morus am 29.12.2008 um 19:10 Uhr
Auf der Seite http://www.gutefrage.net/frage/entscheidung-versprechen-situation stellte ich eine Frage nach einer Entscheidung. Wie passen die Antworten mit der Bibelstelle im Buch der Richter Kapitel 11, Verse 30 -40 zusammen? Gilt nun ein Versprechen an Gott oder nicht?

Meine Antwort kommt hier, statt beim ersten Thema. Die Bibel ist zur Lehre da, und der Heilige Geist kann uns lehren, was einzelne Dinge bedeuten, Interpretationen finde ich gefährlich. Drum frag Dich, wenn Du diesen Text liest - was lehrt er mich? Meine Antwort wäre, Gott keine Versprechen zu geben - und hat diejenige Person Deiner Beschreibung nicht auch dies gelernt? Denn nun würde sie in einem Dilemma stecken. Jesus ist für alle unsere Sünden gestorben, wenn die Person Gott nun um Verzeihung bittet, dieses Versprechen gegeben zu haben - und IHN selbst um Rat bittet, dann wird ER verzeihen und antworten.

Jefthah hatte Gott gelobt. Er war ab diesem Moment an sein Versprechen gebunden. Auch wir sind an unsere Versprechen gebunden. Die scheinbare Lehre wir sollten Gott nichts geloben oder versprechen kann wohl nicht bibelkonform sein denn die Bibel ruft uns auf Gott unsere Gelübte zu bringen. Ich denke daß wir aber daraus lernen sollen auch im Gottesdienst (das ist auch geloben) vorsicht, walten zu lassen. Keine undefinierten Dinge geloben. (Sprüche 20:25 Es ist dem Menschen ein Strick, sich mit Heiligem übereilen und erst nach den Geloben überlegen.) Denn wir wissen ja eben nicht was dann auf unserem "Plankoscheck" stehen wird.
Im "wahren Leben" kommen immer wieder Situationen in denen wir weder mit dieser noch micht der anderen Entscheidung ohne Sünde bleiben werden. Ein allgemein richtiges Vorgehen besteht also im Fall Jephtas darin seine Schuld Gott einzugestehen. Schließlich ist ja Jesus Christus für unsre Sünde/Sünden gestorben, und nicht desshalb damit wir nach unserer Wiedergeburt sündlos zu wandeln meinen. Sondern daß wir bezeugen dieser ist mein Retter, alles ER und garnichts ich. Im übrigen wird die Stelle von Jephtah von einigen Auslegern so verstanden daß er seine Tochter gleichsam zum Brandopfer gegeben hat. Denn Menschenopfer war ja dem Volk Gottes verboten.
morus am 3. Januar 2009 23:33 sehr ausgewogen, danke.

die Interpretation der Bibel ist doch wohl eine sehr individuelle Sache und kein Dogma..du wolltest deine Frage beantwortet haben, was viele User taten nun nimm das Ergebnis einfach hin und versuche nicht, den anderen Usern DEINE Meinung aufzudrücken oder ihre Meinung in Zweifel zu ziehen
Toleranz, was ja auch ein christliches Gebot sein soll, sollte man eben auch vorleben..
Kristall08 am 29. Dezember 2008 19:37 Du sprichst mir aus der Seele.
morus am 29. Dezember 2008 22:17 Ich möchte niemandem meine Meinung aufdrücken. Es geht mir um eine ganz sachliche Frage: Wie verbindlich sind die Worte der Bibel für Menschen, welche sie als ihre Glaubensgrundlage betrachten. Und: Wie groß ist der Interpretationsspielraum der Bibel? Ich sehe nun eine Spannung zwischen den Antworten der User und den Worten der Bibel und frage mich ganz schlicht: Wie passt beides zusammen? Sollte ich damit jemanden anklagen, bitte ich um Verzeihung. Das jedoch bedeutet, mich hier nicht richtig zu verstehen.

realitätsferner geht es nicht !
morus am 29. Dezember 2008 22:18 Bitte konkreter! Vorwürfe halte ich nicht für "ratgeberkonform".

Ich finde nicht, dass man Richter 11 auf Deine frühere Frage anwenden kann. Denn in diesem Text erklärt sich die Tochter ja ausdrücklich selbst damit einverstanden, was ihr Vater versprochen hat. Dazu ist in Deiner Frage keine Parallele sichtbar.
morus am 30. Dezember 2008 10:30 Doch Jiftach selbst sagt: "Ich habe dem Herrn mit eigenem Mund etwas versprochen und kann nun nicht mehr zurück." Von dieser Haltung war bei den Usern nur wenig zu spüren. Sie fanden alle schnell einen Ausweg, um das Versprechen zu umgehen. Ich sage nicht, dass dieses Verhalten falsch oder richtig war. Aber ich möchte wissen: Welche Gründe gibt es dann dafür?
daddysdearest am 30. Dezember 2008 11:05 Jiftach hat das so gesehen. Aber wäre er dabei geblieben, wenn seine Tochter anders reagiert hätte? Das können wir nicht wissen. Womit ich nicht sagen will, dass ein Versprechen an Gott nicht bindend wäre. Für mich sind sogar Versprechen an Menschen bindend. Man sollte sich eben gut überlegen, bevor man etwas verspricht.
Ich würde Gott übrigens nichts versprechen - denn das impliziert, dass wir ihm etwas zu bieten hätten. Was ja nicht stimmt, weil alles, was wir haben und sind, sein Geschenk ist.
Dass Menschen versuchen, das ganze Thema zu relativieren, hat m.E. seine Ursache darin, dass sie humanistisch denken.
morus am 3. Januar 2009 23:29 Ich denke schon, dass man Gott etwas schenken kann. So wie ein Kind den Eltern etwas schenkt und sie sich darüber freuen, weil es aus Liebe getan wurde. So können auch Menschen Gott einiges anbieten: ihre Liebe, ihre Freiheit ... Wohl ist alles sein Geschenk, aber es erhält einen anderen Wert, indem wir es aus freien Stücken zurück geben, oder?
daddysdearest am 4. Januar 2009 16:48 Ja, das stimmt. Man sollte sich allerdings im Klaren darüber sein, dass nichts, was man hat, nicht ein Geschenk Gottes ist.
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