Frage von Mazarro 30.08.2011

Fotografisches Gedächnis. Könnte man sowas künstlich erzwingen?

  • Antwort von guinan 30.08.2011
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Das Denken zu fokussieren ist eine wichtige Begabung. Auch in der Grundschule bemerken Kinder meist noch alles- den Schmetterling vor dem Fenster, was der Klassenkamerad am Ranzen baumeln hat usw. Darum ist in dem Alter die Konzentration auch sehr gering, sie sind schnell müde und überlastet. Kinder mit ADHS können sich meist in ziemlich leeren Räumen besser konzentrieren, weil nichts ablenkt. Autisten hast du schon genannt- sie suchen Ruhe und Abschottung von der Umwelt, weil zuviele Geräusche, Farben und Formen und Menschen ein ständiger Stress und eine Überforderung sind.

    Von daher ist es gut,. Dinge ausschalten zu können. Könntest du das nicht, wärst du auch ständig überfordert und gestresst und würdest vielleicht nicht anders als dieser Autist dich völlig von Reizen und allen sozialen Kontakten abschotten.

  • Antwort von Gartenphilo 01.09.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Also Autismus ist eine gänzlich andere Funktionsweise des Gehirns. Damit aber nur eine extreme Ausprägung einer menschlichen Normvariante..
    Autofahren ist ein gutes Beispiel: Autisten können kaum Autofahren, denn dafür muss man die wichtigsten Dinge beachten und Details (das die Frau am Fussgängerstreifen ein grün-gelbes T-Shirt der Marke XY besitzt) ausblenden (wichtig ist nur, dass da jemand rüber laufen will).
    Das erledigt der Thalamus. Der Thalamus entscheidet was bewusst verarbeitet wird und was nur grob. Mit Speichern hat das nicht viel zu tun, es geht mehr um Enkodierung und Abruf.
    Es gab mal so einen Typen, der sich an alles erinnern konnte. Der hatte ernsthafte Probleme damit und hat sich sehnlichst gewünscht auch mal vergessen zu können.
    Der Name weiss ich grade nicht mehr, müsste ich kurz nachschauen

  • Antwort von Korbikirby 31.08.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Hey Mazarro, erstmal grundsätzlich, nur ein kleiner Teil der Autisten haben eine solche Inselbegabung, und Inselbegabungen dieser Art gehen wie schon beschrieben oft mit Schäden auf einigen anderen Ebenen einher, sehr stark vor allem auf der sozialen Ebene (Erkennen von Emotionen und nonverbaler Kommunikation, Interagieren mit anderen Menschen). In der Regel haben Autisten nebenbei auch einen deutlich unterdurchschnittlichen IQ. Das ganze kommt von einem bei Autisten fehlenden Kern im Brückenhirn (wenn ich mich recht erinnere).

    Zur Info, ugf. die Hälfte der "Savants", also Leuten mit Inselbegabungen sind Autisten, die anderen sind meistens auch kognitiv behindert. Die meisten haben einen sehr niedrigen IQ, oft unter 70, wobei manche auch einen normalen oder hohen IQ aufweisen. Gibt aber nebenbei weltweit ziemlich wenige dieser Menschen, Glaub 100 oder 200, wenn ichs noch im Kopf habe.

    Die Theorie mit dem Filterdefekt ist übrigens nicht bewiesen, sie erscheint logisch, aber empirisch bewiesen wurde sie nicht. Sie kann nicht bewiesen werden, weil die Methoden, mit denen man versucht die Arbeitsweise des Gehirns zu erforschen (etwa MRT/MRI oder EEG) trotz allem noch auf einem wenig aussagekräftigen Niveau sind. Man kann derzeit herausfinden, dass etwa die Sprachverarbeitung in einem bestimmten Teil des Cortex stattfindet und verschiedene Zentren daran beteiligt sind. Wie genau weiß man nicht. Und was den Filter angeht, wo der ist weiß man nicht.

    Genauso weiß man auch nicht, wie man bestimmte Funktionen des Gehirns gezielt verändert (die Wirkung der Psychopharmaka kann man nebenbei auch nur im groben herbeitheoretisieren). Daher ist es, selbst wenn ein "Filterdefekt" keine abträglichen Aspekte hätte, derzeit nicht möglich gezielt eine Veränderung herbeizuführen.

  • Antwort von Folkopo 30.08.2011
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    das wäre möglich aber nicht gut!

    die filterfunktion bzw vergessfunktion unseres hirns ist nicht zum spaß da.

    wäre sie kaputt würde der mensch autistisch werden.

    und mal ehrlich: autisten führen kein gutes leben. ihnen fallen einfachste dinge schwer!

    ich hab nen bekannten der ist 4 und autist. er kann bereits bruch rechnen, multiplizieren, dividieren, potenzen, einfach alles. und alles selbst gelernt

    Leider ist er sprachlich noch ganz weit hinten und die eltern wissen nicht ob er sprachlich sich überhaupt normal entwickeln wird.

    das ist alles sch***.

    Normal sein ist auf jeden fall besser!

    Es gibt allerdings auch Menschen, die super begabungen haben, ohne andersartig behindert zu sein.

    diese fälle sind jedoch wirklich sehr sehr selten.

    das ganze phänomen ist wissenschaftlich untersucht, aber man weiss noch so gut wie nix darüber.

    gruss

  • Antwort von sk1982 31.08.2011

    der filter ist wichtig. und unser gehirn hat eine imens hohe, aber keine unendliche kapazität. nihct umsonst haben autisten oft schwirigkeiten, sich in der gesellschaft zurecht zu finden. interessante wäre, den bereich temporär mit einem em-puls oder ähnlichem zu deaktivieren.

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