Frage von minaabg, 364

Frage an Atheisten: können wir nur mit Wissenschaft ohne Moral leben?

ihr glaubt nicht dass Gott existiert, ihr glaubt nur dran was die Wissenschaft beweisen kann, deshalb frage ich ob ihr auch an Moral glaubt weil manchmal ist die Wissenschaft einfach unmoralisch, eine Zitat  sagt ''Die Wissenschaft hat keine moralische Dimension. Sie ist wie ein Messer. Wenn man sie einem Chirurgen und einem Mörder gibt, gebraucht es jeder auf seine Weise.

Quelle: http://natune.net/zitate/zitat/4649

Antwort
von Hamburger02, 219

Der Widerspruch Wissenschaft-Moral ist künstlich hergestellt und hat mit der Realität nichts zu tun. Dies trotzdem zu unterstellen, ist eine beliebte Argumentation von Gläubigen.

Tatsache ist, dass sich im Rahmen der Aufklärung und der Loslösung von religiösen Vorschriften sich Wissenschaft sowie die Ideen des Humanismus in Westeuropa parallel entwickelt haben.

Diese Ideen des Humanismus, die religiösen Moralvorstelungen in vielem Widersprechen, wie Achtung der Menschenrechte, Freie Entfaltung der Persönlichkeit, Toleranz, Solidarität, Demokratie, Freie Meinungsäußerung, Religionsfreihet etc. pp. sind die Grundlagen unseres Staates und so gut wie heute ging es der normalen Bevölkerung noch nie. Jedenfalls ist unsere Gesellschaft auf der Basis der Menschenrechte friedlicher und gerechter als alle bisherigen Versuche, einen Staat auf der Basis religiöser Moralvorstellungen aufzubauen. Das haben wir jahrhundertelang im Mittelalter auch probiert, aber das führte nur dazu, dass es den Eliten gut ging und das Volk darbte in Armut.

Die Praxis zeigt jedenfalls, dass eine Gesellschaft, die auf den Moralvorstellungen des Humanismus beruht wesentlich besser funktioniert, als eine Gesellschaft, die ihre Moralvorstellungen aus der Religion bezieht.  Wie sonst wäre es zu erklären, dass die Flüchtlingsströme alle von religiösen Staaten in Richtung humanistischer Staaten fließen und nicht umgekehrt.



Kommentar von GFBen ,

In der Tat ging es nach der Aufklärung, wo große Teile der Menschheit
jegliche Haftbarkeit für ihre Taten als Märchen abgetan haben, stetig
bergauf: (enthemmter) Kapitalismus der Industrialisierung, Kommunismus, Nazionalsozialismus, kalter Krieg mit nach wie vor bestehender nuklearer Bedrohung und neuerdings Relativismus. Halloooo? Moraaaal? Wo bist du?

Wenn man dem Mittelalter das Attribut "finster" zuschreibt, was wäre dann hier angebracht?

Kommentar von Hamburger02 ,

Nationalsozialismus und Kommunismus sind Ideologien ähnlich wie Religion, die mit Humanismus nichts am Hut haben.

Neoliberalismus hat mit Humanismus ebenfalls nichts zu tun, soziale Martkwirtschaft schon eher. Für den Humanismus sehe ich in der Tat durch den Raubtierkapitalismus eine Bedrohung, denn dieser hat keinen humanistischen sondern einen sozialdarwinistischen Hintergrund.

Alles in allem behautpe ich aber nach wie vor, dass es mir heute besser geht als meinen Vorfahren hier vor 500 Jahren oder der Bevölkerung in sämtlichen islamischen Staaten. Vor 500 Jahren wäre ich noch der Willkür und Ausbeutung religiöser Führer ausgeliefert gewesen. Und bei meinen Kommentaren hätten die mich auf den Scheiterhaufen geschickt. Davor schützen mich heute die Menschenrechte.

Kommentar von GFBen ,

Versuche bitte nicht die Wirkung von der Ursache zu trennen. Das läuft nicht.

Die genannten Ideologien sind (zumindest) Nebenwirkungen und auf jeden Fall Folgen des Humanismus, der auf dem Thron/Sockel Gott gegen den Menschen ausgetauscht hat. Dass, gegen die Menschen zu arbeiten, kein erklärtes Ziel des Humanismus ist, weiß ich natürlich. Hier fällt etwas anderes ins Gewicht: In "Abwesenheit" Gottes muss sich der Mensch höchstens noch vor einem irdischen Gericht auf der Grundlage von von Menschen gemachten Gesetzen verantworten. Mit anderen Worten: Hurra! Es gibt keine lückenlose Überwachung meines Tuns. Es gibt eine reale Chance, dass niemand meine böse Tat bemerkt.

Vor 500 Jahren hatte noch jeder Zeit für echte soziale Kontakte, Ereignisse hat man erlebt, anstatt sie nur für die Nachwelt (sprich für die Tonne) oder den eifersüchtig zu machenden Nachbarn/Kumpel zu dokumentieren (Foto/Video). Es musste keiner über 100 km weit zur Arbeit pendeln und Bio-Food war die einzige verfügbare Alternative. Muss ich auf den Zustand der Umwelt oder auf den Verbreitungsgrad von Drogen eingehen? Man wurde vom König oder einem Adligen ausgebeutet - heute vom Superreichen (z.B. Hedge Fonds) oder vom Chef. Früher gab es Knochenarbeit (in der 3. Welt bis heute) - heute gibt's den Burn-out und psychische Krankheiten - trotz des ganzen technischen Fortschritts! Früher gab es Pest und Cholera, heute Herzinfarkt, Krebs und Allergien. Und last but not least: Der Trend bei der Überwachung der Bürger ist klar und nimmt fast schon Ausmaße an, die man früher nur dem lieben Gott zutrauen würde.

Wirklich um so viel besser heute? Think twice.

Kommentar von Hamburger02 ,

Also auf den restlichen Blödsinn von wegen im Mittelalter war alles besser, gehe ich nicht ein.

Hierzu:
"Die genannten Ideologien sind (zumindest) Nebenwirkungen und auf jeden Fall Folgen des Humanismus, der auf dem Thron/Sockel Gott gegen den Menschen ausgetauscht hat."

..aber eine Bemerkung.

Wenn du mir verrätst, was die an religiösen Vorbildern ausgerichteten Ideologien (Gleichschalten des Denkens, Überwachung der Bevölkerung, Ermorden Andersdenkender, Anstreben der Weltherrschaft, Überlegenheit gegenüber allen anderen etc. pp.) mit Achtung der Menschenrechte, Demokratie, Toleranz etc. zu tun haben, denke ich über dein Argument nochmal nach.

Dieser Gott Abrahams auf dem Thron ist doch genauso ein grausamer, blutrünstiger Massenmörder wie Hitler oder Stalin. Und dementsprechend ist die gesamte Geschichte des JHWH-Kultes in allen seinen Ausprägungen ebenfalls von Mord, Krieg, Unterdrückung und Versklavung geprägt.

Kommentar von GFBen ,

Ich habe nicht behauptet, dass im Mittelalter alles besser war, sondern deine These, so gut wie heute sei es uns noch nie ergangen, infrage gestellt. Wir haben uns inzwischen so viele Geißeln angeschafft und dabei merken wir es gar nicht mehr. Wir meinen, entwicklungstechnisch weiter zu sein, weil in den
Industrieländern die Bäuche gefüllt sind, die Bespaßungsmachinerie auf Hochtouren läuft und wir Meinungsfreiheit haben. "Brot und Spiele" sind gegeben. Nur das Niveau befindet sich im freien Fall.

Ich unterscheide strickt zwischen dem Herrn über Leben und Tod und den vielen Möchtegerne-Herren über Leben und Tod. Wer weise genug ist, ein Leben zu initiieren, ist auch weise genug, ein Leben im geeigneten Augenblick zu beenden und/oder wieder auferstehen zu lassen.

So viel zum Thema "Religion". Wir waren dabei zu ergründen, woher im Atheismus die Moral herkommen könnte.

Kommentar von Hamburger02 ,

Wann soll es uns denn besser gegangen sein, als heute? Eine Phase von über 70 Jahren ohne Krieg z.B. ist für die deutsche Geschichte eine große Ausnahme, die es unter religiöser Herrschaft seltenst gab.

Deine Mängelliste will ich nicht bestreiten, unterschreibe sie teils sogar. Allerdings habe ich erhebliche Zweifel, ob die Rückkehr zu religiösen Bezügen da besser wäre. Als die Religion hierzulande Macht hatte, wars eher noch schlimmer.

Atheismus bedeutet ja zunächst nur, dass an keinen personalen Gott geglaubt wird, der uns beobachtet und alles regelt. Daher kann in einer Fantasiefigur mit dem Attribut "Gott" kaum eine Quelle brauchbarer Moral gefunden werden, was ja über Jahrhunderte auch ausgiebig bewiesen wurde. Meine Quelle der Moral ist der Humanismus. Dabei ist mir natürlich auch klar, dass sehr viele Religiöse und sehr viele Atheisten mit dem Humanismus, der letztlich aus dem Verstand und nicht einem Glauben resultiert, naturgemäß nicht so viel anfangen können.

Kommentar von GFBen ,

Gehe ich richtig in der Annahme, dass du das Bild aus dem Film "Wall-E" (friedfertige, fettleibige, zum Gehen unfähige, aber rundumversorgte Menschen) so bewerten würdest, dass es diesen Leuten noch besser geht als uns? Denn darauf steuern auch wir zu. Die Pflegeroboter stehen in den Startlöchern. Und in Japan laufen sie schon. Deshalb die Frage, ob dieses "gut gehen" so erstrebenswert ist.

Jetzt, wo die Kirche endlich (lange hat's gedauert!) die Idee des Abstandhaltens zur weltlichen Macht umsetzt, weil man bei einer Machtunion ständig in Gefahr ist, sich die weltlichen Handlungsweisen anzueignen, sehe ich kaum noch einen Grund, warum sich die Welt der Kirche/Religion (mindestens als moralische Instanz) nicht wieder zuwenden könnte.

Dass im Atheismus Gott nicht die Quelle der Moral sein kann, ist selbstverständlich. Es bleibt die Frage, wo die Quelle ist. Dass angeblich über Jahrhunderte bewiesen wurde, dass Gottes Moral unbrauchbar sei, muss ich scharf zurückweisen. Dass die Moral auch immer an denen abgelesen wird, die sich gemäß der Moral unmoralisch verhalten! Das ist ein Unding! Und leider die Regel. Du sollst Vater und Mutter ehren, nicht morden, nicht stehlen, nicht ehebrechen, kein falsches Zeugnis ablegen sprich nicht verleumden, nichts und niemand begehren, der/die/das jemand anderem gehört! Unbrauchbar? Es kommt natürlich noch dazu bzw. noch davor, du sollst nicht vergessen, wem du alles (vor allem dein Leben) zu verdanken hast (Gott) und Ihn gebührend ehren.

Für dich ist der Humanismus die Quelle der Moral. Erstens ist er nicht in einem religionsfreien Raum entstanden und kann so schlecht gänzlich dem Atheismus zugeschrieben werden. Zweitens ist der Humanismus ein dehnbarer Begriff. Wenn er als moralisch dargestellt werden soll, wird er gern mit humanem Handeln gleichgesetzt. Dabei wird der Aspekt des Homozentrismus (Mensch als Nabel der Welt, der Maßstäbe nach belieben setzen und wieder verwerfen darf) verschwiegen. Diese Beliebigkeit ist es aber gerade, die eine verlässliche Moral ausschließt.

Kommentar von LinnSarma ,
und kann so schlecht gänzlich dem Atheismus zugeschrieben werden

Das tut doch nichts zur Sache, Atheistinnen können ihre Moral trotzdem daraus beziehen.

Kommentar von Respawn618 ,

"Du sollst Vater und Mutter ehren, nicht morden, nicht stehlen, nicht ehebrechen, kein falsches Zeugnis ablegen sprich nicht verleumden, nichts und niemand begehren, der/die/das jemand anderem gehört! Unbrauchbar?"

Ja. 

Vater und Mutter zu ehren ist A keine Einbahnstraße, zweitens gibt es schlechte Eltern die es dann auch nicht zu ehren gilt. 

Nich morden ist das einzig vernünftige, wozu es aber kein Buch braucht. 

Nicht stehlen ist gut, aber nicht grundsätzlich. Z.B. in Notsituationen. 

Nicht lügen? "1941: Verstecken Sie Juden im Haus?" Hier ist die Lüge das einzig wahre. 

Nicht begehren? Das ist ein Denkverbot. 

Kommentar von Respawn618 ,

GFBen, Du liegst nachweislich falsch. Wir leben in der friedlichsten, moralisch gefestigsten Zeit die es bislang gab. 

Kommentar von Respawn618 ,

Lies das mal....

http://hpd.de/node/2498

Kommentar von Hamburger02 ,

Schöner Artikel....

Expertenantwort
von DottorePsycho, Community-Experte für Psyche, 123

Was bedeutet "nur mit Wissenschaft"? Da fehlt zum Verständnis der Frage ein Hinweis auf den fehlenden Aspekt. Dieser erschließt sich nicht logisch, da es kein Pendant zu "Wissenschaft" gibt. Womöglich meinst Du Religion/Glauben?!

Wenn ich annehmen darf, dass Du Deine Frage auf (fehlende) Religiösität beziehst, dann wisse, dass fehlende Religiösität NULL Aussagekraft hat hinsichtlich des Vorhandenseins von Moral.

Was hätte Religiösität mit Moral zu tun? Vermutlich nichts. Es wird nur gerne verwechselt. Mein Glaube an einen Gott gibt mir ggfls. gewisse Handlungsweisen vor, die ich deshalb wähle, weil ich mich an die Regeln meines Gottes halten will. Diese Handlungsweisen sind nicht zwingend moralisch bzw. moralisch hochwertig. Wenn meine Religion mir vorschreibt, alle Ungläubigen zu töten, wäre entsprechendes Handeln sicherlich nicht unbedingt sehr moralisch. 

Was verstehst Du unter "Moral"? Per Defintion ist Moral wohl in etwa das Regelwerk der zwischenmenschlichen Interaktion einer Gemeinschaft. Moral ist hierbei immer subjektiv. UND Moral unterliegt dem Wandel der Zeit.

Moral ist also keine feste Größe, sondern sie unterscheidet bzw. verändert sich in Abhängigkeit von Ort, Zeit, Paradigmen, Kulturkreis etc.

Wenn Moral also so uneindeutig moralisch ist, wie könnte sie uns dann einen verlässlichen und allgemein anerkannten Anhaltspunkt für das "richtige Handeln" geben? Das vermag Moral nicht zu leisten. Moral wird regelmäßig dazu missbraucht, andere für ihr vermeintlich falsches (unmoralisches) Handeln ins Unrecht zu setzen. Einen anderen Nutzen hat Moral nicht.

Ja, wir können ohne Moral leben. Sogar sehr gut.

Was wir brauchen sind WERTE, die allgemein Anerkennung finden können. Diese Werte haben nichts zu tun mit Religion und nichts mit Wissenschaft.

Antwort
von Kanatar, 121

Wenn du einen Gott brauchst, um dich "gut" zu verhalten, verhältst du dich nicht gut.

Es gibt viele moralphilosophischen Konzepte, die auf Vernunft und Logik beruhen. Dadurch sind sie bar des Dogmatismus und der Voraussetzung an etwas unbeweisbares zu glauben.

Für dich ein paar Stichworte: Konsequentialismus, Deontologie, Tugendethik

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 73

Ich bin als Buddhist sowohl religiös als auch atheistisch und schließe mich im Wesentlichen meinen Vorrednern an.

Ethik und Moral sind nicht von der Religion abhängig. Daher kann auch ein Mensch, der nicht religiös ist, ohne weiteres moralisch handeln. 

Gänzlich ohne Ethik und Moral leben halte ich für nicht möglich, denn es braucht gesellschaftliche Normen, um das Zusammenleben und den Umgang der Menschen friedlich zu regeln.

Diese moralischen Normen für die Gesellschaft müssen aber nicht aus der Religion abgeleitet werden, sondern können aus humanistischem Gedankengut, ökologischem Verantwortungsbewusstsein usw. erwachsen.

Antwort
von Panazee, 166

Ich finde es immer wieder interessant, dass manche Atheismus gleichsetzen mit "kein moralischer Kompass vorhanden".

Moralisches Verhalten benötigt keine Religion, die einem sagt was richtig ist und was nicht. Die Naturwissenschaften beschäftigen sich mit diesem Thema zwar in der Tat gar nicht, allerdings machen das Geisteswissenschaften sehr wohl.

Es gibt viele Beispiele für moralisch vorbildliches Verhalten, ohne dass Religion eine Rolle spielt. Das Rote Kreuz z.B. wurde von einer Gruppe von Humanisten gegründet.

Im Grunde kommt man mit der goldenen Regel schon recht weit. Es ist klar, dass das was ich nicht will, dass andere mit mir machen, automatisch auch für mich ein Tabu sein sollte. Anders herum formuliert "Wer mit dem Schwert lebt, wird durch das Schwert umkommen". Wer also nicht durch das Schwert umkommen will, der tut gut daran selber auch keines zu schwingen. Die meisten moralischen Grundregeln ergeben sich im Zusammenleben eigentlich ganz automatisch.

Ich halte Religionen oft sogar für hinderlich, wenn es um die Moral geht. Wenn ein Religionsführer ein an sich unmoralisches Verhalten zu Gottes Willen erklärt, dann werden manche Leute ihre Moral in diesem Punkt über Bord werfen, wenn sie wirklich glauben damit Gottes Willen zu erfüllen.

Antwort
von GFBen, 66

Die Naturwissenschaften sind mit ihren Mitteln nicht in der Lage festzulegen, was gut und böse bzw. moralisch einwandfrei ist.

Die Geisteswissenschaften, die eine Gottesvorstellung ablehnen, sind nur in der Lage, relative Antworten zu liefern (Was ist für eine bestimmte Person(-engruppe) bzw. in einer bestimmten Situation gut?) Die Qualität dieser Antworten lässt sich herrlich an den Beispielen Kommunismus und Faschismus/Nazionalsozialismus beurteilen. Beide Ideologien wurden entwickelt und umgesetzt, nachdem die Religiosität im Zuge der Aufklärung überwunden werden konnte. Hurra! Die aktuelle Ideologie, der Relativismus (Jeder toleriert alles.), ist die letzte vorstellbare Ideologie, um Moralvorstellungen zu entwickeln.

Also woher soll die Moral kommen?

Bitte keine Kommentare, die die Begriffe Inquisition oder Hexe enthalten. Wir sind nämlich dabei, die Fähigkeit des Atheismus, moralisch zu handeln, einzuschätzen.

Antwort
von Andrastor, 71

Nein.

"Moral" ist ein gesellschaftliches Konstrukt, welches die Regeln des Miteinanderlebens definiert. Dieses ist jedoch von Religionen weitgehendst unabhängig (ansonsten hätten wir heute in christlichen Ländern noch Steinigungen und Sklavenhaltung).

Die Gesellschaft definiert was moralisch vertretbar ist und was nicht. Ohne Moral hätten wir Anarchie, jeder für sich und jeder gegen jeden (kurz gesagt). So kann auch Wissenschaft nicht funktionieren, da gerade in diesem Bereich Teamarbeit unabdinglich ist.

Antwort
von LKKoch, 11

Der Moralbegriff ist das wesentliche Problem. In einer Gesellschaft gibt es keine absolute Moral, Menschen tun etwas nicht "weil es falsch ist" andere Menschen tun es dennoch, da ihre Vorstellung von Moral abweicht.
Man sollte meinen, das Religionen durch Fixierung auf bestimmte Grundsätze eine universelle Moral schaffen könnten - aber das ist offensichtlich falsch, in jeder Religion gibt es unterschiedliche Auslegungen. Doch was ist der Ansatz der Wissenschaft?

Die Wissenschaft bedient sich der Vernunft um neues empirisches Wissen zu sammeln. In einer Welt Individuen, die sich des tranzendalen Idealismus bedienen würde die Moral einzig aus dem empirischen Wissen und der Vernunft folgen. Ist das Wissen aller Individuen gleich oder zumindest ähnlich würden sich stark ähnelnde moralische Prinzipien erreicht.

Somit wäre beides möglich aber auch schwer umzusetzen, da Einzelmeinungen immer noch starke Abweichungen aufweisen würden.

Antwort
von OnkelSchorsch, 80

Die Frage ist gleich mehrfach in sich falsch.

"Atheist" ist jemand, der nicht an Gott glaubt. Mit "Wissenschaft" hat das nichts zu tun. Man muss kein Wissenschaftler sein, um Atheist zu sein.

"Wissenschaft" hat erst mal keinen direkten Bezug zu Moral. Keinen. Also weder impliziert Wissenschaft Moral, noch schließt sie sie aus. Deine Behauptung ist falsch.

"Moral" als notwendig mit Religion, im Gegensatz zu Atheismus zu setzen, wie du es als implizite Voraussetzung tust, ist nicht statthaft. Denn du setzt ohne es auszusprechen voraus, dass Moral Religion benötige und somit ohne Religion keine Moral möglich sei. Das ist jedoch unsinnig und letztlich ein Zirkelschluss, bei dem du dein Ergebnis durch die eigene Voraussetzung belegen willst.

Unsere Moral und Ethik ist eben nicht (!) Ergebnis von Religion. Im Gegenteil. Unsere heutigen moralischen und ethischen Werte wurden über Jahrhunderte hinweg gegen die Macht der Religion erkämpft. Unsere Moral und Ethik basiert auf Humanismus, auf Aufklärung und Wissen.  Unmoralisch hingegen hat sich in der Geschichte immer wieder die Religion erwiesen, wann immer Religion in menschlichem Leben, in menschlicher Geschichte eine Rolle spielte, war und ist dies durch unethisches Handeln, durch unmoralisches Tun und Fehlen jeder Moral, Ethik und Menschlichkeit gekennzeichnet. Als aktuelles Beispiel sind die religiös-fundamentalistsichen Terrorakte diverser Glaubensgruppen zu nennen.

Der Feind jeder Moral und Ethik ist Religion.

Wenn Wissenschaft bewirken sollte, dass die Macht der Religion zurückgedrängt wird, dann kann dies nur zu mehr Moral und Ethik in der Welt führen.
Wenn Atheismus bewirken sollte, dass die Macht der Religion zurückgedrängt wird, dann kann dies ebenfalls nur zu mehr Moral und Ethik in der Welt führen.


Kommentar von minaabg ,

Atheisten glauben dass Gott existiert nicht weil sie glauben nur an Wissenschaft, was die Wissenschaft noch nicht beweisen kann, glauben sie nicht.

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Atheisten glauben dass Gott existiert nicht weil sie glauben nur an
Wissenschaft, was die Wissenschaft noch nicht beweisen kann, glauben sie nicht.

Pardon, aber deinen wirren Worten kann ich keinen Sinn entnehmen.

Kommentar von LGTipps ,

Das ist ein naturalistischer Fehlschluss.

Antwort
von wildcarts2, 64

Was ist denn Moral? Religiöse Menschen denken immer, Religion habe Moral gepachtet, was natürlich Unsinn ist.

Moral muss aus einer Gesellschaft entstehen und darf nicht auf sie projeziert werden. Religion zwingt Moral auf! Das kann nur funktionieren, wenn Religion auch als allgemeingültige Instanz die Einhaltung kontrolliert. In einer Multi-Kulturellen und Multi-religiösen Gesellschaft geht das nicht!

Und Wissenschaft hat auch nichts damit zu tun. Ich verstehe sowieso nicht, wieso religiöse Menschen die Wissenschaft so verteufeln und als Gegenpol betrachten. Wissenschaft ist nur ein Prozess, mit dem wir unsere Umwelt und unser Leben analysieren. Mehr nicht. Es ist keine "Ersatzreligion" oder dergleichen.

Religiöse Moral ist zudem immer unnatürlich. Sie schränkt z.B. die Sexualität ein und erstellt dazu Regeln. In der Natur gibt es aber keine Regeln dazu. Es ist z.B. dumm, Sex und Liebe als eins zu betrachten. Beides ist unabhängig voneinander, kann aber zusammen gut funktionieren. Und wenn ich jemanden Liebe, kann ich dennoch Sex mit anderen haben, solange alle Beteiligten damit einverstanden sind und niemand verletzt wird. Religion ist die individuelle Meinung aber egal. Somit müssen viele religiöse Menschen entgegen ihrer Natur leben. Nicht selten brechen sie dann irgendwann aus und machen alles viel schlimmer. Habe ich oft genug erlebt...

Moral ist ein Regel- Norm- und Wertesystem das in einer Gesellschaft als Verhaltensmaßstab gilt. Quasi als "Normalität". 

Wie solch ein System zustande kommt muss die Gesellschaft bestimmen oder anerkennen. Wenn die meisten ein religiöses befürworten, könnte man es anwenden, aber es muss nicht so sein.

Die Moral in unseren Breitengraden ist mittlerweile recht breit gefächert. Viele verstehen, dass ein starres System den Menschen die Individualität und Freiheit nimmt. Einige religiöse Ideen sind durchaus anwendbar und gut, aber man darf es halt nicht zu starr ansetzen.

Meiner Meinung nach sollte jeder selbst entscheiden, was für ihn moralisch in Ordnung ist und was nicht. Für grundlegendes haben wir immer noch das Gesetz (z.B. was Töten, Medizin etc. betrifft). Und das ist auch gut so. Demokratische Systeme erzeugen selbst Moral.

Antwort
von Matrjoshka, 22

Das ist eine typische Frage eines Gläubigen.

Moral hat nichts mit der Religion zu tun, sondern mit der Person selbst denn -> die Person ist von Geburt an ein soziales Wesen, der und wird durch sein negatives Umfeld unmoralisch, was nichts mit Religion zu tun hat.

Was die christlichen etc Werte angeht muss ich sagen, das, wenn zeitlich zurückblickt, vieles durch die monoeistischen Religionen eher schlechter wurde. Ich habe zum Beispiel über das alte Ägypten gelesen, noch zur Zeit der Pharaonen -> da standen die Frauen zum Beispiel den Männenr ebenbürtig, dürften die selbe Arbeit ausüben und es wurde per Gesetz geregelt, was eine Tochter und was der Sohn per Erbe bekommt :) Auch in Europa wurden die Frauen früher anders angesehen, bevor Christentum "eingeführt" wurde.

Soll ich auch was zu den Kreuzzügen, ISIS etc sagen?

Klar, es gibt religiöse und unreligiöse Menschen, die unmoralisch sind genauso wie Gläubige und Atheisten, die auf eine richtige Art und Weise handeln, aber es zeigt eher, dass die Moral nichts mit Religion zu tun hat :)

Antwort
von SteamTitanbein, 5

Also ich kann sehr gut so leben. So gewisse Moralische Grundsätze hat doch sowieso jeder Mensch oder nicht?

Nur weil ich Atheist bin, heißt das ja nicht (um ein extremes Beispiel zu nehmen), dass ich einfach so jemanden töte. 

Antwort
von TimonPasslick, 10

Was soll das? Weil ich rational denke, kann ich jetzt nicht mehr fühlen, oder was? Kannst du noch logisch denken? Aber du bist doch religiös!

Antwort
von daCypher, 99

Ohne Moral können wir wahrscheinlich nicht leben. Moral, gutes Benehmen, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe kann man aber auch haben, ohne an einen Gott zu glauben.

Was meinst du mit "nur mit Wisschenschaft" leben? Wenn alle Menschen Wissenschaftler wären, könnten wir nicht leben, weil wir auf jeden Fall Bauern, Spediteure und Kaufleute brauchen, um die Nahrungsmittelversorgung sicherzustellen.

Kommentar von wildcarts2 ,

Nächstenliebe ist eigentlich nur OHNE Religion möglich, denn Religion funktioniert nicht ohne Feindbilder. "Willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein"...

Kommentar von GFBen ,

Aus welcher Religion soll der Spruch stammen? Aus dem Christentum kenne ich vielmehr "Liebet eure Feinde!".

Antwort
von dadita, 32

Die Frage ergibt keinerlei Sinn, da Moral nicht das geringste mit Religion oder Wissenschaft zu tun hat 

Für ein moralisches Verhalten ist weder dass eine noch das andere nötig. 

Antwort
von berkersheim, 40

Was ist daran neu, dass Wissenschaft keine moralische Dimension hat? Diesen Anspruch hat sie doch gar nicht. Wissenschaft klärt, was ist. Moral ist eine Orientierung, was sein soll. Moral hat auch nichts mit Gott zu tun. Dafür ist das ganze blutige Mittelalter beredtes Zeugnis. Da wurde Gott für allerlei Machtspielchen und Morden missbraucht. Mit der Geschichte im Kreuz sollte man sich als Theist nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Moral ist eine innere Einstellung, wie man in Gemeinschaft leben soll, und nichts, woran man glauben kann, sondern wonach man leben soll. Das Beispiel mit dem Chirurgen und dem Mörder ist was für Hirnamputierte! Bist Du das? Schon der erste Satz ist fürn Klo. Niemand glaubt an Gott. Alle glauben nur an bestimmte Gottesvorstellungen und davon gibt es eine große Menge. Momentan bringen sich weltweit gerade die Schiiten und die Sunniten gegenseitig um, obwohl sie beide an einen Allah glauben, nur behauptet jeder, dass der Allah des anderen nicht der richtige Allah sei. Was die Christen angeht, verweise ich nur auf Nordirland. Und in Essen haben Salafisten (16-jährige Dschihadisten) im Tempel von Sikhs gezündelt. Wenn Wissenschaft zum Feindbild gegen Gott wird, dann entpuppt sich der Autor/die Autorin als unendlich borniert.

Antwort
von Undsonstso, 79

 Da frage ich mich jetzt aber:

Sind gläubige Wissenschaftler den unmoralischer als ihre atheistischen Kollegen...?

Antwort
von ROMAX, 61

Nur, weil jemand Atheist ist, lebt er nicht ohne Moral. Auch die Gesetzmässigkeiten der Wissenschaft setzen gewisse Regeln des menschlischen Zusammenlebens und des Funktionierens der Gesellschaft voraus. Die Moralverfehlungen, die in Gesellschaften begangen werden, sind unabhängig von Religion (auch religiöse Menschen begehen bekanntlich Moralverfehlungen). Aber es ist schon etwas dran, dass unsere derzeitigen Moralvorstellungen begründet sind mit einer aus der Religion gewachsenen Kultur.

Antwort
von Purity4, 102

Gegenfrage: Was hat für dich Moral und Ethik mit Religion/Atheismus zu tun?

Kommentar von Garfield0001 ,

wer sagt, dass das zusammen gehören muss? Er könnte einfach nur speziell Atheisten FRAGEN wollen und eben keine Christen oder Buddhisten... wenn er Busfahrer fragt, was sie von der Evolution halten, fragst du dann auch was Busfahren mit Evolution zu tun hat? :-)

Kommentar von Purity4 ,

Okay. Dann anders: Was hat Wissenschaft mit Moral zu tun?

Antwort
von Tuehpi, 42

''Die Wissenschaft hat keine moralische Dimension. Sie ist wie ein Messer. Wenn man sie einem Chirurgen und einem Mörder gibt, gebraucht es jeder auf seine Weise."

Und Religion wird nicht für böse Zwecke missbraucht?

https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzzug

https://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_(Organisation)

Da nutzen dann die "moralischen Dimensionen" auch nicht viel. 

 "IT'S NOT A FUCKIN' BOOK! IT'S A WEAPON! A weapon aimed right at the hearts and minds of the weak and the desperate. It will give us control of them. If we want to rule more than one small, fuckin' town, we have to have it. People will come from all over, they'll do exactly what I tell 'em if the words are from the book. It's happened before and it'll happen again. All we need is that book."

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Religion bringt gute Menschen dazu, Böses zu tun.

Kommentar von Tuehpi ,

Nein, IdR bringen Menschen andere Menschen dazu etwas böses zu tun. Die Religion ist meist nur ein guter Angriffsvektor um die Menschen davon zu überzeugen das sie das richtige tun, egal wie böse. 

Antwort
von Schnulli00, 89

Was hat Wissenschaft mit Moral zu tun? Was hat Religion mit Moral zu tun?

Antwort
von ich313313, 62

Warum sollten Atheisten keine Moral haben?

Moral hat für mich überhaupt nichts mit Religion zu tun, im Gegenteil, ich weiß selbst, was okay ist und was nicht. Dazu brauche ich keine Religion.

Antwort
von sabbelist, 63

Du unterstellst mir also, als Atheist, keine Moral zu haben?!

Moral hat nichts mit Religion zu tun. Im Gegenteil. Mir ist schon oft aufgefallen, das grade die ach so guten Christen, weniger Moral besitzen, als ein Atheist.

Antwort
von josef050153, 13

Derzeit leben wird mit Wissenschaft ohne Moral. Du siehst ja selbst, was dabei herauskommt.

Antwort
von Tuehpi, 79

Das impliziert ja das Religion/Glaube notwendig ist um Moralisch zu leben und handeln bzw das Atheisten prinzipiell erstmal Amoral leben. Schönen dank auch. 

Kommentar von Shipskobold ,

Ist von mir der Pfeil nach unten. Für deinen blöden Kommentar.

Kommentar von Tuehpi ,

Und wo genau hat sich jetzt mein "blöder Kommentar" von deiner Antwort unterschieden?


Edit: 

Shipskobold antwortete das man dann nicht in den Himmel käme und ich kommentierte das es dann auch noch vom Nikolaus die Rute gäbe. Wurde aber beides wegzensiert. 

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