da lieber behalten will. Wahrscheinlich hat er denen sogar nahegelegt, sie sollen ihre Ehen annullieren, damit sie dann "neu" heiraten können! Aber das ist doch wieder alles nur Vertuschen und Zurechtderehen wie bei den Mißbrauchsfällen oder wie mit den ganzen Priesterkindern (habe mal gelesen: drei Fehltritte sind erlaubt, solange nur alle die klappe halten, zahlt die Kirche für die Kinder). Was ist das für eine Kirche, was ist das für ein Verein ??? Da hat man große Lust auszutreten. Wahrscheinlich wird meine Freundin (I.) das auch machen.
Kommentar von wolfruprechtwolfruprecht 28.08.2010"...drei Fehltritte sind erlaubt, solange nur alle die klappe halten, zahlt die Kirche für die Kinder" ist ein Irrtum, der nicht dadurch an Wahrheitsgehalt gewinnt, wenn er noch so oft wiederholt wird. Wenn ein kath. Pfarrer ein Kind zeugt, dann muss er von seinem Gehalt den Unterhalt bezahlen wie jeder andere Mann auch. Erlaubt wird übrigens gar nichts in dieser Richtung, egal ob die Klappe gehalten wird oder nicht. Etwas anderes ist es bei Ordensleuten. Hier kommt ja der Orden für den Lebensunterhalt des Paters auf. Dieser hat ja Armut versprochen und daher keine persönlichen Einkünfte. Auf Nachfrage bei eine Orden bekam ich die Auskunft, dass der Orden bei ein oder zwei Kindern den Unterhalt übernimmt, dem Mirbruder aber nahegelegt wird, sich darüber Gedanken zu machen, ob das Kloster die richtige lebensform für ihn sei. Beim dritten Kind muss er dann den Orden verlassen. Er wird aber nicht einfach so hinausgeworfen, sondern die Klostergemeinschaft gibt ausreichend Hilfen, damit er ein Leben außerhalb des Klosters beginnen kann. Von einem Frauenorden weiß ich, dass diese z.B. ein ganzes Jahr lang für Wohnung und Unterhalt ihrer ehemaligen Schwester komplett aufkommen. Vom Kloster in Münsterschwarzach habe ich gehört, dass sie jährlich ein Treffen mit allen Ehemaligen anbieten. Wer Zweifel hat, ob es sich so verhält, der braucht einfach mal beim nächstgelegenen Kloster diesbezüglich fragen. Die Mönche oder Nonnen geben sicher gerne und ohne Scheu Auskunft. Ich hab's jedenfalls so gemacht und kein einziges Mal wurde komisch oder abweisend reagiert.
Kommentar von MaricatMaricat 28.08.2010Ich habe mal eine Dokumentation gesehen, wo gezeigt wurde, das Ordensleute, die aus dem Kirchendienst ausgetreten sind, überhaupt keine finanzielle Unterstützung hatten, sie bekommen dann nicht einmal Arbeitslosengeld, stehen auf der Straße und müssen sehen wo sie bleiben. Was Du da erzählst sind dann vielleicht die Ausnahmen! Es gibt einen Verein, wo sich ehemalige Priester melden können, um eine Anfangsunterstüzung zu halten. Das ist von der Kirche her absolut unmenschlich.
Kommentar von wolfruprechtwolfruprecht 16.10.2010Meine Information habe ich nicht aus einer Dokumentation, sondern allesamt von Personen aus erster Hand. Allerdings möchte ich nicht ausschließen, dass es Fälle gibt oder Ordensgemeinschaften, wo es ganz anders läuft. Aber das kenne ich nur von Leuten, die so etwas behaupten, ohne direkt Augetretene persönlich zu kennen. Ich bin immer etwas skeptisch bei solchen Behauptungen. Fast alles, was ich bisher genauer geprüft hatte, stellte sich am Ende doch positiver heraus, wie anfangs dargestellt. Das sind meine Erfahrungen, die ich bisher hatte. Ich behaupte nicht, dass es das andere nicht geben kann.
Kommentar von wolfruprechtwolfruprecht 16.10.2010Meine Information habe ich nicht aus einer Dokumentation, sondern allesamt von Personen aus erster Hand. Allerdings möchte ich nicht ausschließen, dass es Fälle gibt oder Ordensgemeinschaften, wo es ganz anders läuft. Aber das kenne ich nur von Leuten, die so etwas behaupten, ohne direkt Augetretene persönlich zu kennen. Ich bin immer etwas skeptisch bei solchen Behauptungen. Fast alles, was ich bisher genauer geprüft hatte, stellte sich am Ende doch positiver heraus, wie anfangs dargestellt. Das sind meine Erfahrungen, die ich bisher hatte. Ich behaupte nicht, dass es das andere nicht geben kann.
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Da gibt es schon einen Unterschied zwischen weltlichen Angestellten und Geistlichen bzw. Ordensleuten.
Auf weltliche Angestellte erstreckt sich das Zölibat nicht, und eine Kirche als Arbeitgeber muss sich verhalten wie jeder andere Arbeitgeber auch, den mit gutem Recht das Privatleben seiner Angestellten nichts angeht.
Kommentar von MaricatMaricat 25.08.2010Das stimmt nicht. Jeder, der in der Katholischen Kirche eingestellt wird unterschreibt im Arbeitsvertrag zumindest, dass er einen christlichen Lebenswandel pflegt. Meist steht dort sogar "im Einklang mit den Richtlinien der katholischen Kirche" oder sowas. Und mit dem Zölibat hat das hier ja gar nichts zu tun. Das ganze ist eben eindeutiger Ehebruch !!
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weil es auch in der katholischen Kirche "menschelt"
das sind alles keine Heiliegn - auch wenn sie Dogmen aufstellen
Kommentar von MaricatMaricat 25.08.2010Ich finde aber, das sowas darf nicht sein! Diese Frau wird auf kleine Kinder losgelassen. Sie setzt ihren eigenen Kindern den Onkel als neuen Partner vor, und jetzt bekommen die auch noch ein Kind. Außerdem hat die Erzieherin es schon geschafft ihre Ehe zu annullieren und der F. versucht das jtzt auch. Dabei wieder spricht er sich total, weil er 1. nie was mit Kirche am Hut hatte und sogar eine Extra-Genehmigung für die 1. kirchl. Trauung brauchte und 2. weil er jetzt behauptet, er wollte niemals kinder, dabei wird er denn ja jetzt schon wieder Vater. Was sind das für Verhältnisse für die Kinder: Mutter mit Onkel und Vater mit Tante... Sowas gehört nicht in einen katholischen Kindergarten !!
Kommentar von katahakataha 25.08.2010Da hätte die Kirche maximal die Annulierung verweigern können. Wenn der Arbeitsvertrag nicht befristet ist, lässt sich da arbeitsrechlich nichts machen.
Der Pfarrer war nur einmal wirklich zum Gespräch bereit, hat sich alles genau angehört und Verständnis signalisiert, aber dann schon beim zweiten Gesprächsversuch hat er eher abgeblockt und kam mit Sprüchen wie "sie solle mal wieder öfter in die Kirche gehen und beten" !!! Sie hätte Unterstützung benötigt bei der Kindergartenplatzsuche - nichts -und bei der Suche einer Kinderfrau, möglichst kostenlos oder kostengünstig - nichts! Sie hätte die Bereitschaft für Gespräche gesucht - nichts - und die Erwartung ist schon da: Dass der Erzieherin gekündigt wird! Nennst Du es eine katholische (oder noch christliche) Verhaltensweise, ein Verhältnis mit dem Schwager anzufangen, dessen Frau schwanger ist, und den eigenen Kindern vorzuleben, mit dem Onkel ins Bett zu gehen ?? Wenn die Katholische Kirche sowas ok findet, zweifelt man doch sehr an die Glaubwürdigkeit. Da ist doch normal, dass man das Gefühl hat, die Kirchde vertuscht und verdreht zu ihren Gunsten, damit ja nichts Negatives an die Öffentlichkeit gerät. Der moralische Zeigefinger wird auf alles gerichtet, aber selber biegen sie alles so zurecht, wie es für die Kirche passend ist. Sieht man schon an den Missbrauchsfällen... Ich bin sehr katholisch aufgewachsen. Aber jetzt schaffe ichs kaum noch in die Kirche zu gehen: Das kriege ich nicht mehr über die Lippen: "Ich glaube an die einige heilige katholische Kirche".
Wenn das so ist, verstehe ich, dass das nicht mehr über die Lippen geht: "Ich glaube an die einige heilige katholische Kirche". Doch glaube ich dass, Kirche mehr ist als das Versagen ihrer Mitglieder oder des Bodenpersonals. Ich bete regelmäßig und werde immer wieder ihre Situation vor Gott bringen. Etwas anderes fällt mir (leider) auch nicht ein, aber es ist das, was ich tun kann.