Frage an homosexuelle Christen: Wie geht ihr mit Bibelstellen um, die gegen Homosexualität sprechen (z.B. Römer 1,26-27)?

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6 Antworten

Grundsätzlich:

Es gibt keinen Bibelvers, mit dem man sein Verhalten in einer bestimmten Situation absichern könnte.

Du hast keine Garantie, Dich richtig zu verhalten, auch wenn es einen Bibelvers gibt, der genau diesem Verhalten entspricht.

Du kannst die Verantwortung für Dein Handeln nicht abgeben. Auch nicht an irgendwelche Bibelverse.

Wenn
ich mir anschaue, wie viel Leid die Homophobie über Menschen gebracht
hat, die nichts anderes wollten, als entsprechend ihren Gefühlen zu
lieben, dann kann ich nur sagen: Es ist und war und bleibt falsch,
Menschen wegen solcher Bibelstellen zu verachten, auszugrenzen, zu
misshandeln.

Gerade religiöse Menschen können das sehr unbarmherzig sein.

Und darum erzählte Jesus eine Geschichte darüber, wie man den Menschen als Gottes Ebenbild in einem anderen Menschen erkennt:

Ich
denke an das große Weltgericht in Mt 25. M.E. geht es darin nicht um
eine Beschreibung des Gerichts. Sondern es geht darum, wie man andere
Menschen wahrnimmt oder nicht wahrnimmt.

"Wo haben wir Dich nicht wahrgenommen?"

Antwort:
"Als ihr einen Gefangen nicht im Gefängnis besucht habt. Als ihr einem
Hungernden nichts zu essen gegeben habt. Als ihr die Not eines Kranken
nicht gelindert habt." Und ich ergänze: "... als ihr auf einen Schwulen
würdelos würdelos herabgeblickt und ihn verachtet habt."

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Kommentar von AngJuli
05.09.2016, 14:10

Wow! Dein Kommentar macht mich sprachlos! Dem ist nichts hinzuzufügen! Einfach "nur" richtig!

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Die Bibel ist meiner meinung nach ein Haufen aus intoleranten und ethisch falschen Regeln. Sie hatte früher ein sehr großen Einfluss und auch heute hat sie das noch im gewissen Maße. Viele Leute sind noch der Meinung das Homosexuell sein was schlimmes ist, und da ist die Bieäbel bestimmt nicht ganz unschuldig bei. Vorallem ältere Menschen ,die streng nach der Bibel erzogen worden sind, sind noch sehr streng dagegen. Wenn diese Leute das nicht gut finden, dann geben sie es ihren Kindern auch weiter. Außerdem lassen sich die meisten Leute die was dagegen haben es auch raus wenn sie zum Beispiel ein Homosexuelles Paar sehen. So kommt es auch immer wieder mal zu Streit.
Aber im Grunde glaub ich das die Bibel doch noch relativ viel Einfluss auf unserer Gesellschaft hat...

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Ich kann nichts wirklich darüber denken. Ich denke im generellen die ganze Homosexualität, sie verstößt gegen die damalige Zeit. Weil es damals so war, dass es eben nur Mann+ Frau als Idealbild gab, der Rest war bis ans Lebensende mit einem Mann oder einer Frau zusammen, war sich aber bewusst, dass sie anders sind, oder man wurde bestraft. Von den Menschen oder Gott selbst.

Es gibt so viele Christen, die Homosexuell sind. Ich bin auch Christlich und Homosexuell. Christen sind auch nur normale Menschen. Generell finde ich, dass die Bibel in manchen Dingen nicht zutrifft, nicht vorraus denkt und sehr rückschrittlich ist. Man kann sich nicht an allem ein Beispiel nehmen, so darf man in manchen Dingen gar nicht denken..

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Eine Bibel ist nichts anderes als Regeln damit die Menschheit nicht durchdreht. Damit Menschen das machen, was wir sollen. Damals war es eine andere Zeit. Die Bibel kann man mit heute gar nicht mehr vergleichen denke ich

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Kommentar von MathewMathew
23.08.2016, 09:13

* damit Menschen nicht das machen, was sie wollen

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Ich respektiere homosexuelle Menschen wie alle anderen auch und sehe sie als meine Nächsten.
Die Bibel über Homosexualität... im kompletten AT finde ich keine Stelle, die von homosexuellen Frauen spricht...also gilt das bei wohl bei Juden nur für Männer???
In allen Stellen in der Bibel, wo von Homosexualität die Rede ist, geht es *nicht* um Menschen, die ausschließlich von Menschen des gleichen Geschlechts sexuell angezogen werden und mit diesem Menschen eine gleichberechtigte, liebevolle, treue Partnerschaft führen möchten. Diese sexuelle Orientierung wird von den Betroffenen als naturgegeben angesehen. Ich meine als ich 12 oder 13 war habe ich mich zum ersten Mal in einen Kerl verliebt (der nicht mal wusste, dass es mich gibt, aber das tut nichts zur Sache). Ich habe plötzlich aus heiterem Himmel bemerkt, dass ich mich zum anderen Geschlecht hingezogen fühle... und Homosexuelle fühlen sich halt zum gleichen Geschlecht hingezogen. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen hängt das mit den Hormonen der Mutter in bestimmten Schwangerschaftswochen zusammen, nämlich dann, wenn sich das Sexualzentrum im Gehirn des Babys entwickelt. Wenn die Hormonzusammensetzung der Mutter da "nicht stimmt" wird das Baby mit großer Wahrscheinlichkeit homosexuell. In diesem Fall hätte Gott also wirklich einen Fehler gemacht und zugelassen, dass das Kind ein "verkrüppeltes" Sexualzentrum" bekommt und nur widerwillig eine von ihm gewollte, heterosexuelle Beziehung eingehen könnte und darin niemals glücklich werden könnte ...
Aber zurück zur Bibel
In der Bibel geht es *nie* um Veranlagung, sexuelle Orientierung oder Partnerschaft, wenn von Homosexualität die Rede ist. Viel mehr geht es um den Akt an sich. In den alten Kulturen gab es den Fall, dass ein Mann ausschließlich mit nur einer Frau Sex hatte nicht! Vielmehr hatten die Männer Sex mit vielen Frauen, mit Jungen und sogar mit Tieren. Die Bibel verurteilt also Polygamie, Pädophilie und Zoophilie.
Das Problem mit der Homosexualität, das auch heute noch besteht, ist jetzt das folgende...
Solange der Mann beim Sex die aktive Rolle spielt, d.h. penetriert ist es nach der Bibel (solange keine Ehe gebrochen wird) fast egal welche Frau der Mann vergewaltigt. Wichtig ist dabei nur, dass *er (der Mann)* penetriert. Penetrieren ist aus biblischer Sicht dominieren und dominieren heißt Macht ausüben. Und Macht gehört den Männern und macht sie zu Herrschern. Wird jetzt aber ein Mann von einem anderen Mann penetriert übt er keine Macht aus, wird also entmännlicht und unfähig ein Herrscher zu sein.
Zu biblischer Zeit wurden bei Kriegen die Kriegsgefangenen (Männer) vergewaltigt als Erniedrigung und Strafe. Kennt ihr die Geschichte im 1. Buch Mose bzw Genesis Kapitel 19 ... da geht es darum dass 2 Engel bei Lot zu Besuch sind und die Dorfbewohner die Besucher vergewaltigen wollen. Es geht um Vergewaltigung, Demütigung, Machtausübung und Triebbefriedigung... das ist ein Gräuel und stört die heilige Ordnung...
Da allerdings Sex ausschließlich zur Fortpflanzung dient, ist die Diskussion darüber eigentlich hinfällig... folglich dürfte ein Paar, dem bekannt ist, dass einer der beiden Partner keine Kinder zeugen/empfangen kann überhaupt keinen Sex haben, weil er ja in diesem Fall nicht der Fortpflanzung dient...
In Anbetracht dieser Hintergrundinfos finde ich, dass man Homosexualität nicht einfach pauschal verurteilen kann...wenn sich jemand allerdings nicht für ein Geschlecht entscheiden kann ist das nochmal was anderes. Vielleicht steckt da dann wirklich ein psychisches Problem dahinter ...

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Kommentar von AngJuli
08.09.2016, 16:02

Hey!
Du kennst interessante Fakten! Dass hinter der Homophobie oft die Angst der Männer vor Demütigung und Unterwerfung steht, habe ich mir aufgrund anderer Überlegungen schon oft gedacht.
Dabei liegt dieser Angst doch die grundsätzlich falsche Einstellung zugrunde, dass die Position beim penetrierenden Geschlechtsakt irgendeine "Rolle" zuweist. An anderer Stelle hat bei gf mal jemand die Frage gestellt, wie es ist, wenn ein Mann auf einem anderen sitzend penetriert wird. Er ist dann tatsächlich der "Top", nämlich oben. Aber er wird penetriert, wobei er das eigentlich aktiv selbst tut.
Tja, spätestens bei diesem Szenario wird es schwierig zu entscheiden, wer da wen demütigt und unterwirft. Und damit wird deutlich, dass diese ganze Vorstellung Schwachsinn ist.

Wobei es mir (als Frau) Angst macht, wenn ich tagtäglich erlebe, wir stark heterosexuelle Männerphantasien etwas mit Machtausübung zu tun haben. Ich kann mich nur penetrieren lassen, was aber nicht heißt, dass ich das als Demütigung verstanden haben will.
Leider ist es aber genauso. Also muss sich bei den Hetero-Männern dringend die grundsätzliche Einstellung zum Sex und ihrer Rolle dabei ändern. Wenn sie Sex endlich als Interaktion zweier gleichberechtigter Partner begreifen können, werden sie mit Schwulen kaum noch Probleme haben.

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Kann ich nicht so wirklich sagen.Es schockt mich aber naja...kann man halt nichts gegen machen..

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