Frage von rosenmarianne, 65

Könnt ihr mir die Forderungen von David Cameron für Großbritannien an die EU erklären?

Hallo! Ich halte ein Referat über den letzten Europäischen Rat. Es wurde über die Forderungen Großbritanniens verhandelt. Es fielen die Begriffe: Wettbewerbsfähigkeit, Transparenz und Bürokatieabbau. Leider kann ich nichts mit diesen Begriffen anfangen. Ich habe mir auch schon Definitionen durchgelesen, aber nicht verstanden. Ich hoffe, dass es mir jemand hier einfacher erklären kann. Danke im Voraus

Eure Rosenmarianne

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MehrWissen, 19

Liebe Rosenmarianne,

prima, dass Sie sich genauer über die Ergebnisse Großbritanniens an die Europäische Union informieren.

Zuerst zu Ihren Begriffen „Wettbewerbsfähigkeit“, „Transparenz“ und „Bürokratieabbau“; diese versuche ich Ihnen aus englischer Sicht
darzustellen.

Wettbewerbsfähigkeit. Hier denken viele in Großbritannien, dass viele EU-Verordnungen die Wirtschaft Englands behindern und die Wirtschaft nicht das erreichen kann, was ohne die übermäßig große Zahl von EU-Verordnungen möglich wäre.

Transparenz. Hier denken viele in England, dass die Wege der EU-Gesetzgebung für sie nicht durchschaubar sind. Insbesondere ärgern
sich viele britische Bürger darüber, dass sie nach ihrer Meinung von „europäischen" Gesetzen reguliert werden. Da sind viele Gefühle im Spiel.

Bürokratieabbau. Auch hier vermuten die Briten, dass es ohne EU-Verordnungen leichter wäre, Geschäfte zu betreiben.

Mehr dazu weiter unten in meiner Antwort.

Immer wieder wird gefragt, warum die britische Premierminister „aus der EU austreten wolle?“.

Der britische Premiermister möchte allerdings ganz und gar nicht, dass Großbritannien aus der Europäischen Union austritt. Er hat vor zwei Jahren aber einigen einflussreichen Mitgliedern seiner Tory-Partei die Zusage gegeben, über den EU-Verbleib seines Landes eine Volksabstimmung
durchzuführen.

Diese Zusage gab er damals, um die "Brexit-Befürworter" erst einmal "zu beruhigen". Am 23. Juni werden die Bewohner Großbritanniens abstimmen, nachdem Cameron in den letzten Tagen vier "Verbesserungen" für die EU-Mitgliedschaft vereinbaren konnte.

Auf dem von Ihnen erwähnten EU-Gipfel hat Großbritannien nun mit den anderen EU-Staaten vereinbart, dass die EU etwas reformiert wird. Und die EU-Staaten haben zugesagt, dass Großbritannien an sog. „EU-Wanderarbeiter“ zwar weiterhin Kindergeld zahlen muss (auch dann, wenn
deren Kinder gar nicht in Großbritannien leben), aber diese Zahlungen setzen
erst dann ein, wenn ein „EU-Wanderarbeiter“ einen längeren Zeitraum in
Großbritannien gearbeitet hat. Auf diesen Punkt kam es dem britischen Premierminister Cameron besonders an. Mit Flüchtlingen hat dies Thema „Sozialleistungen von nicht in Großbritannien lebenden Angehörigen“ nichts zu tun.

Es gab  noch drei weitere Punkte, die die britische Regierung geändert haben wollte:

Es solle keine „feindliche“ EU-Gesetzgebung zwischen den Staaten mit EURO-Geld geben, die sich auf die britische Währung Pfund und auf den  Finanzplatz London auswirken könne.

Es solle keine Verpflichtung geben, dass Großbritannien nach und nach in einen Europäische Unionsstaat aufgehen und seine eigene Gesetzgebung und die Souveränität seines Parlaments einer „EU-Gesetzgebung ohne nationale Souveränität“ aufzugeben hätte.

Es solle endlich aufhören mit einer unsinnigen EU-Bürokratie und einer Gängelung der Menschen durch EU-Verordnungen. Stichwort: Regelung, welchen Krümmungsgrad Bananen haben müssen. Mit derartigem Unfug solle Schluss ein.

Nun sieht es tatsächlich so aus, dass viele anderen Staatschefs das so ähnlich, wie Cameron, sahen. Auch unsere Bundeskanzlerin hat nach meinem Eindruck viel Verständnis für die Reformbestrebungen, die Cameron eingefordert hat. Und nun werden die britischen Bürger am 23. Juni darüber abstimmen, ob sie jetzt weiter in der EU bleiben sollten – oder eben nicht. Das ist wahre Demokratie.

Ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU würde den verbleibenden EU-Länder schwer schaden. Nicht nur wirtschaftlich; sondern auch politisch. Denn Großbritannien ist ein politisches Schwergewicht in dieser Welt. Einen riesigen Schaden würde ein Ausscheiden Großbritanniens für das EU-Mitglied Irland bedeuten; denn mehr als die Hälfte der gesamten Exportkraft Irlands wird in Geschäften mit Großbritannien gemacht. Und zwar zollfrei; so wie es eben in der EU üblich ist.

Kommentar von paulklaus ,

Meine Güüüte !   ...und ich dachte, als Ehemann einer politisch  interessierten Engländerin alles zum Thema "GB / Cameron und EU" zu wissen...

DH / THUMB UP für die Antwort von "MehrWissen" !!

pk

Kommentar von rosenmarianne ,

Sie haben mir sehr weitergeholfen. Allgemein verständlich erklärt!

Antwort
von Modem1, 20

Sozialleistungen für EU "Einwanderer" werden erst ab den 3 Monat gezahlt. Sozialleistungen werden dann geringer ausgezahlt als für Engländer. England wird kein Mitglied in einen EU Staat. Das hat die EU den Engländern bescheinigt.

Antwort
von maja11111, 33

er möchte das kingdom aus der eu raushalten und nur die positiven aspekte mitnehmen. aber was unangenehm ist, schmeckt ihm nicht. er will ausländer keine sozialleistungen zahlen, selbst nicht eu-bürgern. er will den wettbewerb verbessern für außer-eu-länder. er möchte bevorzugt werden als eu-mitglied, aber den preis nicht voll zahlen.

zusammengefasst ist cameron ein völlig unbrauchbarer trottel. der schadet seinem land damit und das haben die angelsachsen schon mitbekommmen. die torys machen das land nieder und kaputt. thatcher hat es am boden zerstört, labour wieder aufgebaut und dann gehts jetzt wieder von vorne los mit der zerlegung des staates. er muss weg.

Kommentar von paulklaus ,

Miese, subjektiv gefärbte, UNSACHLICHE Antwort !

pk (politisch LINKS !!)

Kommentar von maja11111 ,

daran ist nix unsachlich. so ist es kurz zusammengefasst und keiner kann es mehr hören.

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