Frage an die "90s Kids"?

... komplette Frage anzeigen

11 Antworten

Hallo!

Ich (geboren 1990) kann sagen, dass ich die 90er und die frühen 2000er als eine sehr geruhsame Zeit in Erinnerung habe, in der zwar nicht alles besser als war als heute und die Menschen auch nicht notwendigerweise so viel gesitteter waren, aber alles weniger kurzlebig war als heute. Ein Wort hatte noch eher Gültigkeit.

Unsinn haben wir auch schon genug gemacht, Themen wie "Mobbing" oder auch Handys/Elektronik waren genauso verbreitet nur hieß es nicht "Mobbing" und genauso waren Handys noch nicht so omnipräsent wie heute. So hat man sich nicht über die Handys definiert, sondern über andere Werte wie einen schicken Roller/ein getuntes Mofa, eigenes ISDN Internet zuhause, coole Kleidung von teureren Marken (bei den Jungs waren es Sachen von Karl Kani, G-Star oder Nike, bei den Mädels waren zu meiner Realschulzeit Esprit, s.Oliver oder Billabong sehr gefragt) oder einen Discman/mp3-Player oder einen eigenen Farbfernseher. Und ausgegrenzt wurden in der Regel diejenigen, die dieses ganze Prestigezeugs nicht hatten.

Vorübergehende "Manien" wie Pokémon in der 3./4. Klasse oder danach "Dragonball-Z" ca. um 2002 (als ich in die Realschule gekommen war) sorgten genauso für Verbote an der Schule wie das heute für Smartphones oder besonders "Pokémon Go" gilt, wenn letzteres nicht sowieso schon wieder out ist. Also auch hier nix Anderes, nur spielten sich diese Begegnungen eben auf anderer medialer Ebene ab.

Ich sehe es heute an meinen "kleinen" Cousins und Cousinen, die zwischen 2000 und 2004 geboren wurden & deren Jugendzeit heute auch nicht viel anders verläuft, als es bei mir ab Ende der 90er & in den frühen 2000ern verlief. Sieht man mal von der Medienflut & eigenen Handys/Smartphones oder WhatsApp ab, was es bei uns noch nicht gegeben hat. Viel nimmt es sich nicht, wobei es natürlich drauf ankommt wie jemand genau aufwächst.

Was mir aber auffällt: Wir waren damals irgendwie zufriedener, auch weil das Klima untereinander entspannter war, da es noch keinerlei Kräftemessen bei Facebook & nicht die Heimtücke der digitalen Welten gegeben hat.. man hat sich nicht bei Facebook aufgehalten, sondern im Jugendraum vom Pfarrheim, vor dem Schlecker-Markt oder auf dem Pausenhof.

Außerdem noch ein Gedankengang: Bei meiner Generation gab es weniger "coole" Eltern, die ihren Kindern keine Grenzen setzten.. das hat uns aber damals nicht geschadet. Bin bei meinem Opa aufgewachsen, der auch feste Prinzipien und Regeln hatte, und schlecht war das nicht. Die Kiddies, die allerdings bei "coolen" Eltern frei von jedweden Grenzen und Verboten aufwachsen, werden es i.wann deutlich schwerer haben, ins Berufsleben zu starten oder ein eigenständiges Leben zu führen. Sie sind daher eigentlich zu bedauern. 

Letzten Endes nimmt sich's aber nicht viel. Zusammenfassend kann man sagen, dass es Dinge wie "Mobbing" schon damals gab, aber es noch kein Modewort dafür gab & nicht jeder Schüler, der nicht einen Millimeter von einer unausgesprochenen Norm abwich, als potenzieller Therapiekandidat gehandelt wurde. Ansonsten schenkt es sich wenig.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

-Technologie: wir hatten keine Handys, Tabletts usw. beschäftigten uns draußen (Radfahren, draußen spielen, Federball, Tischtennis, Blödsinn machen usw.), spielten auch Computer, aber nicht so wie heute mit so guter Grafik etc., Fernsehen meist nur am Abend nicht ständig so wies heute der Fall ist (meist) 
-Eltern/Familie: ich denke wir verbrachten mehr Zeit mit ihnen, weil uns die digitale Welt nicht so stark davon abhielt mit ihnen Sachen zu unternehmen
- Beziehungen: Alles begann nicht über facebook o.Ä. Seiten sondern über SMS mit Tastenhandys, Facetime etc. gab es ja alles nicht
- Schule: Damals schlimm wie heute auch :D Da denke ich hat sich nicht all zu viel geändert, außer dass eben viel mehr deutschsprachige Kinder in den Schulen waren als heute

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von meterano7
19.10.2016, 07:54

Hey wie cool^^ danke für die schnelle Antwort und den Einblick :D das richtet sich auch an die anderen, die jetzt schon antworten. Würde echt gern mal probeweise in den 90ern Jugendlicher sein :D

0

Die 90er waren meine Jugendzeit (Geboren 1980). Der größte Unterschied ist, das der "zwischenmenschliche Kontakt" um weiten besser und intensiver war, als heutzutage. Man hatte noch nicht so diesen Smartphone Wahn und Seiten wie Facebook etc. oder überhaupt das Internet waren noch nicht vorhanden, oder so präsent wie heute. Man hat sich also mit seinen Freunden (oftmals) auf Gut Glück getroffen und dann etwas gemacht. (Zum See fahren, auf dem Schulhof kicken, einfach rumfahren, in der Stadt was trinken usw...)

Zudem waren Filme und Musik nicht umsonst und hatten noch Wert. Eine CD oder einen Film zu kaufen und ihn danach in die Sammlung zu tun, war immerwieder ein Hochgenuß, zumal man sich damals nicht jeden Müll zugeleget hat, weil man dafür bezahlen musste. Die Charts haben noch wiedergespiegelt was die Leute hören wollen, weil sie sich u.a. aus den Verkaufszahlen generiert haben!

Traurig finde ich auch, das die "Kids" heutzutage tatsächlich mit den Gedanken groß werden, das illegale Inhalte aus dem Netz nicht schlimm sind und so gut wie alles umsonst sei. Sowas hat viel kaputt gemacht und ob es jemals eine besserung in der Hinsicht gibt, wage ich zu bezweifeln.

Desweiteren war der Respekt anderen und vor allem älteren gegenüber vorhanden. Wenn man mal mitbekommt wie manche Jugendliche heute mit ihren Eltern usw. reden... geht garnicht. Genauso wie die Rechtschreibung und Grammatik. Gerade in Zeiten von Google, wäre es ein einfaches, gewisse Wörter mal "nachzuschlagen" aber selbst dazu scheinen viele zu faul zu sein. -.-

Ich denke jeder behauptet das aus seiner "Blütenzeit", aber die 90er waren besser als die beiden Jahrzehnte danach. Wenn ich könnte, würde ich zurückreisen und für immer dort bleiben ;)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich war zwar "nur" Kind aber schreibe trotzdem mal was dazu. Es gab natürlich keine Handys und Computer wie es sie heute gibt. Man hat sich dann eher mit anderen Dingen beschäftigt und ist auch mehr raus gegangen in die Natur. So viel weiß ich aber auch nicht mehr..

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Technologie...Handys kamen in Mode..da war man gleich cool wenn man eins hatte..ansonsten finde ich hat sich nur verändert dass die meisten Jugendlichen einfach keinen Anstand und Respekt mehr haben..egal ob unter Freunden (wer spricht seine Freundin zur Begrüßung schon an mit "hey du Fot..was geht?"...oder die einfachsten Sachen wie grüßen, danke sagen usw...Umgangston hat sich in unterstes Niveau entwickelt..

In Sachen Markenklamotten/dazugehörigkeit hat sich rein garnichts geändert ( sogar adidas super Stars sind wieder in)...ok..zu meiner Zeit halt man mit den heute ach so beliebten nike's zu den loosern😂 

Beziehungen..hat sich auch nicht viel geändert...Eltern...da kann ich nichts dazu sagen weil ich Eltern habe die mit mir immer offen mit allen Sachen umgingen und ich nun genauso bin bei meinen Kids..(14,7)

Ps: bin jetzt 32

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Emmakili
19.10.2016, 08:00

Schule-wir in Bayern durften noch ein Kreuz im Klassenzimmer hängen haben...😂

0

Ich bin Ende der 80er geboren (1987) und fand meine Kindheit in den 90ern schon cool. Es kam sehr viel neues in nur 10 Jahren auf, sicherlich auch ein "Schock" für alle Eltern. 

Technisch hat sich sehr viel geändert, es kamen laufend neue Entwicklungen auf den Markt. Handys, Gameboys, Tamagotchis... Teilweise nahm es so überhand, dass es in der Schule verboten wurde.

Man musste erfinderisch sein, Spiele wurden selbst erfunden oder etwas zum Spielen zweckentfremdet. 

Beziehungen waren nie einfach und werden es auch in Zukunft nicht sein. Ich habe mich für mein Alter recht früh gebunden (mit 23), mittlerweile bin ich verheiratet. 

Den üblichen Knatsch in Beziehungen und Freundschaften gab es auch damals, heute wird es nicht anders sein. Statt vor dem PC zu hängen, hat man sich draußen auf der Straße getroffen und hat Unsinn gemacht wie in Mülltonnen klettern, Leute verfolgen (Detektiv spielen war auch immer der Renner) oder Klingelparty, Telefonstreiche und selbiges. 

Damals hat man sich über anderes als ein Handy definiert: Wer nicht eine bestimmte Kleidungsmarke (bei mir damals war Fishbone schwer angesagt) trug, wurde ausgegrenzt. Wer in der Grundschule schicke Glitzersticker hatte, war jemand besonderes. 

Ich glaube, jeder wird von seiner Kindheit sagen, dass sie toll war und die Zeit, in der man aufwuchs, die beste. Mein Vater schwärmt von den 60ern und der Beat-Musik, meine Mutter von den 80ern und der NDW und auch beide sind der Meinung, ihre Kindheit wäre toll gewesen - auch ohne das, was ich in meiner Kindheit hatte. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Da wurde noch miteinander gesprochen und nicht getextet. Da hat man was unternommen und Spaß gehabt statt zu posten.

Da hat man Verabredungen getroffen und eingehalten um den anderen am Treffpunkt nicht warten zu lassen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Mir kommt es vor als durften die Kinder bzw. Jugendlichen "damals" noch länger Kinder sein, ohne dass es blödes Gerede gab.

Nachdem wir mangels Internet (gut gab es in den 90ern auch, aber bei weitem nicht so verbreitet wie heute), Smartphones etc. nicht so "versext" bzw. frühreif waren wie die heutigen Jugendlichen, gab es damals nur sehr sehr wenige 12-15 Jährige die aufgedackelt herumliefen, jedes Wochenende besoffen waren und schon 8 Sex Beziehungen hatten.

Technik & elektronische Spielereien gab es damals natürlich auch schon, allerdings habe ich weder bei mir noch bei allen Freunden dieses abnormale Suchtpotential von heute (Smartphone mit Hand verwachsen, Handynacken vom ständigen Display schauen, etc.) entdecken können.

Auch lastete damals nicht so ein enormer Erfolgsdruck auf den Kindern. Heute wird krampfhaft jedes Kind gefördert, auf perfekte Hochschulausbildung etc. gedrängt und dementsprechend sind auch die Nachmittage von vielen Kindern und Jugendlichen verplant. Ich bin 32 und hab viele Bekannte und gleichaltrige wo das damals nicht so sehr im Fokus stand. Natürlich wurde auch Fokus auf gute Ausbildung gelegt, aber eine normale Lehre mit vorherigem Hauptschulabschluss war nix schlechtes.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Frag nie ältere Menschen nach ihrer Jugend - da war immer alles besser! Wenn ich nur lese, wie viel Zeit wir damals an der frischen Luft beim Bäumestreicheln und Weltverbessern verbracht haben sollen - irgendwas muss ich wohl verpasst haben.

Wir waren eigentlich genau wie ihr - wir mussten nur ins Kaufhaus, statt bei Amazon und Zalando zu shoppen.

Wir haben von den Stars aus der Bravo geträumt und den ganzen Tag MTV ohne HD geschaut, zu Anfang noch MTV Europe auf Englisch. Entsprechend gab es weniger "Stars" als heute, wo Leute über youtube & Co. einfach schneller bekannt werden.

Wir haben die Entwicklung vom C64 über DOS bis hin zu den ersten Windowsversionen "live" miterlebt. Wenn es unsere Eltern genugInteresse (und Kleingeld) hatten, sowas anzuschaffen.

"Technik & Co." waren damals nämlich wesentlich teurer als heute, weil nicht alles aus China kam, und weil man gebrauchte Sachen mühsam auf dem Flohmarkt suchen musste, statt sie einfach bei eBay zu ersteigern.

Schule war Schule, und Eltern waren Eltern - "Respekt", Leistungsdruck usw. sind immer ganz persönliche Erfahrungen, und dass früher alles besser war, sagen v.a. Leute, die gerne wieder jünger wären...

Politisch gesehen war es vor dem 11. September, aber nach Tschernobyl.

Die Wiedervereinigung hat zwar das Ende des Kalten Kriegs eingeläutet. Trotzdem war lange nicht klar, ob wirklich alles friedlich abläuft - vor dem islamistischen Terror hatten die USA plötzlich keinen "Erzfeind" mehr!

Das war fast so beängstigend wie die Frage, was die Nachfolgestaaten mit Waffen und Soldaten der ehemaligen Sowjetunion anstellen würden...

"Wir hatten noch keine Smartphones" ist jedenfalls die armseligste Zusammenfassung, die ich mir für dieses Jahrzehnt vorstellen kann...

Sowas sagt vermutlich mehr über den Schreiber als über die 90´er aus...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Joergi666
19.10.2016, 09:52

gute Antwort, volle Zustimmung!

0

Technik gab es auch, nur eben keine Smartphones. Computer und Konsolen gab es da auch schon, es hatte nur nicht jeder einen/eine. Man war lediglich nicht so vernetzt wie heute, Social Media war noch kein Trend. Man war auch etwas mehr draußen als heute.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Man hatte Respekt vor älteren Personen. Das ist wohl das, was den neuen Generationen fehlt..

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung