Frage von sonecko, 49

Forderungen, Inkasso bzw Anwalt?

Hallo :)

Wie sieht es aus wenn man eine offene Rechnung nicht zahlen konnte und versäumt hat dies mitzuteilen, dann kommt ein Inkassobrief und man zahlt die ganze Forderung an den Auftraggeber, Inkasso aber ignoriert und die enorm hohe Inkassokosten nicht bezahlt. Viele sagen, man muss es nicht zahlen, weil man ja keinen Vertrag mit Inkasso Unternehmen hat. Stimmt das?

Antwort
von kevin1905, 24

Viele sagen, man muss es nicht zahlen, weil man ja keinen Vertrag mit Inkasso Unternehmen hat.

Ja, aber wie so oft in Rechtssachen gibt es eigentlich nichts was immer gilt. Forderungen können auf mehrere Arten abgetreten werden (dies werde ich nicht nochtmal im Detail erläutern).

Für das Masseninkasso ist das richtig, da hier regelmäßig nach Erfolg vergütet wird oder das Inkassobüro eine Flatrate für den Auftraggeber ausbucht (§ 4 Abs. 5 RDGEG). In beiden Fällen entsteht durch die Einschaltung des Inkassobüros dem Gläubiger kein messbarer Schaden, der dem Schuldner in Rechnung gestellt werden kann.

Statthaft wären hier 3,- € für den Inkassobrief selbst oder als absolutes Maximum ein Schreiben einfacher Art (0,3 Gebühr) für etwa 16,20 € (bei Forderungshöhe < 500,- €).

Es gibt jedoch Inkassobüros die auch für Kleinbetriebe aktiv werden und hier schon mehr Leistung erbringen als im Massengeschäft und vor allem nicht Flat oder auf Erfolgsbasis arbeiten, dann können auch Gebühren von 1,0 oder 1,3 (ausnahmsweise) statthaft sein.

Bei den Anwaltsgebühren sieht das etwas anders aus, diese sind fast immer grundsätzlich erstattungspflichtig (aber niemals zustätzlich zu Inkassokosten, da dies verbotene Kostendoppelung wäre, die der BGH einst untersagt hat).

Dem Anwalt stehen mehr Möglichkeiten zur Verfügung, er MUSS ein Honorar berechnen und darf nicht auf Erfolgsbasis tätig werden. Auch ist die Qualifikation meist höher und Anwälte sind zur Vertretung im streitigen Verfahren vor Gericht berechtigt, ein Inkassobüro nicht.

Antwort
von franneck1989, 19

Es kommt darauf an. Meistens sind Inkassogebühren nicht oder nur bis zur Höhe eines einfachen Schreibens (18 Euro) durchsetzbar, zumindest bei größeren Unternehmen. Dort wird nämlich i.d.R. auf Erfolgsbasis gearbeitet und es entsteht dadurch kein Schaden, den man zu ersetzen hätte.

Antwort
von marcussummer, 33

Das stimmt bestenfalls stark eingeschränkt.

Falls man im Zahlungsverzug war (also trotz wirksam gesetzter Zahlungsfrist nicht gezahlt hat), muss man dem Gläubiger die Kosten erstatten, die zur Durchsetzung der Forderung angemessen sind. Einige Inkassoinstitute setzen da natürlich Beträge an, die weit überhöht sind. Zumindest ein Teil der Forderung kann aber berechtigt sein.

Antwort
von martinzuhause, 26

das stimmt nicht. du hast die agb beim kauf anerkannt und da steht drin was bei zahlungsverzug passiert.

Kommentar von marcussummer ,

Von AGB steht in der Frage gar nichts...

Kommentar von martinzuhause ,

wenn er irgendwo etwas auf rechnung kauft geht das nur wenn er die agb anerkannt hat

Kommentar von kevin1905 ,

AGB unterliegen der Inhaltskontrolle. U.a. §§ 305 - 309 BGB geben den Rahmen vor was drin stehen darf und was nicht.

Es gibt keinen Strafschadenersatz in Deutschland. Verzugskosten sind im Grunde aber Schadenersatz und dieser muss tatsächlich angefallen sein um ersetzbar zu werden.

Wenn ich als Gläubiger ein Inkassobüro bemühe, dass mich 0,- € kostet, kann ich bzw. das Inkassobüro nicht vom Schuldner 54,- € Gebühren (1,0) verlangen.

Kommentar von franneck1989 ,

Inkassogebühren über die AGB zu legitimieren funktioniert nicht. Es ist immer eine Einzelfallentscheidung

Kommentar von EXInkassoMA ,

Wäre zu schön , abet die agbs spielen bei inkassokosten keine rolle

Antwort
von EXInkassoMA, 18

Inkassogebühren lassen sich größtenteils bei cleverer Vorgehensweise leicht einsparen 

Gib mal infos zur forderung und gläubiger 

Lastschriftstorno ? 

Waren in den überwiesenen geld bereits mahngebuehren enthalten ? 

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