Frage von TonyMontana24, 51

Folgende Autismussymtome auch auf ADHS oder sonstiges zurückzuführen?

Da ja beides Wahrnehmungsstörungen sind, welche einige Symtome Teilen, wollte ich fragen, ob das folgende Beschriebene zwingend auf Autismus zurückführt:

Ich habe mich mal etwas im Internet informiert und bin daraufhin auf eine Interessante Seite gestoßen.

In den Beschreibungen auf der Seite finde ich mich teilweise wieder, wenn auch mit anderen Intentionen.

http://www.asperger-wahrnehmung.de/alltag-uberraschung.php

Es wird beschrieben, das die autistische Person Überraschungen nicht ausstehen kann. Nun, ich persönlich habe auch ein Problem damit, wenn mir meine Eltern sagen, dass das Weihnachtsgeschenk Überraschung ist. Ich habe schließlich nur zweimal im Jahr die Möglichkeit, mir was fettes zu wünschen, und das lass ich mir nicht von meinen Eltern entscheiden, bzw habe ich da keine Erwartungen, d.h. auch keine Vorfreude. Ähnlich ist es mit Urlaub.

In dem Beitrag der Seite "Verpackung und Inhalt":

"Für Normalos ist Sahne halt die weiße Flüssigkeit in der Verpackung. Aber für Autisten ist Sahne oftmals etwas komplett anderes.Sie sehen Sahne und die Verpackung (evtl. auch der Aufbewahrungsort und/oder der Platz im Laden) untrennbar als eine Einheit. Für sie ist Sahne nicht nur weiß und flüssig, sondern hat eine braune Verpackung mit roter Schrift, steht unten links im Vorratsregal und im Laden rechts neben dem Notausgang..."

Hier wird gesagt, das Autisten gewisse Assoziazionen bilden, was für mich ganz normal ist. Ich meine Butter assoziiere ich zum Beispiel einfach mal mit diesen eckigen klotzigen Verpackungen im Kühlregal und würde auch beim Einkauf zu diesen Greifen. Ich verstehe nicht, was daran so abnormal ist (oder ist bin ein Autist :O).

...Des weiteren war ich in meinem Spielverhalten früher immer sehr Stur und Perfektionistisch, während meine Freunde immer z.b. Normales Lego auf Lego Duplo gebaut haben und alles immer total zerbrechlich bei denen war (ich habe den natürlich nicht gesagt, das ich ihre Sachen schlecht fand, aber das war mein Gedanke). Ich habe immer meine Legosachen extrem Perfektionistisch und stabil gebaut, ich wollte immer das es wie aus einer Anleitung aussieht. Ich konnte auch quasi kaum mit anderen Kindern Lego bauen, weil ich immer meine eigene Vision verwirklichen wollte und stur war (hab dann halt immer heimlich die Sachen von den anderen Kindern wieder abgebaut, wenn sie kurz weggeguckt haben :P). Was ich dann mit meinen Freunden gemacht habe, war fast ausschließlich das Spielen mit dem zuvor alleine gebauten Lego oder das täuschen und handeln mit Lego-Figuren oder Pokémon karten, oder diese Star Wars Rollenspiele mit diesen Plastiklaserschwertern.

Wie auch immer, ich überlege aktuell, wegen Autismusverdacht zum Doktor zu gehen, und wollte einfach mal ihrer Fragen, ob ihr das für nötig haltet, bzw die angeprochenen Symtome so auch häufig bei Autisten zu finden sind (ich erwarte keine Ferndiagnose)

Danke :)))))))))))))

Antwort
von verquert, 27

Hallo Tony,

was erhoffst Du Dir durch eine Autismus-Diagnose?
Diese Frage solltest Du Dir als erstes stellen.

Eine Autismus-Diagnose wird so gar nichts in Deinem Leben verändern - außer Du änderst selbst Dein Leben.

Was möchtest Du durch die Autismus-Diagnose erklären? Welche Vorteile erhoffst Du Dir?

Wenn Du die Autismus-Diagnostik anstrebst, dann kannst Du im Vorfeld versuchen eine Autismus-Beratungsstelle aufzusuchen. Zum Teil führen sie kostenlose Erstgespräche durch.

Eine Diagnostik beim Facharzt, da wird die Wartezeit ca. 6 Monate betragen. Mal mehr, mal weniger. Eher länger, als weniger.

Was in der Kindheit gewesen ist und welche "Eigenheiten" Du in Deiner Wahrnehmung als (junger) Erwachsener hast, ist zweitrangig.

Im Vordergrund sollte für Dich stehen, was nun Deine Belastungen im Leben sind und wie sie gelöst werden könnten. Kann eine Autismus-Diagnose helfen? Oder eher etwas anderes? Benötigst Du die Diagnose für Dich, um Dich irgendwo "dazugehörig" zu fühlen? Oder Verhaltensweisen *erklärbar* zu machen?

....

Bitte finde Dein Sein. Auch unabhängig von Diagnosen.

Antwort
von halbsowichtig, 16

In deiner Beschreibung erkenne ich nichts, wirklich gar nichts typisch Autistisches.

Autismus wird anhand von Defiziten diagnostiziert. Der Arzt fragt dich danach aus, was du nicht kannst, womit du nicht klarkommst, was dich behindert. Was wäre das bei dir?

Zu einer Diagnosestelle geht man mit echten Problemen. Wenn man im Alltag nicht zurecht kommt, wenn man vor beruflichen Problemen steht, wenn man seine Overloads nicht vorhersehen kann. Wer keine Behinderung hat, der bekommt auch keine AS-Diagnose.

Antwort
von DeliriumTremens, 23

Ich lese aus deiner Selbstbeschreibung nichts autistisches.   

Mit Problemen mit Überraschungen ist meiner Erfahrung nach eher weniger eine Überraschung in Form eines Geschenks gemeint, als z.B. spontane, überraschende Planänderungen fernab der erwarteten Routine oder zu abrupte Situationsübergänge. Ich kenne einen Mitmensch mit Autismus, der sich bei Geschenken aber durchaus gerne überraschen lässt. Der Link beschreibt einen Mensch mit Autismus und besitzt keine Allgemeingültigkeit. 

Hier wird gesagt, das Autisten gewisse Assoziazionen bilden, was für mich ganz normal ist. Ich meine Butter assoziiere ich zum Beispiel einfach mal mit diesen eckigen klotzigen Verpackungen im Kühlregal und würde auch beim Einkauf zu diesen Greifen. Ich verstehe nicht, was daran so abnormal ist (oder ist bin ein Autist :O).

Laut der Definition der Webside müsstest du dann im Laden stehen und wenn deine Butter nicht mehr auf Lager ist, zutiefst beunruhigt sein und ohne Butter gehen. Weil Butter eben nicht nur Butter ist, irgendein Klotz, sondern von einer ganz bestimmten Marke in einer ganz bestimmten Verpackung sein müsste, stehend an einem ganz bestimmten Platz im Regal. Das klingt eher so, als wäre es dir egal. Bevor ich auf irgendeinen "Klotz" Butter ausweiche, kauf ich lieber keine.  

Was ich dann mit meinen Freunden gemacht habe, war fast ausschließlich das Spielen mit dem zuvor alleine gebauten Lego oder das täuschen und handeln mit Lego-Figuren oder Pokémon karten, oder diese Star Wars Rollenspiele mit diesen Plastiklaserschwertern.

Autistische Kinder sind klischeehaft nicht dafür bekannt, wechselseitig zu spielen. Und andere nicht mit deinem Lego spielen lassen könnte ebenso klischeehaft Einzelkindverhalten sein. 

Wegen verwöhnten Geschenkerwartungen, einem Klotz Butter und egoistischem Lego-Verhalten rennt man nicht zur Autismusdiagnose. 

Antwort
von WelleErdball, 17

Für mich liest sich der Text als wäre Autismus für dich ein Qualitätsmerkmal. Wenn man keine Sorgen hat, sucht man sich welche. Ein langer Text mit null Inhalt.

Menschen mit Down-Syndrom sind auch ganz eigene Charaktere die ihre Umwelt anders wahrnehmen.

Schizoide/schizotype Persönlichkeitsstörungen, ADS/ADHS haben viele Überschneidungen mit Autismus

Diese Liste könnte man lange weiterführen, dabei gibt es einen Nenner: Andere Erkrankungen interessieren nicht, cool ist nur Autismus. Man möchte ja auch dazugehören zu den - gedachten - kleine Genies. Wenn man sonst schon mit sich selbst nichts anzufangen weiß, dann sucht man so lange im Internet bis man etwas brauchbares findet um sich damit eine Identität zu verschaffen.

Ich lese aus deinem Text Null-Komma-Null was auf Autismus hindeuten könnte.

Antwort
von Dahika, 19

So ein Quatsch. Hör auf mit der Googelei, dann musst du auch nicht zum Arzt.

Antwort
von Sonny58, 5

Nun ich bin der Meinung das du das auf jeden Fall abklären solltest. Es geht um dich und dein Leben.

Du hast diese Unsicherheit in dir, die wird es dir immer schwerer machen solange du immer darüber nach denkst was an dir so anderst ist, kostet dich das unnötig Kraft und kann zu Depressionen führen.

Das Wissen um was es sich bei dir handelt, kann dich darin unterstützen das du dich so akzepieren kannst wie du bist. Vielleicht helfen auch verhaltenstechnische Gespräche. Auf jeden Fall ist das Wissen immer besser, als Unwissenheit, die dich verunsichert.

Kläre das ab, was auch immer es ist, du weißt dann Bescheid und kannst entsprechend dein Leben leben.

Viel Erfolg

Antwort
von Adlerblick, 12

Autismus-Symptome sind nicht auf ADHS zurückzuführen.

Aber es gibt natürlich auch Autisten, die unter anderem  AD(H)S-Symptome zeigen.

Autisten sind von der Krankheit AD(H)S 
bei der es sich um eine Erbkrankheit handelt.
genauso wenig verschont wie andere Kinder auch.

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