Frage an die Schusswaffenexperten?

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7 Antworten

Durch den Druck, der sich dahinter aufbaut. - Probier mal das hier zum besser vorstellen:

Leg ein Reiskorn in einen Strohhalm und versuch ihn rauszupusten - leg dann eine Erbse in den Strohhalm und versuch es nochmal..

Das mit der Erbse geht leichter und die fliegt weiter. nun umwickle die Erbse mit einem nassen Papier, so dass sie gerade noch mit etwas Gewalt in den Strohalm passt.

Du kannst dir vorstellen, wie viel Kraft dahinter nun nötig ist, das auch noch durch den Strohhalm zu "drücken" (man spricht von "treiben", daher "Treibladung")

Und wenn das noch enger ist, also das Geschoss an den Rand so gepresst wird, daß es sich dort verformt (sei es wegen der Züge, also der gewendelten Rillen im Lauf oder dem polygonen Profil, dass es mehreckig macht, dann staut sich dahinter noch mehr Druck auf, bis es den Lauf verlassen kann und damit weiterfliegt..

Und so funktioniert es - Das Pulver in der Patrone wird mit einem Zündhütchen gezündet, will entweichen und kann nur so raus, dass es das Geschoss vor sich her durch den Lauf schiebt...

Bei einer 9x19 ist beispielsweise der Geschossdurchmesser üblicherweise 9,02- 9,03 mm, der Lauf ist bei einem gezogenen Lauf an den engsten Stellen (Feldmaß)  8,82 mm und an den weitesten Stellen (den Rillen, das nennt sich Zugmaß)  9,02 mm. Das wird also ganz schön "verdichtet", wenn es da durchgepresst wird - und sowas kann man dann an den abgefeuerten Geschossen genau erkennen.

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Bei der 9 x 19 Munition ist der Geschoßdurchmesser 9,03 mm, beim dazugehörigen gezogenen Lauf ist der Felddurchmesser 8,82 mm und der Zugdurchmesser 9,02 mm also sogar noch minimal kleiner als der Geschoßdurchmesser. Aber alle diese Maße sind hersteller- und fertigungsbedingten Toleranzen unterworfen.

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Das Geschoss quetscht sich eben durch den Lauf und verändert dabei seine Form, damit die Züge und Felder ihm den nötigen Drall mitgeben. Sonst wären die ersten ja für Nüsse und würden gar nichts tun.

Es gab in den 60 Jahren auch mal die Idee, die größere Geschosse durch viel kleinen Läufe, die noch vorne hin immer enger wurden, zu pressen. Man versprach sich kürzere Munition ( das Geschoss wurde ja vom Lauf in die Länge gepresst ) und höhere Durchschlagwirkung.

Aber die Läufe haben das nicht lange genug mit gemacht und einen Sturmgewehrlauf musste man schon nach 2000 Schuss auswechseln.

Nannten sich Quetschgeschosse, echt witzig die Idee.

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Das Geschoss ist bei allen modernen Schusswaffen etwas größer als der Laufinnendurchmesser. Das Geschoss wird dabei verformt und so in den Lauf gedrückt, dass es diesen gasdicht abschließt. So wird effizient die Energie auf das Geschoss übertragen, ohne das Gas am Geschoss vorbei strömt und Energie verloren geht.

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Ja, das Geschoss ist etwas größer als der Lauf. Beim abfeuern wird das Projektil durch die Züge gepresst und somit in Drall versetzt. (Das ist dann das, was die Balistiker in den Fernsehkrimis immer auswerten). Möglich ist das, da die Geschossoberfläche relativ weich ist im Gegensatz zum Lauf.

Der Drall macht das Projektil stabiler in der Flugbahn.


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Das Geschoss ist wirklich minimal größer als der Lauf.

Im LAuf befinden sich Felder und Züge, die dem Geschoss dann dn nötigen Drall geben um so eine subere Flugbahn zu ermöglichen.

Würde das Geschoss kleiner als der Lauf sein, wird es im lauf anfangen zu trudeln und somit nicht sauber hinausbefördert werden.

Das Geschoss wird durch die Treibladung auf die nötige Geschwindigkeit gebracht.

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Bei einem konventionell gezogenen Lauf entspricht der Geschoßdurchmesser dem Zugkaliber.

Das Geschoß wird also leicht verformt damit es in die Züge gepresst wird und somit den Drall übernimmt. Deswegen müssen Geschosse ja auch aus relativ weichem Material bestehen, damit das geht.

Die einzigen Waffen bei denen der Geschoßdurchmesser normalerweise kleiner als das Feldkaliber des Laufes ist sind Vorderlader.

Hier muß das Geschoß ja kleiner sein, anderenfalls könnte man es von vorn nur sehr schwer oder gar nicht laden.

Beim Schuß wird dann das Geschoss gestaucht und vergrößert damit seinen Durchmesser, wodurch es in die Züge des Laufes gepresst wird. Passiert diese Stauchung nicht weil die Ladung zu gering oder das Pulver zu langsam ist, bekommt das Geschoss keinen Drall und der Schuß wird unpräzise.

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