Frage von Unkreativ124, 48

Forderung gerechtfertigt?

Hi!

Ich hatte eine überfällige Rechnung, die ich leider erst 4 Monate später beglich und bekam 'nur' Mahnung der Firma, bei der ich zahlungsfällig war. 3 Monate nachdem ich die Rechnung beglich, bekam ich Post von einem Inkassobüro. Natürlich fragte ich bei der Firma nach, ob damals meine Zahlung ankam und diese bestätigten es. Nur nervt mich das Inkassobüro noch immer. Sie meinten, dass meine Zahlung einging, trotzdem steht sie noch auf der Auflistung des Inkassobüros.

Ich schickte mehrere E-Mails mit der Bestätigung des Erlagscheins an dieses Büro. Heute wurde ich wieder mit einem Brief überrascht. Als ich anrief, war unter meiner Inkassonummer ein ganz anderer Name! Die Dame speiste mich dann unfreundlich ab und meinte, dass ich deren Spesen sowie die Hauptforderung (die ja bereits beglichen ist), zahlen müsse.

Was kann ich machen? Rechtsanwalt wurde nun eingeschaltet, aber mich würde interessieren, ob euch etwas ähnliches passiert ist.

Antwort
von mepeisen, 35

Es war völlig unnötig, den Anwalt einzuschalten. Solange die keine Klage vor Gericht einreichen, passiert nichts. Was die schreiben ist nur Grillanzünder. Rechtliche Bewandtnis hat das nicht.

Man kann als Reaktion folgendes machen:

A) Strafanzeige wegen Nötigung und (versuchten) Betrugs. Begründung: Die versuchen dir eine Schuld eines wildfremden Dritten anzuhängen. Die ignorieren die Bestätigung des Gläubigers, dass längst bezahlt ist.

B) Negative Feststellungsklage. Damit lässt du ein Gericht feststellen, dass die Schulden nicht bestehen und nichts gefordert werden darf. Genau das würde ich den Anwalt auch machen lassen, dann müssen die wenigstens auch deine Anwaltskosten übernehmen.

Kommentar von geheim007b ,

zu b) wirklich effektives mittel wenn Inkassobüros oder Anwälte dumm kommen obwohl die rechtslage eindeutig ist. Wichtig ist nur zu wissen das man die Prozesskosten vorrausstrecken muss (sofern man keine Prozesskostenhilfe bekommt), sie aber bei so einer Sachlage zurück bekommt nachdem der Prozess gewonnen ist. Ebenfalls hilfreich kann ein Brief ans entsprechende Aufsichtsgericht sein.

Natürlich kann man es auch einfach ignorieren, aber wo bleibt da der "spaß" bei der Sache :-)

Antwort
von Vollstreckerin, 8

Hallo,

juristisch lupenrein und einwandfrei kann man die Frage hier so, mit den vorliegenden Informationen nicht beantworten.

Letztendlich ist das aber alles  - mit Verlaub -  Krümelkackerei -  und in der Praxis zumindest wird es darauf nicht unbedingt darauf ankommen.

Es ist gemeinhin in nur sehr wenigen Fällen eine sinnvolle Idee, bei einem Inkassounternehmen anrufen zu wollen oder denen zu schreiben. Habe hier schon häufig wiederholend geschrieben, "toter Käfer" spielen ist sehr viel sinnvoller. Da haben die richtig Probleme mit!

Was Du erlebt hast, ist Masche, das ist Zermürbungstaktik, die letztendlich zur freiwilligen Zahlung führen soll, häufig für völlig sinn- und gehaltslose Forderungen, oft sogar frei erfunden.

Das würde ich Dir jetzt hier auch dringend empfehlen, also wirklich absolut konsequent "toter Käfer" spielen. Du mußt natürlich sehr viel Geduld mitbringen, das kann schon mehrere Jahre anhalten. Wenn Du ein lustiger Spaßvogel bist, öffnest Du die Post gar nicht erst (Wozu auch?),streichst Deinen Namen und Adresse unkenntlich durch und schreibst auf den Umschlag drauf: "Empfänger unbekannt verzogen" und wirfst das in den Postkasten. Da haben die Inkassofuzzis dann richtig Freude damit!

Kann sein, dass Du sie schon "abgeschüttelt" hast, wenn Du 2 oder 3 x Post zurückgeschickt hast. Kann aber sein, dass sie nach 6 Monaten wieder angekrochen kommen. Die sind wie Schmeißfliegen.

Viele Grüße Vollstreckerin 

Antwort
von Flash8acks, 28

Hast es doch schon beim RA platziert, der regelt das nun. Da du die Zahlungsabwicklung bereits belegen kannst, bist du im Vorteil. Abwarten und nicht reagieren, bzw. alles dem RA überlassen.

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