Formulierungen im Arbeitszeugnis. Hilfe?

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2 Antworten

Kein schönes Zeugnis und außerdem sehr kurz gehalten. Daraus und aus den weiteren Inhalten ist zu entnehmen, dass man dich nicht besonders schätzt.

  1. Du hast langsam, in dir selbst ruhend,  gearbeitet und selbst bei Termindruck nicht einen Gang höher geschaltet, wie es nötig gewesen wäre.
  2. Du hast weniger Leistung abgeliefert, als man erwartet hat.
  3. Überstunden waren nicht dein Ding. Die sind zwar bei Azubis immer freiwillig, aber manchmal gibt es Notsituationen, in denen jede Hand willkommen ist (natürlich gegen Zeitausgleich).
  4. Gegenüber Kunden warst du nachgiebiger, als dem Betrieb lieb war und du ließest dich wohl auch von der Kollegenschaft ausnutzen. Da hast du wohl öfter mal fünfe gerade sein lassen, auch wenn das nicht angebracht war.
  5. Mit Vorgesetzten/Ausbildern standest du nicht auf sehr gutem Fuß.
  6. Der Ausbildungsbetrieb vermisst dich nicht.

Insgesamt eine 3 mit starker Tendenz zur 4 bei deutlichen punktuellen Schwächen. Für potentielle Arbeitgeber bedeutet das: Einsetzbar für eingefahrene Routinearbeiten ohne Termindruck, keine Tätigkeiten mit Entscheidungsbefugnis im Kundenbereich.

Immerhin: Du hast die Ausbildung erfolgreich beendet, dazu Glückwunsch (von mir). An den Schwachpunkten kannst du arbeiten, auch Andere haben es trotz schwachen Starts später zu etwas gebracht. Also kein Grund, den Kopf hängen zu lassen, sondern Ansporn für die kommenden Aufgaben. In diesem Sinne alles Gute und viel Erfolg auf deinem weiteren Lebensweg!

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Kommentar von Kitty2o12
20.04.2016, 07:44

Danke für die ausführliche antwort. :)

Dann werd ich da mal nachhacken und das direkt beanstanden, da diese Punkte weder zutreffend noch gerechtfertigt sind :)

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Hallo Kitty2012,

neben all den zutreffenden Einschätzungen von "Everklever" fallen mir sofort noch diverse Formfehler in diesem Zeugnis auf, die du auch unbedingt beanstanden solltest.

Ein Zwischenzeugnis wird im Gegensatz zu einem normalen Arbeitszeugnis immer im Präsens geschrieben und die Schlussformulierung muss anders ausfallen, da man ja noch im Betrieb verbleibt:

"absolvierte vom 15.08.2013 bis zum 14.08.2016" geht also nicht, hier muss es lauten: "Frau X absolviert seit dem <Datum> ihre Ausbildung......

Am Schluss kann man den Grund für das Zwischenzeugnis nennen (Ausbilderwechsel oder auf Wunsch von Frau X..) und dann verabschiedet man sich nicht sondern dankt für die bisherigen Leistungen und wünscht weiterhin gute Zusammenarbeit.

Dass man dir jetzt schon für die Zukunft alles Gute wünscht, zeigt auch, dass man deinen "Abgang" gar nicht mehr erwarten kann......

Insgesamt fällt bei diesem Zeugnis auf, dass man weder mit deiner Leistung und Arbeitsweise noch mit deinem Sozialverhalten zufrieden ist, auch wenn die Gesamtleistung mit "befriedigend" (volle Zufriedenheit) bewertet wurde....[auf eine durchschnittliche Bewertung hat der AN nämlich ein Recht]

Der Aussteller dieses Zeugnisses hat die stilistischen Mittel, dir ein unterirdisches Zeugnis auszustellen, ausgeschöpft und daher ist es kaum anzunehmen, dass er nicht wusste, was er hier tat:

>> Der Teil deiner Bewertung fällt deutlich geringer aus, als die Firmen- und          Tätigkeitsbeschreibung

>> durchgängig kurze und knappe Sätze

>> Weglassen (... erlerntes Fachwissen, Motivation, Erfolg) 
     Nichtnennung der Vorgesetzten beim Sozialverhalten) und

>> umgekehrte Reihenfolge "gegenüber Kunden und Kollegen"

>> Passivformulierungen (gab es niemals Gründe für Beanstandungen)

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